DER SPRECHBRIEF E31 Der Hotelier wird den Reisenden für wahnsinnig oder für betrunken halten. Ähnlich wird ein schwülstiger Werbebrief aus einem Hotelbureau auf den natürlich empfindenden Emp- fänger, den man als Gast gewinnen möchte, wirken. Man vermeide ferner Schablonen, wie sie leider in vielen Briefen wiederkehren. Zum Beispiel: . „Wir schätzen uns im Besitze Ihres wer- ten Gestrigen, in dessen Erwiderung wir uns höflichst mitzuteilen beehren, daß Ihnen die gewünschten Zimmer mit Ver- gnügen zur Verfügung gestellt werden können." Wir schätzen uns im Besitz ist nämlich ein bißchen Blödsinn. Man kann nur einen Brief beantworten, den man „besitzt“. Entsetzlich ist auch die beliebte Floskel beim Briefschluß: „Mit Vorliebe stets gern zu Ihren Diensten . . .‘“ oder so ähnlich. Man schreibe oder diktiere seine Briefe So, wie man sich in normaler Unterhaltung auszudrücken pflegt. Zum besseren, gewinnenderen Eindruck kommt dann noch der nicht uner- hebliche Zeitgewinn. Die oft ganz unsinnigen Redensarten, die lächerlich wirkenden Papierfloskeln kosten viel Zeit, die mit Leichtigkeit gespart werden kann. Darum: schreibe, wie du Sprichst.