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        <title>Die baltische Wirtschaft</title>
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Ce BO N a BA BR ER RR &amp; En “Ks 6. 6 BA . 5 2 BR m BR AO
; PC ES EA SE Ra VO RK E BF a MM N BE Da Kl BA &gt; Di I BE A .
SONDERBEILAGE ZUR AUSGABF
NO. 129 (v1. JAHRG). VOM 6. JUNI 19-.

'7T ION: FREIE /STADT‘ DANZIG
„;/} STADTGEBIET 12‘, / TELEFON 264 03
„VMINISTRATION: PFEFFERSTADT 1,,/ TELEFON 261 81

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DIE BALTISCHE WIRTSCHAFI'
ÜM
WS
Ein Rückblick auf die Entwicklung Polens
Lettlands und Estlands im Jahre 1927
        <pb n="2" />
        INH:
Seite 1: Polens: Finanzläge‘ im Jahre ; 1927; ‚von (Stefan „Starzyüski-
Polens Eisenhüttenindustrie ©
m War Sa, a ; SE TE dr
Die‘ polnischen Staatsgruben“in Oberschlesien“.
Die polnische: Zuckerindustrie im Jahre 1927 20,
Zntwicklung‘ des: polnischen. Kohlenexports ‚über‘ See
Der Danziger Hafen im: Jahre 192740 550
he“ International. Shipbuildiag "and. Engineering Co. Lta
Danziger Werft) : bi Ca 3 Y LU Sn ES Ti A N
„Weichsel“; Danziger Dampfschitfahrf u, Seebad-Gesellschaft
?olens. Handelsbeziehungen „mit den “skandinavischen: und
Jaltischen Ländern ml: UA
Die Wirtschaft in den Baltikumländern, von M.Krzyzaähkiewicz +
„eitländs Staatsfinanzen‘ (44
Seite: 7; Lettlands Aussenharidel nd‘ Transit im. Jahre 1927 A Sn
Seite‘ 8: Die Latvijas Banka im: Jahre‘ 19274 /LE 0
en AT ze f} $ er N ed 6 N X A Se Abe Pr SA SA A RS A Ha
Seite 9: Zstlands Wirtschaft / im Jahre 1927,“ (Ein. Überblick über
De sinige ‘bedeutende . Wirtschaftszweige) En
Seite 10: Die Währungsreform in Estland).
‚; Bank Handlowy' ww Warszawie, =.
HE Polens, Schiffahrtwösen.,. Se “% r A Xi en De
Seite 11; “Das, Flugwesen in. Polen. 4." 4140
Seite 12 bis 30; Inserate 4

Seite 2;
. Seite ' ; 3:

Seite X N Polens finanzwirtsehaftliche, Führer Be

Seite 2: TC : . ki Polens. Staatliche "Agrarbank‘ ; (Pastwowy Bank ‘Rolny)
Seite 3 u. A: j Polens Postsparkasse (Polska Kasa Oszezednosei)‘. A
Seite 3. 61. Polnischen Tabakmonopal (Pileki Mönopal Tyrukiowp
Seite 7 ul 8: A Das polnische Spiritusmonogol (Monöpol Spirytusowy
Seite 9 A . 10 : ; Polens‘ Salzmionopol (Pa Ästwowy "Monopol Soli)“ Ca
Seite A 1 u 2 Polens‘ Kurör te Pe

Seite 13 Bis 162 Inserate.
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        DIE BALTISCHE WiRTSCHAFT

Ein Rückblick auf die Entwicklung Polens
Lettlands und Estlands im Jahre 1927
Sonderbeilage zur Nr. 129 vom 6. Juni 1928 der „Baltiigen Dreifie“. Danzig.

a Dr N ER U a RM]

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mern ESSEN DE ES EN
POLENS FINANZLAGE IM JAHRE 1927
Von STEFAN STARZYNSKI

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S % er Fon A A
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© Ar

Als drittes -staatliches Kreditinstitut” Tet=te” Dol-
nische Postsparkasse (P. K. O.) zu erwähnen; Die
Summe der Einlagen in diesem Institut ist von 128,8
Millionen auf. 200,9 Millionen Zioty gestiegen, d. i. um
'2,1 Millionen Zloty oder 56 Prozent. Im Einzelnen er-
1öhten sich die Spareinlagen von 24,6 Millionen auf
57,6 Millionen Zioty, d. h. fast um dreimal, was ein
sprechender Beweis sowohl für die allgemeine Besse-
ung der Wirtschaftslage als auch für die Zunahme des
/ertrauens zum Staate ist... Der Saldo der Scheckkon-
en hatte eine Zunahme von 104,2 Millionen auf 133,3
Millionen Zioty (25 Prozent) erfahren. “

Es ist zu erwähnen, daß der langfristige Krectit,
ler für Polen eine besondere Bedeutung besitzt, im
‚ergangenen Jahre bedeutend gestiegen ist. Die. ge-
:aamte Erhöhung des langfristigen Kredits stellte sich
auf 601,0. Mültonen Zioty, was einer Verdreifachung
ıtspricht.

Das Jahr. 1927 gestaltete sich in finanziceHer Hin-
sicht für Polen. äußerst günstig. Die. fortschreitende
Entwicklung der Finanzen: des polnischen Staates hat
es mit sich gebracht, daß. die bisher Polen gegenüber
eine gewisse Zurückhaltung ausübende Finanzwelt ihre
Aufmerksamkeit nunmehr. auf die Republik gelenkt hat,
in der Absicht mit ihr in normale finanzielle Beziehun-
gen zu treten, die der Bedeutung Polens in Europa
Rechnung tragen. Als das weitragendste Ereignis auf
finanziellem Gebiet dürfte im Jahre 1927 zweifels-
ohne der von der polnischen Regierung getätigte‘ Ab-
schluß der Auslandsanleihe bezeichnet werden, welche
die Garantierung der durch. eigene Kräfte erlangten
Stabilisierung der ‚polnischen Valuta sowie die Eröff-
nung der. bisher verschlossenen: Möglichkeiten für eine
10rmale Zusammenarbeit des internationalen Kapitals
mit dem polnischen Markt zum Ziele hat.

Die‘ günstige: wirtschaftliche Entwicklung Polens
ermöglichte im Jahre 1927 eine erhebliche Erhöhung
des staatlichen Budgets gegenüber dem Vorjahre. Die
zesamten Einnahmen des polnischen Staates: sind von
1 930,4 Millionen Zioty auf 2 797,4 Millionen Zloty ge-
stiegen; das ist um 45 Prozent, wobei die rein budge-
läreir Einkünfte eine Zunahme um 34 Prozent, nämlich
von 1.895,2..Millionen auf. 2 545.0. Millionen. Zloty.
erfahren haben. ® gm

. Die Rubrik der Einkünfte aus der Emission des
Papierkleingeldes, welche. infolge der Wirtschaft vor
dem Mai 1926 noch beibehalten werden mußte, ist im
Jahre. 1927 vonder Einnahmenseite vollständig. ver-
schwunden.-. Anstatt dessen figuriert in Jahre 1927
auf der Ausgabenseite die Position des Auskaufs von
Papierkleingeld, da ‚nämlich die polnische Regierung
den Ueberschuß ‚an diesem Gelde im Einklang mit dem
Stabilisierungsplane etappenweise aus ‚dem Verkehr
zicht..

Gleichzeitig mit der Zunahme der Staatseinkünfte
sind auch die Ausgaben, allerdings unter Beibehaltung
der für die Festigung der staatlichen Reserven un-
entbehrlichen. Ueberschüsse, gestiegen. Eine Analyse
der Ausgaben läßt die Feststellung zu, daß die Besse-
rung der budgetären Lage die Erhöhung der Investi-
tionsausgaben ermöglicht hat. Die günstige .Finanz-
lage des ‚polnischen Staates im Jahre 1927 hatte zul
Folge, daß der Ueberschuß der Finanzfonds, welcheı
zu Beginn des Jahres‘ 196,7 Millionen Ztoty betrug,
gegen Ende des Jahres um‘ 180 Prozent gestiegen ist
und die. ansehnliche Höhe von 550,1 Millionen Zloty
erreicht hat. Diese günstige Erscheinung ist in hohem
Maße auf den Ueberschuß der: Budgeteinnahmen über
die Ausgaben, der 276,2 Millionen Zloty betrug, zurück-
zuführen; der Rest setzt sich aus den Einkünften aus
der Stabilisierungsanleihe zusammen.

Von der Besserung der Geldlage in Polen zeugt u
a. die Steigerung des Geldumlaufs um 28 Prozent so-
wie ferner die bedeutende Besserung des Verhältnisses
zwischen den Banknoten der Bank Polski einerseits
und andererseits dem Papierkleingeld und Hartgeld
das vom Staatsschatz emittiert worden‘ ist.

‚Die Zunahme des Geldumlaufs in Verbindung mit
der gesundeten Zusammensetzung dieses Umlauts
zeugt von einer günstigen Entwicklung der Tätigkeit
der Bank Polski. Vergleichen wir die Bruttobilanzen
der. Bank Pokki vom 31. 12. 26 (welche gemäß dem
neuen Statut unter Berücksichtigung des wirklichen
Wertes des Metall- und Valutavorrats in Umlaufzioty
umgerechnet wurde) und vom 31. 12. 27, so müssen
wir vor allem feststellen, daß ‘die Bilanzsumme fast
um das Doppelte, nämlich von 1051,8 Millionen auf
2.078,7 Millionen Zloty gestiegen ist. Auch die Kredit-
jätigkeit der Bank Polski konnte im Jahre 1927 .‚be-
deutend erweitert werden. Als Maßstab der gebesser-
ten Kreditlage kann vor allem die Höhe - des Diskont-
satzes gelten, der im Laufe des Berichtsjahres von 9%
Prozent auf 9 Prozent im Februar, auf 8% Prozent im
Möro und auf &amp; Dratent im Mai ermäßiot worden ist

Seit dieser Zeit hat. der Diskontsatz der Bank. Polski
cxeine Aenderung erfahren,

Den staatlichen. Banken‘ in Polen kommt mit
dücksicht darauf, daß die Bedeutung des staatlichen
Credits trotz des allgemeinen Kreditaufbaus sehr groß
st, eine besondere Bedeutung zu. Die Bilanzsumme
ier Bank . Gospodarstwa Krajowego‘ (Landeswirt-
;chaftsbank). ist.von 769 Millionen auf 1334 Millionen
7toty gestiegen, während die langfristigen Anleihen in
Mandbriefen und Obligationen im Laufe des Jahres um
69,7 Millionen. (von 169,8 Millionen auf 393,5 Millio-
ıen) zugenommen haben. Die Emissionstätigkeit deı
3ank Gospodarstwa Krajowego ist mithin im Laufe
les Berichtsjahres verdoppelt. worden, wobei die Er-
1öhung insbesondere in das zweite Berichtsjahr fällt.

: In ähnlich günstiger Weise entwickelte sich. die
&gt;anstwowy Bank Rolny (Staatliche Agrarbank), deren
3ilanzsumme im Laufe des Jahres 1927 um über drei-
nal von 93,2 Millionen auf 303,4 Millionen Zioty und
‚usammen mit den administr. Fonds auf 424,0
‘Aillionen.. Zioty gestiegen ist... Der langfristige Kredil
vurde in der Panstwowy Bank Rolny erst im Jahre
926 aufgenommen, sodaß. hier die Steigerung um 12
nal, nämlich von 4,5 Millionen auf 41,4 Millionen
"toty besonders in die Augen fällt... x

Wie aus obigem ersichtlich ist, hat sich also die
Finanzlage Polens im Jahre 1927 wesentlich gebessert.
m Zusammenhang damit ist das Vertrauen der Finanz-
welt zu Polen: auf dem europäischen und amerika
schen Markt in hohem Maße gestiegen, Diese Tat-
sache findet ihren Ausdruck in den Verhandlungen der
»olnischen Städte, der wirtschaftlichen Organisatimen
und .der einzelnen Unternehmen über weitere Auslinds-
ınleihen sowie. in. dem Zufluß neuen fremden. Kapitals
ı1ach Polen.
WEN
POLENS EISENHUETTENINDUSTRIE

In dem Maße, in dem das Wirtschaftsleben in Po-
en zu den normalen Entwicklungsbedingungen zurück-
ehrt, läßt - sich auch eine bedeutende Besserung aul
ıllen Gebieten dieses Wirtschaftsiebens . beobachten
Zesonders deutlich tritt diese Erscheinung in der
Zisenhüttenindustrie zutage, deren rapide Entwicklung
yereits 1926 begann und insbesondere dank der Nor-
nierung der. wirtschaftlichen Verhältnisse in Polen das
sanze Jahr 1927 hindurch bis auf den heutigen Tag
inhielt.. Wie‘ bekannt sein dürfte, arbeitet die . pol-
sche Eisenhüttenindustrie zum größten Teil (80 Pro-
ent) für. den Inlandsmarkt. Sie ist demnach voll-
tändig von.dem Verbrauch im Inlande, dessen Höhe
\isher noch viel zu wünschen übrig ließ, , abhängig

Ein deutlicher. Umschwung zum Besseren erfolgte
m. vergangenen Jahre, als nach über 2 Jahren voll
;tändigen wirtschaftlichen Stillstands in Polen eine
sewisse Besserung in der Bauindustrie und metallver-
wbeitenden Industrie eintrat, die Investierungen im
3jsenbahnwesen begannen und im Zusammenhang da-
nit der Eisenverbrauch im Inlande zunahm. . Noch im
ahre 1926 betrug der Eisenverbrauch in Polen kaum
21,6 kg. pro Kopf der Bevölkerung, 1927 dagegen
’ereits 30,8 kg. .

Wenn die Entwicklung des Wirtschaftslebens in
&gt;olen weiter. in dem Tempo vorwärtsschreiten wird,
vie heute, dann wird die Produktion der polnischen
lüttenindustrie schon in kurzer Zeit die Höhe des
ahres 19*3 erreichen. Nachstehend lassen wir eine
"abelle folgen, welche die Produktion der polnischen
Tütten in den Nachkriegsjahren verglichen mit dem
ahre 1913 illustriert: ,

Hochöfen Stahlwerke Walzwerke

Tonnen % Tonnen .% Tonnen %
1913 1031123 100,0 1660522 100,0 1198524 100,0
«922 480125 46,6 1007488 60,7 747617 62/4
1923 519635 50,4 1132306 68,2 2777460 64,5
1924 334451 324 682410. 41,1 470859 39,3
“925 314564 30,5 2782243 47,1 2585834 48,9
926 327471 31,7 788078 47,4 562068 46,9
927 617432 590 1246223 750 922753 76,8

lem die Eisenindustrie Polens nach dem 2 Jahr datern-
len -Rückgang sich wieder von Neuen zu entwickeln be-
yann. ‘Diese Entwicklung tritt insbesondere im Jahre
‚927 in Erscheinung. Im März d. J. gestaltete sich die
&gt;roduktion der polnischen . Eisenhüttenindustrie im
Vergleich mit dem Jahre 1913 in. Prozenten ausge-
{rückt folgendermassen:
Hochöfen. . 67,6 Prozent .
Stahlwerke ; 85,5 Prozent
©  Walzwerke . 95,5 Prozent

. Produktion der Eisenhütten in Tonnen:
Monatsdurch- Roheisen Gußstahl Walzerzeug-

&gt;. schnitt nisse”
1913 85.927 138.376 99.877
1922 40.010 83.957 62.301
1923 43.303 94.359 64.758
1924 27.871 56.867 39.238
1925 26.214 65.673 48.820
1926 27.289 . 65.188 46.839
1927 51.451 103.706 72.912.
1928 Januar 59.105 104.285 69.881
‚928 Februar 54.507 102.382 80.736
928 März 58.124 118.351 95.042
Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Produk-
ionsziffern der nächsten Monate des laufenden Jahres
ıoch günstiger ausfallen werden, zumal die erwar-
ete bedeutende Belebung der Baubewegung zur Stei-
zerung des Bedarfs sowohl seitens der Regierung als
uch der Selbstverwaltungen und Privatkreise bei
ragen dürfte. Eine günstige Konjunktur für die
Jüttenindustrie auch für die Zukunft versprechen ” die
rveplanten Investierungen der Regierung, wie. Bau und
Ausbesserung der Brücken, Erweiterung des Eisen-
yahnnetzes, Hafenbau etc. So gestaltet sich die Lage
uf .dem Innenmarkt, Wenden wir uns jetzt dem Aus-
andsmarkt zu.

Der ausländische Eisenmarkt ist für die polnische
Hsenindustrie ein Terrain des Kampfes mit den In-
lustrien der benachbarten Länder, welche sich um {je-
len Preis bemühen, der polnischen Hüttenindustrie das
/erkaufsrecht insbesondere in denjenigen Ländern
streitig zu machen, die infolge ihrer geographischen
Lage sich als Absatzmärkte für Polen am besten eignen.

Wie aus obiger Zusammenstellung hervorgeht,
allen die Jahre 1926 und 1927 in den Zeitabschnitt. ir
        <pb n="4" />
        Wir denken hier an die Märkte ulganlenS, Jugosia- edle A denjenigen Staaten zu konkurrieren, ‚welche
wiens, Rußlands, Rumäniens und Deutschlands, : r die Ausfuhr nach den natürlichen europäischen
‚ Von diesen Märkten ist der russische am wenigsten Märkten erschweren, ;
bedroht, Jedoch gestatten die dort herrschenden Die Zahl der Länder, welche das polnische Eisen
Verhältnisse Polen noch nicht, sich mit der Gewinnung größeren Mengen importieren, beträgt 25. Zu die-
jieses Marktes ernstlich zu befassen. „Der deutsche ‚en Ländern gehören u. a.: Oesterreich, die Czechor!-
Markt ist den Erzeugnissen der polnischen Eisen- ‚kei Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, Lettland, Bul-
industrie schon seit längerer Zeit verschlossen, und es ‚arien, Italien, Dänemark, Schweden, die Schweiz,
ist schwer vorauszusagen, wann: diese Blockade, die olHand, England, Litauen, Finnland, Deutschland und
schon fast drei Jahre dauert, aufgcheben aha NE Zußland. . .
Es muß erwähnt werden, daß die Ausfuhr der polni- . . N .
schen Hüttenerzeugnisse nach Deutschland, obwohl sie hg Ban tnbegn Kindern Sind als die
Bur EINEN SEHEN Prozentsatz br Er aan . der inien, China, Britisch-Indien, Chile, Columbien And
deutschen Hüttenindustrie ausmac en Roll AS a deru zu nennen. Hauptausfuhrartikel der polnischen
der Gesamtausfuhr Polens eine große Rolle  Spielf. enindustrie sind: Eisenbahnschienen, . Handels-
Die Ausfuhr. polnischer Walzerzeugnisse nach Deutsch- asen, Blech sowie Eisen. und Stahlröhren.
land schwankte in den Jahren 1922, 1924 und 1925 7*"% 16 Eısen- u ; .
um ca. 245.000 t jährlich. Die übrigen Märkte, von in engem Zusammenhang mit der Frage des Ex-
denen oben die Rede war, bilden den Stein des An- orts der polnischen Eisenindustrie steht der Beitriti
stoßes zwischen den Hüttenindustrien Polens, Oester- Dolens zum internationalen Stahlkartell. Die Verhand-
reichs, der Czechoslowakei und Ungarns. Diese Un- ungen in dieser Angelegenheit, die bereits. über ein
einigkeit ist auf die falsche Auffassung der polnischen ahr im Gange sind, haben bisher noch keine positiver
£xpansion durch die czechoslowakischen Hütten, die rgebnisse gezeitigt, weil die von dem Kartell gestell
an dem uneingeschränkten Zutritt zu diesen Märkten en Beitrittsbedingungen für Polen nicht annehmbat
am Men Interessiert ve ENDE % Ent au DI Et ara N sich vor
Es darf jedoch die Hoffnung ausgesprochen .wer- er weitragenden Bedeutung der‘ Verständigung . au
den, daß le Frage der Balkanmärkte Eder Zukunf‘ virtschaftlichem Gebiet vollkommen bewußt. Auch
ohne: besondere Opfer für irgendeinen der Konkurren: ünscht sie sich daran aktiv zu beteiligen. In diesem
ten gelöst werden wird. Die oben geschilderte schwie- ‘alle aber -lassen das: Wirtschaftsinteresse Polens und
rige Lage auf den Polen am nächsten ‚gelegenen und lie Existenz der Eisenindustrie den polnischen Hütter
somit natürlichen. Absatzmärkten ‚hatte zur Folge, daß lie Annahme der von dem Kartell diktierten Bedingun-
die polnische Eisenhüttenindustrie seit. längerer‘ Zeit en, welche, wie es. ‚scheint, nur auf die falsche ‚Auf-
gezwungen ist, den Ueberschuß ihrer Produktion nack assung über die Zwecke und. Bedürfnisse . der - pol
den Ueberseeländern. zu exportieren und-dort. erfolg- ischen Eisenhütten zurückzuführen. sind, nicht zu.
Die Entwicklung des polnischen: Kohlenexports
wird zurzeit nicht nır von den unmittelbar Beteiligter
mit wachsendem Interesse verfolgt, sondern gewinn!
darüber hinaus in wirtschafts-politischer Hinsicht all.
nämlich eine Bedeutung,“ welche die Aufmerksamkeit
weitester Kreise auf diesen Zweig der polnischen Aus-
fuhr lenkt. . Der Widerhall, der beispielsweise in letzter
Zeit aus englischen Fachblättern über diesen oder
jener Erfolg der polnischen Kohle herüberdringt und
im Unterton meistens eine‘ nur schlecht verhehlte Ver:
stimmung‘ über‘ die deuerstandene rührige. Konkurrehz
zeigt, beweist mehr als alle anderen Tatsachen, daß
die polnische Kohle im Wettbewerb um die Märkte
als sehr ernst zu nehmender Konkurrent: zu bewerten
ist. B »
Soweit auf der einen Seite das Faktum.des pol-
nischen Kohlenexports bekannt ist, so wenig weiß
andererseits im ‚allgemeinen selbst der Fachmann über
Wesen und Struktur der einzelnen polnischen Kohlen-
produzenten, .
Die „Baltische Presse“ hat bereits verschiedent-
lich in. ihren Spalten Stimmen über Kohlenexport-Fra-
gen zu Wort kommen lassen, aus der Erwägung. her:
aus, durch öffentliche Erörterung und Behandlung der-
artiger Themen das allgemeine Verständnis in dieset
Beziehung zu fördern. In diesem Sinne soll es Zweck
und Aufgabe der folgenden Ausführungen sein, auf
sinen Kohlenproduzenten hinzuweisen, welcher zu den
bedeutendsten ‘Polens zählt, nämlich die polnischen
Staatsgruben in Oberschlesien.
Die Gesamtgröße des fiskalischen Besitzes ar
Steinkohlenfeldern in dem oberschiesischen Teile deı
Wojewodschaft Schlesien beträgt 35.320 ha. Der
Kohlenvorrat auf diesem Terrain wird auf 9 Milliarden
Tonnen geschätzt. Der überwiegende Teil der Stein
kohlendistrikte liegt in einem zusammenhängende
Komplex bei Rybnik und ist bisher bergbaulich noch
nicht erschlossen. . Der Abbau beschränkt sich zurzeii
auf 3 Bergwerke, und. zwar Krölewska-Huta, Grube
„Kröl“ früher „König“, „Bielszowice‘“, früher „Rhein-
baben‘“ sowie „Knurow“ und erfolgt durch die Pacht-
gesellschaft, die „Polskie Kopalnie Skarbowe na Gör-
aym Slasku, Spötka Dzierzawna, Spölka Akcyjina w
Katowicach — Societ&amp; Fermiere des Mines Fiscales de
FEtat Polonais ein Haute-Sil&amp;sie, Societ&amp; Anonyme a
Katowice‘“ mit dem Sitz in Krölewska-Huta, nach ihrer
Drahtanschrift im Verkehr kurz „Skarboferme‘“ ge-
mannt, an welcher der Polnische Staat und französi-
sches "Privatkapital zu gleichen Teilen partizipieren.
= Mit einer Jahresförderung von circa 3 Millionen
Torinen steht die „Skarboferme‘“ an der Spitze alleı
oberschlesischen Kohlenproduzenten und erreicht unge-
fähr 11 Prozent der Gesamtproduktion des ’©oberschle-
sischen Steinkohlenreviers. Die Grube „Kr61“
(König),.seit mehr als 125 Jahren im Betrieb, besteht
aus 4 selbständigen Schachtanlagen, dem Ost-,
West-, Süd- und Nordfeld, und ist die größte Polens:
Die Anlagen auf „Bielszowice‘“ (Rheinbaben) und
„Knuröw‘“ sind-dagegen jüngeren Datums. Der letzt-
genannten Grube ist eine Kokerei angeschlossen, die
mit 240 Koksöfen und einer jährlichen Produktion von
circa 4 Millionen Tonnen Hüttenkokses, die größte
Koksanstalt Polens ist. Die Kokerei besitzt eine voll

die Qualität sämtlich unter der Markenklasse Ja und
sind durchweg von anerkannter Güte.‘ Während die
Iruben „Kröl“ und „Belszowice‘“ teils Flamm- teils
Jaskohlen liefern, fördert „Knuröw“‘“ ausschließlich ein
aochwertiges Gaskohlen-Material.

Im Gegensatz zu. . verschiedenen , anderen .. ober-
Chlesischen Produzenten vertreibt die „Skarboferme“*
hre Erzeugnisse in eigener Regie, Der Absatz der ge-
örderten Mengen vollzieht sich abgesehen vom Inland
nach den. verschiedentlichsten Verbrauchsländern, wie
Desterreich, Czechosiowakei;, Ungarn, Rumänien,
!talien usw. Als mit. dem Ausfall Deutschlands ‚als Ab-
ı1ehmer die polnische Kohle, andere Wege suchte .und
m Ueberseexport fand, befanden sich unter den ersten
Verschiffungen über Danzig nach den neuen Absatz-
närkten Ladungen der Skarboferme. Seit diesem Zeit-
yunkt hat die Ausfuhr polnischer Kohle über See einen
Aufschwung. genommen, der die -kühiusten Hoffnungen
n den Schatten gestellt hat. Im Verhältnis zu ihrer
Produktion hat die „Skarboferme‘“ an dieser Entwick-
ung einen bedeutenden Anteil.

Mit dem Anwachsen des Exportgeschäfts und aus
ler Notwendigkeit, die Bearbeitung sämtlicher mit der
/erschiffung der Ladungen. .im Zusammenhang stehen-
lien Fragen zusammenzufassen, machte sich das .Be-
Jürfnis nach einer. eigenen zentralen Abwicklungsstelle
dringend geltend. . Zu diesem Zweck rief die „Skarbo-
'jerme“ im Anfang ‚des Jahres 1926. eine eigene
Niederlassung in Danzig unter dem Namen „Skarbo-
pol“ Kohlenvertrieb aus. polnisch-fiskalischen Gruben
n: Oberschlesien —— Spfzedaz wegla z Polskich Kopalrı
Skarbowych na Görnym Slasku, Gesellschaft m; b. H.
in Danzig, ins Leben, welche Firma seitdem die Gene-
'alvertretung‘ für den gesamten Ueberseeversand der
‚Skarboferme‘“ ist. Im dieser Eigenschaft fertigt die
‚Skarbopol“ sämtliche‘ zur Verschiffüng * bestinmten
Fransporte der‘ „Skarboferme* über Danzig und Gdy-
Na ab, Die täglich wechselnde Lage erfordert ständige
7ühlungnahme mit .den in Frage kommenden Behörden
‚on: Eisenbahn und Hafenverwaltungen; um die, wich-
ige Frage der Verschiffungstermine im direkten  Ver-
sehr. mit. dem Befrachtern zu regeln, bezw. deren
Wünsche: mit den‘ aus’ dem Verhältnissen‘ gegebenen
Möglichkeiten in Einklang zu bringen,‘ Daneben wird
lie Vermittlung‘ und Befrachtung von Schiffsraum’ für
jgene und Rechnung der Kunden durchgeführt,‘ ” *

Die Umschlagsarbeiten‘ selbst werden sowohl in
3dynia als auch in Danzig durch besondere Speditions-
irmen ausgeführt, wobei die Skarbopol die‘ Aufsicht
md Kontrolle atsübt.‘ Es werden hierbei in Danzig
ı1eben einer * "polnischen: "Speditionsgesellschaft * auch
ılteingesesserne Stauereien‘ berücksichtigt,” deren jahre-
ange-Erfahrung im Umschlag‘ von Massengütern: eine
jachgemäße Ausführung verbürgt. In der Regel erfolgt
ler Umschlag der Ladungen an öffentlichen Kaistellen,
ür besondere Fälle werden auch private Umschlags-
ınlagen hinzugezogen. +.

Zır den Aufgaben der „Skarbopol“ gehört schließ-
ich die Wahrnehmung der Interessen der „Skarbo-
ierme‘ im Gebiet der Freien Stadt Danzig, wo. sich die
Skarboferme. eines ausgedehnten Kundenkreises jn
Aandel und Industrie erfreut.
DIE POLNISCHE ZUCKERINDUSTRIE IM JAHRE 1927

Oktober
November
Dezember
Januar
Februar
März
April

Mai ;
Juni

Juli ;
August
September

1925/26 1926/27 + 1927/28
18 763 20983 ‘* 27058
21400 :. 34 165 27 341
27010 - 21172 32 208
20776 "29742 24 659
15 399 17 436 26 689
24 551 22 542 37210
20 040 26605 mm
26 417 24990 175255
16 405 26 098
31742 32255
21 228 ‘30 132
23 524 22 940

267-255 309 061

1923 140482 ha

1924 168 347 ,, '
1925 173950 „
1926 . 180452

1927 198632

Wenn dieser Zuwachs im Jahre 1927, wie man
ieht, gegen 1926 — 10 v. H. betrug, so kam er in der
irzeugungsziffer des polnischen Zuckers nicht zum
\usdruck. . Die Erzeugung der Betriebszeit 1926/27 er-
‘ab von einer Anbaufläche von 180 452 ha eine Zucker-
)roduktion in Höhe von 5020 883 q, während das Er-
‚ebnis der nächsten Kampagne bei der um ®.Prozeni
rrößeren Anbaufläche nach neusten amtlichen Erhe-
ungen fast dasselbe blieb, nämlich eine Erzeugung
ron 5046552 q zeitigte. Bemerkenswert ist dabei
laß das Erzeugungsresultat beider genannten Betriebs-
‚erioden trotz des wachsenden Anbauareals kleiner aus-
ijel, als die Erzeugung des Jahres 1925/26, die sick
uf 5 180 092 q stellte. Der Grund dieser Erscheinung
ind die Verheerungen, die sowohl 1926 wie 1927 der
tübenschädling verursacht hat, der, Cercospora Beti-
‘°ola genannt, in den letzten Jahren die Rübenbauer- und
Zuckerkreise fast ganz Europas in Erregung versetzi
at.

Der erfreuliche stete Zuwachs des Verbrauchs ist
#inerseits dem zunehmenden "allgemeinen Volkswohl-
;tand,. andererseits einer intensiv betriebenen Propa-
zanda der Zentralstellen der polnischen Zuckerindustrie
:uzuschreiben. Da der Verbrauch aber immer noch im
Vergleich mit anderen Ländern recht spärlich ist (gegen
iO kg jährlich pro Kopf der Bevölkerung), So ist bei
‚einem weiteren Zunehmen für die Zukunft mit einer
steten und erheblichen Besserung auf diesem Gebiete
zu rechnen. ;

- Erklärlich ist, daß bei der Minderung oder wenig-
;tens dem Stillstand: der ‚Erzeugung * einerseits, dem
steten: Emporwachsen des Inlandsverbrauchs anderer-
seits, der Exportüberschuß in den letzten jahren eine
ühlbar sinkende Tendenz aufweist. Betrug die Aus-
uhrmenge des polnischen Zuckers in der Betriebszeit
1926/26 noch 236 202 Tonnen (in Weißwert), so sank
ie 1926/27 auf 203 256 Tonnen und wird für die Jau-
ende Betriebsperiode 142000 Tonnen nicht über-
:teigen,.

Dagegen trat während (dieses Zeitabschnitts ein
teter Zuwachs des Inlandskonsums, an Zucker zutage,
ler aus dem folgenden Verzeichnis ersichtlich ist (ir
"onnen Weißwert):
        <pb n="5" />
        Betrachtet man die polnische Zuckeraustuhr in
4inblick auf Zuckerarten und Abnehmerländer, so läßt
sich nach amtlichen Angaben für das Kalenderjahr 1927
um Vergleich zu 1926 folgendes Bild zusammenstellen:

Die Ausfuhr an Rohzucker betrug ‘in Doppel-
zentnern:

Bestimmungsiand 1927 1926
England 325 941 145 958
Belgien 8 502 -
Frankreich 44 773 70 844
Holland 282 492 174 770
Deutschland 117 288 100 481
Schweden 421 041 265 006
lHalien 14 827 —
Verschiedene Länder 7313 95 964

Sa. 1222267 1 153 022

Die Ausfuhr an Weißkristall stellte sich in Doppel-

‚entner auf:
Bestimmungsland

Zngland

Dänemark

Finnland .

