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        <title>Grundfragen der Wirtschaft</title>
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      <div>sal der einzelnen Unternehmung wie im Ganzen der Wirctschaft. 
Beansprucht daher die Allgemeinheit die Gewinne, so müßte sie 
logischerweise auch die Verluste auf sich nehmen. Davon ist aber nir— 
gends die Rede und kann nicht die Rede sein, weil der Staat nicht 
die Verantwortung für das völlig selbständige Einzelhandeln seiner 
Bürger zu übernehmen vermag. 
Wie eigenartig außerdem die Stellung des Unternehmers den 
Gewinnmöglichkeiten gegenüber ist, ergibt sich aus folgender Er— 
wägung: 
Die Unternehmer müssen ihre Arbeitskraft und ihr Vermögen ins 
Ungewisse einsetzen. Arbeiter und Angestellte haben für bestimmte 
Leistungen einen bestimmten Lohn. Dieser richtet sich zwar nach 
Angebot und Nachfrage, ist aber fest bestimmt und steigt mit den 
Leistungen. Mit anderen Worten: die Arbeit des Arbeiters und 
Angestellten hat einen bestimmten Tauschwert, die Arbeit des 
Unternehmers nicht. Der Unternehmer hat selbst bei größter An— 
strengung keinen Ansspruch auf irgendwelchen Gegenwert, weder 
für seine Arbeit noch für sein Vermögen. Er muß sich, wenn sein 
Unternehmen fehlschlägt, damit abfinden, nicht nur umsonst ge— 
arbeitet, sondern auch sein Vermögen eingebüßt zu haben. Ihm fließt 
andererseits, wenn das Unternehmen Erfolg hat, das zu, was nach 
Abzug aller Unkosten, Löhne und Gehälter und von sonstigem Be— 
triebsaufwand, übrig bleibt. Dies ist der Ertrag des Unternehmens. 
Das kann viel sein, es kann aber auch wenig sein, weniger als der 
eigne Arbeiter oder Angestellte des Unternehmers verdient; ja es kann 
ein Minus sein. Die Ungewißheit über den Ertrag ist das Risiko 
des Unternehmers: es gehört naturnotwendig zum Begriff des Uuter— 
nehtners, tvie der Arbeitslohn zum Begriff des Arbeiters. 
Beachtet man diesen grundsätzlichen Unterschied zwischen Unter— 
nehmer und Arbeiter, so erkennt man, wie verfehlt es ist, beide wirt— 
schaftlich auf dieselbe Stufe zu stellen oder beim Unternehmer von 
einem Unternehmer lo hun zu reden. Moan sieht aber auch, daß die 
Stellung des Unternehmers im Betrieb eine ganz andere sein 
muß, wie die des Arbeiters und Angestellten. Da die volle Verant— 
wortung für das Ergebnis der Wirtschaft auf ihn fällt, so muß er 
auch die Selbständigkeit in der Wahl der Mittel, die Selbständig— 
keit in der Verfügung über die Wirtschaftsfaktoren, die letzte Eut— 
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