a. Organische und anorganische Technik (Lebende Wesen und tote Stoffe) Noch ein Gegensatz muß ganz allgemein begrifflich erfaßt werden, wenn wir in die Welt unserer Bedürfnisse und ihrer Befriedigungsmöglichkeiten hineinleuchten und das Besondere der Bergwirtschaft und ihrer Zukunft erfassen wollen. Es sind das wesentlich wirtschaftsgeschichtliche Momente. Im Verlaufe der Entwicklung kommt nämlich der Mensch mehr und mehr dazu, statt allein aus der organischen Welt der Erdoberfläche auch aus der anorganischen Sphäre der tieferen Erdschichten seine Bedürfnisse zu befriedigen, indem er bisher organische Gebrauchsstoffe (wie Öle, Holz, Textilien usw.) durch anorganische oder fossil gewordene organische ersetzt (durch Erdöl, Eisen, Kunstseide usw.), auch Menschen- und Tierkräfte durch Kohlen-, Öl- und Wasserkräfte. Ja die Pflanzen- und Tierwelt wird teilweise ausgerottet und vernichtet, im Raubbau abgebaut, weil sie durch das Steinreich und die anschließende Chemie immer vollständiger ersetzt werden kann oder muß. Kann oder muß? Welches ist der primäre Vorgang? Das ist offenbar schwer zu entscheiden, weil eines das andere bedingt und bei den verschiedenen Stoffen Ursache und Wirkung ihre Rollen wechseln und auch in den verschiedenen Erdräumen und zu verschiedenen Zeiten wiederholt gewechselt haben. Die große Entwicklungslinie liegt aber jedenfalls so, daß in der Gegenwart und nächsten Zukunft die Wirtschaft mit anorgani- schen Rohstoffen, also die Bergwirtschaft ständig zunimmt und weiter zunehmen wird. Aber wie lange? Ist wirklich eine Um- 75