Frankreich

Freistadt Danzir

Holland

Lettland

Deutschland

Norwegen

Schweden

Brit. Indien

Verschiedene Länder

_itauen ; 1 789 u
Lettland ; 325 9 298
Deutschland 134 1 955
Norwegen ; 3 ; —
Rußland 7332 1 840
Schweden 200 —
Verschiedene Länder 3111 27 992
Sa. 15381 75 831.
Man sieht, daß in den letzten beiden Kalenderjahren
ıls Rohzuckerabnehmer England, Holland, Schweder
ınd Deutschland dominierend . waren, Weißzucker
außer nach England, Britisch-Indien und Deutschland
n ansehnlichen Mengen auch nach den baltischen Staa-
jen. (Finnland, Lettland) ging, in Raffinadezucker vor
den letzteren auch Litauen noch Abnehmer war,
Betrachtet man den polnischen Zuckerexport nach
Jen baltischen Ländern im Rahmen der einzelnen Be-
'riebsjahre, so ist erfreulicherweise ein immer engereı
Handelskontakt zwischen der polnischen Zuckerindu-
ztrie und den einzelnen Staaten des Bältikums zu unter-
streichen, insofern, als diese Staaten: zu steten, regel-
näßigen Abnehmern polnischen Zuckers geworden
ind. Die in den letzten Jahren mit der Minderung des
‚olnischen Gesamtzuckerexports sich verkleinernden
Ausfuhrmengen tun dieser Tatsache keinen Abbruch,
Es wurden ausgeführt in Tonnen Weißwert nach‘
Bestimmungs-
land 1922/23 1923/24 1924/25 1925/26 1926/27
Estland — 400 293 8228 2914
Finnland 4400 4000 2400 20791 17510
Lettland 1740 5908 5529 14044 4381
Litauen v— — 60 1823 1031

Kaloriengehalt, ihren sonstigen guten Eigenschaften sSo-
wie der leichten Brennbarkeit zuzuschreiben ist, Dies
bewirkt auch, daß der Effekt der polnischen (ober-
schlesischen) Kohle z. B. unter den Kesseln um einige
Prozent größer ist, als derjenige der westfälischen
Kohle, wie das die vor dem Kriege durch die deutsche
Admiralität peinlich genau durchgeführten Versuche er-
geben haben. Viel haben wir ebenfalls den vortreiflichen
‘echnischen Einrichtungen aut den polnischen Gruben
‘nsbesondere den neuzeitlich eingerichteten Separatio-
sen zu verdanken, dank welchen die Kohle in 7 bis 8
verschiedenen‘ und hinsichtlich der Korngröße sehr
sleichmäßigen Sortimenten zum Versand gelangt, was
lie polnischen Kohlenprodukte von den. englischen
Marken large oder smalls so ‚vorteilhaft unterscheidet.

Die Erringung der nordischen Märkte war jedoch
ron gewissen wirtschaftlichen Vorbedingungen abhän-
vig, die zu Gunsten der polnischen Kohle und gegen die
inglisch-deutsche Konkurrenz wirkten. Unter den drei
Jauptkonkurrenten auf den europäischen Kohlenmärk-
en und zwar England, Deutschland und Polen besitzt
etzteres die niedrigsten Unterhaltungskosten, was: bei
Jem allgemein niedrigen Lebensstandard der Arbeiter-
nasse bewirkt, daß es auch die niedrigsten Arbeits-
costen von den drei Ländern aufweist. Dies ist die
srundsätzliche Bedingung,” welche entscheidend die
Selbstkosten der Kohlenförderung als auch gleichfalls
jes Eisenbahntransports ab Grube bis zum Hafen be-
ınflußt.

Vorzügliche. geologische Bedingungen und zwar
seringe Teutiefe, regelmäßige Lagerung der Kohlen-
1öze und Haltbarkeit des Terrains, daneben ein gut
usgebildetes Personal sowie neuzeitliche Einrichtun-
gen bewirken, daß die Leistung des Arbeiters pro
Schicht auf den polnischen Gruben bedeutend höher ist
als in England und im Ruhrgebiet, was nachstehende
Zusammenstellung veranschaulicht:

‚Polnisch-Oberschlesien 1408 kg April 1928, Ruhr-
gebiet 1162 kg Januar 1928, Northumeberland 1106 kg
IH. Quartal 1927,

Das Resultat dieser Bedingungen ist die Tatsache,
1aß die polnischen Gruben die niedrigsten Produk-
jonsselbstkosten besitzen und trotz der beträchtlichen
Entfernung von den Seehäten. ihre Kohlenprodukte
auf den Ueberseemärkten billiger verkaufen können, als
ihre Konkurrenten.

Auf Grund obiger Feststellungen dürfen wir be-
ıaupten, daß die Expansion der polnischen Kohle nach
jen baltischen und skandinavischen Ländern‘ keine
rorübergehende Erscheinung bildet, sondern der ‘ tat-
‚ächlichen Dynamik der Konkurrenzkräfte der Kohlen-
ndustrien. entspricht und sich auf die solidesten Grund-

agen stützt, was ihr die allerbeste weiteree Entwick-
ung für die Zukunft sichert,

1926
335 052
18 243
102 373
177 310
1 160
547 91 268
305 83 084
340 92 986
798 25 184
293516 —
35 010 73 616
57 958 155 834
Sa. 569065 1 156 110
Der Raftinadeexport ergab in Doppelzentnern:
Bestimmungsland 1927 1926
England — 7 096
Dänemark‘ 2187 —
Finnland 300 10 588
Frankreich —  / 17 162

Im Laufe des Jahres 1927 trat die polnische
Zuckerindustrie der in Wien unter der Leitung von Dr
Mikusch gegründeten Internationalen Vereinignug fült
Zuckerstatistik bei, zu Ende des Jahres dagegen nahm
;ie teil an den von Cuba angeregten internationalen Be-
;prechungen, die die Gesundung des Weltzucker-
nNnarktes zum Ziele haben.
ENTWICKLUNG DES POLNISCHEN 1
KOHLENEXPORTS UEBER SEE
Um sich die tatsächliche Entwicklung des Exports
der polnischen Kohle über See entsprechend zu ver-
zegenwärtigen, genügt es, die Statistik der Kohlenver-
(adungen in den polnischen Häfen zu betrachten und
4ie durchschnittlichen Monatsverladungen, vom Jahre
1925 beginnend, miteinander zu vergleichen.

Durchschnittliche Monatsverladungen in den Häfen
in Tonnen:

Danzig: Gdynla: Teczew: insgesamt
(. Halbjahr 1925 3770 — in 3770
% n 1925 120879 6205 — 127 084
L. ” 1926 224 330 29 830 5500 259 660
X „ 1926 228 170 35500 57500*) 381 170
1. 1927 314570 54113 10916 379599
2. # 1927 360 938 92660 14734 468332
Jantar 1928 417000 104000 a 521 000
April 1928 401000 136000 —— 537 000

*) einschließlich des Umschlags in den Weichselhäfen
während des englischen Bergarbeiterstreiks,

Mit Nult im Jahre 1925 anfangend , überschreitet
gegenwärtig der See-Export jährlich 6 Millionen Ton-
ıen, was im allgemeinen etwa 13 Prozent der Auf-
nahmefähigkeit der auf dem Seewege versorgten CUr0-
päischen Kohlenmärkte entspricht und im besonderen
über 40 Prozent der Aufnahmefähigkeit der nordischen
Kohlenmärkte bedeutet. ; .

Vielleicht nochimehr als diese allgemeinen Zahlen
dürften die Ziffern der nach den einzelnen, insbesondere

skandinavischen und baltischen Ländern exportierten
Mengen die Bedeutung der Expansion des polnischer
Koahlenexpoarts (iiber See unterstreichen.

ür die Einfuhr polnischer Kohle schloß, wodurch die
Iruben einen Monatsabsatz von 500000 To. eit-
üßten.

Es ist offensichtlich, daß dieser von Polen erzielte
Zrfolg in erster Linie den natürlichen Vorzügen der
Zohle selbst und zwar ihrer Sauberkeit, ihrem hohen
DER DANZIGER HAFEN IM JAHRE 1927

Das abgelaufene Jahr hat eine große Bedeutung
ür die Entwicklung des Danziger Hafens gehabt, Es
var ein Wendejahr in der Entwicklung des Hafenver-
cehrs. Obwohl der Schiffsverkehr sich nur um 15
Prozent gegenüber dem Jahre 1926 vergrößerte, wäh-
‚end der Schiffsverkehr des Jahres 1926 sich gegen-
iber dem Vorjahre (1925) um 83 Prozent Vver-
srößert hat, bedeuten diese 15 Prozent für die Ent-
vicklung des Danziger Hafens bedeutend mehr als die
rergrößerung des Schiffsverkehrs im Jahre 1926. Das
ahr 1926 war infolge des englischen Streiks ein
&lt;onjunkturjahr für sämtliche kontinentale Häfen. So-
‚ar‘ diejenigen Häfen, die von. dem oberschlesischen
(ohlengebiet ziemlich weit entfernt liegen, wie z. B
Königsberg und Riga, zeigten im Jahre . 1926 eine
‚roße Steigerung der Ausfuhr. Viele Berichte über die
Intwicklung des Verkehrs im Danziger Hafen im Jahre
926 betrachteten die Steigerung des Verkehrs als
ıtwas zeitweiliges, und sagten einen Rückgang des
/erkehrs im folgenden Jahre voratıs. Die Wirklichkeit
1at aber diese Voraussagungen nicht bestätigt und
lie Steigerung des Verkehrs im Jahre 1927 hat be-
wiesen, daß die Entwicklung des Danziger Hafens
ıicht von einer jeweiligen Konjunktur abhängig ist.
m Laufe des Jahres 1927 liefen den Danziger Hafen
3950 Schiffe mit 3 899 854 NRT an. Die Anzahl der im
Danziger Schiffsverkehr repräsentierten Flaggen ist auf
’6 gestiegen, was eine Rekordziffer für den Danziger
Jafen bedeutet. Den ersten Platz im Danziger Schiffs-
szerkehr nimmt die deutsche Flagge ein (974 428 NRT),
hr folgen die schwedische (813 926. NRT), die
Jänische (706 587 NRT), die englische (405 000
NRT), die narwegische (235 629 NRT), die lettische
‘158 894 NRT), die polnische (143 679 ‚NRT), die
Danziger (129559 NRT),. die französische (101 950
RT), die finnländische (62 111 NRT) usw.

Bezeichnend ist die größere Beteiligung der pol-
ıischen Flagge im Danziger Schiffsverkehr: sie steht
jetzt auf dem 7. Platz, während sie noch im Jahre 1926
an 11 Stelle stand.

Der Warenverkehr im Danziger Hafen ist im vori-
zen. Jahre auch bedeutend gestiegen. Der gesamte
Warenumschlag belief sich auf 7 897 614 t. wobei auf

DER GESAMTE
S5CHIFFSVERKEHR
IM DANZIGER HAFEN

Der Koblenexport Polens in Tonnen nach den ;
nardischen Staaten:
1925 1926 1927 --

Schweden 344362 2267713 2513739

Dänemark 220881 2942485 1373617

Norwegen 560 162 750 229 920

Lettland 98 922 327 283 369 145

Finnland 7855 239472 238061

Litauen 16 341 52 163 84 081

innerhalb von dıei Jahren hat Polen es verstanden
auf dem nordischen Markte derart festen Fuß zu fassen,
daß es beispielsweise: über 50 Prozent der ganzen
schwedischen und 40 Prozent der dänischen Kohlen-
einiuhr bestreitet. Von Lettlands Kohlenimport im
jahre 1927 entfallen 90 Prozent auf Polen.

Das sind die Resultate der Aktion, die die polni-
schen Gruben zur Vergrößerung ihres Absatzes unter-
rommen haben, gezwungen durch die Entscheidung der
jeutschen Regierung, welche im Juni 1925 die Grenzen

jen Import 1517 194 t und auf den Export 6 380 420 t
camen. (Die entsprechenden Ziffern für das Jahr 1926:
Ixport 5659605 t, Import 640 6965 t.) Die Besserung
m Verhältnis zwischen Export und Import im .abge-
latıfenen Jahre ist für die Entwicklung des Danziger
        <pb n="6" />
        Hafens sehr vorteilhaft, da sie eine größere Aus-
nutzung der Tonnage gestattet, sowie Ladung für . die
aus dem Hafen nach Polen zurückgehenden Eisenbahn-
waggons. Ein vollständiges Gleichgewicht zwischen
Export und Import wird kaum jemals erreicht werden,
da die Struktur des polnischen Außenhandels auf den
Export von schweren Rohwaren und den‘ Import von
Terugen Artikeln aufgebaut ist, In dem Export über
den Danziger Hafeh nehmen die Kohlen, genätt wie im
vorigen Jahre, den ersten Platz ein. Es wurden ins-
esamt 4 103 173 t Kohlen ausgeführt (1926: 3 404 381
B. Wie man sieht, hat sich der Kohlen-Export übe:
den Danziger Hafen im letzten Jahre noch vergrößert
wovon man auf die Entwicklungsmöglichkeiten diese:
Exportartikels schliessen kann. Den zweiten Platz
im Export nimmt Holz ein. Es wurden im abgelaufener.
lähre 1.740365 t Holz ausgeführt (1926: 1389033 t)

er Holzexport geht hauptsächlich - nach England.
Der größte Teil der englischen Holzeinkäufe in Polen
wird über den Danziger Hafen befördert. Danzig hat
sich als Holzexport-Hafen einen guten Ruf geschaffen
und die englischen Importeure kaufen am liebsten Holz
in Polen durch die Vermittlung von Danziger Firmen,

Danzig istheuteE der größte Holz-
export-HafeninEuropa. Sn

Außer ciesen Hauptexport-Artikeln. wurden im
Lauie des Jahres 1927 über den Danziger Hafen ca.
138 154 t Zucker, ca. 52 356 t Getreide, ca. 123 925 4
Zement und ca. 40775 t Mineralöle. ausgeführt:

Wenn sich der Getreide- und Zucker-Export aus
Rußland vergrößern wird, so wird der Danziger Haten
auch eine bedeutende Rolle in diesem Export, wie vor
dem Kriege ‚einnehmen. ;Bei der Einfuhr nehmen die
erste Stelle Erze und Schrott ein. : Die Erz-Einfuhr hat
im größeren Umfange im Jahre 1926 begonnen. Die: in
diesem Jahre eingeführten Mengen haben. 206 951 t be-
iragen. Im Jahre 1927 ist die Erz-Einfuhr auf 335 601
t gestiegen. Die Alteisen-Einfuhr hat im vorigen Jahre
begonnen, sich rasch entwickelt und erreichte im gan-
zen Jahre 293 835 t, Wenn man noch dazu die Men-
gen von anderen eingeführten Metallen  hinzunimmt,
so bekommt man insgesamt 709 637 t. Wenn man be-
rücksichtigt, daß z. B. im Jahre 1925 von den Artikein
dieser ganzen Gruppe nur ca” 100.000 t eingeführt wor-
den sind, muß man anerkennen, daß ‘sich dieser Im-
port im imponierenden Tempo entwickelt hat. Die
Erz-Einfuhr über den Danziger Hafen richtet sich nicht
hir nach Polen, sondern auch nach der Czechoslo-
wäkei und Deutsch-Oberschlesien. Auf der zweiten
Stelle, steht die Gruppe von Düngemitteln und Chemi-
kalien-mit 345 598 t, was. im Vergleich zu 161441 t
im Jahre 1926 einen großen Zuwachs bedeutet; Weiter
folgen Lebensmittel, Kolonialwaren mit 251882 t und
Heringe mit 91 115 t. Außerdem sind ca. 118962 t
‚on verschiedenen Stückgütern eingeführt worden.

Um den immer steigenden Verkehr. bewältigen zu
können, arbeitet der Danziger Hafenausschuß eifrig an
dem Ausbau des Hafens; Indem Jahren. 1925-27 sind
vom Hafenausschuß folgende neue Anlagen im Hafen
geschaffen: Es wurden zehn 7 t Kräne mit Greifern tür
Erz- und Kohlen-Umschlag aufgestellt, darunter 4° im
Freibezirk und 6 auf dem Weichselbahnhof, wo man
eine neue Kaimauer in der Länge von 400 m und 8 m
Tiefe am Ufer gebaut hat. Außerdem sind weitere 10
Kräne von verschiedener Tragfähigkeit im Freibezirk,
am Hafenkanal und auf dem Holm dem Umschlag über-
geben. Von diesen Kränen‘ sind 4 Lokomotivkräne,
was den Umschlag mit technischen‘ Mitteln in den
Hafenteilen, wo keine festen Umschlagseinrichtungen
vorhanden sind, ermöglicht. Demselben Zweck‘ dient
auch der neugeschaffene Schwimmkran von 25 t Trag-
Fähigkeit. Eine 6000 qm große Umschlagshalle für
Stückgüter ist neu erbaut worden und dient dem Um-
schlag und der Lagerung von Stückgütern. Außer den
erwähnten neuen Anlagen, die durch ‚den Hafenaus-
schuß "geschaffen wordeh sind, haben sich auch der
Senat der Freien Stadt Danzig und die Privat-Firmen
im großen Umfange an dem Ausbau des Hafens he-
leiligt.

Der oben besprochene Ausbau des Hafens hat sich
aber als ungenügend für die Anforderungen des Ver-
kehrs erwiesen. Der Hafenausschuß hat daher im
Herbst vorigen Jahres mit dem Bau eines neuen Hafen-
bassins in Weichselmünde-begonnen. Das Bassin wird
450 m lang und 150 m breit, wird mit 3 modernsten
Kippanlagen für Kohlen, sowie mit 3 Brücken für Erz-
und Phosphat-Umschlag versehen werden. Es soll im
lalıre 1929 bereits in Vollbetrieb genommen werden,

IHE INTERNATIONAL SHIPBUILDING AND
ENGINEERING CO. LTD.‘
(DANZIGER WERFT UND EISENBAHNWERKSTÄTTEN A.-G.), DANZIG
Auf. der „Allgemeinen Landesausstellung“, welche
vährend der Sommermonate in Poznarı stattfindet, wird
‚eben vielen anderen Firmen die Danziger Werft in
anz hervorragendem Maße vertreten sein. Sie wird
nanche mustergültigen Erzeugnisse ihres reichhaltigen
’abrikationsprogramms zeigen, woran das allgemeine
'nteresse natürlich sehr groß ist. Da dieses Unter.
jehmen, eines der größten des polnischen Wirtschafts-
‚ebietes, für die polnische Wirtschaft von außerordent-
icher Bedeutung ist, sei in Nachstehendem ein kurzer
Jeberblick über die Entwicklung der Werft nach dem
zroßen Kriege gegeben:

Als nach. Unterzeichnung des Versailler Friedens-
/ertrages die Reparationskommission an die Teilung
der Objekte heranging, die einst Eigentum der preußi-
schen. Regierung. waren, wurde die Danziger Werft Ge-
zenstand vieler eifriger Bemühungen sowohl seitens deı
Jolnischen Regierung, als auch.des Senates der Freien
Stadt Danzig... Kein Wunder, War es doch das her-
vorragendste Industrieunternehmen auf. dem Gebiete
ler Freien Stadt Danzig, mit den vollkoinmensten und

nehmens endete mit der Entscheidung der Reparations-
kommission, die die Werke zur Hälfte der polnischen
tegierung und zur Hälfte dem Danziger Senat zusprach,
inter der. Bedingung, daß keine der beiden Parteien
nnerhalb von 50 Jahren sie auf eigene Rechnung aus-
autzen werde, Gemäß dieser Entscheidung wurde be-
;chlossen, eine Internationale Gesellschaft zu gründen
ınd ihr die Werke für diese Dauer zwecks Ausnutzung
zu vermieten. Mehrere englische und französische Fir-
nen meldeten sich zur Teilnehmerschaft, jedoch unter
der Bedingung, daß die polnische Regierung der Ge-
jellschaft einen gewissen Teil der Bestellung sichert.
Jm die Bildung der Gesellschaft zustandezubringen,
/erpflichtete sich Polen, ihr die Reparatur des‘ Eisen-
)ahnparks, sowie. den Bat von neuen Lokomotiven zu
ibertragen. ;

_ Auf dieser Grundlage entstand im Dezember 192%
lie Internationale -Schiffs- und Maschinenbau «Aktien-
jesellschaft (The International Shipbuilding‘ and Engi-
1eering Co Ltd.). Es nahmen an ihr Teil: englisches
ind französisches Kapital je 30 Prozent, polnisches und

‘ Dampfer „Estonia‘
nodernsten technischen Einrichtungen ausgerüstet, Ein
/weites Objekt, um welches sich ebenfalls beide Par-
'eijen bemühten, waren die Eisenbahnwerkstätten aul
lem Troyl, ‚einstmals Renaraturwerkstätten der
’reußisch-Hessischen Staatsbahnen. ;

Die Danziger Werft, gegründet‘i, J. 1844 unter dem
VYamen „Königlicher Korvetten-Depotplatz‘“, erweiterte
ich schnell zu einer großen Kriegsschiffswerft unc
var lange Zeit hindurch Hauptstützpunkt der preußi-
schen Marine. Hier wurden unter anderem die beider
zroßen Korvetten. „Arcona‘““ und „Gazelle“ gebaut
uch wurden nach dem deutsch-französischen Kriege
consequent. sämtliche neuesten technischen Errungen-
schaften eingeführt; von hier aus gingen schließlich
ois in.die letzten Jahre vor dem Kriege eine Reihe von
Kriegsschiffen, sei es neugebauter oder reparierter, ir
a “u

Der Streit um die Nachfolgerschaft dieses: Unter-

im Schwimmdock
Janziger Kapital je 20 Prozent. Deutsches Kapital ist
n der Gesellschaft überhaupt nicht vorhanden.

Das polnische Kapital brachten 7 der namhaftesten
bolnischen Banken auf, darunter: an erster Stelle Polski
3ank Krajowy, aus der mit der Zeit die Bank Gospo-
larstwa Krajowego ‚entstand, Außer den gewöhnli-
chen Aktien. wurden auch sogenannte Nutzaktien her-
ausgegeben, von denen die polnische Regierung den
zanzen Polen zufallenden‘ Teil erhielt, und deren Divi-
dende gewissermaßen die. Mietsrate für die Vermietung
der Werke bildete.

Die polnische Regierung ist mithin an der Danziger.
Werft dreifach interessiert, und zwar: 1) als Mitin-
naber der Werke, 2) als Inhaber von Nutzaktien, 3) als
Inhaber von gewöhnlichen Aktien.

.. Die Internationale Gesellschaft baut in erster Linie
als Haupterzeugnis Schiffe aller Art für See- und Bin-

Kompressor-
loser Diesel-
motor
360 P, S. für
das E-Werk
Oströw

Der durchgeführte Ausbau der Anlagen in Danzig
hat. größtenteils die Schwierigkeiten aus dem Jahre
1926, die beim Umschlag von Maßengütern eingetreten
sind, beseitigt. Nach Fertigstellung des neuen Bassins
wird sich das Löschen und Laden noch reibungsloser
zestalten und es werden sicherlich keine Klagen auf
Mißstände im Danzifer Hafen mehr zu hören sein.
        <pb n="7" />
        nenschiffahrt. Sie besitzt zu diesem Zweck drei wage-
rechte Hellinge für Schiffe bis zu 100 m Länge. Das
Zuwasserbringen der fertiggestellten Schiffsrümpfe er-
lolgt mittels Winden und Stahltrossen. - . &amp;
Mit Ausnahme von. nautischen Präzisionsinstru-
menten werden alle Schiffsausrüästungen‘ in der Werft

Salon-
dampfer‘
‚Gdynia“

gebaut, wie‘ Kessel, Dampfmaschiftien, Pumpen, Win-
den usw.‘ Für Schiffsreparaturen besitzt die Danziger
Werft ‘3 Docks, welche imstande sind, Schiffe bis zu
8000 To. zu heben, Außer diesen 3 Docks besitzt die
Werft für diese Zwecke ‘5 Hilfspontons, Zum Verladen
schwerer Gegenstände, wie Kessel und Dampfmaschi-
nen, bedient sich die Werft zweier Schwimmkräne, von
denen der eine 60 To, der andere 125 To: heben kann.

Zum Bau der mechanischen Schiffseinrichtungen
hesitzt die Werft sehr große mechanische Werkstät-
ten, eine: Kesselschmiede, Schmiede und Gießerei, Die
mechanischen Werkstätten sind durchaus gut mit- je
licher Art. moderner Bearbeitungsmaschinen ausgestat-
tet, mittels derer Maschinen größter. Abmessungen ge-
baut werden können, und zwar mit einer Genauigkeit,
wie sie heute ‚von besteingerichteten Werkstätten ge-
fordert wird, a .

In diesen Werkstätten bäut die Werft auch Rohöl-
Dieselmotoren von 12 bis 1500 PS in großer Zahl. Vor
nicht langer Zeit stellte. sie einen 800 PS Dieselmotor
ohne‘ Kompressor für das städtische Elektrizitätswerk
t 132 x wg 4 : © - x“ %
in Kälisz fertig, Dies ist einer der größten konpressör-
losen Motoren, die bisher in Europa gebaut * wurden.
In der kurzen Zeit des Bestehens tieser Abteilung ver-
ließen Motoren mit einer Gesämtleistung von etwa
10000 PS die Werkstätten: Außerdent werden in die-
sen Werkstätten Danipfimaschiner für höchste Leistun-
gen und Drücke, sowie Pumpen aller Art hergestellt,
wie Tauchkolben und Zentrifugalpumpen, ferner me-
chanische Einrichtungen für Zuckerfabriken. Eine Son-
derheit bilden die Einrichtungen für Gummi“ und Pa-
pierfabriken, ;

In der. großen Kesselschmiede ‚werden gebaut:
Dampfkessel, System Babcock &amp; Wilcox’ und Stirline,

Höchstleistung—
Gruppenrohr-
kessel von 430qm
Hzfl. und 19 atl
Betriebsdruck

'on welchen in wenigen Jahren Aggregate mit zusam-
nen über 10000 qm Heizfläche für Drücke. bis zu 35
Atm. geliefert wurden... Ferner Apparate für Zucker
”’apier-, Gummi- und andere Industrien. Die Kessel-
cChmiede‘ ist ebenso wie die mechanischen Werkstätten
nit den modernsten Einrichtungen ausgestattet.‘ Sie

Glockenbronze gegossen. Aus dieser Gießerei wird
auch ein Geläut im Gewicht von etwa 3200 kg hervor-
zehen, welches auf der Ausstellung in Poznan vorge-
‘ührt werden wird und welches später in der Vor-
sehungskirche (Kosci6! Opatrznosci) in Warschau Auf-
hängung finden wird.

‚ Die Hammerschmiede ist mit den besten Einrich-
tungen ‚ausgerüstet, Unter anderem besitzt sie zwei
dampfhydraulische Pressen, eine für 500, die andere für
750 To. ; .

Neben diesen Hauptabteilungen arbeiten eine
ganze Reihe kleinerer, und zwar die Abteilung für Fis-
und Kühlmaschinenbau, die Abteilung für Fabrikation
von Elektromotoren, Transformatoren, eisernen‘ Fäs-
sern, Werkzeugen und die Abteilung für die Erzeugung
von Wasser- und Sauerstoff, -. Erwähnt seien auch die
Eisenkonstruktionswerkstätten, in welchen Kräne, Ver-
ladeanlagen usw. hergestellt werden. Eine Sonderheit
stellt ferner der Bau von Kleinbahnen für Transport von
Massengütern dar.

Auf dem gegenüberliegenden Ufer der Weichsel,
dem Troyl, befinden sich die Reparaturwerkstätten fir
den Eisenbahnpark. In ihnen können zwecks Reparatur
Kleichzeitig 43 Lokomotiven, sowie 100 Personenwag-
zons untergebracht werden. Diese Werkstätten sind
m Jahre 1912, d. h. kurz vor dem Kriege, fertiggestelli
worden, sind dementsprechend gemäß den letzten For-
lerungen der Technik eingerichtet und mit den modern-
sten Bearbeitungsmaschinen und mechanischen Ein-
‘ichtungen ausgestattet worden.

Das Gesamtgebiet der Werft und der Eisenbahn-
verkstätten umfaßt ca. 150 ha, wobei es Hafengewäs-
;er auf einer Länge von 4 km berührt, Auf dem Gebiet
»efinden sich ca. 200 Gebäude mit einer Baufläche von
'80 000 m?.

jesitzt zwei schwere hydraulische Nietmaschinen zum
Vieten nach dem System Schuch. In der Gießerei be-
inden sich 3 Kupolöfen, Metallschmelzöfen und eine
3essemerbirne, . Es werden dort Maschinenteile und
3ronzeglocken aller Abmessungen aus hochwertiger
„WEICHSEL“ DANZIGER DAMPFSCHIFFAHRT-
"ur SEEBAD-ACTIEN-GESELLSCHAFT, DANZIG
(GEGRUENDET 1841)
‚Das Unternehmen wurde im Jahre 1841 durch zwei
bekannte Danziger, den. Kommerzienrat Alexandeı
Sibsone und den Schiffsbalumeister Johann Wilheln
CJawitter gegründet und‘ im Jahre 1880 ‚unter de
“irma „Weichsel“, Danziger Dampischiffahrt- und
;eebad-Actien-Gesellichaft in eine Aktiengesellschafi
imgewandelt. | Der, Gründungszweck . des. Unterneh-
uens war der Betrieb einer Dampferverbindung zwi-
"chen Danzig und seinem Hafen Neufahrwasser. Ar
2, August 1841 führte, der aus Holz erbaute Rad-
'amıpier „Pfeil“ seine erste Fahrt von Danzig nach Neu-
ahrwasser aus. . Ihm folgte im-Jahre 1842 der Rad-
ampfer „Blitz“. Im Jahre 1857 wurde neben der Per-
soncnschiffahrt die‘ Schleppschiffahrt im‘ Danziger Ha:
en und’ auf der Danziger Reede, zunächst auch mi
Xaddampfern aus Holz, aufgenomnien. In! den fünf.
iger Jahren wurden die ersten Raddampfer aus Eisen
‚ir die Personenschiffahrt, im Jahre 1867 der. erste
serne Schraubendampfer für Schleppzwecke in Dienst
Yostellt

Aus diesen Anfängen hat sich das Unternehmen
zum größten Passagier-, Schlepp- und Bergungsbetrieb
na Danzig und zu einem .der größten seiner Art an der
)stseeküste entwickelt, Zur Zeit besteht die Flotte aus
14 Passagierdampfern und. aus 9 See- und Hafen-
schleppern. , ; .

Die Passagierschiffahrt wurde in den Jahrzehnten
ron 1880 bis 1900 durch Einrichtung und Uebernahme
ieuer Linien bedeutend ‚ausgebaut, . Der ursprüngliche
/erkehrsbereich wurde nach der See hin auf die Dan-
:iger Bucht, auf den Binnenwasserstraßen bis‘ in die
Stromweichsel hinein ausgedehnt. Unmittelbar vor
Jem Kriege waren alle Seebäder der Danziger Bucht:
Nickelswalde, Bohnsack, Heubude, Westerplatte, Brö+
‚en, Glettkau, Zoppot, Hela teils über See, teils bin-
jenwärts durch Dampferlinien, des Unternehmens mit
Danzig verbunden. Mit allen Ortschaften an der Toten
Weichsel und an der Stromweichsel bis Schöneberg
wurde ein täglicher fahrplanmäßiger Fracht- und Pas-
sagierverkehr unterhalten. Dem bedeutenden Anwacht-
sen des Passagierverkehrs auf den See- und Binnen-
linien wurde in dem letzten Jahrzehnt vor dem Kriege
durch Neubau mehrerer, für. den Massenverkehr geeig-
neter, moderner Passagierdampfer (300 bis 1000 Per-
sonen Fassungsvermögen) Rechnung getragen.

Der Schlepp- und Bergungsbetrieb des Unterneh-
mens’ verfügt über 9 moderne Hafen- und Seeschlepper
mit Maschinenleistung bis zu 550 PS. Die in den letz-
ien Jahren durchgeführte Erneuerung der Schlepper-
Hotte trägt allen Anforderungen Rechnung, die sich aus
der Einbeziehung des Danziger Hafens in den trans-
atlantischen Schiffsverkehr ‚mit seinen bedeutenden
Schifisgrößen ergeben. Der Abgabe von Trink- und
Kesselspeisewasser an Seedampfer jeder Größe dienen
zwei mit Spezialeinrichtungen versehene Tankdampfer,
mit deren Hilfe selbst größte Mengen Frischwasser in
kürzester Zeit geliefert werden können. -

Die Seeschlepper sind unter Verwertung der lang-
jährigen und erfolgreichen Bergungspraxis des Unter-
hehmens ‚mit. den modernsten Bergungseinrichtungen,
wie Taucherausrüstungen, Funkstation, festen und
transportablen Pumpen (Stundenleistung bis: 1000 To.)
mechanischen. und hydraulischen Hebezeugen( bis 100

To. Einzelleistung), transportablen elektrischen Kraft-
stationen, schweren Dampifwinden usw. ausgerüstef.
Diese Bergungsmittel haben. sich in vielen Fällen ven
Seenot bei zahlreichen in den letzten Jahren mit Erfolg
durchgeführten Bergungen: und Hilfeleistungen be-
währt. Die Ergänzung und technische Ausgestaltung
dieser Bergungsmittel erfolgt laufend unter Berücksich-
tigung des jeweiligen‘ Standes der Bergungstechnik
und der besonderen Örtlichen Verhältnisse des Ber-
gungsgebietes.,

„Die „Weichsel“ Akt.-Ges, arbeitet in intensiver

Weise mit der polnischen Schiffahrislinie „Z0gluga
Polska,, sowie der Polska Agencja Morska „Pam“,
_. Wir hoffen, daß das Unternhmen unter der um-
sichtigen * Leitung seines gegenwärtigen Direktors,
derm Buchholz, sich auch weiterhin günstig entwickelr
wird.
        <pb n="8" />
        POLENS HANDELSBEZIEHUNGEN MIT DEN
SKANDINAVISCHEN UND BALTISCHEN LAENDERN

ınd baltischen Staaten noch nicht die entsprechende
Zntwicklung genommen, da es an einem entsprechend
jrganisierten und umsichtig arbeitenden Handelsappa-
at fehlt. Wenn diese Tatsache nicht zum kleinen Teil
auf die geringe Aktivität des polnischen Kaufmanns zu-
dickzuführen ist, so muß hinwiederum festgestellt wer-
jen, daß in letzter Zeit eine stufenweise, aber deutliche
Zesserung in dieser Beziehung eingetreten ist.
usbesondere ist man gegenwärtig bemüht, den Kohlen-
verkauf zu organisieren, welcher bisher in unkoordinier-
er Weise, die die Planmäßigkeit und Regelmäßigkeit
ler Lieferungen beeinträchtigt, erfolgte. Hervorgehoben
u werden verdient ferner das steigende Interesse des
oln. Kaufmanns für die baltischen Märkte, was im Zu-
sammenhang mit dem kürzlich abgeschlossenen Han-
lelsvertrag mit Lettland zweifelsohne zum konkreten
Ausdruck kommen dürfte. Der Handelsvertrag mit
„ettland war bekanntlich der Abschluß der Regelung
ier Handelsbeziehungen mit. den genannten sechs
„ändern, zu denen wir vorderhand Litauen nicht ein-
jeziehen. Auch auf der anderen Seite begegnet Polen
ıktiverer Mitarbeit, was erst letztens in den Bemühun-
zen um die Organisierung einer polnisch-schwedischen
Handelskammer sowie in dem Plan, ein ähnliches Insti-
tut in Kopenhagen zu gründen, zum Ausdruck gekom-
nen ist.

