Arbeiter sind Personen, die als lediglich ausführende Hilfskräfte hauptsächlich ihre körperliche Arbeitskraft zur Verfügung stellen; dabei können sie ein hohes Maß von Verantwortung zu tragen haben. Der Begriff des Angestellten ist kaum einheitlich zu bestimmen, in den Ge— setzen werden gewöhnlich einzelne Gruppen von Arbeitnehmern auf—⸗ gezählt, die als Angestellte zu gelten haben. Im allgemeinen werden zu den Angestellten solche Personen gezählt, die nach der Art ihrer Tätigkeit, die eine vorwiegend intellektuelle, leitende, beaufsichtigen de ifl, nicht mehr zur Klasse der Arbeiter gehören. Angestellte in besonders gehobener Stellung werden leitende Angestellte sein, das Verhältnis der Aberordnung, in dem sie sich anderen Angestellten gegenüber be— finden, wird das entscheidende Merkmal sein. Heimarbeiter sind für fremde Rechnung in ihrem Heime, in ihrer eigenen Wohnung Lohn⸗ arbeit verrichtende Personen. Bei der früher erwähnten Ordnung der Produktion, beziehungs⸗ weise der Teilnahme an derselben, werden sich größere Gruppen von an der Produktion beteiligten Personen bilden, welche wirtschaftlich gleich orientiert sind, welche die gleichen wirtschaftlichen Interessen be⸗ sitzen. So sagt Berlepsch von den freien Lohnarbeitern: „daß die Ar⸗ beiterschaft, die freien Lohnarbeiter, die von ihrer Hände Arbeit leben, in der Regel kein Vermögen oder doch nur ein so geringes besitzen, daß es in arbeitsloser Zeit rasch aufgezehrt ist, einen Berufsstand bilden, der ein gemeinsames Interesse besitzt, welches in mancher Beziehung verschieden ist von den Interessen anderer Berufsstände und sich zur Wahrung und Verteidigung dieses Interesses mit Recht zusammen— findet“. (Dr. Hans Freiherr von Berlepsch. Sozialpolitische Erfah— rungen und Erinnerungen. 1925. Volksvereinsverlag M.Gladbach. Seite 72.) Die Angehörigen solcher Gruppen werden sich durch das Band der Intereffensolidarität verbunden fühlen, sich als „soziale Klassen“ betrachten und gerne geneigt sein, Anderungen des Bestehenden in einem den Interessen ihrer Gruppe günstigen Sinne anzustreben; so did man von sozialen Gegensätzen“ von einer „soziglen Bewegung“ und, wenn die Bestrebungen einer fozialen Klasse, Anderungen des Beflehenden in einem dieser Klasse günstigen Sinne zur Verwirk⸗ lichung zu bringen, bei einer wirtschaftlich anders interessierten und driennerten Gruppe auf Wiederstand stoßen, von „sozialen Kämpfen“ sprechen können. Es wird sich im Interesse der Allgemeinheit darum handeln, die sozialen Gegensätze unter Vermeidung sozialer Kämpfe durch fried⸗ liche Mittel auszugleichen oder doch die Schärfe derselben tunlichst zu mudern; dieses Problem, nennen wir das , soziale Problem“., die soziale Frage“.