IV. Träger der Rationalisierung — 1. Die Privatwirtschaft 33 Erziehung zur Arbeit im altpreußischen Stil, gegen die sich die Gewerkschaften wenden und in der sie eine Beeintraͤchtigung ihrer kLinflußsphäre erblicken. In der Tat heißt es in dieser Hinsicht in einer Broschüre „Der Kampf um die Seele unseres Arbeiters“ von Dr. Paul Osthold, einem der Geschäftsführer des Dintainstituts, ganz unmißverstaͤndlich: „Die neuen großen politischen und sozialen Formen haben die Vereinsamung des Arbeiters nicht verhindern können. Die Interessenorganisationen auf beiden Seiten sind nur — so wider⸗ spruchsvoll es auch klingen mag — Kollektivformen der beiderseitigen Vereinzelung geblieben. Der vereinsamte Arbeiter sowie der isolierte Unternehmer haben nach rechts und links Tuchfühlung nur mit ihres⸗ gleichen genommen. Fronten sind entstanden, aber nicht darauf be⸗ dacht, sich aufeinander vorzuarbeiten, um am Tage des gewonnenen Kontaktes Waffenstillstand und Versoͤhnung zu feiern, sondern Fronten, angstlich auf die Fortifikation des Vorgelaͤndes und die Sicherung der Flanken eingestellt, gleich bereit zu Angriff und Ab wehr.“x) In diese Fronten soll nun mit Hilfe der Dintabewegung Bresche gelegt werden. Daß hierbei nicht die Front der A rbeitgeber gemeint sein kann, versteht sich bei einer von Arbeitgeberseite ausgehenden Einrichtung von selbst. In den weiteren Darlegungen der Osthold⸗ schen Schrift ist auch nur mehr von der Arbeitnehmerfront die Rede und von ihrer auf die Dauer untragbaren, den Ruin der Wirtschaft bedeutenden Gegnerschaft gegen die —Xo— Gegnerschaft soll durch die neue Arbeitspolitik gebrochen werden, als deren Hauptaufgabe von Dr. Osthold bezeichnet wird: 1. Befreiung des Arbeiters aus der Einsamkeit seiner isolierten Teil⸗ funktion im Herstellungsprozeß, Uberwindung der feindseligen Oppositionsstellung zwischen Arbeiter und Unternehmer, Befriedigung und Befriedung des Arbeiters im gegenwaͤrtigen Wirtschaftssystem. N S. 3 der im Tert erwaͤhnten Schrift. Rauecker 2.