Vom Staatlichen Exportinstitut in Warschtu wird
ıns folgender Artikel zur Verfügung gestellt:

Die weltwirtschaftlichen Beziehungen sind bisher
jus dem Abschnitt der Konsolidierung und der Anpas-
sung an das neue Kräfteverhältnis, wie es der Krieg
sowohl im politischer als auch wirtschaftlicher Bezie-
hung geschaffen hat, noch nicht herausgekommen. In
Polen trat diese Erscheinung in ihrer Gesamtheit in-
folge des zwei Jahre länger dauernden Krieges und mit
Zücksicht auf die notwendige Wiederaufrichtung der
nneren Wirtschaft aus dem Chaos, in das diese durch
die Kriegsverwüstungen geraten ist, erst später als in
anderen europäischen Ländern zu Tage, Man kans in
Bezug aut Polen von seinem planmäßigen Eintritt in
die Arena des internationalen Handels und von der kon-
sequenten Gewinnung der unentbehrlichsten Absatz-
und Bezugsmärkte erst seit kurzer Zeit sprechen.

lichtsdestoweniger aber muß festgestellt werden, daß
liese Aktion sich letztens in einem immer rascheren
"empo entwickelt. Die Richtung der polnischen Wirt-
chaftsexpansion wird immer deutlicher, Diese Er-
cheinung ist besonders in letzter Zeit, nach Erlangung
les äußerst großen. Vorteils, den der Zollkrieg mit
deutschland für den allzu einseitigen Außenhandel mit
ich brachte sowie nach der Vollendung der inneren
Nirtschaftskonsolidierung‘ des Staates, beobachtet
vorden.

Von den Märkten, mit denen Polen zweifelsohne
mmer besonders enge Wirtschaftsbeziehungen verbin-
len werden, stehen an erster Stelle die skandinavischen
ind baltischen. Die Bilanz des Warenumsatzes zwi-
schen Polen und -den baltischen und skandinavischen
Staaten gestaltete sich in den letzten Jahren wie folpt:

1925 1926 1927 .
import Export Import Export Import Export
in Umlaufszioty nach der neuen Parität
Schweden 23544 24480 18973 128109 58032 146248 13344 26841
Norwegen 6081‘ 5712 6 177 12358 10664 9 244 7 130 5 340
Dänemark 42948 40178 23982 88993 52 176 74201 13177 24714
Estland 535 7 164 184 12 752 1 393 8 027 359 1611
Finnland 3 2297 24925 721 44376 2267 19 536 441 3064
Lettland 32170 57003 6 452 535874 21162 41 890 6043 15411

I. Quartal 1928
Import Export
Diese Bestrebungen lassen die Hoffnung zu, daß
die Festigung der Wirtschaftsbeziehungen in das Sta-
Jium der Belebung zu treten beginat und rasch vor-
wärts schreiten wird. Auf diese Weise wird der am
Anfang unseres. Artikels erwähnte zweite Faktor ge-
schaffen, der für die Realisierung‘ der Entwicklungs-
möglichkeiten des Warenaustausches zwischen Polen
und den Ostseestaaten unentbehrlich ist. Diese Reali-
sierung widerum dürfte in nicht geringem Maße zur
weiteren Besserung der Wirtschaftslage sowohl in
Polen als auch in den skandinawischen und baltischen
Staaten beitragen,

Diese Zahlen sind bedeutend, erreichen sie doch in
‚jelen Fällen fast 15 Prozent des gesamten polnischen
\ußenhandels, Dagegen ist festzustellen, daß sie im
Laufe der Vergleichsjahre auf keine ständige Tendenz
hinweisen. Die Zahlen bewegen sich im allgemeinen
nach oben, jedoch mit Schwankungen, .die sich durch
die Aenderungen in der Wirtschaftslage Polens als auch
seiner Kontrahenten nicht vollständig erklären lassen
Der Grund hierfür dürfte in der ungenügenden Fühlung-
nahme zwischen der Kaufmannschaft beider Länder zu
zuchen sein, was eine Sporadität der abgeschlossenen
Transaktionen, die zeitweise vollständig von der Kon-
junktur oder gar von dem Zufall abhängig sind, zur
Folge hat. Es ist eine bekannte Tatsache, daß es sich
bei beständigen und sich auf einer gewissen Tradition
stützenden Beziehungen teilweise als gut erweist, wenn
mafı sich zwecks Erhaltung und Verengung dieser Be-
ziehungen auf geringere Vorteile beschränkt. Zwecks
Anbahnung solcher beständigen und von den vorüber-
gehenden Konjunkturen unabhängigen Beziehungen ist
die Mitwirkung zweier Faktoren notwendig. . Diese
Faktoren sind erstens das Vorhandensein genügender
Waren, die sich für.den Austausch eignen Sowie zwei-
tens das Bestehen eines entsprechenden Handels-
apparates, d. h. einer kaufmännischen Organisation,
welche die Märkte der Kontrahenten gut kennt und mil
ihnen auf soliden Grundlagen sich stützende Beziehun-
gen unterhält. Was num die wirtschaftlichen Beziehun-
gen Polens mit den skandinavischen und baltischen
Staaten anbelangt, so ist das erste Moment zwar VOr-
handen, das zweite dagegen in nicht. genügendem
Maße.

Von den durch Polen importierten Waren liefer|
Schweden Fische, Erze, Mineralien, gewisse Teerarten,
verschiedene Metalle und Maschinen sowie Gummier-
zeugnisse, Norwegen Heringe, Mineralien und künst-
liche Düngemittel, Dänemark eine Reihe von Ver-
brauchsartikeln, technische Fette, Schrott und Auto-
mobile, Estland Fische, Finnland Papier und Rohstoffe
für die Papierproduktion, verschiedene Holzerzeug-
nisse, Lettland Verbrauchsartikel, darunter Mehl und
Fische, ferner Gummischuhe und Linoleum, Von den
wichtigsten Artikeln, die Polen nach diesen Ländern
exportiert, sind in erster Linie zu nennen. Kohle und
Naphtha, d. s. Rohstoffe, mit denen Polen die dortigen
Märkte ohne Zweifel auch in Zukunft immer billiger
beliefern wird als irgendein anderes Land. Diesen do-
minierenden Artikeln folgen als weitere Exportwaren die
Erzeugnisse der Landwirtschaft und der Industrie, für
weiche auf den skandinavischen und baltischen Märk-
ten Nachfrage besteht und die dort bereits abgesetzt
werden bezw. abgesetzt werden können. Diese kurze
Charakteristik deutet auf ein bemerkenswertes Merkmal
des polnisch-skandinawischen und polnisch-baltischen
Warenaustausches, Dieser Austausch umfaßt — ins-
besondere was den polnischen Export anbetrifft — ne-
ben den Verbrauchsartikeln hauptsächlich Rohstoffe,
also Produktionsmittel, deren Importsteigerung mil
Recht als Wertmesser der günstigen Wirtschaftslage
sowie der Belebung der Produktion bezeichnet wird
Daraus ergibt sich, daß die beiderseitigen Wirtschafts-
dıganismen sich gewissermaßen vervollständigen und
der gegenseitige Warenaustausch für die Landespro-
duktion keine Konkurrenz bedeutet, sondern . erstere
vielmehr fördert, Aus der Tatsache, daß die dominie-
zende Rolle im polnischen Export die Kohle spielt, er-
klärt sich die für Polen aktive Bilanz dieses Warenaus-
tausches. Es dürfte deshalb wohl auch nicht paradox
anmuten, wenn wir feststellen, daß der für Polen aktive

Saldo. in diesem Falle zur günstigen Entwicklung dei
3ilanz seiner Kontrahenten beiträgt.

Wie: bereits oben erwähnt, ha tder bisherige Wa-
reuverkehr zwischen Polen und den skaudinavischen

DIE WIRTSCHAFT IN DEN BALTIKUMLAENDERN
7 500 qm errichtet und bildet nunmehr .das Gelände cin
sinheitliches Bild.

Die Weststaaten Europas, sowie Amerika und
Kleinasien haben in vollem Maße die Wichtigkeit ge-
rade dieser Messe anerkannt. Sie beschicken und be-
suchen die Internationale Mustermesse in Poznan sehr
ergiebig.

Alle Waren, die hier ausgestellt werden, sind nicht
nur für Poten, sondern für den Bedarf des Ostens
jesonders zugeschnitten. Eine solche reichhaltige
Ausstellung von landwirtschaftlichen Maschinen, wie
sie in Poznan zu finden ist, wird wohl kaum eine andere
Messe aufzuweisen haben. Gerade für dieses Gebiet
zeigen alle Baltikumvölker das gleiche und gleichartige
Interesse. In Poznan rivalisieren fast alle Lieferanten
des In- und Auslandes mit neuzeitlichem Gerät, sowohl
des Klein- wie des Großgrundbesitzers. Desgleichen
finden wir in der Automobilbranche, Werkzeug- und
Maschinenbranche., ;

In Textilien und Konfektion sind die neuesten Mo-
len zu haben,

Galanterie, Papier, chemische sowie alle übrigen
3ranchen belegen die geräumigen Messehallen und Pa-
äste bis auf den letzten Platz.

Der fortschrittliche Großkaufmann oder Leiter von
Kooperativen, dessen Geschäft auf dem Im- und Export
basiert, sollte nicht verabsäumen stets die Internationale
Mustermesse in Poznan (Polen) zu besuchen, zuinal
Fahrpreisermäßigungen immer zugesichert sind,

M. Krzyzankiewicz.
Seinerzeit wurden in der „B. Pr.“ schon die haupt-
ächlichsten Posten des Budgetvoranschlags für das Jahr
928/29 besprochen. Nunmehr liegen bereits die end-
‚ültigen Ziffern vor, Diese erlauben einige allgemeine
ichlüsse über die Finanzpolitik des Staates zu ziehen.
Vachstehend geben wir eine Analyse der Einnahme-
‚osten, wobei wir die Summen nicht nach den einzelnen
Ministerien, sondern nach den Einnahmequellen grup-
eren.

Die Einnahmen für das laufende Wirtschaftsjahr
‚tellen sich wie folgt zusammen. .

1000 Lats %
24 482,0 14,92
62 336,0 37,98
29 500,0 17,98

7 677,0 4,68
19 571,9 11,93

Direkte und indirekte Steuern ergeben also zu-
sammen ca. 52 Prozent der Gesamteinnahmen. Von
den restlichen Posten sind die größten: die Einnahmen
von Staatseigentum (Waldverkauf usw.), und von den
Monopolen (Spiritus- und‘ Flachsmonopole). Der
Staatskredit wird gar nicht in Anspruch genommen, da
die vorgesehenen 40 000 Lat Einnahmen von Anleihen
nur die Realisierung einer schon im Jahre 1921 emittier-
ten inneren Anleihe bedeuten. .

Verhältnismäßig große Summen erhält der Staat
von seinen Unternehmungen. Im laufenden Jahre sind
davon 14 Millionen Lat, resp. 8,57 Prozent der Ge-
samteinnahmen vorgesehen. Die größten Summen er-
geben die Staatseisenbahnen (7,2 Millionen), dann
Telegraph, Telephon, und die Staatsbanken (die Lett-
landbank, die Länderbank und die Staatliche Hypo-
'hekenbank); außerdem arbeiten mit Verdienst auch
ainige industrielle Unternehmen, von denen in erster
Linie die Libauer Hafenwerkstätten zu nennen sind.‘

Fast alle Einnahmeposten sind ordentliche Einnah-
men. Außerordentliche Einnahmen ergeben nur 3,9
Mitlionen Lat, d. h. 2,41 Prozent des Budgets. Die
außerordentlichen Einnahmen sind vom Verkauf von
Wäldern außerhalb der jährlichen Ausholzungsnorm
vorgesehen; .da die jährliche Schlagfläche jedoch sch!

.. Direkte Steuern
z. Indirekte Steuern
3. Staatsmonopole
+ Abgaben
&gt; Einkommen von Sta:

eigentum
5. Veräußerung von Staats-

eigentum ; 389,6 0,24
r Staatsunternehmen - 14 064,8 ‚8,57
3. Anleihen | 40,0 0,02
), Diverses 6 048,4 3,68

Total 164 109,7 100.00
        <pb n="9" />
        sorsichtig kalkuliert ist, und nach der Meinung von
1ervorragenden Volkswirtschaftlern zu gering sein soll,
;o bedeutet eine unbedeutende außerordentliche Aus-
uitzung der Wälder keineswegs eine Verminderung der
Naldreserven. ;

Was die Steuerlast betrifft, so ist dieselbe nicht be-
sonders hoch... Die Einkommensteuer, welche den
zrößten Posten bedeutet, betrug im Jahre 1927/28 ca,
t, 2Millionen Lat, und wurde von 106,8 Tausend Per-
sonen gezahlt, so daß auf jeden Steuerzahler nur ca.
10 Lat entfielen. Dagegen bilden die indirekten Steu-
rn eine ziemlich große Last. Der lettländische Ein-
uhrzolltarif ist hoch. Man muß jedoch bemerken, daß
lie Zollsätze stark mit den. Landesbedürfnissen rechnen,
ndem Waren erster Notwendigkeit zollfrei, öder nur
nem minimalen. Zoll unterworfen sind; dagegen wer-
len Luxuswaren bis zu 100 Prozent ihres Wertes ver-
zollt.

Außer den Zöllen bezieht der Staat große Summen
ron der Akzisesteuer auf Getränke, Tabakwaren, Zünd-
1ölzer usw. Die indirekten Stuern setzen sich wie folgt
zusammen:

Million, Lat %% von den ,
5 Gesamteinnahmer
Ausfuhrzoll 3,5. „2,13.
Akzisensteuern- ‘. 17,3 „10,53 0
D”atentsteuern 0,5 „50,34
Zinfuhrzoll ; ; 41,0 24:98 Gi
Total 62,3 37,98 0
‘* Ein paar Worte ‚noch über die Staatsmonöpole.
Das Flachsmonopol ‚ist. keine große Einnahmequelle.
da der Staat neulich, um der schwierigen Lage: deı
Landwirte entgegenzukommen, einen ganz minimalen
Verdienst vorgesehen hat, und alle Summen, welche
außerhalb des Voranschlages eingenommen ‘werden,
den Landwirten als Prämien zurückzahlen will. Da-
gegen ergibt das Spiritus- und Brantweinmonopol, 28
Millionen Lat, resp. 16% des Budgets... +“
‚.. Das wären: die Einnahmen. Von den Ausgaben
entfallen die größten Posten auf den inneren und äuße-
ren Schutz des Staates. Das Budget des Kriegsmini-
steriums‘ bträgt 24% von den Gesamtausgaben: - Viel
»rfordert das Bildungswesen; die dafür ausgesetzten
Summen betragen 21,6- Millionen Laf, resp. 13.13%
des Staatsbudgets. + x 0 ;
_ Eine charakteristische Eigenschaft der Ilettlän-
dischen Finanzwirtschaft ist die, daß der Staat mit
Vorliebe außerordentliche Ausgaben‘ mit ördentlichen
Einnahmen deckt. Damit.hat man bisher vermieden,
ausländisches Kapital heranzuziehen. © Allerdings ist
diese Methode für den Steuerzahler ziemlich unange-
nehm, da‘ das Budget dadurch künstlich aufgebauscht
wird. Wenn der Staat alle Investierungen usw. durch
Außenanleihen‘ decken würde, könnte man das Budget
um einen dritten Teil reduzieren‘ ; So sind im laufenden
‚ahre folgende, nach ihrem Charakter bestimmt außer.
ordentliche, Ausgaben vorgesehen:
Millionen: .% %
x * “ A . Lat. %

Grundremonte von Gebäuden und a
: Neubauten * 0 240 21 - 3,8
/erkehr (Hafenbauten,. Eisenbahn- N x
investierungen usW.) . 17,5 31,0
Unterstützungen 3,41 . 5,5
Darlehen. Hs u um ; 20,9 37,2
3rund- und .Operationskapitale 3,4 6,0
Meliorationszwecke As N 240021,7 2. 3,0
Kriegsministerium (außerord. Ausg.) 61 10,9
Jeffentliche Arbeiten usw, 1.4 2,4
Total 56.2 100.0
Wie ersichtlich, beitragen ‚die außerordentlichen
Ausgaben 56,2 Millionen, d. h. 34% des Budgets, Aus-
serordentliche Einnahmen dagegen betragen nur 3,9
Millionen, d. h. 2,41% des Budgets. Von den ordent-
ichen Einnahmen werden also ganze 52,3 Millionen
für Investierungen verbraucht, um welche‘ Summe man
den Etat.kürzen könnte, wenn der Staat zur Außen-
anleihe greifen würde. Fast alle angeführten Poster
der außerordentlichen Ausgaben werden für rentable
Zwecke verwendet, weshalb einer Investierung. auslän-
lischen Kapitals daselbst nichts im Wege steht.

Bemerkenswert wäre noch, daß die früheren Wirt-
schaftsjahre nennenswerte Ueberschüsse gegeben ha-
pen. Das. verflossene Jahr wurde mit einem Ueber-
schuß von ca. 15 Millionen Lat abgeschlossen. Dem-
folge sind die Reservefonds der Regierung sehr be-
Jentend.
Alles angegebene zeigt, daß das lettländische Fi-
janzwesen auf einer gesunden Grundlage steht. Die
inanziellen Reserven des Staates ‚sind stark; bisher
Konnte man alle Ausgaben von den ordentlichen Ein-
ılahmen decken, Deshalb kann der Staat mit Zuversicht
ler Zukunft entgegensehen.
Albarte Zalta

LETTLANDS AUSSENHANDEL UND TRANSIT
IM JAHRE 1927 0
(JANUAR—DEZEMBER) ; Te
Die vorläufigen Daten der Staatlichen Statisti-
chen Verwaltung über den Jettländischen Außenhan-
iel und Transit im Jahre‘ 1927 liegen bereits vor.
’rotz anhaltender Depression auf so gut wie allen Wirt-
chaftsgebieten des Landes zeigen diese Daten für den
Narenumsatz im Außenhandel (= Import + Export}
jnen Wertzuwachs von 5%. Insbesondere ist die lett-
ändische Ausfuhr im Jahre 1927 gegenüber 1926 dank
ler günstigeren Konjunktur für den lettländischer
lolzexport um rund, 12% im Werte gestiegen; dage-
zen hat die Einfuhr einen Wertrückgang um 4% erfah-
en, — was ‚zum Teil auf geringe Kaufkraft, Kapital-
nangel und Warenübersättigung zurückzuführen ist,
Die absoluten Zahlen des lettischen Außenhändels
Ur die letzten 2 Jahre illustrieren Obenerwähntes wie
'olgt (in Millionen Lat):
Import: Export: Gesamtum-
AO satzı
at (Import +
; 3 Export)
1926 2“ 260,3‘ 188,5 448,8
1927 7 249,6 - 220,22 469,8" -
Die Außenhandelsbilanz gestaltete sich‘ für das
'erflossene‘ Jahr um 59% günstiger als 1926; eine
&gt;assivität von 71,8 .Mill. Lat im Jahre‘ 1926 stehes
etzt nur 29,4 Mill. Lat gegenüber, |
Der Warenverkehr auf dem Umschlagwege durct
Lettland hat 1927 gegenüber dem. Vorjahre. nachste-
hende Zahlen ‚aufzuweisen: 0
1927 — 830,868 to
1926 — 626,127 to
Obgleich erwähnte offizielle Daten für den gesam-
en lettländischen Transit . einen Aufstieg aufweisen,
zönnen wir nur eine teilweise Belebung desselben fest-
tellen: es fallen nämlich ca. die Hälfte der transitier-
en Mengen auf dem direkten russisch-lettisch-litauisch-
jeutschen Eisenbahnverkehr; — folglich kommen beim
impfang‘ für ca, 773,000 to‘ und.beim Versand ca,
112,000 to.-der Transitwaren die Häfen — Riga, .Libau
und Windau — nicht in Frage.
- Export, a
Die’ lettländische Ausfuhr im Jahre 1927 hat keine
zuffallenden Schwankungen im den einzelnen Haupt-
Varengruppen aufzuweisen; ‘an erster Stelle stehen
Rohstoffe. uhd Halbfabrikate, die‘ gegenüber‘ 1926 eine
Steigerung im: Werte von 24,5% ‚erfahren haben, wei-
'erhin folgen Nahrungsmittel mit einem Wertzuwachs
ron 7,1%, und erst. den dritten Platz behaupten Fabri-
cate, die in der Ausfuhr um 8,6% gestiegen sind:
1920 0 1926
To. 1000 Ls. % To. 1000 Ls. %
Rohstoffe resp. a Si
Halbfabrikate 908,848 127,2:57,7 463,171 102,0 54,1
Fabrikate 66,428 40,3 18,3 26,993 37,1 19,7
Nahrungs- resp. © A e. 38” m S “#
Zenußmittel 31,217. 52,5 23,8. .27,710 . 49,0 26,C
Jebrige Waren. . 2.03. — .. 4 03 -
Bei’ weitem anders gestaltet sich der Export nach
len Erzeugnissen einzelner Wirtschaftszweige‘ des
„andes: es dominieren in ‚erster Linie  Jandwirtschaft-
iche Produkte, die 42% des gesamten Ausfuhrwertes
‚927 gegenüber 55% im Jahre 1926 umfassen, als
/weit wichtigster Ausfuhrartikel gelten Holzmaterialien
mit 36% (1926.— 22%); so daß. auf Erzeugnisse deı
ndustrie und auf ‚übrige Waren nur 22% (1926—23%)
antfallen-

mitteln einen mehr oder weniger großen Wertrückgang
zu verzeichnen, ;

‘ Insbesondere macht sich die schwierige Lage
les flachen Landes im Exporthandel durch den Aus-
fall von ca. 8000 to Flachs bemerkbar, letzterer ist
:inerseits auf Verringerung der Anbaufläche, anderer-
seits’ auf ungünstige Ernte der Flachsfaser zurückzu-
ühren.

; Als wichtigstes Bestimmungsland fir lettlän-
lischen Flachs ist Belgien, das auch .Nord-Frankreich
’eliefert, mit 53% (1926 = 53%) der gesamten Aus-
‘uhr zu nennen; an zweiter Stelle steht England mit
33% (1926 = 39%), weiterhin kommt nur nock
Deutschland mit 14% als Abnehmer in Frage:

1927 5 1926
‘40. 1000Ls. to. 1000 Ls
Zngland ; ‘5.910 8.818 09.756 14.699
Selgien. : Ku 8.446 13.973 13.350 20.283
Jeutschland, 2.328 - 3.625 1,996 2.742
rankreich ; 33. 49 130 207

_ Von den gesamten 14.643 to Leinsaaf, die einen
Vert von 6,4 Mill. Ls. repräsentieren, sind Säesaat —
10,058 to im Werte von 4,9 Mill. Ls. und” Schlagsaat
— 4.585 to im Werte von 1,5 Mill. Ls. gewesen.
Als Käufer kommen folgende, Länder in Betracht:

1927 ‘1926
; Säesaat Schlag- Säesaat Schlag-
"3 Baat, 6 Saat.
Or 10, ‘10.7 2. 10.
angland“ &gt;: 7925 635 274‘ 1.269
Deutschland .: *. „1.209: 1.134 665 ' 4.676
3elgien 2, 2° 3511 449 1.731 2.417
Jolland * “17272 ° 250 285 * 709
7rankreich „3.255 10 1.694 226
SE L 4 1.136
Dolen © „162 1,836 ‘ 392° 1.383
Danzig 3 83 50° ° 50
Schwedeh N 2 u 89° —
Estland ‘ . A 172
Finnland °C U26 11222 OL
U. d.'S. S. R. ; 634 A
Desterreich” 36 ee
DO U PT

. ‚Import.

- Den Hauptwarengruppen nach. gestaltete sich die
Einfuhr im Jahre 1927 gegenüber dem Jahre, 1926 {ol-
gendermaßen: . En Sa SE a

Be m 1927 5 1926 40
. „To. Mill. Ls % To. Mill. Ls..-%
Rohstoffe, resp. Halb- 0 u A

fabrikate 684.300 62,2 25,0 589,500 59,5 22,8
?abrikate 165.200 114,7 45,9 175,800 131,4 50,6
Vahrungs-, resp. - ; .

Genußmittel 216.300 69,9 26,0 209,400 64,6 24,9
Nebr. Waren . 2. 28 1.1 1:48 1,7

. Wie ersichtlich ist die Einfuhr von Rohstoffen
’esp. Hilfsmitteln für . die Industrie im Jahre 1927
gegenüber dem Vorjahre im Werte um 4,5 Prozent,
von Nahrungsmitteln um 8,2 Prozent gestiegen; dage-
zen hat der Import von Fertigfabrikaten einen Wert-
tückgang von 13 Prozent zu verzeichnen. 0

° Von einzelnen zur Einfuhr gebrachten Rohstoffen
können nachstehend die wichtigsten genannt werden:
1927 1926
't0.  1000Ls, to. 1000 Ls.

‘1927 . 1926

A

„andwirtsch. Produkte 92,0 42 103,7 55

jolzmaterialien:. ©‘ . 80,1 36 41,2 22

“abrikate ; 40,3 438 37,1 20

Jebrige Waren 7,8 4 6,5 3

220,28 100 188,5 . 100

‚Die im Jahre 1927 zur Ausfuhr gelangten wichtig-

ten landwirtschaftlichen ‚Produkte haben gegenübeı

lem Vorjahr folgendes Gewicht und folgenden Werl
lufzuweisen:

3Zaumwolle V 1.906 4.639° 1.417 . 3.595
Wolle ; ‚502 3.192... 588 3.388
Aanf (Manila, Sisal u. a.) 838 910 711 868
Flachs 387 344 415 404
Eisen, Draht, .

Bleche etc. 31,898 8.408 42.886 10.347
Zellulose - - 2.339 870 1.727 723
\sphalt 718 143 336 66
Kreide 4.225 ‚21 5036 26
Zement = 39.969 1.838 33.191 1.636
Naphtha. „9.790 930 14.210 11.293
Kleesaat ; . 549 772 849° 1.377
Leinsaat . 12.639 4.807 8.222. 2.981
Sämereien, versch, 890 727 999 693
Kopra 1.281 805 1.384 983
elle u. Häute 1.154 23.046 1.707 3.775
Leder, versch. 244 3.082 252 2.907
kauchwerk 83 23.387 103 3.002
7ett, tier. für ind. ;

Zwecke ‘ 1.341 1.162. 1.304 1.299
ijummi, Harze, Schwefel

u. a. chemische

Rohstoffe 12.758° 3.740 3.589
Steinkohle 465.119 11.435 345.859 8.220
Coks 48.156 . 1.235 50.532 1.324
Zriketts ; 4.602 119 16.365. 576
steinkohlenteer 2.008 244 1.528 104

1927 1926
to. 1000Ls. to. 1000Ls,
7achs 16,775 26,574 25,272 37,998
„einsaat 14.643 6.439 17.069 6.710
3Zutter . 10.761 41.267 10.135 37:450
“leisch 4.076 6.036 3.587 6.797
Kleesaat 768 2.095 1.383 23.751
Wicken 1.444 708° 3.467 1.524
Getreide versch. 3.440 811 4.624 964
?uttermittel 5.206 1.038 4.062 ‚735
Tierprodukte 2.173 6086 1.592 7.043
"jere.lebend . * 4.015 Steck 798° ARITSE. 188
"ebrige landw. .
Drodukte 31.179 716 741 528
Wie ersichtlich haben sämtliche landwirtschaftli-
nen Produkte mit Ausnahme von Butter und Futter-
        <pb n="10" />
        Somit hat‘ nur ein Teil der eingeführten Rohstoffe
aäinen Wertzuwachs zu verzeichnen. Eine nicht geringe
Steigerung haben Rohtextilien (+ 11%) erfahren,
speziell Baumwolle und Hanf, deren Nachfrage von
jahr zu Jahr zunimmt.

Mit der Belebung der Bautätigkeit ist der Bedarf
an ausländischem Zement Weiterhin gestiegen (+
13%). Auch die Gummi-Industrie, deren Erzeugnisse
in der Ausfuhr um 53% gestiegen sind, hat natürlicher-
weise im Jahre 1927 bedeutend mehr Rohgummi als
im Vorjahre importiert,

Die Einfuhr an Koks und Briketts ist zusehends
zurückgegangen, desto größer ist der Aufstieg (-H
140%) in der Kohleneinfuhr im verflossenen Jahre ge-
wesen, wobei als Hauptlieferant Polen mit 50% in Be-
:;racht kam,

Der Steinkohlenteer-Import * ist im Berichtsjahre
zegenüber 1926 um 80% gestiegen.

Was die Einfuhr von Leinsaat anbelangt, so ist
sie teilweise auf verschiedene Machinationen zurück-
zuführen, durch welche litauische und polnische Saat
(zusammen ca. 6000 to.) unter lettländischer Marke
(als „Kronsaat‘“) ins Ausland weiter befördert wird.

Unter eingeführten Fertigfabrikaten dominieren in
arster Linie Textilgewebe, Garne und dergl., in zwei-
tier Metallerzeugnisse, die mit einem Wert von 41,3
MiEL. Ls, (1926 — 50,6 Mill. Ls.) und 24,2 Mill. Ls,
(1926 — 22,8 Mill, Ls.) 37% resp. 27% des gesamten
*abrikate-Imports umfassen. Hauptlieferanten vor
Textilgeweben und Garnen waren Deutschland (mit
13,2 Mill, Ls.), England (8,2 Mill. Ls.), Estland (4,5
Milt. Ls.), Polen (3,9 Mill. Ls.) und die Czechoslowa-
cei (3,0 Mill. Ls.), dagegen kamen Metallerzeugnisse
aus Deutschland (13,7 Mill. Ls.), aus den U. S. A.. (2,6
Mill. Ls,), Schweden (2,3 Mill. Ls.), England (1,3 Mill.
Ls.) und der. Czechoslowakei (1,0 Mill. Ls.).

Von einzelnen Artikeln erwähnter Warengruppen
haben nur Wollgarne eine Steigerung erfahren:
1927 1926

to. 1000Ls. to. 1000 Ls.
daumwollgewebe 2.277 20.544 2.459 24.454
Wollgewebe 300 7.210 347 8.973
Wollgarne . 342 14.278 ‚353 3.930
Uebrige Garne . 400 23.261 406 23,726
Landw. Maschinen, 23.709 4.812 4.937 6.346
UYebr. Maschinen. 4.809. 11.328 . 6.840 14.641
Werkzeuge, versch. 349 1.008 489 1.292
Röhren, versch, 1.953 78 2.337 1.311
Eine bedeutende Rolle unter importierten Fabri-
katen fällt chemischen Erzeugnissen mit einem Werte
von 22,7 Mill. L, (1926 — 23,3 Mill, Ls.) zu. Nur im.
portierte Naphthaprodukte, Farbstoffe und Schwefel-
säure zeigen im Jahre 1927 gegenüber 1926 eine stei-
gende. Tendenz, alle übrigen sind im Gewichte sowie
im Wert mehr oder weniger gefallen:
W927 1926
1000 Ls. to. 1000 Ls,
2.064 13.292 1.934
1.313 3.551 1.274
247 329 199
384 1.484 279
1.022 1.000 1.264
7229 1.305 1.969
243 1.794 218
954° 1.726 974
806 48 818
1.495 157 1.560
6.676 87.712 7,783

{O.
Petroleum : 13.769
Benzin’ 4.060
Schmieröte u. Fette. 430
UVebr. Naphithadestillate 2.050
Pflanzenöle . 746
Farben u. Farbstoffe .856
Schwefelsäure 1.837
Gerbstoffe N 1.516
Kosm: Artikel ‚ 34
Gummiwaren &gt; 180
Künstl. Düngemittel 85.067

Transit.

Der Warenverkehr auf dem Umschlagwege durch
Lettland erreichte im Jahre 1927 — 839.900 To. gegen-
über 626,100 im Jahre 1926. Somit ist im laufenden
Jahre eine Steigerung des Warenumsatzes in der
Durchfuhr um 32 Prozent zu verzeichnen. Besonders
stark hat sich im verflosssenen Jahre der Warenum-
schlag über die lettländische Landgrenze und im spe-
ziellen im direkten ıussisch-lettisch-litauisch-deutschen
Eisenbahnverkehr entwickelt.

Die Zufuhr von Transitgütern aus dem Osten, zum
Teil auch aus dem Norden und Süden, nach den Häfer
— Riga, Windau und Libau, — war bedeutend größer,
als der Empfang ‚von Auslandswaren über dieselben
zur Weiterbeförderung über die Landesgrenzen.

