Preise nicht gibt, demgemäß keine gerechte Bewertung der Leistungen geben kann, so entscheidet die Macht; also nicht ein ökonomisches Mittel, sondern das politische, Der Starke hat Recht, der Schwache Unrecht und zieht den kürzeren. Das Übel der Welt liegt also darin, daß in einem scheinbaren wirtschaftlichen Prozeß nicht ein wirtschaftliches Moment entscheidet, sondern ein außerhalb der reinen Wirtschaft liegendes Prinzip, nämlich das Machtprinzip. Das ist übrigens auch der Grund, daß in der Praxis und im Leben alle Wirtschaftstheorie versagt, versagen muß; so versagt, daß man an einer wirklichen Wirtschaftswissenschaft verzweifeln muß, verzweifelt hat, weil ja alle Wissenschaftlichkeit aufhört in dem Moment, in dem ein ihr fremdes Prinzip mit dreinredet. In der Verfolgung einer mathematischen Funktion darf man an kritischer Stelle keinen Gefühlssprung machen. Hierin liegt mithin unser Leitmotiv: das Problem „Staat und Wirtschaft“ oder „Macht und Wert“, Auch hier also die feindliche Polarität, worauf alle Bewegung, alles Leben beruht; und der Mittler, die Erlösung? Wir nennen es Humanität, Menschlichkeit, appellieren daran, wenn wir der Macht Grenzen gezogen wissen wollen, und tun so, als müßte der Starke den Schwachen wenigstens leben lassen und ihm ein Existenzminimum gewähren. Der Staat übernimmt diese Anschauung und die Pflicht der Durchführung und gewährt Arbeitslosenunterstützung, aber mit den bei den Starken eingetriebenen Steuern, also gegen deren Willen. Wie lange? Genau so lange als dieser Staat sich gegen die Wirtschaft, d. h. gegen die Macht der Starken behaupten kann. Daß er es überhaupt 3A