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        <title>Rationalisierung als Kulturfaktor</title>
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            <forname>Bruno</forname>
            <surname>Rauecker</surname>
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      <div>II. Rationalisierungsformen 
Man kann vier Hauptgruppen von Rationalisierungs⸗ 
formen unterscheiden: die technische, die betriebsorganisato⸗ 
rische, die berufspolitische und die wirtschaftsorganisato⸗ 
rische Rationalisierung. 
Nach Gottl⸗Ottlilienfeld;y geht die technische Rationali⸗ 
sierung nach zwei Hauptgrundsätzen vor sich, nach dem Prinzip der 
intensiosten Ausbeute von Stoffen, Kräften, Geräten usw. und 
nach dem Grundsatz des rationellsten Vollzugs der Arbeit. Das 
Prinzip der intensivsten Ausbeute schließt die Forderung, Verluste 
und Rückstände zu vermeiden, unvermeidbare Abfälle zu verwerten, 
Werkzeuge, Maschinen, Raͤume usw. möglichst reibungslos und 
kontinuierlich auszunutzen, in sich. Das Prinzip des rationellsten 
Vollzuges der Arbeit spaltet sich in 1. das Prinzip des kausalgerechten 
Vollzugs (Vermeidung zweckwidrig wirkenden Aufwandes, ver⸗ 
feinerte Anpassung der praktischen Ausführung an das Kausalvor⸗ 
haben), 2. Das Prinzip des nur noch auslösenden Vollzuges (Werk⸗ 
zeuge, Maschinen, Bauten usw. treten als einmal getroffene Vor⸗ 
kehrungen an die Stelle bestimmter wiederkehrender Verrichtungen, 
wobei dank dieser Vorkehrungen die Arbeit auf nur noch auslösende 
Funktionen beschränkt wird), 3. Das Prinzip des stetigen Vollzuges 
(Vermeidung von Unterbrechungen, Ersparung von unnötigem An⸗ 
lauf, Verkürzung der Zeitdauer des Vorganges), 4. Das Prinzip 
des glatten Vollzugs (zeitlich und räumlich richtige Anordnung), 
5. Das Prinzip des bündigen Vollzugs (z. B. das gleichzeitige Ein⸗ 
tauchen vieler Staͤbchen in die Zündholzmasse bei der Zündholzfabri⸗ 
kation), 6. Das Prinzip des wuchtigen Vollzugs, der die Zusammen⸗ 
x) Der wirtschaftliche Charakter der technischen Arbeit, Berlin 1910, Seite 32ff.</div>
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