Wie sich der gesamte Transit des Jahres 1927 im
Empfang bezw. Versand über die einzelnen Häfen
und Landesprenzen gestaltet, zeigt folgende Tabelle:
1927
O,

. 1926
to. %
giga 34.800 41 = 397.900 47,3
‚ibau „29.700. 36 22.700 27
Windau 2.300 03 7.700 C9
Jeb. Zollänter 773.100 920 411.600 A491

839.900 100.0 839.900 100.0

Hierbei fällt einerseits der Ueberschuß der größ-
enteils aus: dem Osten kommenden Waren auf ge-
1ößte Holzmaterialien, die die Höhe von ca. 300.000
"o. umfassen, -— andererseits wird der sog. Leerlauf
‚on Waggons durch höhere‘ Eisenbahntarifsäize autf
lie in entgegengesetzter Richtung beförderten wertvol-
en Waren (wie Maschinen, Chemikalien u. a. Fabri-
cate) wieder flott gemacht.

40 Prozent der auf dem Umschlagwege durch
„ettland beförderten Waren kamen aus der U. d. S. S. R.,
23 Prozent waren polnischer, 21 Prozent deutscher,
5 Prozent estländischer und 6 Prozent litauischer Pro-
/enienz, Es kamen nämlich aus:

Von einzelnen Waren, resp. Warengruppen, die
m Transitverkehr Lettland passieren, können nament-
ich genannt werden:
1927 1926

to. 10,
505.343 370.267
61.562 48.330
3.786 119
7.472 4,789

Rohstoffe, resp. Halbfabrikate

larunter:
Flachs, Hanf und Hede
Wolle a
Lumpen
Metall (Eisen, Kupfer Bleche,

Draht etc.)
Holzmaterialien
Zement
Leinsaat
Aäute und Felle
Rauchwerk ;
Borsten, Haare etc.
Harze, versch.
Steinkohle
Fabrikate:

arunter:; e ,
Textilgewebe, Garne, etc, 1.377 1.150
‚andwirtschaffliche Maschinen 13.267 29.171
'ndustrielle Maschinen 68.931 11.689
&gt;apier versch. 352 877
Xeramische Erz,, Ziegel etc. 22.066 18.110
D&gt;etroleum " 6.278 10.129
&gt;lanzenöle ; 923 575
Farben und Farbstoffe 1.868 - 3U
Gerbstoffe ; 1.458 1.745
Künstl. Düngemittel 13.511 9.795
Soda kalzinerte 203 4.005
5oda kaustische a 230 2

Nahrungsmittel: 171.099

larunter: N
Getreide (Roggen, Weizen etc.) 11.026 12.091
Reis’ 1.234 759
Erbsen 4.878 1.242
Butter 5.212 8,904
Fieisch (und Geflügel) ; 21.278 ; 8.567
Heringe ; 16.102 16.395
Kaviar, Fische und Konserven 1.192 1.214
Zucker 6.672 11.314
Salz 9.377 13.432
Kakao 792 35
Oelkuchen, Kleie u. Futtermittel 32,598 15.922

Bier 155.480 Kisten 102,777 Kisten

1927 ‘1926
7A to. %
J. d. SSR. 339.800 40 231.300 37
&gt;olen . 192.700 23 175.100 28
Deutschland 176.300 21 117.300 18
Zstland 52.800 6 8.300 I
„itauen 49.200 6 48.400 8

fin der Aufnahme von Waren, die im Transit über
sttländisches Teritorium gingen, steht England an
ırster Stelle — ist es doch als größter Abnehmer öst-
icher Rohstoffe wie Holzmaterialien, Flachs-etc. an-
‚usprechen. An zweiter Stelle kann die U. d. S. S. R.
renanat werden, die aus dem Westen in erster Linie
’ertigwaren, wie Maschinen etc. bezog; weiterhin fol-
ven Deutschland, Litauen, Belgien, Estland und Polen,
welches transito durch Lettland nur 10 Prozent der
uf diesem Verkehrswege exportierten Waren einführte.
Es gingen nach:

1927

1926
DD.

England.

J. d. SSR.
Deutschland
„(tauen-
3Zelgien
Aolland
3stland
&gt;olen

173.00 190.700
165.000 115.400
159.300 110.100
105.600 81.700

56.200 43.200

59.900 29.600

41.200 17.200

19.700 2 5.100 1

DIE LATVIJAS BANKA IM JAHRE 1927

Das Jahr 1927 zeichnete sich durch eine erhebliche
Zesserung der Zahlungsbilanz Lettlands : aus; deren
{auptgründe die verminderte Passivität der Handels-
vilanz und ein bedeutender Zufluß von Auslandskapi-
al waren, Unmittelbares. Resultat dieser Besserung
var das wachsende Angebot ausländischer Valuta an
lie Bank, deren Devisenbestände fortwährend stiegen.
die Jahreszunahme (von 21,4 Millionen Lat. am 1. Ja-
ıuar 1927 bis 49,1 Millionen am 1. Januar 1928) be-
rug 27,7 Millionen Lat, In den ersten Monaten dieses
ahres hat der Devisenzuwachs ‚nicht nachgelassen und
jer Gesamtbetrag weist z. Zt. sclion ca: 70 Millionet
„at‘auf. Diese, für Lettlands Verhältnisse sehr. umfang-
eichen; stabilen Reserven haben die Stellung der Zen-
ralbank sehr gefestigt und den Deckungsprozentsatz
hrer Banknotenemission erheblich gesteigert. Der-
elbe beträgt z. Zt. ca. 200% in stabilen Devisen. und
3old allein, obgleich die Statuten der Bank nur eine
0%-ige Deckung it Gold oder Devisen fordern, die
ibrige Hälfte der Emission aber auch durch kurzfristige
Vechsel gedeckt sein kann.

Gleichzeitig haben sich auch die Umsatzmittel der
3ank bedeutend vermehrt und zwar von 180,6 bis 205,9
Aillionen Lat in einem Jahre, was wohl hauptsächlich
ıufs Konto der um 20 Millionen Lat gestiegenen Staats-
jepositen zu: setzen, teilweise aber auch eine Folge
jer um 6 Millionen Lat vergrößerten Banknotenemis-
{on ist. Der Gesamtbetrag der Bankkredite hat sich
n 1927 kaum verändert. Fast der gesamte Zuwachs
an Umsatzmitteln ist zum Ankauf von Devisen ver-
wandt worden.

Die Resultate der Banktätigkeit im Jahre 1927
ind im allgemeinen befriedigend. Wohl hat der Brutto-

yewinn nicht ganz den Umfang der zwei vorletzten
ahre erreicht. Dies ist aber hauptsächlich eine direkte
zolge der Anfang 1927 vorgenommenen Zinstußer-
näßigung, die die Position der Kreditnehmer erheblich
ıntlastet und dadurch zweifellosen: Vorteil‘ Lettlands
Jesamtwirtschaft gebracht hat. In Anbetracht des all-
;emeinen Nutzens hat die Verwaltung der Bank teit-
veise schon Ende ‚des vorigen. Jahres, hauptsächlich
ıber mit Wirkung vom 1. April a. cr. an, eine weitere
Zrmäßigung des Zinzfußes beschlossen, die zweifellos
ıicht minder günstigen Einfluß auf die weitere Ent-
wicklung Lettlands haben wird, als die letzte Ermäßi-
zung. Der gegenwärtige Rediskontsatz der Latyijas
Zanka im Verkehr mit Privatbanken beträgt 6%, de:
Relombardsatz 6% %. Damit sind die Sätze sehr nahe
len Vorkriegsnormen gekommen. ;

Da bei ungefähr gleichen regelmäßigen Ausgaben
n den beiden letzten Jahren die Verluste bei Trans-
ıktionen in 1927 sich bedeutend vermindert haben, so
st der Reingewinn dieses Jahres — 4,8 Millionen Lat
— um eine ganze Million größer als im vorhergehen-
len Jahre, Daß es der Bank gelungen ist, diesen höhe-
‚en Reingewinn bei ermäßigten Zinssätzen zu erzielen.
ist ein großer Erfolg.

Die als stabile Reserven angesammelten größen
JDevisenbestände gewähren der Bank die Möglichkeit,
hre aktiven Operationen nach Bedarf zu erweitern. Da
ıber die Bedürfnisse des Landes nach kurzfristigem
Kredit bereits gedeckt sind und die Emmissionsbank
ıicht die Aufgabe hat, Geld auf längere Fristen zu leihen,
zo kann die Entwicklung der Bankoperationen nur eine
ıllmähliche, der Entwicklung der Gesamtwirtschaft
„ettlands entsprechende sein.
        <pb n="11" />
        ESTLANDS WIRTSCHAFT IM JAHRE 1927
EIN VUEBERBLICK UEBER EINIGE BEDEU "ENDE WIRTSCHAFTSZWEIGE
Das vergangene Jahr brachte in Estland, sowie
Iberhaupt in den Baltischen Staaten keine tiefeinschnei-
denden Ereignisse; dafür war es ein Jahr der weiteren
Stabilisierung und, dadurch, eine weitere Grundlage für
die günstige wirtschaftliche Entwicklung in der Zu-
kunft. Diese letzte Feststellung kann bereits an der
Hand der bereits vorliegenden Resultate für das erste
Vierteljahr 1928 als richtig bewiesen werden; verschie-
dene Monatsabschlüsse der estnischen Wirtschaft zei-
gen überaus günstige Zahlen: es genügt z. B. auf den
Export im März 1928 hinzuweisen, dessen Zahl über-
haupt bis jetzt das größte von Estland auf dem Gebiete
der Ausfuhr Erreichte darstellt,

Im Jahre 1927 interessiert uns zunächst der G e 1 d-
amlauf, Die hierüber . vorliegenden Ziffern sind
überaus günstig. Was zanächst die Entwicklung der
Staatsfinanzen Estlands im Laufe der letzten Jahre an-
belangt — die Entwicklung, die zur Einführung der
Krone. geführt hat, zitieren wir einen Abschnitt aus
ainem Artikel des estnischen Pressechefs M. Meri (im
„Baltischen Almanach für das Jahr 1928“, Baltische
Yresse, Danzig), der den Werdegang der Krise und ihre
Behebung in Ziffern kleidet:

„1918/19 war die estnische Regierung vor die Auf-
gabe der Finanzierung des Freiheitskrieges gestellt
worden, ohne irgendwelche finanzielle Einkünfte zu
besitzen. Der erste Notbehelf war eine kleine finnische
Anleihe. Erst 1920 ‚als Estland auf Grund des Frie-
jensvertrages von Tartu die Summe von 15 Millionen
Goldrubeln erhielt, konnte man an eine Ordnung der
Staatsfinanzen denken. Im folgenden Jahre machte
man einen energischen Versuch die Vorschläge
der Brüsseler Finanzkonferenz durchzuführen und
1922 erzielte der Staatshaushalt bereits. einen
Veberschuß von ca. 1,6 Milliarden Mark. Fast
alle darauffolgenden Finanzjahre haben. Ueberschüsse
von ca. 300 Millionen Mark ergeben, die sämtlich der
Volkswirtschaft zugeführt wurden. Nur 1924, als Miß-
ernte, vereint mit den Folgen der mitteleuropäischen In-
Hation, in Estland eine Wirtschafskrise hervorrief,
mußte sich der Staat mit einem geringeren Ueberschuß
jegnügen (67,7 Millionen Mark).

” Größer waren die Folgen dieser Krise für die 1919
gegründete Eesti Bank. Zur Belebung der Wirtschaft
und insbesondere der schweren Industrie mußte sie ca.
5 Milliarden Esti Mark in den Unternehmungen leih-
weise investieren. Infolge der schlechten Konjunktur
1923/24 war ein Teil der Kredite zugefrorea, die Zen-
tralbank litt an Geldmangel und die Folgen ihrer kredit.
geberischen Tätigkeit schienen die Währnung in’ Mit-
leidenschaft zu ziehen. Eine Bank- und Währungs:
reform größeren Umfangs schien demnach absolut not-
wendig. Um Mittel zu ihrer Finanzierung zu erlangen,
wandte sich Estland an den Völkerbund. Am 10. De-
zember 1926 unterschrieb Finanzminister Sepp .die
Genfer Protokolle, laut, derer der Völkerbundrat eine
Garantie für eine internationale Anleihe von 1350 000
Pfund Sterling netto übernahm. Die Anleihe wurde im
juni 1927 emittiert, wobei die englische Tranche in
London binnen einiger Minuten zwöltmal überzeichnet
wurde. Dieser Erfolg bewies, daß der Weg über den
Völkerbund der richtige gewesen war. ‚Anfang Dezem-
ber 1927 erließ die Regierung eine Verordnung, wonach
ab 1. Januar 1928 die estnische Krone (kroon) gleich
100 EMk. als Valutaeinheit eingeführt wird, Der Fein-
goldgehalt einer E. Kr. entspricht dem einer skandina-
vischen Krone,“

Was im allgemeinen die Bilanz der estni-
schen Banken im Jahre 1927 anbelangt, so ver-
zeichnen wir in erster Linie als günstiges Resultat die
1öhe des Nettoverdienstes, Er betrug:

Am 1. Dezember 1927 — 208 000 000 Eestimark,

dafür aber $&gt; ;

Am 1. Dezember 1926 — 187 000 000 Eestimark.

Die Banken arbeiten also durchaus mit Gewinn. In
der gleichen Weise ‚ist die Gesamtsumme der Bank-
xapitale im Vergleich zu 1926 gestiegen. Die 21 in die
Bilanz einbezogenen Aktienbanken erwiesen

1926 Eigenkapitalien — 994000000 EM.

1927 » — 1042000000 „ ;

Die Konto- und Spartätigkeit nahm nach der {fol-
zenden Tabelle zu (Ziffern in Millionen Eestimark) *

1926 1927
Befristete Einlagen 511 763
Zinlagekontis mit tägl. Kündigung 1727 2 262
Konto-Korrentrechnungen 135 „211

Diese Posten geben im Jahre 1927 zusammen Ein-
ıaagen in der Höhe von 3236 000 Eestimark im Ver-
gleich zu 2373 000 000 im Vorjahre., Ueber die wei-
teren Bilanzposten der estnischen Banken zitieren wir
nach der estnischen Presse: „Der verstärkte Zustrom
iremder Gelder belebte die Aktivoperationen der Ban-
zen. Die gesamten Darlehen stiegen auf 5565 Mill.
EM., d. h. 26,3 % (ausländische Wechsel von 427 auf
558 Mill., inländische Wechsel von 1086 auf 1413 Mill.,
Kontokorrente von 2703 auf 3307 Mill. EM.). Die Gut-

haben bei Korrespondenten erhöhten sich von 357 auf
332 Mill... davon in der Hauptsache die Guthahen im

Ausland. Die Nettoverschuldung der Banken an Has
Ausland hat eine stark wechselnde Bewegung aufzı-
veisen. ie Banken genießen guten Kredit im Aus-
and, den sie je nach Bedarf in Anspruch nehmen. Am
ı. Dezember 1926 machten die kurzfristigen Auslands-
verpflichtungen insgesamt 876 Mill. EM. aus, am I,
Mai 1927 1312 Mill., am 1. Dezember 1163.“

Die estnische Staatsfinanzgebarung möchten wir
Her an Hand zweierlei Ziffern schildern: jener‘ der
;taatsschuld und der Staatseinnahmen. Die Staats-
'chuld Estlands betrug am 1. Januar 1927:

Innere: am 1. Juli 1926 — 100 Millionen EM., am

Januar 1927: 79 131 000 EM.

Aeußere: am 1, Juli 1926 — 8 149 967 268 EM.,
m 1. Januar 1927; 8 185 287 449 EM.

Aeußere Schuld am 1. Dezember 1926 spezifiziert:
an Großbritannien (I) 1166200 -£

am 1, Januar 1927 1 159.647 £

an Großbritannien (I) 130000 £

am 1, Januar 1927: 130000 £

an U. S. A, 13830000 $

am 1, Januar 1927 15477927 $

an Schweden 708 172,95 Schw. Kr.

am 1. Januar 1927 986 398,96 Schw. Kr.

Völkerbundanleihe, Unterfertigt am 10. Dezember
926 — 1350000 £.

Die Markziffern in Kronen umgerechnet. lassen
m Vergleich mit dem Stand vom 1. Januar 1928 {fol-
senden Vergleich anstellen: „Die Staatsschulden be-
üfferten sich zum 1, Januar 1928 auf 115,1 Mill. Kr.,
jegen 103,6 Mill. Kr. am 1, Januar 1927 und 112,1 Mitl.
Xr, am 1, Januar 1926. Davon sind 5063 Mill. innere
ichulden gegen 110 .Mill. auswärtige. Hiervon ent-
allen auf England 35,6 Mill. Kronen, Vereinigte Staa-
en 73,9 Mill. Kr., Schweden (Warenkredit) 0,9 Mill.
{r. Die innere Schuld setzt sich zusammen aus: 647,1
Mill. Kr. staatliche Prämienanleihe, 4,4 Mill. Kr. Staats-
sassenscheine als Scheidegeld und 3,9 Tausend Kr.
Xassenwechsel.“

Die Staatseinnahmen und Ausgaben stellen sich
926/27 und zwar im Vergleich zu den Vorjahren wie
olgt dar (Eestimark, 00.000. weggelassen):

Einnahmen: 1920 — 2 611,4 1921 — 5 476,3, 1922
— 7083,8, 1923 — 7 734,7, 1924 — 7 475,5, 1925 —
7 750,7, 1926/27 — 7 848,5.

Ausgaben: 1920 — 3 241,4, 1921 -— 6.582,4, 1922
— 5517,3, 1923 — 7079,2, 1924 — 7 407,8, 1925 —
"417,2, 1926/27 — 7 848,5.

Die Ziffern der Staatsschuld zeigen uns eine sehr
jünstige Tendenz, die bis zum Budget des Berichts-
ahres andauert: die Staatswirtschaft schloß stets mit
nem kleinen Ueberschuß, was um so bedeutender ist,
ıls Estland im Laufe der letzten Jahre eine sehr große
zumme — ca. 3 000 000 000 Eestimark — für Inve-
ititionen auf dem Gebiete der Volkswirtschaft aus-
‚elegt hat. Mit dem Berichtsjahr setzt die Tendenz,
vie wir sehen werden, aus: das Budget für 1928/29
st nicht nur das erste Budget in Kronenwährung, son-
lern auch das erste, das ein Defizit — es beträgt zwei
Aillionen — vorsieht. (Dieses Defizit ist in erster
zinie durch den Ausbau der Verkehrsstraßen verur-
sacht, der ca. .1 Million in Anspruch nehmen dürfte).
loffen wir, daß in Bezug auf die Struktur des estni-
ichen Budgets die Jahreswende 1927/28 keine grund-
ätzliche Aenderung bedeutet, und das gegenwärtige
‚ahr mit seinem, wenn auch. unscheinbaren Defizit.
ne Ausnahme bildet.

Die Außenhandelsbilanz der estnischen Republik
m Jahre 1927 wollen wir ebenfalls jm Zusammenhang
nit den vorhergehenden Ziffern darstellen. Ab- 1920
zestaltete sich die Handelsbilanz Estlands wie folgt
(Ziffern v. 1920/26 aus dem „Baltischen Almanach‘),
lie Ziffern in Tausend EMk., wobei die eingeklammer-
e Ziffer neben der Jahreszahl den durchschnittli-
‘hen Dollarwert im hetreffenden Jahre in EM. bedeutet:

1920 (232) 1921 (361)
1395185 4482 607
1228379 . 2286638
—166 806 —2 195 969
1922 (340) 1923 (345}
Einfuhr 5589414 09323279
Ausfuhr 4811580 5711596
Saldo —777 834 —3.611 683
1924 (389) 1925 (375)
Einfuhr 8204209 09654625
Ausfuhr 7865790 9664618
Salde —338 419 +9 993
1926 (375)
Einfuhr 9 556 975
Ausfuhr 9 623 603
Salcdıaa ‘LA RAR

Was nun das Jahr 1927 anbelangt, so stellen sich
lie Ziffern wie folgt — und zwar in Kronen (unter
lieser Form sind die Ziffern veröffentlicht worden)
= Aare

Im port-— 369 000 Tons im Wert von 96 430 000
Kr. (das Vorjahr 1926 in Kr. umgerechnet: 393 000
Tons im Werte von 95 560 000 Kr.);

Export — 525000 Tons im Werte von
105.780 000 Kr. (das Vorjahr 1926 in Kr. umgerechnet:
138 000 Tons im Werte von 96 380 000 Kr.).

Die Aktivität dieser Bilanz wurde von der Presse
wie folgt kommentiert:

Der Ausfuhrüberschuß beträgt 1927 — 9350 000
Kr, Dieser Erfolg ist als das Resultat der Produktions
;teigerung der Wirtschaft im Jahre 1927 zu buchen.
Das Hauptexportgut sind Butter (9906 Tons) im
Werte von 27 660 000 Kr. und andere Produkte der
Viehzucht und Landwirtschaft (Flachs, Kartoffeln, Kar-
offelmehl). Außerdem Holz und Holzwaren, Zellulose
ınd Holzmasse, Papier, Textilwaren.

. Nach Estland wurden hauptsächlich importierfr
Getreide, Mehl, Kraftfutter, Zucker, Heringe, Baum-
wolle, Kohle, Metalle, Oele, Häute, Textilwaren, künst-
liche Düngemittel und Chemikalien, Maschinen.

Mehr. als die Hälfte aller importierten Waren
commt aus England, Deutschland und den Vereinigten
Staaten, etwa ein Drittel aus den skandinavischen Län«-
lern und den Nachbarstaaten. Der deutsche Handel
st zum Teil Transithandel. (Der Anteil Deutschlands
ın der estnischen Einfuhr ist im Jahre 1927 zurückge-
zangen). Englands Anteil vergrößerte sich dank der
zesteigerten Einfuhr von Eisenbahnmaterial und Kohle,
der Handel aus den ‚Vereinigten Staaten belebt sich
lurch die Zunahme des Imports von Oel, Getreide und
Automobilen. Aus Rußland werden Getreide, Oel! und
&lt;olonialwaren hereingeholt .

Der Export Estlands geht zu 60 Prozent nach Eng-
and und Deutschland und zu fast 30 Prozent an die
;kandinavischen Länder und die Nachbarstaaten. Eng-
and kauft hauptsächlich Holzwaren, Flachs und
*leisch; Deutschland Butter, Textilwaren usw. Die
\usfuhr nach der UdSSR., die im Vorjahre im erhöhten
Maße Leder und Textilwaren aus Estland kaufte, ist im
vergangenen Wirtschaftsjahr stark zurückgegangen.

Die günstige Entwicklung des Außenhandels hat
ihre Einwirkung auf dem Gebiete des Zollwesens ge-
habt. 1924 war in Anbetracht der bis dahin passiven
dandelsbilanz eine starke Zollerhöhung eingetreten, so
laß der Zolltarif in einzelnen Positionen Prohibitivcha-
'akter trug. Ende 1927 wurde mit der Herabsefzung
ler Zollsätze begonnen. Von den Zolleinnahmen sind
»twa 30. Prozent Schutzzölle für die einheimische Indu-
strie.. Ein Vergleich mit den Zollsätzen der übrigen
ı1enen Staaten zeigt, daß die estnischen nicht als hoch
zu bezeichnen sind. Wenn durch Zollmaßnahmen eine
Zinengung des Imports bewirkt werden mußte, so ge-
schah dies zur Ausmerzung von finanziellen Schwierig-
ceiten in der Uebergangszeit der volkswirtschaftlichen
Sntwicklung. Wenn eine Herabsetzung der Zölle vor-
zenommen wird, so steht sie stets in engstem Zusam-
nenhang mit der Entwicklung der Staatsfinanzen.

Eine wichtige Stelle im estnischen Handelsleben
ummt .das Holz ein, dessen Anteil am estnischen
3xport mit 20 Prozent zu bewerten ist. Es handelt sich
ıer - selbstverständlich durchweg um. die heimische
?&gt;roduktion, die auf einen Waldbestand von 946 000 ha
22 Prozent der Gesamtfläche Estlands) basiert ist.
‚Hauptsächlich Kiefer — 40 Prozent — und Fichte —
31 Prozent.) Ueber den estnischen Holzexport (mit
\usnahme der Ausfuhr von Sperrplatten und Stuhl-
jitzen) wurde folgende statistische Tabelle publiziert;
lie die Entwicklung dieses Exportzweiges im Laufe der
letzten Jahre zeigt: (Die Ziffern bedeuten Standards.)

Rretter und

Planken Balken Schwellen
38 727,7 22 507,7 1 971,0
46 888,2 33 635,1 951,6
56 563,9 19 711,2 2 201,5
68 423,2 18 540,9 1.207,1
53 353,3 27 071,8 1 365,2
Klötze and. Hölzer insgesamt
506,0 66,6 64 779,0
250,4 22,7 81 748,0
458,6 139,5 79,164,7

1 210,9 27,2 89 409,3
1 930.1 2 152,0 95,881,4

1923
1924
1925
1926
1927
1923
1924
1925
1926
19927

Der Wert dieser Ausfuhr war, in die nenne Kranen-
währung umgerechnet, folgender:
1923 11.600.000 Kr.,
1924 12.400.000 ‚,,
1925 ; 12.100.000
1926 13.300.000 ‚,,
1927 14.100.000
Aus diesen Ziffern ist die langsam steigende Ten-
denz der Holzausfuhr Estlands deutlich zu erkennen,
Der Hauptabnehmer dieser Quanten ist selbstverständ-
ich Großbritannien (70 bis 85 Prozent der Gesamt-
holzausfuhr, je nach den einzelnen Gattungen), ziemlich
weit zurück stehen als nächste Belgien, Holland und
andere Staaten. Ebenfalls wichtig ist der Anteil Groß-
Yritanniens an der Finanzierung der estnischen Holz-
firmen. Es genügt, auf die Sägewerke der Luther A.-G.
hinzuweisen, die mit ihren 2000 Arbeitern eine überaus
vichtige Stellung in der estnischen Holzindustrie ein-
Ymmt.
        <pb n="12" />
        DIE WAEHRUNGSREFORM IN ESTLAND

Die am 1. Januar d. J. erfolgte Inkrafttretung der
Anfang 1927 erlassenen Währungsreformgesetze bil-
dete den Abschluß der bereits einige Jahre früher be-
gonnenen Bestrebungen einer durchgreifenden Reorga-
nisation des bestehenden Währungssystems. Der erste
offizielle Schritt der Regierung in dieser Richtung waı
ein Gesuch an den Völkerbund im Jahre 1924 um Ent-
sendung einer Sachverständigenkommission zweck?
Abgabe eines Gutachtens üiber die wirtschaftliche und
Änanzielle Lage des Landes, welches in der Folge zu
Unterzeichnung des Genfer Protokolls vom 10. Dezem-
ber 1926 führte, worin die grundlegenden Prinzipien
tür die Durchführung des von der erwähnten Kommis-
sion gutgeheißenen Reformschemas festgesetzt wurden.
Die wesentlichsten Verfügungen der Genfer Urkunde
Hestanden in der Einführung des Goldvaluta-Standards
und einer neuen Münzeneinheit sowie der Neuetablie-
rung der Eesti Bank als private Notenbank mit dem
alleinigen Emissionsrecht für die Dauer von 25 Jahren;
die für ein zentrales Noteninstitut ungeeigneten lang-
Iristigen Aktiva der Bank sollten. durch eine neu zu
gründende. Staatliche Hypothenbank übernommen wer-
den und die zu diesem Zweck notwendige Summe auf
dem Wege einer unter den Auspizien des Völkerbundes
aufzulegenden internationalen Anleihe aufgebracht wer-
den. In Einklang mit den Bestimmungen des Protekolls
wurden die eingangs erwähnten Cesetzanträge . aus-
gearbeitet und am 3. Mai 1927 von der Staatsversamm-
lung verabschiedet, und zwar: die Statuten der Eesti
Bank, das Währungsgesetz, das Gesetz über die Ein-
stellung der Emission der Staatskasse und das Gesetz
über die Außenanleihe. Das letztere Gesetz bevoll-
mächtigte die Regierung zum Abschluß einer Anleihe
auf dem internationalen Geldmarkte für einen Gesamt-
nettobetrag von £ 1.350.000. Von dieser Summe sollten
gemäß dem Protokoll 1 Million Pfund für den Ankauf
der langfristigen Aktiva der Eesti Bank und der Res!
als Operationskapital für die‘ Hypothekenbank ver-
wandt werden.

Die Statuten der Staatlichen Hypothekenbank un-
ar dem Namen Bank für Langfristige Darlehen wurder
on der Staatsversammlung am 15, November 1927 be-
tätigt. Ferner wurde eine Staatliche Sparkasse ins Le-
‚en gerufen, da die Eesti Bank nach dem 1. Januaı
928 nicht. mehr berechtigt ist, für Depositen Zinsen zvU
ahlen, Der Uebergang zu dem neuen System vollzog
ich im Wesentlichen nach folgendem Schema. Lauf
lem Währungsgesetz und dem Gesetz über die Einstel-
ıng der Staatsemission wurde die letztere mit eineı
jesamtsumme an ausstehenden Noten per 31. Dezem-
er 1927 von 1.310 Millionen Estmark mit der eigenen
‚mission der Eesti Bank amalgamiert. Gleichzeitig trat
ne Eesti Bank der Regierung langfristige Darlehen im
Verte von rund 2.700 Millionen Emk, ab. Als Aequi-
alent hierfür empfing die Bank den Gegenwert von
: 1 Million = ca. Emk, 1.820 Millionen, sowie die Me-
all- und Valutareserven der Staatskasse in Höhe von
'mk. 537 Millionen, der Rest wurde gegen die lang-
:istigen Depositen der letzteren bei der Eesti Bank
iufgerechnet,

Die Konversion erfolgte im Verhältnis von 100
hemalige Mark = 1 Krone = 100 Cent. Die neue Ein-
ıeit hat einen Goldgehalt von 0.40323 fein bei eineı
’ollarparität von 0,268. Als gesetzliches Zahlungs-
nittel gelten ausschließlich die Noten der Eesti Bank
°;ür die Dauer des Notenprivilegs der Bank ist die
;taatskasse gehalten, keine Zahlungsmittel auszugeben
nit Ausnahme der ihr gesetzlich übertragenen Emission
ron Scheidemünzen. Bis zur Prägung der letzteren ist
lie Staatskasse befugt, Papiergeld in entsprechenden
{upüren zu emittieren, welches nach Maßgabe der In-
‚mlaufsetzung von Metallmünzen aus dem Verkehr zu
jehen ist.

— Die Eesti Bänk ist eine zentrale Emissionsbank mit
inem Aktienkapital von 5 Millionen Kronen, "welche
jumme vorerst von der Regierung gezeichnet‘ wurde
n deren Hände die Anteile bis zu ihrer Realisierung au!
lem privaten Markte verbleiben, jedoch nicht länger als
ür die Dauer von 2 Jahren. Zwecks Aufrechterhaltung
ter Goldparität und Gewährleistung der Einwechsel-
)arkeit ihrer Noten ist die Bank gehalten, die gesetz-
ichen Zahlungsmittel anderer Goldstandard-Länder zu
werben bezw. zu verkaufen, jedoch nur in Beträgen
ron jeweils bis zu 5000 Kronen, Die Emission und die
sonstigen jederzeit fälligen Verbindlichkeiten müssen
u mindestens 40% durch Gold und Devisen gedeckt
ein.

Am 20. Juli 1927 wurde die Anleihe zum Kurse
von 944 bei einem Zinssatz von 7% p. a. aufgelegt. Die
Realisierung erfolgte in London. im ‚Betrage von
£ 700.000 und New-York — $ 4.000.000. Die Dauer
der Anleihe beträgt 40 Jahre mit dem Recht einer par-
tiellen oder vollständigen Tilgung nach dem 1. Juli
1937. Als Treuhänder der Anleihe wurde Herr Albert
Janssen, Glied des Finanzkomitees des Völkerbundes,
ernannt.
BANK HANDLOWY W WARSZAWIE Ä

Seit dem 1. Juli 1927, das ist seit. Realisierung der
Beschlüsse der Generalversammlung der Aktionäre am
21. Mai 1927 betreffend die Fusion mit der Bank des
Pays Polonais Reunis und die Erhöhung des Grundka-
pitals auf 20 Millionen Zloty mit Hilfe einer auslän-
lischen Gruppe, begann für die Bank eine neue Ent-
wicklungsperiode.

3ank Gospodarstwa Kraiowego (Landeswirtschafts-
jank) an der Bildung des Grundkapitals der Gesell-
ichaft für die Exploitation des Tabakmonopols in der
°reien Stadt Danzig.

Im Oktober 1927 hat die Bank Handlowy in War-
ichau zusammen mit der Bankers Trust Company, der
juaranty Trust Company, Blair &amp; Co und der Chase
Vational Comp. mit der polnischen Regierung einen
Vertrag betreffend die 7%-ige Stabilisierungsanleihe in
ler Gesamthöhe von 62 Millionen $ und 2 Millionen £
ınterzeichnet, wobei-sie 1 Million $ des polnischen An-
eiles übernommen hat, Dieser Anteil Polens wurde
'on dem Syndikat der polnischen Banken, der zu die-
‚em Zwecke geschafien worden ist, zur Zeichnung aus-
yzeschrieben. Bereits nach 5 Tagen war die Anleihe
21% mal überzeichnet.

Die neue Aktienemission ist in der vorgeschriebe-
nen Zeit vollkommen gedeckt worden, und zwar wur-
den von dieser Emission 6 Millionen Zioty von auslän-
Jischen Aktionären: das Bankhaus W. A. Harrimaun
&amp; Co Incorp., New-York, die Banka Commerciale in
Mailand, die Banque de Bruxelles und die Niederöster-
reichische. Escomptegesellschaft, Wien gedeckt, wäh-
‚end die übrigen 4 Millionen vollkommen von pol
mischen Aktionären übernommen worden sind. Die
durch diese 14. Aktien-Emission der Bank erhaltenen
10 Millionen Zloty sind dem Grundkapital überwiesen
worden, das auf diese Weise eine Erhöhung auf 20 Mil-
ijonen Zloiy erfahren hat.

