rung und Erweiterung der Rechtsbefugnis der heutigen Vertrauens— männerausschüsse sowie der Abreitere und Beamtenfabriksausschüsse, welche beinahe in allen unseren größeren Industrie- und Handels⸗ unternehmungen eingeführt und laängft eingelebt sind. Der Krieg hat manches politische Unrecht beseitigt und hat den demokratischen Prin— zipien im politischen Leben zum Durchbruch verholfen. Die Entfal— tung wirklicher politischer Demokratie erfordert dann auch die Besei— tigung des wirtschaftlichen Absolutismus in den Betrieben und dessen allmählichen Wandel durch konstitutionelle Betriebsschöpfungen, in wel— hen alle an der Erzeugung Beteiligten einen bestimmten Einfluß auf die Betriebsleitung ausüben können. Die heutigen Arbeitnehmer be— ginnen als Folge des Zeitgeistes unter der Regelung des Arbeitsver— hältnisses nicht nur die Bestimmung der Arbeitz- und Lohnbedin— zungen zu verstehen, sondern gleichzeitig auch die Regelung der Teil— nahme an der Leitung des Betriebes, in dem sie arbeiten. Sie wünschen in dem Unternehmen, in dem sie beschäftigt sind, nicht mehr eine bloße lebendige Maschine zu sein, welche für Lohn mechanisch die zugewie— sene Arbeit ausführt, vielmehr wünschen sie ihr bisheriges Lohnver— hältnis in ein Mitarbeiterverhältnis zu verwandeln, podurch sie einen weiteren Ausblick auf das Werksgeschehen erreichen und mit Hilfe ihres Einflusses auf die Leitung die intellektuelle Beziehung eines Ge— sellschafters gewännen. Die Arbeiterschaft erkennt, daß allmähliche Sozialisierung und wirtschaftliche Demokratie beinahe dasselbe sind und ruft nach dem konstitutionellen Fabriksbetriebe, in welchem als endliches Ziel die Selbstverwaltung der Arbeit verwirklicht, und wo die Unternehmungen in Produktionsgenossenschaften verwandelt wür— den, in welchen alle Bediensteten keine Lohnarbeiter, sondern Teil— haber des Unternehmens, in dem sie arbeiten, wären. In den Be— triebsräten sieht die heutige Arbeiterschaft ein Mittel ihrer Schulung zu höheren wirtschaftlichen Verwaltungsfunktionen, zur wirtschaflichen Verantwortlichkeit und Reife der arbeitenden Massen, welche Errun— genschaften zur Steigerung des allgemeinen Wohlstandes und zur Er— möglichung sozial gerechterer Formen des Unternehmertums nötig sind. Die Regierung entspricht mit ihrem Entwurfe dem allgemeinen Wunsche der Arbeiterschaft, jedoch ist sie hiebei, wie der Entwurf selbst beweist, sich der Notwendigkeit wirtschaftlicher Vorsicht in der heutigen Zeit der Absatzkrise bewußt. Der Entwurf ist aber der Ausdruck der Anschauung, daß gerade in der Zeit wirtschaftlicher Schwierigkeiten oziale Reformen nicht hinausgeschoben werden dürfen, vielmehr ist gerade mit ihrer Hilfe der gesunde Optimismus der breiten Volks— —— welcher die heutigen Veschwerden überwinden hilft, zu tärken.“ 4*8