152 befriedigt findet. Wenn die Menschen sich für etwas inter⸗ essieren sollen, so müssen sie sich selbst darin haben und ihr eigenes Selbstgefühl darin befriedigt finden.“ GHegel —DV Zuhörer bei Er⸗ zffnung seiner Vorlesungen in Berlin am 22. Oktober 1818.) Die erste Voraussetzung für eine solche Befriedigung des Selbst⸗ gefühls der Arbeiterschaft ist die Schulung und Bildung der Arbeiterschaft für diesen „Blick für das Ganze“. Diese Bildung darf sich jedoch nicht verlieren in asthetischen „Rundgesprächen“ über den „Erlebnisgehalt“ der Arbeit und die Möglichkeit, ihn unmittelbar oder mittelbar wiederherzustellen. Sie darf es auch nicht in erster Linie mit der Vermittlung sogenannter „Kulturgüter“, mit der Ver⸗ anstaltung literarischer, philosophischer, künstlerischer Vortraäge, musi⸗ kalischer und dramatischer Darbietungen, naturwissenschaftlicher Be⸗ trachtungen usw. bewenden lassen; so wertvoll diese Darbietungen als Inhalt der allgemeinen Volksbildung auch sein mögen, so wenig gehören sie in den Rahmen der speziellen Arbeiterbildung als eines Kompensationsmittels gegen die Schäden der Arbeitsteilung. Diese kann ihre Wurzeln nur im Beruf haben. „Narrenpossen sind eure allgemeine Bildung und alle Ansichten dazu; daß der Mensch etwas ganz entschieden verstehe, vorzůglich leiste, wie nicht leicht ein anderer in der näͤchsten Umgebung, darauf kommt es an. Eins recht wissen und ausüben gibt höhere Bildung als Halbheit im Hundertfältigen ...“ (Goethe). Arbeit und Beruf müssen der seelische, die Fabrik der ortliche Stand⸗ punkt sein, von dem aus Wissen und Lehre sich für den Arbeiter er⸗ strecken sollen. Vom „Betrieb“ bringt der Arbeiter den Erfahrungs⸗ kompler mit, der in wirtschaftlicher, rechtlicher, technischer, sozialer und staatsbürgerlicher Hinsicht erweitert werden muß. Die Wirtschafts⸗ lehre kann anknüpfen an die unmitttelbaren Produktions⸗ und Arbeits⸗ vorgänge, sie wird das Sinnvolle der Einzelfunktion, der Detailarbeit erklaͤren, ihre Bedeutung für den Gesamtprozeß verdeutlichen, sie wird II. Rationalisierung und Ethik