Die Operationsssumme der Bank erreichte im
jahre 1927 die Höhe von 4.253.358.210,22 Zioty gegen
2.257.587.197,16 Zioty im Jahre 1926. Was die einzel-
nen Positionen der Bilanz per 31. 12. 1927 anbetrifft,
so ist zu bemerken, daß die Summe der Einlagen, De-
positen auf den Scheckkonti und die Spareinlagen die
Höhe von 28,9 Millionen Zloty gegen 4,4 Millionen in
ler Bilanz vom 31. 12. 1926 erreicht hat.

‚Die Kreditsaldi auf den laufenden Rechnungen be-
lrugen am 31. 12. 1927 28,1 Millionen Zloty gegen 12,6
Millionen am 31, 12. des Vorjahres, was eine Stei-
gerung um 15,5 Millionen Zloty bedeutet.

Das Portefeuille der Handelswechsel betrug 40,8
Millionen Zloty gegen 15,8 Millionen 1926. Die Debi-
toren stiegen von 17,4 Mi‘lionen am 1. Januar 1927 auf
40,7 Millionen am 31. 12. 1926. Die Liquidität der
Bank hat im vergangenen Jahre ein. hohes Niveau er-
reicht. Die Kassensummen der Bank betrugen laut Bi-
lanz vom 31. 12 1927 — 9.774.369 Zioty während das
7ortefeuille der leicht realisierbaren Wechsel sich auf
40,8 Millionen Belief,

im Laufe des Jahres 1927 hat die Bank in hervor-
ragender Weise an zahlreichen internationalen Finanz-
»perationen teilgenommen, so ar der 6%igen Anleihe in
löhe von 1.900.000 £ der Freien Stadt Danzig sowie
zemeinsam mit einer polnischen Bankengruppe und der

Außerdem hat die Bank Handlowy in Warschau an
ler Neuemission der Aktien der Maschinenwerke ın
)strowice teilgenommen,

Die Gewinn- und Verlustrechnung per 31. 12. 1927
veist einen Reingewinn für das abgelaufene Geschäfts-
ahr in Höhe von 2.388.578,18 Zloty aus, wovon lauf
Jeschluß der Generalversammlung 1 Million Zioty der,
jpezialreserven gutgeschrieben, während 6% als Divi-
lende ausgeschüttet werden, d. s. 6 Zloty für jede Aktie
fer 13. Emission und 3 Zloty für jede Aktie der 14
mission. Bezüglich der Gewinne im Jahre 1928 wer-
den sämtliche Aktien der Bank sowohl der 13. als auch
tier 14. Emission gleiches Recht haben.

Der Verwaltungsrat hat in dem Bestreben, die Be-
ijehungen mit dem Auslande zu erweitern, sich um die
Zusammenarbeit mit gutfundierten ausländischen Insti-
uten bemüht, Diese Bemühungen waren bereits in der
'rsten Monaten des laufenden Jahres von Erfolg ge
:rönt. Die Hambros Bank Ltd. in London und die
’ester-Ungarische Commerzialbank in Budapest haber.
ich bereit erklärt, ein Aktienpaket der Bank Handlowy
v Warszawie zu übernehmen, welches ihnen von eineı
iruppe fremder Aktionäre abgetreten worden ist. Au’
liese Weise ist es gelungen, die Gruppe der auslän-
lischen Teilnehmer der Bank zu stärken, ohne jedoch
las Beteiligungsverhältnis zwischen der fremden und
ier polnischen Gruppe am Kapital zu ändern. Dadurctk
ind die Möglichkeiten für eine weitere günstige Ent-
vicklung der Bank Handlowy w Warszawie geschaffen
vorden.

. Druch die nach langen Jahren erfolgte Wiederer-
angung der Seeküste besitzt Polen einen Ausgang nach
ler weiten Welt zu den Ozeanstraßen, wodurch das
„and seinen neuen Nachbarn angenähert wird, bildet
loch das Meer diejenige Brücke, welche alle Völker an
jämtlichen Küsten als Nachbarn verbindet,

Als Pionierunternehmen, welches die polnische
"lagge über das Meer trägt und Polen mit der Welt
rerbindet, gilt in Polen die staatliche Schiffahrtsgesell-
ichaft „Zegluga Polska‘.

Es dürfte Zeit sein, daß sich der durchschnittliche
3ürger Polens dessen bewußt wird, daß ihm das Meer
fen steht, und von diesem für jedermann freien Wege
ı1ach den fremden Ländern Gebraucht macht. Kine See-
eeise gewährt die beste Erhohlung und bildende Zer-
;treuung. Bie Bekanntschaft mit dem Meere lehrt den
Menschen in die Ferne zu. blicken, über die Kleinigkei-
ien des Alltags hinwegzusehen. Das Meer gibt der
venschlichen Seele diese wunderbare Ruhe und das
Hei. hgzewicht, die sich vielfach bei den älteren See-
euten beobachten lassen, 1äßt die ganze Nichtigkeit
inserer alltäglichen Fragen zutage treten und ermutigt
@ höheren Gedanken; es erweitert unseren Horizont
ınd befreit uns von der Nervenanspannung, welche uns
las tägliche Dasein verbittert.

In Erkenntnis dieser deutlichen, leider aber so
venig eingesehenen Wahrheit, organisiert das noch
unge polnische Schiffahrtsunternehmen, die Zegluga
7olska, deren fachmännische Leitung in den Händen
les Direktors Juljan Rummel ruht, eine ganze Reihe
‚on Seereisen nach dem Baltikum, nach den skandi-
1avischen und ostbaltischen Ländern, Der umgebaute
ınd diesen Reisen speziell angepaßte Dampfer „Gdy-
ua‘. wird die Mission, Polen mit diesen Ländern näher
m bringen, zu erfüllen haben, Dieser Dampfer besitzt
ne. Reihe bequemer Kabinen, einen schönen Damen-
jalon mit Klavier, einen großen Rauchsaal, ein Restatt-
'ant und ist ferner mit sämtlichen . Bequemlichkeiten
ür die Passagiere ausgestattet. Die neu erbauten
Luxuskabinen laden‘ zu Seereisen ein und dürften ihren
Eindruck auf die Reisenden nicht verfehlen. Küche. und
Biifett, weiche von einem langjährigen Fachmann -ge-
leitet werden, bürgen für schmackhafte und nahre
‘hafte Speisen. Alle diese Bequemlichkeiten haben den
Zweck, das Publikum zu den von ihm so wenig ausge-
1ützten Vergnügungen einer Seereise zu bewegen,

Auch für die Entwicklung der polnischen Seebäder
st die Aufrechterhaltung des Küstenverkehrs unent-
ehrlich. Dank der Organisierung einer Küstenschiff-
ahrtslinie durch die „Zeghuga Polska‘ wurde im Vor-
ahre eine bequeme Verbindung zwischen den Küsten-
wrischaften, beginnend in Danzig und endend in Helga,
‚eschaffen. Besondere Aufmerksamkeit wurde der
/erbindung zwischen Gdynia, Hela und Danzig sowie
lem Verkehr mit Jastarnia geschenkt, Diese Verbin-
lung ist von_nicht zu unterschätzender Bedeutung, da
je die Entwicklung der polnischen Seebäder beschleu-
gt und den Kurgästen die Möglichkeit einer
schnelleren und angenehmeren Reisa als mit der Eisen-
jahn bietet. Der Verkehr auf den genannten Linien
wird durch folgende Dampfer bedient: dem großen
Luxusdampfer „Gdynia‘“, welcher über 1000 Passa-
ziere faßt, die soeben auf der Palmerwertt in England
ertiggestellten Luxus- und Schnell-Dampfer „Jadwiga”*
ınd „Wanda“ sowie das in diesem umgebaute Küsten-
‚chiff „Hanka“.
Die Fahrzeiten des Küstenverkehrs sind dem
3isenfahrplan angepaßt, wodurch bequeme Ver-
xehrsbedingungen an der Seeküste geschaffen sind. Die
Votwendigkeit einer solchen Verbindung erhellt, wenn
nan berücksichtigt, daß während der kurzen Saison
m vergangenen jahre von den Dampfern der Küsten-
;chiffahrtslinie über 70.000 Passagiere befördert wor-
ien sind, ein Beweis, wie schnell sich das Leben an
ler Seeküste entwickelt und welche Bedeutung sie für
las ganze Land besitzt. Es darf nicht außer acht ge-
assen werden,, daß die polnische Seeküste noch vor
:inigen Jahren fast einer Wüste glich, während dort
ıeute Pensionate, Hotels, Konditoreien u. Ss. w. empor-
vachsen. Es dürfte aber auch keinem Zweifel unter-
ijegen, daß eines der größten Vorzüge der .Seeküste
lie angenehmen Seefahrten sind. Die Passagierabtei-
ung der „Zegluga Polska“ ist unter der Leitung des
»rfahrenen Marinekapitäns Henryk Broszkiewicz, der
ich immer mehr als ein tüchtiger und _energischer
Jrganisator auszeichnet, um eine ständige Erweiterung
hrer Tätigkeit bemüht.

Um den ausländischen Gästen die Reisen beque-
ner zu gestalten, hat die „Zegluga Polska‘ bei der
Ersten Polnischen Seebädergesellschaft (Pierwsze
Polskie Towarzystwo Kapieli Morskich) in Warschau,
Krakowskie PrzedmiesScie 20-—22, Telefon 235-60,
än besonderes Schiffskarten-Verkaufsbüro eingerichtet.
        <pb n="13" />
        DAS FLUGWESEN IN POI

EN
Der Luftverkehr in Polen wird, ähnlich wie in an-
deren europäischen Ländern, durch Privatgesellschaf-
ten aufrechterhalten, welche von der Regierung konzes-
stoniert und subventioniert sind.
Gegenwärtig bestehen in Polen 2 Luftschiffahrts-
gesellschaften: die Polska Linja Lotnicza „Aerolot“ S
A, und die „Aero“ S. A. Beide Unternehmen stützen
sich ausschließlich auf polnischem Kapital. Die erste
ler genannten Luftschiffahrtsgesellschaften bedient
lie‘ Strecken zwischen Warschau, Lodz, Kraköw,
Lwöw, Danzig, Brünn (Czechoslowakei) und Wien, die
„Aero“ dagegen die Linie Poznan— Warschau. Das
Netz der Gesellschaft „Aero“ soll in diesem Jahre auch
auf andere neue Linien, die sich gegenwärtig im Sta-
dium der Organisierung befinden, ausgedehnt werden
‚Außer den oben erwähnten zwei polnischen Luft-
schiffahrtsgesellschaften konzessionierte und subven-
joniert die polnische Regierung die Internationale Luft-
schiffahrtsgesellschaft (Compagnie. Internationale de
Navigation Aerienne, früher Franco-Roumaine), soweit
2s sich um die Linie Warschau in Richtung Prag und
Paris handelt.
Das polnische Handelsflugwesen nimmt, obwohl
es bisher noch keine im Inland erzeugten Flug-Appa-
rate besitzt, eine hervorragende Stellung inmitten der
europäischen Luftschiffahrtsgesellschaften ein. Die bis-
her auf diesem Gebiet in Polen erzielten Ergebnisse
dürften inbezug auf Sicherheit und Regelmäßigkeit 'ein
Beispiel für viele Gesellschaften in der Welt, welche,
oft unter günstigeren Bedingungen arbeiten, sein.
WISSENSCHAFT
‚Die schädliche Wirkung des Coffeins. Professor nteressant und verdient weitgehendste Beachtung, Dr.
W. Storm van Leeuwen, früher Koönservator am phar- torm van Leeuwen sagt: Die Wirkung von Kaffee und
makologischen Institut zu Utrecht, jetzt Professor an offein (dem bekannten Nervengift CH, „N,O,H,O) ist
der Universität Leiden, hat sich der Mühe unterzogen, lieselbe, Sie kennzeichnet sich: . . S
durch ausgedehnte Versuche mit Tieren die- schädliche 4. durch aufreizenden Einfluß +auf das: Nerven-
Wirkung des Kaffeegenußes festzustellen, Die Ergeb- system; .
nisse dieser Versuche sind in einer umfangreichen 2. durch Herzklopfen und Schlaflosigkeit;
Broschüre mit Abbildungen festgelegt. . 3. durch Steigerung des Blutdruckes und Schwin-
Dr. W. Pynappel, der Vorsitzende des Gesund- delgefühl, 3 ; h
heitsrates im Haag, empfiehlt in seinem Vorwort das Bei Versuchen mit dem coffeinfreien Kaffee HAG
Werk mit warmen Worten. Er betont, daß durch Prof xonnten diese gesundheitsschädigenden Folgen nich!
Storm van Leeuwen ganze Arbeit geleistet sei, denn estgestellt werden. * re
das Studium kennzeichne sich wirklich als eine Modell- Der wesentlichste Zweck der. Untersuchung war
untersuchung von ganz besonderer Gründlichkeit. Der lie Frage, in welchen Fällen der Kaffeegenuß verboten,
erfahrene Pharmakolog habe hier ein Problem ange- der Genuß von coffeinfreiem Kaffee HAG aber durch
packt, das von wesentlicher Bedeutung für die Volks- len Arzt gestattet werden könne. Darauf antwortet Dr.
gesundheit ist. Er eröffne dem Laien die Türen seiner Storm van Leeuwen: *
wissenschaftlichen Werkstatt, habe vor niemand -eir „Der Genuß von coffeinhaltigem Kaffee muß aller
Geheimnis, zeige, wie er seine Präparate aus Katzen- 1ervösen Personen, Menschen, die über Schlaflosigkeit
gehirnen und Hundemuskeln‘ herstellt, demonstriere erzklopfen, Zittern der Hände usw. klagen, verboter
die durch Kaffeegenuß und Coffeineinspritzung ge- werden, ferner allen Herzleidenden und eventuell Nie-
störte Nachtruhe eines Hundes durch Abbildung des ren- und Magenleidenden. .
selbst konstruierten ingenieusen Apparates und der Was nun den Genuß des coffeinfreien Kaffee HAG
Umdrehungs-Unruhekurve und baue auf diese Weise betrifft, so muß gesagt werden, daß nervösen Patien-
systematisch die Grundlage . für seine interessanten ten, Personen mit allen neurasthenischen Beschwerden,
Schlußfolgerungen auf, i ; solchen, die an Schlaflosigkeit, Herzklopfen usw. lei-
Es würde zu weit führen, an dieser Stelle auf Ein- den, der Genuß von coffeinfreiem Kaffee HAG ohne
zelheiten einzugehen. Das Resultat ist aber recht Bedenken gestattet werden kann“
“ ® « ® P
Warszawskie Towarzystwo. Ubezpieczen
* ® )
(Warschauer Versicherungsgesellschaft) A.-G. in Warschau
Die Warschauer Versicherungsgesellschaft A.-G.
in Warschau, das älteste, seit 1875 bestehende, Ver-
sicherungsunternehmen in Poler, erfreut sich eines ver-
lienten guten Rufes in ganz Europa und besitzt eine
Filiale in Danzig sowie eine Unterabteilung in Gdynia,
ul. Portowa 46, welche von der seit dem Jahre 1865
bestehenden und wegen ihrer fachmännischen und so-
liden Ausführung sämtlicher Versicherungsaufträge be-
kannten Firma’Max Toeplitz geleitet werden.
Die Warschauer Versicherungsge-
sellschaft eröffnet, dem Laufe der Zeit folgend,
gleichzeitig mit der Entstehung der polnischen Han-

Das polnische Handelsflugwesen datiert seit Sep-
ember 1922, d. i. seit der Gründung der Polska Linja
„otnicza „Aerolot“. Diese Gesellschaft hat während
äares nunmehr 5-jährigen Bestehens weder einen töd-
ichen noch sonst bedeutenderen Unfall auf den von ihr
’)edienten Linien zu verzeichnen. Wenn man berück-
ichtigt, daß die Flugzeuge der „Aerolot“ in dem ge
:annten Zeitabschnitt eine Strecke von 3,600.000 km.
urückgelegt und 27.000 Passagiere, 600.000 kg. Ge-
‚äck und 20.000 kg. Post befördert haben, dann darf
ı1an wohl die Feststellung wagen, daß das Unterneh-
nen den Verpflichtungen, die auf ihr als erster pol-
scher Luftschiffahrtsgesellschaft ruhten,. in hervor-
agender Weise gerecht geworden ist, Diese Ver-
flichtungen beruhten u. a. auf der Popularisierung des
Iugzeuges als Verkehrsmittel sowie der Erbringung
les Beweises, daß der Flugapparat inbezug auf Sicher-
ıeit und Pünktlichkeit der Reisen, der Waren- und
’ostbeförderung, nicht niedriger steht als irgendein
‘nderes modernes Verkehrsmittel. .

Die technische Hauptniederlage der Gesellschaft
‚Aerolot‘“, deren Organisation und fachmännisches
liveau des technischen, fliegenden und Verwaltungs-
jersonals nichts zu wünschen übrig lassen, befindet
sich in Warschau, wo die Flugwerkstätten und Maga-
‚ine untergebracht sind, welche mit den modernsten
echnischen Einrichtungen für Metallbearbeitung, wo-
lurch die Herstellung fast sämtlicher Ersatzteile mög:
ich ist, ausgestattet sind.

——

’ ® » .
Jözef Dziabaszewski &amp; Co.
anderen chemischen Verbindungen am widerstands-
‘ähigsten ist.

Die Firma Dziabaszewski hat nun, um den Brenne-
eien die Produktion eines vollkommen reinen Sprits
:u ermöglichen, einen besonderen Apparat aus Kupfer
konstruiert, welcher als die neueste Errungenschaft de‘
Fechnik auf diesem Gebiete bezeichnet werden muß.
Dieser Apparat, der. eine Spritproduktion von minde-
;tens 9 n° Tral. gestattet, arbeitet die ganze Zeit der
Destillation hindurch vollständig gleichmäßig und er-
nöglicht auf diese Weise eine einwandfreie Tätigkeit
ter Meß-Kontrolluhren. Die Schlampe enthält nicht
nen Teil Alkohol, so daß der Inhaber von jedweden
nateriellen Verlusten geschützt ist. Ihr besonderes
\ugenmerk lenkte die Firma auf den Bau des Defleg-
nators, als des wichtigsten Teils des Apparats. Dieser
Jeflegmator ist billiger als alle anderen Erzeugnisse
lieser Art und verbraucht nur geringe Mengen vor
Nasser und Dampf. Die erwähnten Apparate finden
»ereits in mehreren Brennereien Verwendung und wer-
ten auch den erößten Ansprüchen gerecht.

Die Firma Jözef Dziabaszewski &amp; Co. in Poznari
zehört zu den größten Fabriken der Brennereiindustrie
überhaupt. Mit dem Augenblick der Einführung des
Spiritusmonopols spielt gerade dieser Zweig der land-
wirtschaftlichen Industrie in Polen eine bedeutende
Rolle. Das Hauptziel des Spiritusmonopols besteht in
der Gewinnung entsprechender Absatzmärkte, um. die
Produktion steigern zu können, Da jedoch der Inlands-
konsum gering ist, ist eine Hebung der in Polen bis auf
ein Drittel der Vorkriegszeit gesunkenen Produktion
nur durch die Steigerung des Exports möglich.

Die erste Bedingung für die Gewinnung neuer Ab-
satzmärkte ist eine gute Qualität des reinen Sprits, des-
sen Güte in hohem Maße von dem von den Brennereien
gelieferten Rohsprit abhängig ist. Um die Qualität
des Rohsprits zu heben, ist es in erster Linie notwen-
dig, die alten Eisenapparate zu beseitigen, die keine
einwandfreie Reinigung des Sprits ermöglichen, Auf
Grund der wissenschaftlichen Forschungen in den letz-
en Jahren ist mat zu der Ueberzeugung gelangt, daß
&lt;upfer Sich für den Bau von Destillationsapparaten am
’esten eignet. da es gegen die Rildung von Säuren und

Neben dem Bau vollständiger Brennerei- und Rek-
Hfikationseinrichtungen befaßt sich die Firma Dziaba-

szewski neuerdings als einziges und erstes Unterneh-
men in Polen mit der Herstellung von Betonfabrika-
tionsmaschinen, Ziegelwinden etc, für die Bauindustrie.
Danziger Getreidehandel

. An führender Stelle auf dem Gebiete des Exports
und Imports ‚auf dem Danziger Getreidemarkt steht die
Pirma „Anker“ mit dem Sitz in Danzig. Die Firma
‚Anker‘“ wurde im Jahre 1871 von Herrn Simon Anker
zegründet und befindet sich gegenwärtig in den Händen
zeiner Nachfolger, der Herren Artur, Leo, Heinrich und
Daul Anker. Die erwähnte Firma hat ihren Handel auf
Yanzig konzentriert, zumal Getreidetransaktionen nur
nit Polen in Frage kommen. Das Unternehmen verfügt
über ‚eine ausgezeichnete Organisation, Speicher usw.
md befaßt sich mit dem An- und Verkauf von Getreide.
Es muß hervorgehoben werden, daß die Firma „Anker“
ihre Tätigkeit in traditioneller solider Weise ausführt.
Aktiengesellschaft „Arcona“
vorm. St. Kelch’s Erben in Tczew
ie Industriewerke „Arcona‘“ in Tczew nehmen unter
ler Leitung des Generaldirektors Konrad Murawski
jowie des ‚technischen Direktors Tadeusz Rusin eine
zünstige Entwicklung. Die hauptsächlichsten Produk-
jonsartikel des Unternehmens sihd: Zinkbehälter für
Milch, welche mittels zweier äußerst starker hydrau-
ischen Pressen hergestellt werden, ferner Schachteln
Ur medizinische Zwecke. Außerdem besitzt die Firma
»ne Sonderabteilung für Blechchromlitographien, für
«ünstlerische Plakate u. s. w. Der gegenwärtige Ver-
waltungsrat der Aktiengesellschaft „Arcona‘“ hat in
hohem Maße zur beschleunigten Entwicklung des Un-
ernehmens beigetragen, was in der Sicherstellung des
Absatzes oben genannter Erzeugnisse in den Balten-
staaten zum Ausdruck gekommen ist, umsomehr, als
He Leiter des Unternehmens die Lage auf den Märkten
lieser Länder gut kennen.

"Die Aktiengesellschaft „Arcona‘“ beabsichtigt ihr
Jnternehmen demnächst weiter auszubauen.

- Als Sonderheit der Fabrik ist die Spezialabtellung
Mir sanitäre Städteeinrichtungen zu erwähnen, in der
Maschinen für die Schmutzbeseitigung hergestellt
werden. Die Erzeugnisse der Firma „Arcona‘“ stehen
len Konkurrenzwaren in nichts nach und dürften mit
Rücksicht auf die günstige Lage des Unternehmens di-
rekt an der Wasserverkehrsstraße auch das Interesse
der Importeure aus den Polen benachbarten Ländern
srwecken, zumal die Erzeugnisse den Bedürfnissen
lieser Märkte vollständig angepaßt werden können,
D. M. Szereszowski, Bankhaus
Warszawa

Die Firma besteht seit 1864. Nach Ableben des
*irmengebers wurde das Unternehmen durch dessen
;öhne Rafael und Michael Szereszowski weitergeführt,
Die Leitung der Firma verstand deren Reserven wäh-
‚end der Krisen der Kriegszeit und der Inflationsperiode
zu sichern und behielt weiterhin ihre frühere Bedeu-
ung. Besonders gut ist die Firma in den Handelskrei-
;jen Warszawa‘s eingeführt, Um die Firma gruppiert
jich eine Reihe von Industrie-Unternehmen, Zucker-
'abriken, Waldunternehmen, Spinnerei und Chemische
Pabrik.

Die Firma nahm als einziges Privat-Bankhaus Teil
ın der Repartition der in Polen begebenen Tranche der
usländischen Stabilisations-Anleihe 1927.

Hauptressorts der Firma: Disconti von Waren«-
wechseln. sowie Devisen-Transaktionen.
= ———

Verantwortlich: Erwin Krinke, Danzig
EEE EEE TE EEE EN ER
        <pb n="14" />
        Chemisch-Pharmazeutische Fabrik und Engrosgeschäft für Apotheker- und
Drogenwaren R. BARCIKOWSK]I, Poznan.
Die Firma R. Barcikowski, die älteste und größte
7abrik der chemischen Branche in Großpolen, wurde
m Jahre 1869 gegründet, Aus dem anfangs kleinen
Apothekerwaren- und Drogengeschäft in der ul. Nowa
Nr. 7 in Poznarı ist im Laufe der Zeit ein Unternehmen
entstanden, das in der ersten Reihe inmitten der Firmen
ähnlicher Art steht. Das Tätigkeitsfeld der Firma er-
streckte sich bald auf die heutigen Wojewodschaften
Poznan, Pomorze (Pommerellen) u. Slask (Schlesien).
Die Wiedergeburt des polnischen Staates hat auch in
der Firma Barcikowski einen Umschwung nach sich
zezogen, die in eine Aktiengesellschaft umgewandelt,
an die Erweiterung ihres Tätigkeitsbereichs und die
Gründung einer eigenen Fabrik für die Produktion von
’hemischen Erzeugnissen schritt. Gegenwärtig beschäf-
igt das Unternehmen bereits 64 Angestellte sowie 160
Arbeiter und Arbeiterinnen, zusammen also 224
Dersonen.

Die Firma R. Barcikowski besitzt auf einem Ter-
rain von 5,600 qm. 11 Gebäude, davon 3 Fabriken, von

nisch-pharmazeutische Fabrik, in welcher die eigenen
Erzeugnisse hergestellt werden, bildet eine Abteilung
für sich und erzeugt unter Leitung hervorragender
Fachleute eine Reihe von Artikeln, welche dank dies
soliden Herstellung nicht nur den zahlreichen um vieles
teureten ausländischen Erzeugnissen gleichkommen,
sondern diese sogar übertreffen. Die meisten Artikel
zind registriert und mit der Schutzmarke „Erbe“ ver-
schen, Vor kurzem ist ein umfangreicher Katalox der
Zrzeugnisse „Erbe“ im Druck erschienen, welcher be-
j;onders für die Herren Aerzte bestimmt ist, und mit
nem Vergleichsindex versehen ist, aus welchem die
Interessenten sich überzeugen können, daß die Fabrik
R, Barcikowski über 100 Artikel erzeugt, welche die
vielen fremden Präparate erfolgreich ersetzen. 'Außer-
lem erzeugt die Fabrik erstklassiges Kölnisch Wasser,
3lumenwasser, Parfums und Toilettemittel.

lenen eine 4-stöckig ist, 2 Lagerhäuser, Magazine, Kel-
er, Schuppen, Garagen sowie 1 Wohnhaus. Die che-

TREE LEERE VE
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zinische Erzeugnisse
Marke „Erbe“

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Kosmetische Artikel
Marke „Lakoma“*
Eau de France
» m» m» orange
„ Cologne superier
Iryplex
quadruplex
Fouger
Barcarola
Lavande
Chat Noir
Moulin Rouge
ICE
VTNANSKA

Aceta (Acid, aeetglo-salieyl.) Erbefan N
Amidopyrin (Acid. phenyleinchoninte.)
Antivermin Erbrol .
Astmosal (a-bromizovalerianylocarb.
Menthol-Balsam Giyzer ophosphate
Borsal_ ; Haematogen
Boromenthol Hexatropin
Cresolan Heridal
Digitin SE Jodopepton
Digitin in ampu.. Bäder Co!
Laxan
Liq. Cresoli saponat,
Ferri alb,
Mangano peptom
Menthol Dragees
‚m, EukeFnndus
- Anis

Salia mineralia :
; ‘ Ems
Fachingen
Karlsbad
Kissingen -
Marienbad
Obersalzbrur-
Vichy
Viesbaden
Vildungen
‚Ir. Caricae (Figofig)
‚ Colae comp.
„ Fellowi
„ jodotannic. phosphor,
„ Kali sulfoguajacol.
» Thgmi comp: (Erbeihym}
Skabina
Ykabinoderma
Fructosa
Tablettae variae
Finct, ferri comp. (Ferrosa)
Urisonal
Pepsinwein
Vikosan-Emulsion ;
Tabletten

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Eau de Toillettr
Chypre
Allas
%olette
Rose

Okuloped
Ortophan
(Piperazinum phenyleinchon..

Istma-cigareits_ ;

Mineralische ”-Mettent
Emser
Karlsbader
Kissingen
Vichg

Perfum conceträ

A

— BE
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Tabletten Caseara sagr,
Pfoerazinum eA-79,
Pargan

Sal bromatum efferv.

Fleurs de France . Cyclamen
Barcarola Heliotrop

Chypre Lakoma Vegetal
Lillas „  Schampoon
Chat Noir Eau de chine
Vonlin Rouge Bay Rum

Lekopix Lakoma
Ephelis Creme
Lakodermin

Pea Crem

Elixir deniifrice

|

Tran-Emaulsion
Tran-Emulsion mit Lezithin
Tran-Emulsion mit Wikosar

ER
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TREE EEE ERHEBEN Fr SE LEN ER El
Ta SE EEK ER  EL Ei EEE a N
N ern

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        <pb n="15" />
        Sämtliche Arbeiten, welche mit dem Schutz des Industrie-
eigentums in Zusammenhang stehen, wie Patente für Erfindungen,
Bescheinigungen für Musterschutz, Registrierung von Waren-
und Fabrikzeichen, Verteidigung in Streitfragen, Klagen, Nich-
tigkeitserklärungen u. s. w. erledigt in Polen und im Auslande

Patentanwalt
Dipl.-Ing. Janusz Wyganowski
ehem. Rat des Patentamts: der Republik Polen
Ordynacka 6 WARSCHAU. Telefon 161-50
Konto: P.K, O., Warschau Nr. 8638

7, RT A

a

Exr-ditionsgesellschaft m. b. H., Danzig
Langermarkt 1911. — Telefon 23789 und 24589

Telefon 148

ea]e . ® .
Filiale in Gdynia Telefon 148
Die Firma, deren Leiter Herr Alexander Kurecki

ist, befaßt sich vor allem mit der Verladung von Mas-

sentransporten, wie‘ Kohle, künstlichen Düngemitteln,
Piriten, Phosphoriten, Zucker usw. sowie mit der Ex-
pedition aller anderen Transporte,

. In Oberschlesien ist das Unternehmen mit der Aktien-
Gesellschaft Emil Tücking, Katowice, ul. Gliwicka 24,
Internationale Transporte, vereinigt. Dank der her-
vorragenden Organisation hat die Firma „Warta“ sich
sowohl in Danzig als auch in Gdynia in verhältnis-
mäßig kurzer Zeit derart günstig entwickelt, daß sie
heute nicht nur zu den größten polnischen, sonder
auch anderen Firmen dieser Branche gezählt. werden
muß.

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Telefon 224-64. . ee

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Fil-Adresse: Cehartwig. Telephon: Sammel-Nr. 23657
Spedition von See- und Eisenbahntransporten, Schiffsmaklerei, eigene grosse Warenläger
mit Gleis- und Wasseranschluss, Sammelladungen nach allen grösseren Orten in Polen
Zentrale in Posen (Poznan) .
Filialen: Bydgoszez, Danzig, Gdynia, Katowice, Kroköw,
Lwöw, KLödz, Poznan, Warszawa. Wılno,
Zbaszun und Miedzuchäd

En N
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        „Wiepofana“, Wielkop. Odiewnmia
Fabryka Narzedzi i Maszyn
(Grosspolnische Giesserei, Geräte-
und Maschinenfabrik) Akt, - Ges.
in Poznan

Die Firma „Wiepofana‘“, die im Jahre 1919 von
einer Gruppe von Technikern und Handwerkern als Ge-
zeilschaft m. b. H. gegründet worden ist, begann ihre
Tätigkeit in einem in der ul. Dabrowska 81 in Poznan
gemieteten Lokal. Schon im Jahre 1921 hatte das Un-
ternehmen bedeutend an Ausdehnung gewonnen. Nach-
dem das Unternehmen in cine Aktiengesellschaft umge-
wandelt wurde, wurden im Jahre 1922 neue Gebäude
von 5000 qm auf einem Terrain von 6900 qm gepachtet,
welch letzteres im Jahre 1927 um einen weiteren Platz
von 1544 qm vergrößert wurde. Das Fabrikgelände ist
mit einem Nebengleis verbunden. Die Leitung ruht ge-
zenwärtig in den Händen des Verwaltungsrats, beste-
nend aus Herrn Edward Macher, und der Direktion,
bestehend aus den Herren: Ing. Jan Kopczyüski und
&lt;arol Zebisch.

Haupterzeugnisse der Firma sind: -

1. Metallbearbeitungsmaschinen, wie Drechselma-
;chinen, Fräsmaschinen, Schleitmaschinen usw. sowie

2. Eisengußwaren jeder Art nach eigenen oder
eingesandten Modellen und Zeichnungen, ferner stabile
und Wanderroste.

Die Erzeugnisse der Firma „Wiepofana‘ finden
Absatz in ganz Polen und dank ihrer soliden und ge
nauen Ausführung bei den Abnehmern volle Anerken-
nung. Das Unternehmen ist dauernd derart beschäftigt,
daß es noch nie vor die Notwendigkeit der Gewinnung
neuer Absatzmärkte gestellt worden ist. Gegenwärtig
jedoch ist die Firma an die Erweiterung der Fabrikan-
lagen und die Aufstellung einer Reihe neuer und mo-
lernster Maschinen geschritten, um die Produktion be-
deutend zu erhöhen und nicht nur für den Inlandsmarkt,
sondern auch für den Export zu produzieren.

Auf der diesährigen Messe in Poznan, während
welcher die Firma ‚„Wiepofana‘“ sämtliche Exponate
verkaufte, hatte das Unternehmen Gelegenheit auch
mit ausländischen Käufern in Verbindung zu treten.

HAB

PS
al. Dabrowskier- ©

Tel, 61-56
Telegr.-Adr.:
„WIEPOFAN.

