DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE den verschiedensten Ländern, an den sie sich mit ihrer regel- mäßigen Werbung wenden konnten. Auf diesen sehr wertvollen Teil der persönlichen Werbung komme ich in späteren Kapiteln ausführlicher zurück. Namentlich die Hotelbesitzer, aber auch alle Kur- und Bade- orte sehen sich jetzt zu einer völligen Neuorientierung bei ihrer Reklame gezwungen. Diese Neuorientierung wird nicht nur durch die bereits erwähnte gesellschaftliche Umschichtung er- schwert, sie findet weitere Hindernisse in folgenden zwei schwerwiegenden Tatsachen. Bei der älteren Generation sind die früher gemachten prak- tischen Erfahrungen vielfach in Vergessenheit geraten. Das „Reklameschwert‘“ konnte fast zehn Jahre lang nicht benützt werden, es war rostig und schartig geworden. Die jüngere Generation dagegen weiß von den früheren Werbungsgepflogen- heiten fast nichts mehr! Sie sieht sich einem völligen Neu- land gegenüber, dessen Bearbeitung weit schwieriger ist als früher, weil auch der Kampf ums Dasein schwerer und die Kon- kurrenz der einzelnen Reiseländer untereinander schroffer und intensiver geworden ist. Wir stehen also auf einem sehr wichtigen Gebiete vor einer fühlbaren und empfindlichen Lücke. Wohl sind in der Fach- presse einzelne Aufsätze über Reklame der Hotels, Kur- und Badeorte usw. erschienen, die belehren wollten. Sie sind aber in den verschiedensten Blättern zerstreut und dürften das Los so manchen wertvollen Artikels teilen: Im geeigneten Augen- blick nicht zur Hand oder vergessen zu sein! Das vorliegende Werk hat sich selbst die Aufgabe gestellt, diese Lücken zu schließen. Natürlich soweit das in den Kräften eines einzelnen steht. In 107 Kapiteln sind die praktischen Er- fahrungen, die regen Beobachtungen und die kritischen Erleb- nisse eines langen Berufslebens niedergelegt worden. Die Er- innerung an früher erprobtes Gutes soll wieder zum Leben geweckt werden. Mit dem guten Alten sollen die bemerkens- werten Fortschritte der Neuzeit verknüpft werden. Wenn der Verfasser auch nicht die Absicht hatte, ein „Lehrbuch“ der Reklame für die Hoteliers und alle übrigen Interessenten am nationalen und internationalen Fremdenverkehr zu schreiben, so hat er doch nach seinen bescheidenen Kräften versucht, eine Fülle von Anregungen zusammenzutragen, die, bei richtiger