alten Formen aus. Freilich ist das moderne, das in zwei großen Pavillons gezeigt wird, für unseren Geschmack schwer erträglich. Dagegen ist Bakkarat auf dem schon vor dem Kriege beschrittenen Wege energisch vorangeschritten und zeigt ganz ausgezeichnete neue Glasschliffe. Im ganzen ist es aber auch in Frankreich offenbar so, daß die besten Dinge in neuen kleinen Betrieben entstehen, die von Künstlern geleitet sind. Unter der ungeheueren Masse verstreut findet sich auch in der französischen Abteilung viel Ausgezeichnetes jeglicher Art und auch hier ist es wiederum deut⸗ lich, daß das eigentlich Französische daran nur mehr in feinen Nuancen zur Geltung kommt, daß es eben Dinge sind, die sich in den Zusammenhang des modernen kunstgewerblichen Stiles har— monisch einfügen. Wie bei uns ist auch in Frankreich dieser Stil noch keineswegs einheitlich. Es gibt auch dort einen sehr radi— kalen linken Flügel, der sich in seinem Formempfinden stark von den konstruktivistischen Tendenzen und der technischen Dynamik unserer Zeit beeinflussen läßt. Dies ist vor allem in dem aus— gezeichneten „Pavillon du Tourisme“ zu sehen, der von dem allerdings bei Hoffmann in Wien ausgebildeten Architekten Mallet-Stevens gebaut wurde. Leider ist das Haus des „PEsprit nouvéau“, das Corbusier errichtet, noch nicht zu sehen. Diese Bewegung scheint offiziell noch nicht anerkannt zu sein. Jeden— falls zeigen eine Reihe von Eisenbahnwagen neuen Typs wohl in der äußeren Form entschieden modernen Charakter, lassen aber in der Inneneinrichtung jeden Mut, sich von dem herkömm— lichen Ornament zu lösen, und alle Formen auch hier aus der Aufgabe zu entwickeln, vermissen. Wie steht es nun mit den Möbeln und der Raumgestaltung im engeren Sinne? Die sehr umfangreiche Abteilung des fran— zösischen Möbels zeigt, das auch hier die Abkehr von den histori— schen Formen schon sehr weit um sich gegriffen hat. Dabei ist von eigentlich revolutionären Formen mit Ausnahme von ganz wenigen Räumen nichts zu spüren, wie es ja auch dem konser— vativen Charakter der Franzosen durchaus gemäß ist. Es ist eine gemäßigte Moderne, bei der das im engeren Sinne Französische hinter dem sachlich konstruktiven Charakter des modernen 22 14