EEESRSEENNEEE NER Aa ER EMS ER
A OA PA

% + * ° x
Erste Lokomotivfahrik in Chrzandw
Die Einrichtungen der Fabrik bestehen aus den tiven finden für Kleinbahnen, bei öffentlichen Arbei-

jeuesten Spezial-Bearbeitungsmaschinen. Die Her- ten, bei der Waldexploitation, in den Kohlengruben,
tellung der Erzeugnisse erfolgt mittels modernster Ma- Steinbrüchen, Kalkgruben, Naphthägruben, Zuckerfa-
;schinen auf Grund neuzeitlicher Fabrikationsmethoden. briken etc. Verwendung.
Die gegenwärtige Produktion des genannten Unterneh- ; eo . .
wa Deträgt Komallich 6 normalspurige. Lokomotiven a Wen Ta Kara g ke AO EE, Bes
nit besonderen Tendern, kann aber jederzeit Ss Ne Im Zuschriften ihrer Kunden hervor, in denen die Genauig-
zrößerung der Werkstätten gesteigert nde Wr 1 dt keit der Arbeit und das ausgezeichnete Funktionieren
tomoliven werden vollständig im Inlande aus inlöndi- der Lokomotiven in anerkennender Weise zum Ausdruck
chem Material von polnischen Arbeitern unter Leitung yebracht werden

‚olnischer Ingenieure erbaut. Die Lokomotivfabrik in &gt; ‘

°hrzanow stellt außer den normalspurigen Lokomoti- Eine nicht minder gute Entwicklung. nimmt die
‚en für die Staatsbahnen und Privatinstitute schmal- Abteilung für den Bau von Wegwaizen mit Rohöl-,
purige Lokomotiven sowie Wegwalzen her. a Benzin- und Motorantrieb, Diese Walzen, die ein Ge-

‚ Die normal- und schmalspurigen Rangier-Loko- wicht von 10,2—11,5 und 13,5—15 Tonnen besitzen,
notiven bilden eine besondere Fabrikationsabteilung, zeichnen sich durch ihre hervorragende Konstruktion
n dieser Abteilung werden gegenwärtig Lokomotiven aus und sind den Anforderungen der Gegenwärt voll
‚on 30 bis 400 P. S. mit 2,3 und 4 Achsen für sämtliche ind ganz angepaßt. Sowohl Produktion als auch
Spurbreiten, wie 600, 750, 760, 785, 800, 900 und 1000 Verkauf sind, was diese Abteilung anbelangt, in ständi-
nm. hergestellt, die feuerlos sind bezw. mit Kohle, zer Steigerung begriffen und in diesem Jahre gegen-
dolz, Rohöl etc. angetrieben werden, Diese Lokomo- iber dem Vorjahre um 100 Prozent gestiegen.

® a. £i ’
Swiec „Erfeja“, Poznan
Die effektvolle Austellung von Kerzen und ande-
en Wachserzeugnissen der Großpolnischen Kerzen-
abrik „Erfeja‘““ hat auf der diesjährigen Messe in Po-
man in der Abteilung für chemisch-technische Artikel
{as allgemeine Interesse der Besucher erweckt. Der
ahaber des Unternehmens, Herr Erasmus Janaszek,
ıat es durch seine umsichtige und geschickte Tätig-
teit verstanden, die Firma in kurzer Zeit auf ein derarli
ı1ohes Niveau zu bringen, daß sie heute mit den alten
*irmen im Auslande nicht nur konkurrieren kann, son-
lern die Erzeugnisse dieser inbezug auf Qualität und
:ünstlerische Ausführung bedeutend übertrifft. Die
’irma ‚Erfeja‘“ hat außer der Fabrikation von glatten
Xompositionskerzen, Kandelaber-, Kirchen- und ande-
en Kerzen im Jahre 1926 die Herstellung von verzierten
„‚uxuskerzen aufgenommen. Die Fabrik wird von ei-
ıem erfahrenen Fachmann aus Fulda geleitet, der mit
len Exponaten auf der Messe in Poznan auch die hart-

näckigsten Kritiker in Erstaunen versetzt hat. Die Er-
zeugnisse der Firma „Erfeja‘“ erfreuen sich nicht nur
auf den inländischen Messen, auf denen sie des öfteren
mit Goldenen Medaillen ausgezeichnet worden sind,
ner allgemeinen Anerkennung, sondern auch auf aus-
'ändischen Ausstellungen. Die Firma „Erfeja‘“ ist das
ainzige Unternehmen in Polen, das im Auslande die
höchsten Auszeichnungen erhalten hat, und zwar im
Jahre 1926 in Rom die Große Goldene Medaille und
das Staatskreuz, im Jahre 1927 in Paris die Große
Goldene Medaille und den Grand Prix und im Jahre
1928 in Liege die Große Goldene Medaille und den
Grand Prix,

Die Firma. „Erfeja‘“ hatte auf der diesjährigen
Messe in Poznatı einen großen Erfolg und nicht nur
alle Exponate verkauft, sondern auch eine große An-
zahl von Bestellungen erhalten.

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9znNan
— Dabrowskiego 81

Tel. 61-56
Telegr.-Adr.;
‚WIEPOFANA*

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A PS PS

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        Der Kohlenumschlag
; des Robur-Konzerns

Der oberschlesische Kohlenkonzern „Robur‘“, In-
’eressengemeinschaft Oberschlesischer Kohlengruben
G. m. b. H., Katowice, welchem die Gruben Anna,
Emma, Römer der Rybniker Steinkohlengewerkschaft,
die Grube Charlotte, die Gruben Deutschland (Niem«-
cy), Schlesien (Slask), Blücher und Donnersmarck des
Fürsten von Donnersmarck, die GrubenWolfgang, Bran-
denburg (Wawel), Graf Franz (Hrabia Franciszek)
jes Grafen v. Ballestrem, die Gruben Gotthard, Lithan«
dra und Paulus (Pawel) der Godula S.-A., die Emi-
nenzgrube und die Friedensgrube (kopalnia Poköj)y
angehören, ist der größte Konzern dieser Art in Polen,
Er bewältigt 37,11 Prozent der gesamten Kohlenför-
derung‘ in Oberschlesien und besitzt für den Umschlag
and den Transport seiner Exportkohle eine eigene Um-
schlags- und Transportorganisation in Danzig, Gdynia
und Stockholm, und zwar: . ,
in Danzig — die Polnisch-Skandinavische Transport-

Handelsgesellschaft m. b. H.
in Gdynia — „Polskarob‘“, Polsko-Skandynawskie To-

warzystwo Transportowe, S.-A.

n Stockholm — Robur-Rederi och Transport Aktie-

bolaget. ,

Die Polnisch-Skandinavische Transport-Handels-
gesellschaft in Danzig, die abgekürzt It. ihrer Tele-
grammadresse. „Polskarob‘“ genannt wird, hat ihre Tä-
tigkeit in Danzig am. 26. 7. 1926 begonnen. Die Ge-
sellschaft führt den Umschlag von Exportkohlen auf
folgenden Plätzen des Dänziger‘ Hafens aus:

1. Im Kaiserhafen mit Hilfe der dem Senat gehö-
renden. Kräne, sowie auf einem vom Senat gepachteten
Gelände, auf dem. die Gesellschaft eigene Eisenbahn-
gleise und eigene mechanische Anlagen für den Koh-
lenumschlag besitzt. . ;

: 2. ‚Am Weichselbahnhof, wo der Umschlag mit
ijen Kränen des Hafenausschusses ausgeführt wird.

Außerdem erfolgt der Umschlag der Robur-Kohlen
mit den Kränen der Fa. „Alldag‘“, mit. der die Gesell
schaft einen diesbezüglichen. Vertrag abgeschlossen
hat.

Neben dem Umschlag der Exportkohlen beschäf-
gt sich die Gesellschaft auch mit der Bunkerung der
Schiffe. Die Gesellschaft besitzt auch eine eigene Mak-
'lereiabteilung. Diese Maklereiabteilung hat im Jahre
1927 insgesamt 447 Schiffe mit einer Gesamttonnage
von 750 300 DWT. ktlariert. Da die Gesamtzahl sämt-
licher Schiffe, die im Danziger Hafen im abgelaufenen
Jaher klariert wurden, sich auf 6286. (7 622 000 DWT.)
beläuft, entfallen .auf die Polskarob 9,85 Prozent der
zesamten benannten Tonnage im Danziger Hafen...

“Die folgende Tabelle zeigt, wie sich der Kohlen-
amschlag‘ des’ Robur-Konzerns in Danzig und Gdynia
an den letzten Jahren entwickelt hat-

Umschlag Umschlag
in Danzig in Gdynia Zusammen
() ($ ($

August 1926 35294 . 15788 101 082
September 83504 14237 97 741
Iktober 63.446 11786 © 75232
November 73 440 11071 © 84511
Dezember 62 670 9 754 72 424

siner auf der Plattform angebrachten Winde wird der
nit Kohlen beladene Waggon von den Gleisen auf die
attform gezogen, welche sich dann um etwa 10 m
hebt. Die Brücke steht quer zum Ufer, an welchem
das Fahrzeug anlegt. Der Wagen bewegt sich gemein-
jam mit‘ der Plattform auf den Schienen der Brücke,
bis der Waggon über die entsprechende Luke des
Schiffes zu stehen kommt. In diese Luke wird nun auf
einem besonderen Wagen ein teleskopisches Rohr von
ungefähr 1 m Durchmesser heruntergelassen. Der Wa-
zen senkt sich über dem oben am Teleskoprohr be-
estigten Bunkerraum und kippt bis zu einem Winkel
‚on 60 Grad; die Vorderseite des Waggons, wird auf-
zemacht und der Inhalt desselben durch eine besondere
inne in den Bunkerraum des Teleskoprohres gewot-
"en. Durch das teleskopische Rohr gelangen die Koh-
en auf den Boden des Schiffes. Um das Zerschlagen
ler Kohlen bei Beginn der Ladung zu verhindern, wird
las ganze Teleskoprohr mit Kohlen angefüllt. Die
&lt;ohlenmenge, welche nun in den Laderaum des Dam-
pfers gelangen soll, wird in das Teleskoprohr gefüllt,
von wo aus es sich mit Hilfe eines besonderen Motors
langsam. hebt, wodurch die Kohlen langsam in den
Laderaum rollen. + Durch die Errichtung eines Tele-
3koprohres. wird erreicht, daß die Kohlen vom Waggon
n das sich in minimaler Höhe befindliche Teleskoprohr
zeworfen werden und sich dann im Rohr selbst durch
hre’ eigene Schwere fortbewegen. Auf diese Weise
&lt;ann man die Kohlen am besten . vor Zerkleinern
ichützen. und. die Trimmarbeiten bedeutend verringern.

„Der Lieferungstermin der Kipperkatzenbrücke ist
ler 16. November 1928. Die Fundamente unter den
Kränen und den Brücken werden von der Firma „Tri“
gebaut.

‚Um der anwachsenden Konkurrenz standhalten zu
cönnen, sind bis jetzt zwei Dampfer, „Robur“ von
1250 Tons D. W. und „Robur IH“ von ca. 2050 Tons
D. W: erworben worben, um die verkauften Kohlen cit
Löschhafen billigst für den Verkäufer und bequem für
den Käufer zu liefern. Mit diesen Anschaffungen ist
der Ausbau des Hafens und Bestand der Handelsflotte
nicht erschöpft. Sobald die von der Regierung gemie-
tete Mole fertiggestellt ist, werden weitere Umschlags-
anlagen bestellt und auch weitere Fahrzeuge unter die
polnische Flagge gestellt werden. Es. ist vorgesehen,
daß die Gesamttonnage sich auf mindestens 15 000 To.
belaufen wird.

Wie der Export über Gdynia vor sich schreitet, ist
ım besten daraus ersichtlich, daß in Gdynia im Februar
1927 ca. 8.800 Tons und im Dezember 1927 ca. 54 000
Tons an Roburkohlen umgeschlagen wurden. Die Ge-
jamtverschiffungen im Jahre 1927 über Gdynia und
Danzig haben ca. 1 500 000 Tons erreicht.
‚Generaldirektor des Robur-Konzerns ist Herr Ing.
Napoleon ‚Korzan, Vizedirektoren. die Herren Witold
Mosiewiez und Creshaw Rac7zewebi

usgesamt 1926; 4
Januar 1927, *701
Sebruar | 14123
März 35914
April 30899 ':
Mai 91559 ‘
Juni A 34208
Juli . 72257 -
August Ä 96972
September 105 897
Jktober 111415
November 100 567
Dezember 93 780

36 430 990
10497 .. 87198
8838 „. 82961
12550 .. 098464
20471 ‚„. 101370
27 631 119 190
23430 © 107638
36 281 108 538
46 960 143 932
54 496 160 393
53332 164 747
46 336 146 903
53 631 147 411

nsgesamt 1927: 1074 292 394453 1463745

Der schnell fortschreitende Ausbau des Hafens in
3dynia, für welchen die ‚Robur“ stets großes Interesse
1atte, bedingte die Sicherstellung eines dem ent-
wicklungsfähigen Hafen entsprechenden Ladeplatzes.
Dieses geschah im Mai laufenden Jahres, als die „Ro-
zur“ laut Vertrag mit der Polnischen Regierung einer
Kaiplatz erst von 400 Meter und später von 580 Meter
Cailänge ‚auf die Dauer von 35 Jahren pachtete und
#ine. neue Transport - Aktien - Gesellschaft ‚unter der
zirma „Polskarob‘“ Polsko - Skandynawskie Towarzy-
‚two Transportowe Sp. Akc. mit einem Aktienkapital
ron Zt. 1.000.000,— gründete. Bald nach Unterzeich-
ung ‚des Vertrages mit der Polnischen Regierung
schritt man zur Bestellung der nötigen Anlage, und
‚war hat die Gesellschaft zwecks Ermöglichung des
nechanischen Umschlags von Kohlen folgende Einrich-
ungen erworben:

1..Zwei Portalkräne mit einer Tragfähigkeit von
’ To., die mit Greifern versehen sind. Die Kapazität
ler Umladung mit diesen Kränen wird auf 100 To. pro
itunde berechnet,

2. Eine Kipperkatzenbrücke.

Die für Gdynia bestellte Kipperkatzenbrücke -
„eistungsfähigkeit 400 To. .pro Stunde — wird die erste
lieser Art sein und dient dazu, um Waggons in See-
schiffe zu entladen. Die Arbeitsart der Kipperkatzen-
»rücke ist folgende: Auf der eisernen ‚Brücke, welche
3. Eisenbahngleise umfaßt, läuft auf einer Höhe von ca.
'1O m ein Wagen, an den mit Ketten eine Plattform be-
estigt ist. Die Plattform kann auf jedem einzelnen
jer 6 (ileise beliebig aufgestellt werden. Mit Hilfe

aa

—  vumiemienieieni "RE EA iii sinn
„POLSKAROB“ Polsko-Skandy-
- Nawskie Towarzystwo
Transportowe Sp. Akc.. Gdynia

Polnisch-Skandinavische Trans-
nort-Handelsgesellschaft m.b.H.
Danzig, Brotbänkengasse din 43

Tel.: Speditionsabt. 131, Maklereiabt. 111
Telegramm-Adr.: „Polskarob“. Code: Scotts 10th. Ed., The Boe Code, Rudolf Mosse
LLLL
Spedition = Schiffsmaklerei = Schiffahrt

BEE ER Kb a

Vertreter der „Robur“ Interessengemeinschaft oberschlesischer
Kohlengruben G. m. b. H., Kattowitz.
Monatlicher Umschlag: ca. 175000 t. Kohlen
SS. „Robur“ 1250 t. d. w. SS. „Robur II“ 2050 t. d. w.
Reederei-Filiale in Stockholm: „Robur“ Rederi och Transport Aktiebolzget
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        w
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niezwykle mily zapach, ;

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4,8 ©, STEET EHI
Dept“

TeLT TEMDNIEWITCZEROZN. +

Die Parfüm- und Seifenindustrie ist in Polen durch
zahlreiche Firmen vertreten, jedoch nicht allen ist es
gelungen in die erste Reihe aufzurücken. Zu den be-
deutendsten Parfüm- und Seifenfabriken in Polen ge-
hört zweifelsohne die Firma J. &amp; S. Stempniewicz in
Poznan, deren Erzeugnisse, wie‘ Parfüms, Kölnisch
Wasser, kosmetische Arrikel jeder Art und Toilette-
seifen, auf einer sehr hohen Stufe stehen. Die ge-
nannte Firma ist die einzige Parfüm- und Toiletteseifen-
fabrik, welche auf der Internationalen Hygiene-
Ausstellung in Warschau mit dem ‘höchsten Preise,
der Goldenen Medaille; ausgezeichnet‘ wurde. Diese
Tatsache dürlte als einer der vielen Beweise dienen,
dass die Erzeugnisse des Unternehmens keine Durch-
Schnittsware sind und“ daher in Fachkreisen vollste
Anerkennung erfahren haben und vielfach als besser
bezeichnet werden als. die besten Auslandsartikel auf
diesem Gebiet. Die Erzeugnisse der Firma J. &amp; S.
Stempniewiez besitzen Hunderttausende wenn nicht
gar Millionen von Anhängern, und so gibt es ‚denn
auch keinen Winkel im ‚Lande, wo ihre Artikel nicht
bekannt wären. + .

Zu dem bekanntesten Erzeugniss der Firma ge-
hört zweifelsohne das Kalia-Parfüm, von dem alljähr-
lich über 1 Million Flaschen in den verschiedensten
Verpackungen versandt werden. Die Erzeugnisse der
Zirma sind weit über die Grenzen des Landes hinaus,
ja man könnte sagen in der ganzen Welt bekannt und
begehrt. Es nimmt daher nicht wunder, dass die Per-
sonen im Auslande, welche die Erzeugnisse der Firma
J. &amp; S. Stempniewicz einmal versucht haben, diese
immer wieder beziehen, da sie in ihrem Lande nichts
besseres fin:‘-

Die starx ausgebaute una im Stadtzentrum gele-
gene Fabrik der Firma J. &amp; S. Stempniewicz umfasst
ein Terrain von 12000 qm und kann 600 Arbeiteı
beschäftigen. Die Erzeugnisse des Unternehmens fin-
den immer weiteren Absatz und erfreuen sich grösste
Wertschätzung sogar in Britisch-Indien, Persien, Süd-
Afrika, Brasilien und den Vereinigten Staaten. Aul
der letzten Messe: in Poznan machte die Firma mit
einer Parfümmischung und Kölnisch Wasser „Oma“
bekannt, welche die Abnehmer dank der hervorragen-
den Güte und’des milden. und anhaltenden Geruchs
der Erzeugnisse in ein angenehmes Erstaunen versetzten.

Einer nicht geringeren Nachfrage als Kalia erfreuen
sich die heute schon unter der Standardmarke „Iste“
eingeführten Produkte des Unternehmens. Ob das
Kölnisch Wasser „Iste“ oder die herrlich duftenden
„Iste“-Parfüms, Flieder, Rose, Maiblume und Heide-
kraut ‚oder das kombinierte Kölnisch Wasser „Iste“
mit den erwähnten Gerüchen, alle haben heute schon
ihre Liebhaber und Anhänger.

Eine besondere Abteilung des Unternehmens bil-
det die Fabrikation der Toiletteseifen, von denen vor
allem die „Iste“-Seifen, welche täglich in Tausenden
von Familien gebraucht werden, als besonders hervor-
ragende Erzeugnisse zu erwähnen sind. Der neueste
Fabrikationstyp sind die Sapopinol-Seifen, die alle
Eigenschaften einer guten Seife und eines nerven
stärkenden und erfrischenden Fichtennadelbades in sick
vereinigt.

Die grossen Erfolge welche die Firma bisher mit
ihren Produkten sowohl im Inlande als auch im Aus-
lande gehabt hat, lassen darauf schliessen, dass die
Firma J. &amp; S. Stempniewiez bei einer zielbewussten
und entsprechenden Exportförderung seitens der mass:
gyebenden Kreise in kürzester Zeit auch auf dem Aus:
landsmarkt zu den ersten Firmen dieser Branche zählen
wird.

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JUNDEGASSE 341
TEL. 3532 7740.
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„her Peleeas.

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Sprit- und Likörfabrik J. A. Baczewski,
Die Firma J. A. Baczewski, . Sprit-, Likör- und
Rumfabrik, ist im Jahre 1782 von einem Vorfahren der
gegenwärtigen Besitzer gegründet worden. Trotz der
damaligen schweren Zeit in Polen ist es der Firma, den
technischen Errungenschaften etappenweise‘ folgend,
dank der jahrelangen energischen Tätigkeit gelungen,
an die Spitze der polnischen. Spiritusindustrie aufzu-
rücken. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat
die Entwicklung der Firma einen gewaltigen Schritt
vorwärts erfahren, indem es ihr nicht nur gelungen ist,
den Inlandsmarkt zu beherrschen, sondern auch nach
dem Ausland zu exportieren, wo die Erzeugnisse der
Firma auf den verschiedenen Ausstellungen (1860 in
Amsterdam, 1869 in Altona, 1873 in Wien und London,
1900 in Paris) ausgezeichnet worden sind. Während
des Krieges hatte die Firma Baczewski zusammen mit
der Stadt Lwow schwere Zeiten der Unsicherheit, ver-
ursacht durch die Anfechtungen der feindlichen Armeen
sowie den Kampf um die Wiedererlangung der Unab-
hängigkeit Polens, zu überstehen. Nach Friedensschluß
konnte wieder, mit dem weiteren Ausbau. der Fabrik
begonnen werden. Die Leitung übernahm nunmehr der
neue Chef der Firma Stefan Baczewski, unter dessen

Hührung das Unternehmen ihr bisher höchstes Entwick-
ungsniveau erreicht hat. Der Richtung der Wirtschafts-
»olitik der polnischen Regierung folgend, wendete die
?irma ihre besondere Aufmerksamkeit dem Export zu,
ım die alten Märkte zurückzuerobern und neue zu ge-
vinnen. Gegenwärtig exportiert die Firma bereits nach
Ingland, Holländisch-Indien, Australien, Amerika, Ka-
ıada, Deutschland, Frankreich, Oesterreich, der Cze-
'hoslowakei, Rumänien, Belgien, Norwegen u. 8. w.
Die Londoner Spirituosen-Ausstellung im . Jahre
‚925 brachte der Firma Baczewski einen großen Erfolg,
Nicht nur die äußere Form der Flaschen, sondern vor
ıllem die Qualität der Erzeugnisse fanden vollste‘ An-
»rkennung, die in zahlreichen Artikeln und Notizen in
len größten englischen Zeitungen und Fachzeitschrif-
en sowie den Briefen der dortigen Firmen zum Aus-
iruck gebracht worden ist. Eine weitere Bekräftigung
fuhr diese Anerkennung durch die Auszeichnung der
‘irma mit der höchsten Auszeichnung auf der Ausstel-
ung der Restaurationsindustrie in Poznan im Jahre
1927 und auf der in demselben Jahre stattgefundenen
port-Ausstellung in Lwow. A

Franz Rytlewski.
Kolontatwaren, Delikatessen und Weine, Datrzig, Hundegasse 31,
Die auf. dem Gebiete der Freien Stadt Danzig sowie im
Polen bekannte Firma Franciszek Rytlewski mit dem
Hauptsitz in Danzig, Hundegasse 31, besteht seit der Gründung
der Freien Stadt Danzig. Das Unternehmen, dessen Büiro- und
Lagerräume in eigenen Häusern untergebracht sind, besitzt
Vertreter in größeren Hafenstädten sowie eigene Tramsitlager
im Danziger Hafen, Der ausgedehnte Tätigkeitsbereich der
Firma Rytlewski bietet eine genügende Gewähr, daß die Kauf-
leute, welche ihren Bedarf an Delikatessen und Weinen bei der
genannten Firma eindecken, daselbst in billigster und külante-
ster Weise bedient werden, ohne sich der Gefahr der Uebervor-
telungen seitens unverantwortlicher Vermittler auzusetzen
bezw. gefälschte Waren unter der Marke „ausländischer Fir-
men’‘ zu erwerben, eine Erscheinung, die gerade im Weinhandel
auf der Tagesordnung ist.

Lwow (Lemberg)
Die Firma Baczewski in Lwow besitzt 2 Dampf-
naschinen von 125 P.S., 14 Antriebsmotoren mit einer
Jesamtstärke von 70 P.S., 3 Dynamomaschinen mit ei-
ner Stärke von 500 Ampere, eine mit einer Dynamoma-
schine verbundene Dampfiurbine von 200 Ampere und
sine ganze Reihe von Dampfpumpen sowie anderer
Einrichtungen, die für den Betrieb nötig sind. Die Ein-
richtungen der Raffinerie bestehen aus 3 Rektifikations-
ıpparaten, System Barbet, Pompeg und Saral, mit einer
&gt;roduktionsfähigkeit von insgesamt 336 hl. täglich.
Außerdem besitzt die Fabrik 5 Destillationsapparate für
lie Destillierung von Kräutern und. anderen Rohstoffen
jowie zahlreiche hydraulische Pressen,

Das technische Personal besteht aus 25, das Ver-
valtungspersonal aus 40. Personen, an Arbeitern wer-
ien über 350 Personen beschäftigt. Die Produktions-
ähigkeit der Firma Baczewski beträgt 4} Waggons
äglich. Das Unternehmen besitzt eine eigene meCha-
ısche Tischlerei, eine Holzwollefabrik, eine mecha-
ische Schlosserwerkstätte sowie ein eigenes Neben-
zeleis,

fr

Die seit 1782
erzeugten Brannt-
weine und Liköre
der Firma
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in LWOW
(Lemberg)
sind von den
verwöhntesten Kennern
als die besten anerkannt
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DWNCZ
Fahryla Dacku

Anstaw Fehryzaych I Dominjalzych
- Gegründet 1878 —
POZNAN, ul. Kantaka Nr. 8-9.
Lederriemen
Kamelhaarriemen
Balatariemen Ä
Baumwollriemen
Leinwandriemen
Pergamentne Rohlederriemen

}

Manchetten und Klappen
Leder

Bummi- u. Leinwandfilze
Bummierzeugnisse

Plane und Säcke ;
Stahlbürsten ;
eikännchen.

schmierbeh”*

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Telegramm-Adresse-
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358-8383

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Fabryka Firanek, Tiulu i Koronek
 Gardinen-, Tüll- und Spitzenfabrik
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"7 11ÄU, Dzielna 91
Telegr.-Adr.: „WEYERTIUL* c det 1888 TELEFON 69 und 261-055
——— Gegründet nn
Die Fabrik erzeugt:
“ Gardinen Sa
- Stores {| Gespachtelt
Ka a. auf Tüll
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Tüll, glatt
Vertretungen: A
Deutschland I ... Griechenland
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Bulgarien Lettland — Estland
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China “ strasse 2 7
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Danzig . Jaffa — P. O. Box 75
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fors — Kyrkogatan 2/29 — Stambul! Bassiret Han
Holland ;
L. Adriaens — Rotterdam — Goudschesingel 11a.
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früher Bromberger Schleppschiffahrt A, G,
Centrale in Bydgoszez ”
ul. Grodzka 28/29, eig. Haus, Tel. 471, 472, 259.
Filialen: DANZIG, Schäferei 15/18 eig. Haus, Tel. 274-46
_ nach den Geschäftsstunden Tel. 274-49
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Regelmässige Flussfrachtdampferlinie Danzig—Grudziadz—Bydgaszez u. vice vorsa
jede Woche auf dem dazu speziell bestimmten Eilfrachtdampfer,
Reselm“ssige Flussfrachtdampferlinie zwischen Danzig— Warschau
sowie den auf dieser Strecke liegenden Stationen: ;
TCZEW-GRUDZIADZ-CHELMNO-TORUN-WLOCLAWEK-PLOCK usw.
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Telegr.-Adresse für Bydgoszez „Lloyd“, für Danzig „Schleppschiffahrt*.

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Gr-serol-ische Kerzenfabrik

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Inh.: Erazm

„&gt;mnaszek
Chemisches Laboratorium

Fabrik: Poznan-Debiec

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Lager: Poznan, Diuga 18

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Büros: Poznan, Pocztowa 26

FESTE

TELEFON 3398.

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UDO
Jopengasse 47 DANZIG Jopengasse 47
Eingetragene Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht
————— Gegründet 1901 —m—
Postscheckkonto 943 N P. K, O. Nr. 207101 Poznan
TELEFON 21824, 24786.
Annahme von Einlagen in Dollars,
— Gulden und Zloty
bei sehr günstiger Verzinsung.
Erledigung sämtlicher Banktransaktionen.

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        000008000 DO 00DHKK000000P75
Jözef Dziabaszewski ©
&amp; Co. a

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HOLZ"

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Gegr. 1926

Telephon 262:05/270 13
Telegramm: „PERUB“ Danzig

Geor. 1926

Fabrik für Brennereimaschinen und -Geräte,
Rektifikations“ und Destillationsapparate und
ÖOberbaumaschinen

Codes: .
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STANISLAWOW, Kazimierzowska 36
Telegramm: „KUPPER“ Stanislawöw

Tel. 6222,3153 POZNAN ul. Przemystowa 35

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JOD0D0000002
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Brotbänkengasse 50
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Kolonialwaren ;
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Mechanische Gardinen-, Tischtücher-
8 ‚und Brokatfabrik
PANTEL &amp; PYTOWSKI

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Büro und Lager: Piotrkowska 51, Telephon 23-10.
Fabrik: Lomzynska 8-10, Telephon 30-29.

DANZIG
Vorstädtischer Graben Nr. 10

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DOMINIKSWALL NR. 4
TELEFON 27535

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‚LONDEXPOCO"“
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HANDEL GMBH

DANZIG, LANGGASSE 67
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AKTIENGESELLSCHAFT
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VERTRETER OTTO PAT7?
DANZIG
HEILIGE GEISTGASSE NR. 126

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Fabryka Maszyn Mlyrickich
Mühlenmaschinenfabrik
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Tel.-Adr.: „ARCONA“ Tezew
Gegründet 1857
ABTEILUNG 1: :
Blechwaren, verzinkte, verzinnte und
lackierte Waren aller Art, Eisentonnen.
Zinktonnen, Autogene Schweisserei,
Hydraulische Presse
ABTEILUNG2: =
Blechverpackungen, Chromolithographie
anf Blech.

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aoxznan, ul. Wenecjanska 6
&amp; früher |
"echnische Abteilung ‚der Bank der
Mühlenbesitzer G. m. b.H.
Tel.-Adr.: „SOBANSKIMLYN“
Tal 14.49

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        €“ se
„Pepege“ Polski Przemys! Gumowy
® .. * %
(Polnische Gummiindustrie) Akt.-Ges.
Die Gummiindustrien in den meisten Polen be-
nachbarten Ländern sind während des Krieges fast
vollständig zerstört worden. Infolgedessen hat sich in
Polen, dessen Bevölkerung, wie übrigens in einigen
Ueberseeländern, aus klimatischen Gründen der bedeu-
tendste Abnehmer von Gummiwaren im Westen war,
in fühlbarer Mangel an diesen Erzeugnissen, wie Ga-
loschen und Winterstiefeln, fühlbar gemacht.

ganisation gute Absatzmärkte in den Polen benachbar-
ten Ländern zu gewinnen vermocht.

Als Spezialität stellt die Fabrik Marmorgalanterien
"a. 200 verschiedener Modelle her, und zwar. Schreib-
zarnituren, Aschbecher, Uhren etc. Daneben besitzt das
Jnternehmen eine gut organisierte Abteilung für Innen-
architektur, in welcher Marmoreinrichtungen nach
:äigenen Entwürfen für Palais, Villen unter besonderer
Zerücksichtigung der Kirchenarchitektur hergestelli
werden.‘ In weiteren Abteilungen werden FEinrich-
ungen für Friseurgeschäfte, Fleischereien, Kon-
litoreien, Wandplatten, Fußbodenplatten, Häuser-
assaden etc. hergestellt und in‘ der Stein-
cunstabteilung Denkmäler gebaut. Ferner befaßt
;ich das Unternehmen mit dem Absatz entsprechender
Rohstoffe für die Bau- und Steinindustrie.

Als bester Wertmesser, für die Güte der Erzeug-
ısse der Firma „Helenit‘“ dürften die zahlreichen
Transaktionen gelten, weiche die Firma während deı
liesjährigen Messe in Poznan mit Käufern, aus allen
Feilen des Landes, insbesondere Danzig und dem üb-
igen Ausland, abgeschlossen hat.

Zum Schluß verdient hervorgehoben zu werden.
laß .die Firma „Helenit‘, welche seit dem Jahre 1920
jesteht,.. bei vollem Betrieb 100 Arbeiter beschäftigt!
ind in technischer sowie finanzieller‘ Hinsicht zu den
solidesten Unternehmen gehört. Die Fabrik besitzi
Mnen weitverzweigten Verkaufsapparat in Form vot.
Vertretungen und eigenen Verkaufsbüros und Lagern
Der Sitz der Firma befindet sich in Rawicz in eigener
Fabrikgebäuden. -

Das Unternehmen hat gegenwärtig seine Produk-
ion auf 15.000 Paar Galoschen und Gummischuhe und
0.000 Paar Sommerschuhe täglich gesteigert,
was im Vergleich zu der vorjährigen Produktion, die
’a. 10.000 Paar Galoschen. und Gummischuhe sowie
000 Paar Sommerschuhe täglich betrug, eine ausge-
‚eichnete Entwicklung des Unternehmens bedeutet.

Die Aktiengesellschaft „Pepege‘“, die sich dessen
bewußt war, daß die Anpassung der Gummiwaren an
die Anforderungen des polnischen Marktes, der nur
erstklassige Erzeugnisse aufnimmt, kein leicht zu 1ö-
sendes Problem war, hat zwecks Versorgung des pol-
schen Marktes und der Nachbarländer ihre Fabriken
mit den neuzeitlichsten technischen Einrichtungen aus-
gestattet und eine entsprechende Anzahl erfahrener
Fachleute verpflichtet.

Neben der Herstellung von Winter- und Sommer-
schuhen ist die Firma „Pepege‘“ an die Produktion von
Radschläuchen und Mänteln geschritten. Dieser Ver-
such hat die denkbar günstigsten Erfolge gezeitigt, so
laß die Erzeugnisse, welche mit Hilfe modernster Ma-
schinen hergestellt werden, den Konkurrenzfabrikaten
n qualitativer Beziehung in nichts nachstehen.

