Der Kohlenumschlag ; des Robur-Konzerns Der oberschlesische Kohlenkonzern „Robur‘“, In-’eressengemeinschaft Oberschlesischer Kohlengruben G. m. b. H., Katowice, welchem die Gruben Anna, Emma, Römer der Rybniker Steinkohlengewerkschaft, die Grube Charlotte, die Gruben Deutschland (Niem«-cy), Schlesien (Slask), Blücher und Donnersmarck des Fürsten von Donnersmarck, die GrubenWolfgang, Brandenburg (Wawel), Graf Franz (Hrabia Franciszek) jes Grafen v. Ballestrem, die Gruben Gotthard, Lithan« dra und Paulus (Pawel) der Godula S.-A., die Eminenzgrube und die Friedensgrube (kopalnia Poköj)y angehören, ist der größte Konzern dieser Art in Polen, Er bewältigt 37,11 Prozent der gesamten Kohlenförderung‘ in Oberschlesien und besitzt für den Umschlag and den Transport seiner Exportkohle eine eigene Umschlags- und Transportorganisation in Danzig, Gdynia und Stockholm, und zwar: . , in Danzig — die Polnisch-Skandinavische Transport-Handelsgesellschaft m. b. H. in Gdynia — „Polskarob‘“, Polsko-Skandynawskie Towarzystwo Transportowe, S.-A. n Stockholm — Robur-Rederi och Transport Aktiebolaget. , Die Polnisch-Skandinavische Transport-Handelsgesellschaft in Danzig, die abgekürzt It. ihrer Telegrammadresse. „Polskarob‘“ genannt wird, hat ihre Tätigkeit in Danzig am. 26. 7. 1926 begonnen. Die Gesellschaft führt den Umschlag von Exportkohlen auf folgenden Plätzen des Dänziger‘ Hafens aus: 1. Im Kaiserhafen mit Hilfe der dem Senat gehörenden. Kräne, sowie auf einem vom Senat gepachteten Gelände, auf dem. die Gesellschaft eigene Eisenbahngleise und eigene mechanische Anlagen für den Kohlenumschlag besitzt. . ; : 2. ‚Am Weichselbahnhof, wo der Umschlag mit ijen Kränen des Hafenausschusses ausgeführt wird. Außerdem erfolgt der Umschlag der Robur-Kohlen mit den Kränen der Fa. „Alldag‘“, mit. der die Gesell schaft einen diesbezüglichen. Vertrag abgeschlossen hat. Neben dem Umschlag der Exportkohlen beschäfgt sich die Gesellschaft auch mit der Bunkerung der Schiffe. Die Gesellschaft besitzt auch eine eigene Mak-'lereiabteilung. Diese Maklereiabteilung hat im Jahre 1927 insgesamt 447 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 750 300 DWT. ktlariert. Da die Gesamtzahl sämtlicher Schiffe, die im Danziger Hafen im abgelaufenen Jaher klariert wurden, sich auf 6286. (7 622 000 DWT.) beläuft, entfallen .auf die Polskarob 9,85 Prozent der zesamten benannten Tonnage im Danziger Hafen... “Die folgende Tabelle zeigt, wie sich der Kohlenamschlag‘ des’ Robur-Konzerns in Danzig und Gdynia an den letzten Jahren entwickelt hat-Umschlag Umschlag in Danzig in Gdynia Zusammen () ($ ($ August 1926 35294 . 15788 101 082 September 83504 14237 97 741 Iktober 63.446 11786 © 75232 November 73 440 11071 © 84511 Dezember 62 670 9 754 72 424 siner auf der Plattform angebrachten Winde wird der nit Kohlen beladene Waggon von den Gleisen auf die attform gezogen, welche sich dann um etwa 10 m hebt. Die Brücke steht quer zum Ufer, an welchem das Fahrzeug anlegt. Der Wagen bewegt sich gemeinjam mit‘ der Plattform auf den Schienen der Brücke, bis der Waggon über die entsprechende Luke des Schiffes zu stehen kommt. In diese Luke wird nun auf einem besonderen Wagen ein teleskopisches Rohr von ungefähr 1 m Durchmesser heruntergelassen. Der Wazen senkt sich über dem oben am Teleskoprohr beestigten Bunkerraum und kippt bis zu einem Winkel ‚on 60 Grad; die Vorderseite des Waggons, wird aufzemacht und der Inhalt desselben durch eine besondere inne in den Bunkerraum des Teleskoprohres gewot-"en. Durch das teleskopische Rohr gelangen die Kohen auf den Boden des Schiffes. Um das Zerschlagen ler Kohlen bei Beginn der Ladung zu verhindern, wird las ganze Teleskoprohr mit Kohlen angefüllt. Die <ohlenmenge, welche nun in den Laderaum des Dampfers gelangen soll, wird in das Teleskoprohr gefüllt, von wo aus es sich mit Hilfe eines besonderen Motors langsam. hebt, wodurch die Kohlen langsam in den Laderaum rollen. + Durch die Errichtung eines Tele-3koprohres. wird erreicht, daß die Kohlen vom Waggon n das sich in minimaler Höhe