Als unser Berichterstatter, welcher die Firma „Pe-
pege“ nach 2 Jahren ihres Bestehens besuchte, und
feststellen konnte, daß die Zahl der Fabrikgebäude und
der Maschinen um über 100 Prozent gestiegen ist,
schritten die Industriewerke „Pepege‘“ energisch an
len weiteren Bau von Fabrikgebäuden, da der bedeu-
tende Inlandsbedarf dem Unternehmen nicht gestattete,
auch für das Ausland zu arbeiten und der Export sich
aur in den engen Grenzen des Kontingents abwickelte.

Das Fabrikgelände des Unternehmens, das an der
&lt;üste des Baltischen Meeres gelegen ist, entspricht den
3xportverhältnissen vollkommen, da der Export nach
lem Ausland den billigen Transporttarif genießt und
&gt;olen gegenwärtig eine Reihe von Handelsschiffen für
len Ferndienst erworben hat.
Glockengiesserei
B-cia Felczynscy in Przemysl

in dem Augenblick, in dem wir diesen Bericht
schreiben, wird energisch an dem weiteren Ausbau der
Jabrikgebäude gearbeitet. Das Unternehmen verhan-
lelt gegenwärtig mit der Stadt Grudziadz betreffend
den Ankauf weiterer Fabrikgebäude von ca. 56 0000
Quadratmeter, der demnächst perfekt werden wird, und
nat bereits in der Nähe der Stadt Fabrikgebäude, die
in allernächster Zeit der Produktion von Gummimän-
‚eln dienstbar gemacht werden, erworben.

Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Fir-
ma „Pepege‘“ die Zahl ihrer Arbeiter von 793 im Jahre
1926 auf 3000 erhöht hat. Dementsprechend ist auch
der Umsatz gestiegen, welcher im Jahre 1927 ca. 14
Millionen Ztoty betrug. Das ist ein Erfolg, der umso
bemerkenswerter ist, als die Firma „Pepege“ sich in
verhältnismäßig sehr kurzer Zeit auf das Niveau der
ausländischen, jahrzehntelang bestehenden Unterneh-
men dieser Art, emporgeschwungen hat.

Man dürfte wohl kaum fehlgehen in der Annahme,
1aß die Industriewerke „Pepepe‘“ am Ende dieses Jah-
es eine weit höhere Ziffer der Exportproduktion. .aus-
weisen werden als bisher.
Wielkopolska Huta „Helenit“

Die auf der Internationalen Messe in Poznarı aus-
zesteliten Glocken der Glockengießerei B-cia Felczyn-
scy in Przemysi (Kleinpolen) zeichneten sich durch die
prachtvolle Ausführung sowie ihre Tonstärke und Me-
lodie aus. Die Glocken, die das imposante Gewicht
von 60 Zentnern darstellen, wurden von der Pfarr-
kirche in Poznan erworben und: werden‘ die Melodie
les „Te deum laudamus‘“ spielen. Die Firma Felczyn-
ski ist das größte Unternehmen dieser Art in Polen
ınd besteht bereits seit 120 Jahren. Die Jahresproduk-
;jon beläuft sich auf 300 Tonnen. Auf der letztens in
”aris stattgefundenen Ausstellung wurde die Firma mit
tem Grand Prix ausgezeichnet.

Poznan

Die Wielkopolska Huta „Helenit“ G, m. b. H,,
Sabrik für Marmorerzeugnisse, in Rawicz, Großpolen,
1at in großem Maße dazu beigetragen, den Inlands-
narkt von den ausländischen Marmorerzeugnissen un-
ıbhängig zu machen und dank ihrer gut organisierten
Produktionsmethoden und neuzeitlichsten Arbeitsor-

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The International Shipbuilding
and Engineering Co. Ltd.
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(Danziger Werft und Eisenbahnwerkstätten A.-G.)

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baut:
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Fabrik "

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Filiale Poznan |
ul. Wrociawska 10-11 — Telefon 30-52

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Marmorgalanterie, moderne Waschtoiletten,
Öfen, Fussboden-, Tisch- und Wandplatten,
Platten für Friseurgeschäfte und Fleischereien.

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Bereich der Innenarchitektur und des Bau-

wesens auf Grund eigener und eingesandter
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Drehstrom,

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Rüben- und Kohlenwagen,
offen und gedeckt

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Maschinen und Apparate für:
Gummiindustrie
Zuckerindustrie ;
Eis- und Kühlanlagen
Wasserwerke
Schöpfwerkanlagen

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Zentrifugal- und Kolben-
pumpen
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Gusstücke in Grauguss, Stahl.
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Eisenkonstruktionen: Krane,
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Adressen der Zweigbüros:
Warszawa, Jasna Nr. 11 m. 5, Tel. 99/18, Lwöw, ul. Podleskiego 7, Tel.
48-88. Lödz, ul. Traugutta-9, Tel. 41-82, Röwne, ul, 3-gzo Maja 50.
Kraköw, ul. Wisina Nr. 12, Tel. 37/85. Lublin, Krak. Przedm. 56 m. 8,
Tel. 9-82, Poznan, Plac Wolnosci 9, Tel. 37-85.
Telzzramm-Adressen ı .
Stocznia Warszawa, Stocznia Lwöw, Stocznia Lödz; Stocznia Kraköw.
Stocznia Poznan, Stocznia Luhini Stocznia Röwne,
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        „Pionier“, Werkzeugmaschinenfabrik, G.m.b.H.
Warschau, Krochmalna 71
Die Fabrik für Werkzeugmaschinen „Pionier“, die
m Jahre 1922 als G. m. b. H. ins Leben gerufen wurde,
hat sich mit eigenen Kräften dank der lebhaften und
energischen Tätigkeit in schnellem Tempo entwickelt
und in kurzer Zeit auf ein sehr hohes industrielles Ni-
veau emporgeschwungen.: Bei der Produktion, welche
anfangs auf der Herstellung von einigen Typen der
Metallbearbeitungsmaschinen berühte, bedient sich die
Firma der modernsten Produktions-, Organisations-
and Rationalisierungsmethoden,
Sämtliche Werkzeugmaschinen werden in Serien
von 10 bis 50 Stück hergestellt. Die einzelnen Teile
werden auf modernsten Maschinen, bei weitgehender
Anwendung von‘ Schablonenvorrichtungen u. s. W,
hergestellt. Die Normalisierung der Konstruktionsele-
mente, Geräte und Büronormen wurde vom ersten Au-
genblick an konsequent eingeführt.

Ziskellern in jedem Ausmaße, auf besondere Bestellung,
Wasserdestiliationsapparaten u. Ss. w.

Die Fabrik besitzt eime eigene Metallgießerei und
Annaterwerkstätten, Zeichnungen und Kostenanschläge
werden ohne Annahmezwang des Projekts auf Wunsch
zugesandt. Das Unternehmen verfügt über einen Stab
erfahrener Spezialmonteure.
Die von.der Firma Ziölkowski hergestellten Appa-
rate erfreuen sich seit langen Jahren einer großen An-
;rkennung seitens der besten. Fachleute nicht. nur in
Yolen, sondern auch im Auslande. Dank ihrer lebhaf-
en Tätigkeit und der langen Existenz hat sich die
Firma das volle Vertrauen in ganz Polen und im Aus-
lande ‚erworben.

Die Firma „Pionier“, die sich bei ihren Abneh-
nern größter Anerkennung und großen Vertrauens er-
rent, schreitet in raschem Tempo weiter in Richtung
ler Realisierung weiterer Aufgaben, welche in erster
„inie der führenden Werkzeugmaschinenindustrie ob-
jegen. ;

Gardinen-, Tischdecken-
4 Brokatfabrik ;
Pan*s! 2ytowski, Lodz

Maschinenfabrik, Eisen- u. Metall-
giesserei B-cia Kanczewscy
Akt.-Ges, in Czestochowa
Die im Jahre 1890 von ‘den Gebrüdern Wiktor

ınd Adam Kanczewski mit einem Kapital’ von 10.000

‚xubel gegründete Firma beschäftigte anfangs‘ 10 Ar-

beiter, konnte aber. sehr bald, nämlich im Jahre 1900;

bedeutend erweitert werden. Die weitere Entwicklung

zing ohne größere. Schwierigkeiten vonstatten und

Jald hatte sich die Firma zu dem“ größten Unterneh-

nen der Metallindustrie in Czestochowa emporgear-

veitet. Nach Maßgabe des Ausbaus der Fabriken wur-
len. drei, -Produktionsabteilungen. für den Bau von

Friebmotoren, Pressen und keramischen Maschinen

eingerichtet; die. bis zum Ausbruch des Weltkrieges ge-

nügend beschäftigt gewesen sind, während- die Pro-
duktion gleichzeitig erhöht wurde, Im- Jahre 1914 be-&gt;
schäftigte. ‚das Unternehmen 150 Arbeiter -in einer

Schicht. 2

;; “Der Krieg mit.seinen verheerenden Folgen hat die

Produktion für einige Jahre zum Stillstand gebracht,

und erst im Jahre 1925 war eine weitere. etappenweise

Entwicklung der Firma dank der günstigen Konjunktur

möglich. ;

Gegenwärtig besitzt das Unternehmen ‚eine be-
oaute Fläche von ca. 7000 am: beschäftigt werden ca.

200 Arbeiter, während die Produktion fertiger Maschi-
ıen ca. 500.000 kg im Gesamtwerte von 1% Millionen
Zloty jährlich beträgt. .

In den einzelnen Abteilungen werden Maschinen
eder Art hergestellt, wobei sämtliche Teile in der ei-
jenen Eisengießerei, die ca. 30 Gießer und 20 Arbei-
'er beschäftigt, produziert werden. .

' Die Erzeugnisse der Firma erfreuen sich einer all-
zemeinen Beliebtheit und‘ Anerkennung, was u. a. da-
lurch zum Ausdruck kam, daß sämtliche Maschinen-
yps, weiche auf der diesjährigen Messe in Poznarı von
lem ‚Unternehmen ausgestellt worden sind, bereits in
len ersten Tagen verkauft waren.

Fabrik für Messing- und Kumnfer-
rzeugnisse BB. Ziölkowski i S-ka,
G. LE b. H., Poznan

Die genannte Firma ist im Jahre 1874 . gegründet
vorden und befaßt sich speziell mit dem Bau von
Destillationsapparaten und kompletten Brennereiein-
ichtungen, Kartoffeldämpfern, Wasserbehältern, Gäh-
'ungsbottichen aus Fisen und Kupfer, Röhrenleitungen
tür .Schlempe, Haus- und Hofpumpen, Badezimmern
and  Wasserclosets, . Waschkesseln, Kesseln zum Ko-
chen: von Zucker und Obst, Messingsamowars sowie
‚ämtlicher- Küchengeschirre: aus Kupfer und Messing,

Die Firma Pantel i Pytowski in Lodz ist die größte
and bedeutendste Gardinenfabrik in Polen. Es ist der
Firma als ein großes Verdienst anzurechnen, daß sie
lank der intensiven. Tätigkeit ihrer Inhaber in hohem
Maße dazu beigetragen hat, diesen Industriezweig, der
bis z. J. 1909 in Polen nicht vertreten war, in so kur-
zer Zeit auf ein derart hohes Niveau zu bringen, daß
die‘ ausländischen Erzeugnisse vom Inlandsmarkt fast
vollständig verdrängt werden konnten. Die Firma Pan-
tel i Pytowski in Lodz, deren Lager in der Piotrkowska
51 u. Fabrik in der Lomzynska 8/10 sich befinden, ver-
steht es, das Publikum mit ihren erstklassigen und
iußerst geschmackvollen Erzeugnissen, wie Ziergewe-
ben, Portieren, Tischdecken, Möbelbezugsteffen usw.;
immer wieder in Erstaunen zu versetzen, Die Firma legt
Jen. größten Wert darauf, ihre Erzeugnisse immer den
Anforderungen der. Mode anzupassen und ‚erwirbt aus
Jiesem. Grunde von Zeit zu Zeit Maschinen neuester
Konstruktion, um den Markt mit guten und neuesten
Waren versorgen zu‘ können. Als Beweis für die Güte
ler Erzeugnisse der Fa, Pantel.i Pytowski darf die Tat-
sache dienen, daß sie mehrmals mit der Goldenen Me-
laille, letztens auf der wirtschaftshygienischen . Aus-
stellung in Lodz, ausgezeichnet worden ist. Daß die
Zrzeugnisse der Firma Pantel i Pytowski auch im Aus-
and vollste. Anerkennung finden, geht daraus hervor,
laß der Export der Firma sich nach China, Palästina.
Lettland, Estland u..s. w. richtet.

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Eisen- und Metallgusswaren

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ul. Emilji Szczanieckiei 4b =

Telefon 69-48
ik für Runfer- und Messinterzeugnies

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8 SR TEL:
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        Zaklady Przemysilowe
Winkelhausen

Die Gründung des Unternehmens“ datiert vom
jahre 1846. In diesem Jahre siedelte der bekannte
Danziger Kaufmann Hermann Alexander Winkelhau-
sen von Danzig nach Starogard über und errichtete
hier eine sogenannte Destillation, die am 1. August
1846 eröffnet wurde. Dank der Engerie und zielbe-
wußten Arbeit des Inhabers, vor allem aber dank der
strikten Innehaltung des Grundsatzes vom Augenblick
der Eröffnung der Destillation an, nur möglich aller-
beste Erzeugnisse in den Handel zu bringen, erweiterte
sich das Unternehmen sehr bald und vergrößerte seinen
Umsatz von Jahr zu Jahr,

Schon im Jahre 1871 erbaut die: Firma H. A,
Winkelhausen eine eigene Spiritusrektifikation, die
arste in Pommerellen, eingerichtet nach den damalig
äeuesten Errungenschaften. - Die Rektifikation arbei-
tete anfangs ausschließlich für den eigenen Bedarf der
Destillation zur Herstellung von Likören und Brannt-
weinen. Bald erlangte die Qualität des erzeugten Rek-
tifikats eine solche Anerkennung, daß der Absatz sich
allmählich auf eine immer größere Anzahl von Spiri-
iuosen und Likörfabriken erstreckt. Infolge des
Jauernd anwachsenden Bedaris wurde im Jahre 1897
Jer Bau einer neuen Rektifikation vorgenommen und
gleichzeitig ein großes Lager für Rohmaterialien einge-
richtet, das in der Nähe des Bahnhofes gelegen und mit
diesem durch Anschlußgleis verbunden ist. Dieses La-
ger wurde mit zwei Sammelbehältern für Rohspiritus
mit einem Faßungsvermögen von je 1.250.000 Litern,
sowie mit einer Reihe damals neueste® Einrichtungen
uisgestattet.

Das Publikum hatte sich im Laufe langer Jahre au
den erlesenen Geschmack Starogarder Spirituosen ge-
wöhnt und bildete sich allmählich seinen eigenen Ge-
schmack, so daß sich die Firma H. A, Winkelhausen
schon im Jahre 1889 genötigt sicht, den ersten Apparat
zum Brennen von Weinen aufzustellen, zwecks Gewin-
nung des sogenannten Weindestillates, des unerläß-
ichen und einzigen Grundmaterials zur Herstellung
jer besseren Cognacs.

Im Anschluß hieran wurde im Jahre 1907 eine
spezielle Cognacbrennerei, umtaßend 6 Apparate neu-
zster Konstruktion, errichtet. Heute ist diese Bren-
nerei imstande, jährlich über 6—8 Millionen Liter Natur-
weine zu verarbeiten und versorgt mit ihren Vvorzüg-
üichen Destiltaten nicht ‘allein die eigene Cognac-
‘abrik, sondern auch viele andere Fabriken im In- und
Auslande.

“ Eine in der Spiritusindustrie allmählich immer be-
jeutendere Stellung einnehmend, erwarb die Firma H.
A. Winkelhausen als Eigentum eine zweite große Spiri-
tusrektifikation, die ehemalige Firma W. Sultan, Torun-
Mokre. Ferner wurden eine weitere Rektifikation, In-
dustriebrennerei, Weinbrennerei sowie eine Cognac-,
Likör- und Branntwein-Fabrik in Magdeburg und in
Starogard i.-Pom. neu errichtet, außerdem sind Filialen
in Marienburg, Saarbrücken und Karlsruhe gegründet
und das französische Unternehmen bedeutend erwei-
tert worden.‘

Langjährige Studien und Versuche in den Rum,
Arrak und Whisky erzeugenden Ländern ermöglichten

ier Firma H. A, Winkelhausen, diese Getränke gegen-
värtig in bester Qualität und in eigener Brennerei in
Starogard selbst zu erzeugen. .

Um aber in anderen Richtungen das erstklassige
Zektifikat verwenden zu können, errichtete die Firma
1. A. Winkelhausen in Starogard (unter der Firma
‚Angelus“ G. m. b. H.) eine Parfümerie sowie eine
‘'hemische Fabrik.

Da nun die Verwaltung eines so vielseitigen Unter-
ıehmens, verteilt noch auf drei Nachbarländer, sich
ımmer schwieriger gestaltete, faßte die Firma H. A.
Ninkelhausen den Entschluß, alle polnischen Unter-
ıehmen aus ihrem Konzern abzusondern und übergab
lieselben einer im Jahre 1922 gegründeten neuen Ge-
sellschaft: „Zaktady Przemystowe Winkelhausen Tow,
Akc.“.

Eigentümer des neuen Unternehmens verbleiben

u ungefähr gleichen Teilen die ehemalige Firma H. A.
Ninkelhausen sowie der Verband der pommerellischen
„andwirte, die als Brennereibesitzer in der „Pomorska
5pölka Okowiciana‘ mit dem Sitz in Starogard verei-
gt sind. Aus der früheren Firma H. A. Winkelhausen
1ervorgegangen, haben die Zaklady Przemystowe
Ninkelhausen äußerst reiche Erfahrungen, die Erfolge
ler Arbeit und des Wissens, die durch die Firma H. A.
Ninkelhausen durch eine bereits 76-jährige Praxis er-
ungen worden sind, sozusagen als Erbschaft übernom-
nen. Gleichzeitig wurde das neue Unternehmen, ir
Verbindung mit der Vereinigung der pommerellischer
‚andwirte unter der Bezeichnung „Pomorska Spötks
)kowiciana‘“ gewissermaßen ein Bestandteil der . pol-
schen Landwirtschaft, was. — vom wirtschaftlicher
;tandpunkt aus betrachtet — eine vollkommen plan-
näßige und zielbewußte Verwertung der pommerelli-
chen Bodenfrüchte bedeutet.
° Als wirtschaftliche Einheit gingen in den Besitz
ler Zaklady Przemystowe Winkelhausen ein gänzlich
zesonderter Fabrikkomplex mit Gebäuden und Eiun-
ichtungen über,

Auf dem riesenhaften Terrain am Bahnhof in
starogard wurde ein vollständig neuer Fabrikkomplex
wusgebaut und eingerichtet, welcher hinsichtlich Plan-
näßigkeit und” technischer Vollkommenheit als einzi-
zer in Polen darstehen und ähnliches selbst im Westen
ıicht so leicht finden dürfte.

Nach Uebernahme dieser seitens der Firma H. A.
Ninkelhausen errichteten neuen Fabrikbauten besitzen
lie Zaktady Przemystowe Winkelhausen Tow. Akc.
zegenwärtig:.

1. In Starogard: a) Spiritusrektifikation mit einer
„eistungsfähigkeit von durchschnittlich 12 Millionen
„tr. 100-prozentigen Alkohols jährlich, Sammelbe-
ıälter von insgesamt 4.053.759 Ltr. Faßungsvermögen
Rohsprit und Rektifikat, b) Cognacbrennerei mit einer
Produktionsfähigkeit von 1 Million Ltr. 100-prozenti-
zen Weindestillates ausschließlich und einzig aus
jesten französischen Weinen, Rum-, Arrak- und
Whisky-Brennerei, c) Fabrik und Abfüllstelle für Co-
znacs, Liköre und Branntweine, d) ausgedehnte Kelle-
:eien zum Lagern von Cognacs und Spirituosen aller
Art, e) eine Abteilung zur Denaturierung und Abfüllung
von Denaturat, £) Steuer- und Zollfreiläger für impor-
jerte und auch zum Export bestimmte Waren, g) eine
Reihe von Beamten- und Arbeiterwohnhäusern.

zZ. In Torun-Mokre: a) Spiritusrektifikation, jähr-
ich bis 7,5 Millionen Liter 100-prozentigen Alkohol
‚erarbeitend, mit. Sammelbehältern, die insgesamt
1.453.929 Liter Rektifikat und Rohsprit aufnehmen kön-
ıen, b) Fabrik um&amp; Abfüllstelle für Branntweine, c)
:ine Abteilung zur Denaturierung und Abfüllung von
Denaturat, d) eine Reihe von Beamten- und. Arbeiter-
wohnhäusern.

3. In Bialystok: Fabrik und Abfülle für Brannt-
veine, mit Spiritusfreilager und vollständig neuer, nach
len letzten Errungenschaften der Technik.und Hygiene
zeschaffenen Einrichtung, versehen mit eigenem An-
schlußgleis.

4. In Wielkie Hajduki (O-S): .Gleichfalls eine
1jeue erstklassig. eingerichtete Spirituosenfabrik mit
Abfüllstelle,

Um die geehrten Abnehmer mit ihren Erzeugnis-
sen bequem und schnell. versorgen zu können, haben
lie Zaktady Przemystowe Winkelhausen‘ Tow. Akc,
ıußer den Vertretungen eine Reihe von Filialen, ver-
ynden mit Lägern, geschaffen, und zwar: |

Warschawa: ul. Moniuszki 8, Tel. 78-43,

Katowice: ul. Poprzeczna 8, Tel. 20-38, ;

Poznan: ul. Pocztowa 10, Tel. 16-55,

Torun-Mokre: Tel. Torun 38,

Bydgoszcez: ul. Gdarnska 38, Tel. 10-51, .

Wilno: ul. Dabrowskiego 1, Tel. 409,

Danzig: Dominikswall 11, Tel. 25-68.

Diese Geschäftsstellen werden von hervorragen-
len Fachleuten geleitet und sind bestrebt, den wirk-
ichen Feinschmeckern eine schnelle und bequeme Ver-
;orgung ihrer Erzeugnisse zu erleichtern.
S. Samulski &amp; Co., Pleszew

Ti

Die im Jahre 1885 gegründete Firma Samulski in
”leszew gehört zweifelsohne zu denjenigen Unterneh-
nen in Polen, deren bloßer Name schon die beste Re«-
&lt;lame ist. Aus kleinen Anfängen heraus hat es die Fir-
na verstanden, durch energische Tätigkeit ihrer Inha-
per und deren hohe fachmännischen- Kenntnisse, sich
derart emporzuschwingen, daß sie heute bereits 150
Arbeiter, ausschließlich des hervorragend ausgebildeten
/erwaltungspersonals, beschäftigt. Was die technische
mnneneinrichtung des Unternehmens anbelangt, ist zu
pemerken, daß die Firma rund 110 Metallbearbeitungs-
naschinen, 2 große Oefen für Metalle jeder Art und ei-
ıen besonderem Rohölofen neuester Konstruktion zum
Schmelzen der Metalle besitzt. Den für den Motoran-
rieb erforderlichen Strom liefert die eigene elektrische
Zentrale. Die Produktion umfaßt folgende Spezialitäten
ler Firma S, Samulski. 1. Die Pumpen- und Armatu-
‚enabteilung, 2. die Abteilung für die verschiedensten
dolzbearbeitungsmaschinen, 3. die Transmissionsabtei-
ung und 4, die Abteilung für landwirtschaftliche Ma-
ıchinen und andere. Es dürfte sich erübrigen auf die
nzelnen Produktionsabteilungen einzugehen, . sind
loch die Erzeugnisse der Pirma.S. Samulski in der
„andwirtschaft und Industrie allgemein bekannt. Es
larf daher nicht Wunder nehmen, daß die Erzeugnisse
ler Firma S. Samulski- dank ihrer Güte und erstklassi-
zen Ausführung nicht nur im Inland, sondern auch im
Ausland immer größeren Absatz finden,

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| 1. COGNACS 3, LIKÖRE ; | 8. KLARE SPIRITUOSEN: “
nn 6. GATTUNGS-SPIRITUOSEN ;
(jetzt Weinbrände genannt) 4. BITTERE SPEZIALITÄTEN %. WERM ur S 9. WEIN-, RUM-, ARRAK- |
* 2, WEINBRAND-VERSCHNITTE 5, RUM, ARRAK, WBISKY ) DESTILLAT, KIRSCHBRAND

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Maschinenfabrik * Giesserei * Kesselbau

Abt. I
Landwirtschaftliche Maschinen

Abt. II
Pumpen, Armaturen

Abt MM

Holzbearbeitunssmaschinen
Abt. IV RL
Reparaturwerkstätten
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        Latvijas Banka
Staats- und Emissionsbank
der Republik Lettland
Telegramm -Adresse: „Valr*rhanka“ Riga
Zentrale: RIGA
Filialen in allen grösseren Städten Lettlands

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TALLINNA
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(Revaler_Kreditbank A. G.)
Gegründet 1907
TALLINN (Reval), S. Karja 23
Telegramm-Adresse: KREDITBANK

A. S.

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Erledigt sämtliche Bankgeschäfte
Offene Kredite für Import- und _
Exporttransaktionen
Inkassos, Überweisungen, Diskontierungen etc.

Aktienkapital und Reserven Ekr. 1850 000.—
Bilanz per 31. XI. 27 Ekr. 17400000

Korrespondenten an allen Örten
Estlands und in grösseren Zentren des Auslandes

Die Bank gewährt jedwede Erleichterungen
ür Transaktionen von und nach dem Auslande.

Die Bank befasst sich mit sämtlichen bank-
mässigen Transaktionen im In- und Auslande

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Das Fin: inisterium Lettland
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verkauft zum Export _
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SCHWANEBURGER — LIVONIER
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Regierungsstandardwracke

Alle Auskünfte erhältlich im Staatswirtschaftsdepartement Riga, Valdemara
iela 2., Lettland +

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        <pb n="26" />
        Latvian Flax &amp; Grain Trading Association

Codes: Telegrams:
ABC 6th Edition 1 Ks . „HERMES, RIGA*
Viegers Blitz Code F „m Telephones:
1908 9f 7 29209, 29430, 28618, 31088
with supplement ; * + ‚_ Postal Address:
Private Limited . P. O, Box No. 562
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RIGA, LETTLAND, KRISJANA BARONA IELA No. 3
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Hafer und Überseegetreide ”

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Direktion: Riga, Gr. Sandstr. 27
Tel. 22298, 22208, 206 09 Tel.-Adr.: Cellulose, Riga

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Alle Cellulose-Papiere

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Jaani t. Nr.6 Tallinna laani t, Nr. 6
Teleer.- Adr.: „Zentrestonia”

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Kohlen-Import :: Holzexport

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Gr. Brauerstr. !/* X 3 g a Gr. Brauerstr. !/s
 Telegr.-Adr.: „Westexport“
Telefon: 22962 / 20975.
Vertretung: S
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Danzig, Westexport G. m. b. H.
Wollwebergasse Nr. 27
 0000000000000000000000000000:

S.v Inschkat
Riga, Valdemarstr. 33
Tel. 291 52
Bevollmächtigter Vertreter des
Kohlenkonzerns Progress
Katowice
(Caesar Wollheim, Berlin)

"op European Tram Company Ufd
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Riga, Petrikirchenplatz 37
Telegramm-Adresse „Etrak“

Chemikalien-Vertriebs A.-G.
„Chevag“, Riga

Vertretung der
Baumwollspinnerei A.-G. }
;„Jägel-Manufaktur“
Nordeckshöfer l
Textil-Manufaktur A.-G.
Trikotagenfabrik A.-G.

„Merkur“ J
Jutefabriken „Stradom“ u. „Warta“,
Polen
Zinkweisswerke „Huta-Phönix®
Bedzin’

Sämtliche. Mineralöle der Fabrik
A, Oehlrich &amp; Co., Riga und andere.

Generalvertretung -
der Zaklady Solvay w Polsce
für die baltischen Staaten.
Kaustische Soda.
Kalzinierte: Soda.
- Steinsalz.
Natrium Bikarbonat.
Glaubersalz..

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Telegramm-Adr.: „Chevag“, Riga 2
Fernsprecher: 22033, 22006.
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Lettländische
Reederei, Klarierung,
Schiffsbefrachtung.

Flachszentrale
IMPORT &amp; EXPORT

Schlepp - Assistenzen.
Leinsaat
Flachs
Getreide

Kıga
Bremerstr. 5. Telegr.; Danneberg
Riga, Brauerstr.*/ {
Zweigkontor Windau
Kuginieku iela 9-

Telefon 231 74.
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Wydobycie roczne:
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Telegramm-Adresse:
Skarbopoil Danzig

Telephone
270 76, 270 375

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Cohienveririch aus polnisch-fiskalischen Gruben in Oberschlesien - Sorzedaz wegla z Polskich Konalı Skarbowyeh-na-®. Slasku
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        Grösstes Transportunternehmen Polens

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Aktienkapital: 2.000.000 Zloty
Reserven: 1.000.000 Zloty
Gegründet 1858. Telegramm-Adresse: „CEHARTWIG“

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Zollfreilager. Verzollungskonzession
bei allen Filialen. Sofortige Ueber-
weisung der Inkassos. — — —

Moderne Lagerhäuser mit Gleisanschlüssen bei allen Filialen für über 100.000 Tonnen Massengüter,
500 Mitarbeiter, 250 Transportwagen und Lastautos, 50 Möbelwagen, 100 Pferde.
Wert eigener Grundstücke: 5 Millionen Goldmark.

Zweigniederlassungen:
Bydgoszez, Dworcowa 72, Danzig, Pfefferstadt 1,

Gdynia, Portowa 4, Katowice, Poprzeczna 21,

Kraköw, Gertrudy 2, Lödz, Piotrkowska 77, Lwöw,

Sykstuska 19, Poznan, Towarowa 15-20, Warszawa,

Nowosenatorska 12, Wilno, W. Stefanska 29,
Zbaszyn, Przy Dworcu.

In Oesterreich: C. HARTWIG Transportgesellschaft m. b. H., Wien, I. Hegelgasse 7
In Deutschland: C. HARTWIG Speditions-Gesellschaft m. b. H., Neu-Bentschen
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        u VOR Dr

Ber FT TTS

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Der grösste Ausfuhr-Hafen in Europa für Holz
(Im Jahre 1927 17740365 t)
an der Ostsee für Kohlen
(im Jahre 1927 4103173 t und Mineralöle
Der billigste Transit-Hafen für Tschechoslovakei, Rumänien, Russland
80 regelmässige Tourenlinien nach allen grössten europäischen Und Ueberseehäfen
Umschlagsfähigkeit 9000000 t jährlich |

Verwaltung:
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us für den Hafen und die Wasserr _e.cn
Rada Poriu I Drög Wodaych wW GüansKu
DANZIG, Neugarten 28-29

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Telefons 5, 44.152.361, 374, 430, 593, 689, 1209, 2331 K AT OWI C E
ulieca Podyarna Nr. 4.

Telegrammadresse: „Ciesche-Katowice“.

Steinkohle = Rohzink - Raffinadezink - (W. H.-P.H. - Feinzink - Presszink

Zinkbleche - Zinkbecher - Kadmium - Blei - Bleibleche - ”-"-- — +, Blei-

dr‘ * - Bleislätte - Bleiminium - Schrot - Bleiplomhen Atzinn
Schwefelsäure aller Grädigkeiten - Oleum 20
Steinkohlengruben:
„GCIESCHE“, „Richthofenschacht“, „Wilhelmschächt“, „Karmerschacht“, „CLEC”""""# "apkag nrzschackht“
Zink- und Bleierzgruben:
„Bleischarleygrube“, Brzeziny Si. — „Math”degr. "2, Kenn an,
Zweiggesellschaften in:
WARSZAWA — S. Krasnodebski, Zielna 24.
WARSZAWA — „Ge-Te-We“, Marszalkowska 137 (Verkaufs-Büros in Bydgoszer: und Löd£))
DANZIG — Giesche Handelsgesellschaft m. b. H., Holzmarkt 4.
BERLIN — Bergwerksprodukte G. m. b. H. Kohle: Potsdamerstr. 121 c. Zink: Unter den Linden 17—18,
WIEN — Giesche Haudelsges. m. b. H., Wien II, kıyalidenstraße 7,
ORAC _ Gebrüder Schramek, Praha, Vinohrady, Fochova 7.