befindliche Teleskoprohr zeworfen werden und sich dann im Rohr selbst durch hre’ eigene Schwere fortbewegen. Auf diese Weise <ann man die Kohlen am besten . vor Zerkleinern ichützen. und. die Trimmarbeiten bedeutend verringern. „Der Lieferungstermin der Kipperkatzenbrücke ist ler 16. November 1928. Die Fundamente unter den Kränen und den Brücken werden von der Firma „Tri“ gebaut. ‚Um der anwachsenden Konkurrenz standhalten zu cönnen, sind bis jetzt zwei Dampfer, „Robur“ von 1250 Tons D. W. und „Robur IH“ von ca. 2050 Tons D. W: erworben worben, um die verkauften Kohlen cit Löschhafen billigst für den Verkäufer und bequem für den Käufer zu liefern. Mit diesen Anschaffungen ist der Ausbau des Hafens und Bestand der Handelsflotte nicht erschöpft. Sobald die von der Regierung gemietete Mole fertiggestellt ist, werden weitere Umschlagsanlagen bestellt und auch weitere Fahrzeuge unter die polnische Flagge gestellt werden. Es. ist vorgesehen, daß die Gesamttonnage sich auf mindestens 15 000 To. belaufen wird. Wie der Export über Gdynia vor sich schreitet, ist ım besten daraus ersichtlich, daß in Gdynia im Februar 1927 ca. 8.800 Tons und im Dezember 1927 ca. 54 000 Tons an Roburkohlen umgeschlagen wurden. Die Gejamtverschiffungen im Jahre 1927 über Gdynia und Danzig haben ca. 1 500 000 Tons erreicht. ‚Generaldirektor des Robur-Konzerns ist Herr Ing. Napoleon ‚Korzan, Vizedirektoren. die Herren Witold Mosiewiez und Creshaw Rac7zewebi usgesamt 1926; 4 Januar 1927, *701 Sebruar | 14123 März 35914 April 30899 ': Mai 91559 ‘ Juni A 34208 Juli . 72257 - August Ä 96972 September 105 897 Jktober 111415 November 100 567 Dezember 93 780 36 430 990 10497 .. 87198 8838 „. 82961 12550 .. 098464 20471 ‚„. 101370 27 631 119 190 23430 © 107638 36 281 108 538 46 960 143 932 54 496 160 393 53332 164 747 46 336 146 903 53 631 147 411 nsgesamt 1927: 1074 292 394453 1463745 Der schnell fortschreitende Ausbau des Hafens in 3dynia, für welchen die ‚Robur“ stets großes Interesse 1atte, bedingte die Sicherstellung eines dem entwicklungsfähigen Hafen entsprechenden Ladeplatzes. Dieses geschah im Mai laufenden Jahres, als die „Rozur“ laut Vertrag mit der Polnischen Regierung einer Kaiplatz erst von 400 Meter und später von 580 Meter Cailänge ‚auf die Dauer von 35 Jahren pachtete und #ine. neue Transport - Aktien - Gesellschaft ‚unter der zirma „Polskarob‘“ Polsko - Skandynawskie Towarzy-‚two Transportowe Sp. Akc. mit einem Aktienkapital ron Zt. 1.000.000,— gründete. Bald nach Unterzeichung ‚des Vertrages mit der Polnischen Regierung schritt man zur Bestellung der nötigen Anlage, und ‚war hat die Gesellschaft zwecks Ermöglichung des nechanischen Umschlags von Kohlen folgende Einrichungen erworben: 1..Zwei Portalkräne mit einer Tragfähigkeit von ’ To., die mit Greifern versehen sind. Die Kapazität ler Umladung mit diesen Kränen wird auf 100 To. pro itunde berechnet, 2. Eine Kipperkatzenbrücke. Die für Gdynia bestellte Kipperkatzenbrücke - „eistungsfähigkeit 400 To. .pro Stunde — wird die erste lieser Art sein und dient dazu, um Waggons in Seeschiffe zu entladen. Die Arbeitsart der Kipperkatzen-»rücke ist folgende: Auf der eisernen ‚Brücke, welche 3. Eisenbahngleise umfaßt, läuft auf einer Höhe von ca. '1O m ein Wagen, an den mit Ketten eine Plattform beestigt ist. Die Plattform kann auf jedem einzelnen jer 6 (ileise beliebig aufgestellt werden. Mit Hilfe aa — vumiemienieieni "RE EA iii sinn „POLSKAROB“ Polsko-Skandy-- Nawskie Towarzystwo Transportowe Sp. Akc.. Gdynia Polnisch-Skandinavische Transnort-Handelsgesellschaft m.b.H. Danzig, Brotbänkengasse din 43 Tel.: Speditionsabt. 131, Maklereiabt. 111 Telegramm-Adr.: „Polskarob“. Code: Scotts 10th. Ed., The Boe Code, Rudolf Mosse LLLL Spedition = Schiffsmaklerei = Schiffahrt BEE ER Kb a Vertreter der „Robur“ Interessengemeinschaft oberschlesischer Kohlengruben G. m. b. H., Kattowitz. Monatlicher Umschlag: ca. 175000 t. Kohlen SS. „Robur“ 1250 t. d. w. SS. „Robur II“ 2050 t. d. w. Reederei-Filiale in Stockholm: „Robur“ Rederi och Transport Aktiebolzget