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Zentrale: ww GZN a. Plac Wolnoseci 15

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Filialen im Inland: /
Warszawa, Jasna 8 :: Lödz, Sienkiewicza 24 :-: Torun, Szeroka 14,
Kraköw, Rynek Glöwny 19 ::: Bydgoszcz, Plac Teatralny 4 :: Lublin,
Krak, Przedmiescie 45 :-: Radom. Plac 3 Maja .:: Piotrköw, Plac
Kosciuszki :: Kielce, Sienkiewicza 54 :-: Grudziadz, Jözefa Wybickiego 11-13
Sosnowiec, 3 maja 9 :-: Lwöw, Kopernika 4 :-;: Wilno, Mickiewicza 1

_Bielsko, Pilsudskiego 13 :-; Katowice, Warszawska 7
In_der Freien Stadt Danzia:
. Holzmarkt 18 a

Im Ausland: |

Paris, Banque de "Union des Societes Cooperatives Succursale de
Paris 82, rue Saint Lazare Paris (9-el.
Erledigung sämtlicher Banktransaktionen
Telegramm-Adresse: Im Inland „Zarobkowy“, in Paris „Bezeieseb“

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Sp. Akc. (Aktiengesellschaft) w POZNANIU
Poznan — Polen 1
Telegramm-Adresse der Zentrale und Filialen: „BACUKRO“

Filialen:
WARE NA, Krakowskie Przedmiescie 55 LWÖW, ul. Jagiellonska 1
DANZIG, Baltische Commissionsbank G. m. b. H. &amp; Co. Kommanditgesellschaft, Melzergasse 11-13

—=eiser Verkauf im In- und Auslande
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sämtlicher im den Zuckerverbänden Polens
vereinierten Zuckerfabriken

‘ K7nktransaktionen. — Kommissionsweiser Verkauf von Kohlen
und künstlichen Düngemitteln.
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        Polish State Petroleum Cor — "=&gt; "-4y Malowe =
Gdansk — Waüugasse 07
Telephon 28746 — Telegr.-Adr.: Poltank Danzig

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Zentralbüro: Danzig
Zweigniederlassungen:;
Estland: Eesti Pool Petroleumi Uhisus „Eestipolmin“, Tallinn, Lai tän Nr. 1
Lettland: Polijas Latvijas Naftas Sabiedriba, Daugavpils, Zala iela 16
Vertretungen:
England: The Pilot Trading Co. Ltd., London E. C. 2, 12 Great Winchester Str.
Belgien: Ing. B. Fürstenberg, Antwerpen, Rue Miroeus 16
7rankreich: Societe Francaise des Petroles de Silva Plana, Paris, Rue Pigalle 20
?innland: Aktiebolaget „Algol“ Osakeyhtiö Helsingfors, Unionsgatan 22
Dänemark: O, H. Winkel, Kopenhagen, Strandboulevard 62
Schweden: S. Barbanell, Stockholm, Maestersamuelsgatan 48
Norwegen: Rabbe Bull &amp; Co. Ltd. Oslo.
Yarnalhen Peiroleum Gi m. b. H.

Export vcn Ponzin, Petroleum
Spindel- -——  “-reinenSleı
und Guecr'_
nach England, Frankreich, Belgien, Holland,
Skandinavien, Finnland und den Randstaaten
near mama
Eigene Tankanilagen in Danzig: .
Ehemaliges Marinekohlenlager, Neufahrwasser
. Weichselstrasse 8-9,
Schellmühl, Broschkischer Weg 21
Zirka 60 000 £ d
General-Verireiung der Fa. Galizise:

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POLSKB "7
POLISH 5”

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besitzt über 200 eigene Niederlassungen

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nach Polen,

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Russland, Rumänien und
Randstaaten
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3
Postgasse 3—4
Telegr. - Adresse: „P AM“
Teiephon 24305—24308
Neufahrwasser 35349

kw m ka „ASP 0
Erz :;. Schrott ::. Phosphat :: Holz

Auskünfte erteilen

CHARTERING-AGENTS
SHIPBROKERS CLEARANCE
BUNKER COAL CONTRACTORS

Ce.
Hopfengasse "3

\ x CL
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Do. Danzig
Fernruf 270 41
Telegramm-Adresse:
Frachtschenker und Ostschenker

Mo u
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Kohlenveriiieb aus polnisch-fiskalischen Gruben in Oberschlesien
_G.m.b.H 1
in Danzig, Töpfer. .33
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        er: Pa Ca A BE EN x
WE a EST SS a kn Fe SE
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Danziger Dampfschiffahrt- und Seebad-A.-G.
DAT'ZIG I

Schleppschiffahrt
Berzungen —

Hilfeleistungen
Passarierschiffahrt
Telegramme: WEICHSEL

Fernsprecher: 23166, 23167

Baltic Transports Ltd. A. G.

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Alan,

Hauptniederlassungent .
Warsr: va Lwöw: Kraköw
Zgoda 41 x Jagiellonska 2 Rynek Glöwny 4
Filialen:
Bielsko, Cieszyn, Drohobycz, Przemysl, Stanislawdw,
Tarnoöw.

Vereinigt mit den Instituten:
Banque Belge pour l’Etranger in Brüssel
(Filiale de la Societ&amp; Generale de Belgique)
Banque Commerciale de Bäle in Basel

Wiener Bank-Verein in Wien.

JUN 2
Telegramm-Adresse: BANKDION
2 odiet sämtliche Banktransaktionen.

Schiffsmakler- u. Befrachtungsagenten, Spedition, Lagerung, Stauerel,
Versicherung, Havarieagenten,
Hauptkontor : ;
DANZIG, Hundegasse Nr. 89
Filiale in Gdynia, ul. Portowa
Fernsprecher: Sammelnummer 22541
Lieferung von Bunkerkohle
Kohlenexport

Hafenkontore: :
Kaiserhafen, Weichselbahnhof, Neufahrwasser,
Hafenstrasse 37 und Weichselstrasse 12
Telegramm-Adresse: Schiffahrtsabteilung: „Bergenske“,
Speditionsabteilung: „Bergsped“.
(Eigene grosse modern eingerichtete Lagerhäuser an Kai
und Eisenbahn) X
In Polen vertreten durch 4
=: . en
‚QVD
Warschau, Lodz, Posen, Kfakau, Lemberg, Wilno,
Kattowitz, Bialystok.

ba AP Tr Ahern
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        <pb n="33" />
        Yir. 129

% Y + Ver A
Baltiiche Preffe
Illuftrierte Beilage Ka
Danzig, Mittwoch, den 6. ZJuni 1928.

*n.

Die staatl. Wirtschaftsunternehmen Polens

Polens finanzwirtschaftliche Führer

Stefan Starzynski
Direktor des allgemeinen Departements
des polnischen Finanzministeriume

Dolens Finanzminister Gabriel Czechowicz

Charles S. Dewey
Der amerikanische Finanzberater der
volnischen Regierung

M. Tadeusz Grodynski
Unterstaatssekretär im polnischen Finanzministerium
        <pb n="34" />
        „che 2 A
Polens Str-“"-he Agrarbank
/Pansb oe)

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°Iny /

Die Panstwowy Bank Rolny ist im Jahre 1919 veyründet
worden und ihre Aufzabe besteht gemäß 3 3 des Gesetzes
jetreffend die Eröffnung der „Panstwowy Bank Rolny“ in der
“Öörderung der Agrarreiorm, der Entwicklung der Landwirt-
chaft und des landwirtschaftlichen Kredits, ferner in der Ver-
valtung von Regierungsfonds, die für obige Zwecke bestimmt
N

Die Tätigkeit der Panstwowy Bank Rolny ist für das
Nirtschaftsleben Polens von großer Bedeutung, da die Land-
virtschaft, welche vor dem Kriege keinerlei Unterstützung
eitens der Teilmächte erfahren hat und durch den Krieg und
ye darauf folgende Krisis stark in Mitleidenschaft gezogen
vurde, bedeutende Kapitalien benötigt, um das Niveau der
vestenropäischen Landwirtschaft zu erreichen. Die ebenfalls
lurch den Krieg veschwächten landwirtschaftlichen Kredit-
ınstalten, insbesondere die Genossenschaften, können den Auf-
raben, vor welche sis im Hinblick auf den notwendigen Aufbau
ler Landwirtschaft vestellt sind, nicht gerecht werden, so daß
ler bäuerliche Grumdbesitz gezwungen ist, in den staatlichen
&lt;reditinstit. ten, vor allem in der Panstwowy Bank Rolny.
Jnterstützung zu Suchen.

Die rapide Entwicklung der Panstwowy Bank Rolny da-
iert seit Zem Jalire 1924, in welchem durch die Stabilisierung
ler Valuta die Grundlage für die normale Entwicklung der
&lt;reditaktion ve. chalfen worden ist. Das Grundkapital der
Zank beiträgt vevenwärtie 100 Millionen Zioty, während sich

uc Reserven auf. 4,1 Millionen belaufen. Die Mittel für die
&lt;reditaktion bestreitet Cie Bank, abgesehen von dem Eigven-
&lt;apital aus speziellen Einlagen des Staates, aus Einlagen der
Zevölkerung, durch Ausgabe von Pfiandbriefen, sowie aus Bud-
zetzuschüssen der Regierung für die Landwirtschaft, welche
on der Bank verwaltet werden.

Die Kredite der Bank können in drei Gruppen eingeteilt
werden, und zwar in kurzfristige Kredite aus eigenen Fonds, in
aneiristige Pfandbriefkredite, sowie in Kredite aus den er-
vähnten Regierungsfonds. Ueber die Entwicklung dieser Kre-
71e in den Jahren 1925—1928 unterrichtet nachstehende Zu-
samımenstellung:

Per 1. Januar in Millionen Zioty betrugen die
19253 1926 1927 1925
Pfandbriefkredite — 0,2 75 41.4
&lt;redite aus den Regierungsfonds 3,4 26,2 51,3 88,4
Kurzfristige Kredite aus den

eigenen Fonds 13,7 28,5 52,6 129,9

Die Kredite aus den eigenen Fonds werden für Umsatz-
wecke des bäuerlichen Grundbesitzes hauptsächlich durch
/ermittlung von landwirtschaftlichen Genossenschaften sowie
‚on Kommunalverbänden erteilt, welche die lokalen Bedürf-
ıisse genau kennen und deren Mitarbeit bei der Verteihmg des
&lt;redits sehr wertvoll jst

Besonders hervorgehoben zu wierden verdienen die Kre-
äte der Bank zum Ankauf von Kunstdünger, welche in hohem
Maße zur Verbreitung dieses in der modernen Landwirtschaft
inentbehrlichen Produktionsmittels beitragen. Während im
Jahre 1925 die Bank 12000 Tonnen Kunstdünger der Landwirt-
schaft zur Verfügung stellte, waren es im Jahre 1926 87 000
Tonnen und im Jahre 1927 1537 000 Tonnen
Die Panstwowy Bank Rolny verwaltet die Fonds von vier
Ministerien: 1. die Fonds des Ministeriums für Agrarreform,
welche für Zwecke, die mit der Durchführung der Agrarreform
ım Zusammenhang stehen, bestimmt sind, 2. die Fonds des
Landwirtschaftsministerium, die ıder Hebung der landwirf-
schaftlichen Produktion dienen, 3. die Wiederaufbaufonds des
Ministerium für öffentliche Arbeiten und 4. die Kriegsinvaliden-
’onds des Finanzministerium,

Die Kredite im Pfandbriefen der Panstwowy Bank Rolny
werden für den Ankauf von Boden, zur Tilgung drückender
Privatschulden, sowie für sämtliche Investitionszwecke erteilt
Die 7- und S-prozentigen Pfandbriefe der Panstwowy
3ank Rolnv sind von dem Staate garantiert und vor allem
Seweryn Ludkiewicz
Vorsitzender des Aufsichtsrates
der Panstwowsv Bank Rolnn

durch die Forderungen aus den langiristigen, hypothekarisch
yesicherten Anleihen, welche in diesen Briefen erteilt werden,
sodann durch spezielle Reservefonds und das gesamte Ver-
mögen der Bank sichergestellt, Da sie außerdem auf Goldztioty
lauten, wodurci jedwede Verluste infolze eines eventuellen
Valutasturzes ausveschaltet werden, und gute Zinsen trazen,
bieten die Pfandbriefe der Panstwowy Bank Rolny überdies
auch eine sichere und zünstige Kapitalsanlage,
;

Neben der Kretlitaktion befaßt sich die Panstw. Bank Rolny

mit der Parzellierung von Grofßbesitz. zu welchem Zwecke sie

Wactaw Staniszewski
Generaldirektor der Panstwowy Bank
Kalnı

is zum 31. 12. 1927 — 47 landwirtschafliche Besitzungen mit
ner Gesamtfäche von über 47 000 Hektar erworben hat, von
lenen über 14000 Hektar bereits aufgeteilt worden sind.
\ußerdem hat die Bank im Jahre 1927 von der Regierung kom-
nissionweise die Parzellierung der Krotoszyner Güter, die über
106060 Hektar umfassen. übernommen.
Die Panstwowv Bank Rolny besitzt außer der Zentrale und
jer Hauptfiliale in Warschau, neun weitere Filialen, und zwar:
n Lwöw, Wilno, Poznan, Grudziadz, Luck, Katowice, Kraköw.
insk und Lublin.
Ziehe die Wiedergabe der Pfandbriefe der Staatlichen Agrarbank auf der nächsten Seite
        <pb n="35" />
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8°/o-ige auf Goldztoiy lautende Ftandoriefe aer Fanstwowy Bank Rolny (Staatliche Agrarbank}

Polens Postsparkasse /Pocztowa Kasa Oszeczednosei /

Die Polnische Postsparkasse ist am 1. März 1919 gegerün-
det worden. Inre Organisation unterlag in den ersten Jahren
ihres Bestehens in Zusammenhang mit der Entwicklung und
Erweiterung ihres Tätigykeitsgebietes weitzehenden. Aenderun-
zen. Das Dekret des Präsidenten der polnischen Republik vom
24. Juni 1924 stellt die rechtliche Grundlage des jetzigen Insti-
uts dar.

Die Polnische Postsparkasse ist ein staatliches Institut, das
eine besondere juridische Eigenschaft besitzt und dessen Stem-
je! das Staatswappen trägt. An der Spitze der Polnischen
Postsparkasse steht der Vorsitzende, welcher vom Staatspräsi-
denien gewählt wird und für die yvesamte Tätigkeit des Insti-
ts dem Finanzminister gegenüber verantwortlich ist. Vor-
sitzender der Polnischen Postsparkasse ist vegzenwärtig Dr.
Menryk Gruber,

Dus Präsidium, die Zentrale und die Hauptfiliale befinden
sich in Warschau, die Abteilungen in Katowice, Kraköw und
Poznan.

IHe Haupttätigkeit der Polnischen Postsparkasse bestellt
im Scheckumsatz und der Annahme von Spareinlagen,

Außerdem erledigt die Polnische Postsparkasse für ihre
Kunden das Inkasso von Wechseln und Dokumenten, Auslands-
überweisungen, Börsenaufträge in Form von An- und Verkauf
von Wertpapieren, Ferner mmmt die Bank jedwede Wert-
zegenstände zur Deponierung auf und vermietet Safes in ihren
Danzertresors in Warschau und Krakow.

Die Kredittätigkeit der Polnischen Postsparkasse be-
schränkt sich auf die Erteilung von kurzfristigen Wechselkre-
Jiten an die Kreditgenossenschaften sowie auf «ie Erteilung
von Anleihen gegen Verpfändung von Wertpapieren. Die an-
zesammelten Kapitalien legt die Polnische Postsparkasse in
staatlichen Wertpapieren sowie in langfristigen Kreditbriefen
an. Durch den Ankauf von landwirtschaftlichen Pfandbriefen
ind Kommunalobligationen erleichtert die Postsparkasse den-
jenigen Instituten, welche diese Papiere eitittieren, die Ertei-
ung von langfristigen Krediten in hohem Maße.

Hinsichtlich ihres eigentlichen Tätigkeitsbereichs, d. i. des
Scheckumsatzes und der Anhäuugg von Spareinlagen, stützt
sich das Institut auf die Mitarbeit aller Postämter im Lande,
welche Einzahlungen auf Scheck- und Sparkonten der Kunden
der Postsparkasse annehmen und Auszahlungen leisten. Aut
diese Weise erfreuen sich die Kunden der Post“parkasse weit-
zehlender Erleichterungen bei der Ueberweisung von Bargeld
in ganz Polen. Dank der Konzentrierung des Umsatzes in
oinem Institut erfolgt der Umsatz zum grüßen Teil auf dem
Wexve des Umbuchens der Sumnen von einen? Konto auf das
andere, so daß zeitranbende Bargeld-Aus- und -Einzahlungen
vermieden werden. .

Die Zahl der Scheckkonten in der Polnischen Postspar-
&lt;asse betrug am 1. April 1928 -— 53 187, die eine Summe von

ısgesamt 133 Millionen Zioty auswiesen Im Laufe des Jahres
927 erreichte der gesamte Scheckumsatz in der Polnischen
2osisparkasse die Höhe von 15941 Millionen Zloty, wevon
59,2 Prozent auf den bargeldiosen Verkehr entfallen. Die Zanl
ler im Jahre 1927 erfolgten Ein- und Auszahlhmeen belief sich
ıuf über 19 S00 600.

Zine wirkliche Entwicklungsmöglichkeit erlangte der
icheckumsatz in der Polnischen Postsparkasse mit dem
\ugenblick, als die Goldvaluta in Polen eingeführt wurde, d. 1.
eit Mai 1924. Von klicsem Zeitabschnitt an ist der Scheck-
ınsatz ständige gestiegen. Im Zusammenhang mit der Bele-
jung der Wirtschaft in Polen sowie der sich unausvesetzt leb-
jaiter gestaltenden Tätigkeit des Instituts eröffnen sich für
len Scheckumsatz in der Polnischen Postsparkasse ijür die
Zukunft große Entwickhumgsaussichten.

Dis Rolle, welche der Scheckumsatz in der Polnischen
Dostsparkasse spielt, erhellt am besten, wenn man diesen Um-
‘atz mit dem jeweiligen (elkumlauf im Lande vergleicht,

Der Geldumlauf in Polen betrug im Jahre 1927 im Durch-
chnitt 1166 Millionen Zloty monatlich, während der Schieck-
ımsatz in der Polnischen Postsparkasse die Höhe von 1328
Millionen Zloty erreichte, wovon 786 Millionen Zloty. auf den
yargeldiosen Verkehr entfallen. Der gesamte Scheckumsatz in
ler Postsparkasse betrug im vergangenen Jahre 114 Prozent
Jes Geldumlaufs, wobei der bargeldiose Verkehr 67 Prozent
‚usmachte. Der Sckeckumsatz in er Polnischen Postrpar-
zasse spielt, wie man sicht, im Wirtschaftsleben Polens eine
;Toße Rolle.

Was die Annahme von Spareinlagen anbelangt. so besteht
lie Aufgabe der Postsparkasse darin, die Anhäufung von
Sspargeldern den breitesten Schichten der Bevölkerung zu er-
sichtern.

Die Polnische Postsparkasse führt mehrere Arten von
Spareinlagen und nimmt Einlagen schon von 1 Zioty ab ent-
reyven. In der nächsten Zeit wird die Postsparkasse als eine
veitere Sparform eine besondere Abteilung für bequeme und
llige Lebensversicherungen einführen, welche auch durch
/ermittlung der Postämter ahveschlossen werden können.

Dank der Erleichterungen, deren sich die Kunden der
Dolnischen Fostsparkasse erfreuen, indem sie ihre Sparsum-
jen in jedem Postamt des Landes einzahlen bezw. abheben
önnen, sowie dank dem Vertrauen in den breitesten Bevölke-
unzsschichten kann die Polnische Postsparkasse mit Recht
ls’ das größte Sparinstitut in Polen bezeichnet werden.

Am 1. April beitrug die Zahl der Sparkassenbücher über
09 000, die ein Gesamtkapital von 85 Millionen Zloty aus-
wiesen.

Um den Emigranten die Anlage von Geldern im Lande
u Sicheren, ZÜnstigen und bequemen Bedingungen zu ermög-
        <pb n="36" />
        ‚ichen, hat die Polnische Postsparkasse zu Beginn des laufen-
den Jahres eine besondere Art von Spareinlagen ausschließlich
für Personen, die außerhalb Potens weilen, eingeführt. Diese
Einlagen werden in Gold umgerechnet und die Verzinsung der-
selben beträgt 5 Prozent jährlich. Nähere Bestimmungen.
welche diese Finlagen betreffen, sowie Informationen über die
Einzahlungsmethoden, sowie die Rückzahlung können auf
Wunsch von der Polnischen Postsparkasse eingeholt werden.

Auf Grund des Gesetzes vom 15. März 1927 führt die
Postsparkasse gegenwärtig die Umrechnung der Spareinlagen,
die seinerzeit von den Emigranten in vollwertiger Valuta in
den Konsulaten der Republik Polen bezw. in der Polska Kra-
jowa Kasa Pozyczkowa (Polnische Landeskreditanstalt) oder
bei ihren ausländischen Korrespondenten eingezahlt worden
sind, durch. Diese Einlagen, die erstmalig auf polnische Mark um-
gerechnet zusammen mit dieser entwertet wurden, werden
yegenwärtig, sofern sie nicht bereits angehoben Sind, zu ihrem

lieser Wertpapiere über 100 Millionen Zloty. Die kurzfristi-
zen Wechselanleihen beliefen sich an diesem Tage auf über
36 Millionen Zloty, während die Kredite gegen Verpfändung
von Wertpapieren 6% Millionen Zloty. auswiesen.

Die Polnische Postsparkasse besitzt 22 Gebäude, die in
ler Bilanz per 1. Januar 1928 mit einem Wert von 23,3 Millio-
1en Zloty ausgewiesen worden sind. In diesen Gebäuden be-
inden sich die Büroräume des Instituts sowie die Wohnungen
ler Beamten, deren Zahl gegenwärtig über 1300 beträgt. Die
‚»rwähnten Gebäude enthalten 3500 Büro- und Wohnräume.
jegenwärtig befinden sich ein neues Gebäude für die Filiale
x Poznan und ein Wohnhaus in Warschau im Bau.

Im Rahmen eines kurzen Artikels ist es schwer, alle Täatig-
eitsgebiete der Polnischen Postsparkasse zu besprechen und
hre wirtschaftliche Bedeutung im Lande entsprechend zu be-
euchten. Es darf jedoch nicht vergessen werden, auf die deut-
ich aufsteigende Entwicklungstendenz, die insbesondere in der

Dr. Henryk Gruber
Der erste Präsident der Polnischen
Pastsparkasse

Polnische PostsparkasseT (P.”K, O.) Zentrale

vollen Wert, den sie am Tage der Einzahlung hatten, zurück-
yezahlt, wobei noch 3 Prozent als rückständige Zinsen hinzu-
gerechnet werden. Die Inhaber dieser Einlagen erhalten in
Höhe der auf diese Weise umgerechneten Summen neue Spar-
kassenbücher, die auf Goldzioty lauten und auf dem Wege der
Verlosung innerhalb 15 Jahren ausgezahlt werden. Die oben-
erwähnten Umrechnungen nimmt die Polnische Postsparkasse
nur auf Antrag des Inhabers der Einlagen vor. Der Termin
für die Einreickung der Anträge läuft am 8. Juni 1928 ab.
Einen großen Teil ihrer Kapitalien außer den Barreserven,
die das Institut mit Rücksicht auf die hinterlegten Summen
stets zur Verfügung haben muß, legt die Postsparkasse in
Wertpapieren an. Am 1. Januar 1928 betrug der Bilanzwert

Zunahme der Umsätze und Kunden zum Ausdruck kommt, hin-
zuweisen.

Der Scheckumsatz der Polnischen Postsparkasse, welcner
m Jahre 1924 nur 3,1 Milliarden Zloty betrug, stieg im Jahre
‚927 um das Fünffache auf 15,9 Milliarden Zioty, während die
Zahl der Sparer von 57793 Personen 1924 auf 209000 am
l. April 1928 gestiegen ist. was eine vierfache Zunahme be-
deutet.

Diese günstigen Ergebnisse verdankt die Polnische Post-
‚parkasse vor allem den ständig verbesserten Arbeitsmetho-
len und dem Bestreben einer schnellen und genauen Ausfüh-
ung der Aufträge ihrer Kunden.
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        Polnisches Tabakmonopol /Polski Monopol Tytuniowy/

Das Tabakmonopol in Polen hat eine alte Tradition, die
noch vor die Zeit der Teilungen reicht. Dem Beispiel der
arsten Staaten in Europa folgend, welche das Tabakmonopol
in verschiedenen Formen bereits im 17. Jahrhundert einführ-
ten, wie Frankreich und England, welch letzteres das Monopol
in eine Steuer umwandelte, hat auch Polen auf der Suche nach
neuen Finnahmequellen bereits zur Zeit Wladislaws IV. die
Besteuerung des Tabaks in Erwägung gezogen. Der außer-
ordentliche Warschauer Seim vom Jahre 1775 hat die Besteu-
erung der Tabakhändler beschlossen, während der Sejm
vom Jahre 1786 das Fabrikations- und Handelsmonopol ein-
führte. Das unsichere Leben in der damaligen Zeit sowie die
Teilungen ließen eine Realisierung des Monopols nicht zu, und

Dr. Aleksander Kreutz, Generaldirektor des Staatlichen Tabakmonopols

erst in der Zeit des Warschauer Fürstentums und später des
Königreichs Polen wurde das Tabakmonopol Jahrzehnte hin-
durch in Form einer gemischten Verwaltung, die Sich aus
Staatsbeamten und Pächtern zusammenseizte, geführt. Zur
Zeit des Ministers Lubecki, der sich um die Entwicklung der
Wirtschaft des Landes so verdient gemacht hat, betrugen die
Finnahmen aus diesem Monopol 2 Millionen polnische Zloty,
daneben entwickelte sich der Tabakanbau, durch den die In-
landsfabriken mit Rohstoffen versehen wurden, immer mehr,
während ein Teil des Rohstoffes sorar aus dem Auslande ein-
geführt wurde. | ;

In dem Maße, als Rußland jede Selbständigkeit des König-
reichs Polen unterband, ist auch das Tabakmonopol im Jahre
1860 „versuchsweise“ aufgehoben und an Stelle dessen die
Akzise eingeführt worden. Der Tabakanbau wurde gleichzeitig
vollständig eingestellt. ” nn

Lediglich in dem früheren Österreichischen Teilgebiet
konnten sich das Tabakmonopl und der Tabakanbau erhalten.
Nach der Wiedererstehung \der Republik Polen haben die Be-
hörden des wiedergeborenen Staates die: Reste dessen über-
nommen, was der Krieg nicht vernichtet hat, und zwar eine
Fabrik, die in Betrieb war, und vier vollkommen zerstörte
Unternehmen. Die Tabakplantagen sind während des Krieges
derart zerstört worden, daß die Verwaltung des damaligen
Monopols im Jahre 1919 alles in allem nur 14000 kg Rohstoff

ufkaufen konnte. Erst durch das Seijmgesetz vom 1. Juni
922, welches das volle Tabakmonopol ab 1. August 1924 ein-
ührte, wurde die Grundlage für die Entwicklung dieses staat-
"chen Unternehmens, das zu den bedeutendsten und ertrag-
‚eichsten gehört, geschaffen. Die Entwicklung des polnischen
F"abakmonopols bewegte sich in zwei Richtungen: erstens
uf dem Wege der Fabrikation und Organisation sowie in
Zichtung der Verbesserung des Verkaufsapparats, anderer-
:eits handelt es sich darum, die inländischen Tabakplantagen
auf ein hohes Entwicklungsniveau zu bringen.

(Gemäß dem Gesetz über das Tabakmonopol sind sämtliche
privaten Tabakfabriken aufgekauft worden. Während die 12
zrößten Fabriken wieder aufgebaut wurlden, ist der Rest nach
lem Aufkauf der Rohstoffe und der Maschinen liquidiert wor-
den. Diese Fabriken sind ietzt.anderen Zwecken dienstbar ge-
macht worden.

Die nach dem österreichischen Monopol übernommenen
Fabriken wurden wieder aufgebaut. Gegenwärtig sind 18 Fa-
briken in Betrieb, welche zirka 11000 Arbeiter und Arbeite-
rinnen beschäftigen. Die Entwicklung bewegt sich in der Rich-
tung, daß die kleinen Fabriken, in denen die Produktionskosten
natürlicherweise höher sind liquidiert werden, während die
großen Fabriken einer Erweiterung und Modernisierung unter-
zogen werden. Alljährlich werden Remontierungen und Er-
weiterungen durchgeführt. Auch in dem diesjährigen Budget
1928/29 sind bedeutende Investitionsarbeiten auf dem Gebiete
des Tabakmonopols vorgesehen,

Die rapide Entwicklung der polnischen Tabakindustrie
wird durch folgende Ziffern illustriert: Im Jahre 1919 verar-
Deiteten die staatlichen Tabakfabriken insgesamt 470992 kg
Rohstoffe, nach der Einführung des Monopols und dem Wie-
deraufbau der staatlichen Fabriken im Jahre 1923 wurden be-
reits 3 363920 kg und nach Einführung des vollen Tabakmono-
pols im Jahre 1925 bereits 7497267 kg verarbeitet. Im Jahre
1927 hat die Menge des verarbeiteten Rohstoffs 18 Millionen
Kilogramm bereits überschritten. Die Zunahme der Tabak-
produktion ist nicht nur auf die steigende Konsumtion, sondern
vor allen Dingen auf den immer mehr zurückgehenden
Schmuggel von Tabakerzeugnissen zurückzuführen.

Die Steigerung der Produktion.

In den letzten Jahren wurden folgende Tabakmengen ver-

kauft (in Kilogramm):
1925 17 303 209
1926 17 212 209
1927 18 694 691
Die Zahl der verkauften Zigaretten aller Sorten betrug:
1925 7 754 293 725 Stück
1926 7 064 174 732 »
| 1927 8 153 971 825 ”

Die Zahl der verkauften Zigarren:

1925 52159 035 Stück
1926 56214 027 rn
1927 61 716 853 x

Die verkauften Mengen von Tabak sämtlicher Sorten he-

Tusen-
1925 11242 165 kg
1926 11736136 „
. 1927 12382676 „

Aus diesen charakteristischen Zahlen geht hervor, daß
ıach dem gewissen Rückgang des Tabakkonsums im Jahre
1926 mit Ausnahme der Zigarren im Jahre 1927 wieder eine
yedeutende Steigerung gegenüber den beiden Vorjahren Platz
zegriffen hat, was zweifelsohne teilweise auf die gestiegene
&lt;aufkraft der Bevölkerung zurückzuführen ist, andererseits
ıber auf eine ständige Hebung der Qualität sämtlicher Tabak-
erzeugnisse in Polen hinweist, und dies ist der heste Schlutz
vor dem Schmuggel.

Die steigenden Einnahmen des Staates.

Für die allgemeine Finanzpolitik des Staates stellen die
Summen, die aus dem polnischen Tabakmonopol einfließen,
ne äußerst wichtige und ergiebige Position dar, machen sie
loch den sechsten Teil aller Einkünfte aus. Ueber die Ein-
1ahmen aus dem polnischen Tabakmonopol in den letzten
Jahren gibt folgende Tabelle Aufschluß:

Jahr Präliminiert: Tatsächliche Einnahmen:
1923 45 000 000 Zloty 42 407 624 Zloty

1924 70000000 133767933

1925 162000000 182437677

1926 200000000 ., 270033265

1927 270000 000 343000 000
        <pb n="38" />
        Seit der Einführung des vollen Tabakınonopols sind die
Einnaumen des Staates ständig vestiegen. Daneben ist das
Vermögen des Tabakmonopaols, das aus Gebäuden, Einrichtun-
ven, Vorräten usw. besteht. in ständigem Wachsen beeriffen

Schließlich wird aus den Einnahmen des Tabakmonopols die
talicnische Anleihe. die seinerzeit zu schweren Bedingungen
ıdreschlossen wurde, zurücksvezahlt

Maschine für die automatische Verpackung der Zigaretten

Die sozialen Einrichtungen des polnischen Tabakmonopols.
in dem Maße, als sich die Fabriken und Tabakunterneh- uch nicht nehmen lassen, den Kindern eine bessere Ernäh-
men entwickeln, werden auch die sozialen Einrichtungen für "ung zu bieten. Im vergangenen Jahre wurden zum erstenmal
die Arbeiter ausgebaut. Außer allen sozialen Versicherungs- 2:ine Reihe von kranken und schwächlichen Kindern unentgelt-
zweigen, die in Polen auf gesetzlichem Wege eingeführt wor- ich zur Erholung veschickt.
den sind, hat das polnische Tabakmonopol eine ganze Reihe In den Ausbauplänen der Unternehmen des polnischen
Jesonderer Einrichtungen eingeführt, die mit den Arbeitsbedin- Tabakınonopols ist der Bau besonderer Gebäude für die sozia-
zungen in diesem Unternehmen in Zusammenhang stehen. In en Einrichtungen sowie die Errichtung vorn Arbeiterhäusern
sämtlichen Fabriken befinden sich Speisesälk und Küchen für vorgesehen.
die Arbeiter, in vielen Leschallen, in einigen Bibliotheken und In der Direktion des polnischen Tabakmonopols sind
Kinderhorte. Mit Rücksicht darauf. daß die Mebtrzahl der im rerenwärtigy Arbeiten im Gange. welche nach dem Muster der

Aus einem Säuglingsheirmn
polnischen Tabakınonopol beschäftigten Personen aus Arbei-
terinnen besteht, hat man in diesem Jahre eine größere Zahl
von Kinderbetten aufgestellt, damit die arbeitenden Mütter
ihre Säuglinge zur Arbeit mitnehmen und selbst nähren kön-
nen. Die Säuglinge werden von ausgebildeten Kinderpflexe-
rinnen beaufsichtigt. Das polnische Tabakmononol Fat €s sich

Zer Monopolverwaltung

ereits für die geistigen Arbeiter bestehenden Versicherungen
ınd der in Kleinpolen für die Arbeiter eingefül'rten Pensions-
versicherung die Einführung einer allyzemeinen Versicherung,
las sogenannte Invalidengesetz, für alle in den Betrieben des
joMischen Tabakımonopols beschäftigten Arbeiter zum Ziele
j1aben.
        <pb n="39" />
        Das volnische Spiritusmonopol — Monopol Svpiritusowy

Auf Grund des (Gesetzes vom 31. Juli 1924, das durch die
Verordnung des Staatspräsidenten vom 26. März 1927 novelli-
siert worden ist, ist dem staatlichen Spiritusmonopol in Polen
ab 1. Januar 1925 das ausschließliche Recht des An- und Ver-
kaufs von Spiritus, der für den Konsum auf dem Ciebiet der
Republik Polen bestimmt ist, sowie das Recht der Herstelhmng
und des Verkaufs von reinen Schnäpsen übertragen worden.

Die Direktion des polnischen Spiritusmonopols hat in
Durchführung dieses staatlichen Privilegs der Staatskasse in
den letzten drei Jahren folgende Summen überwiesen:

als Reingewinn Zugunsten der
Kommunalverbände
173 000 000 Zloty 22411 000 Zloty
245 600.000. 44073000
3395 797 000. 31600600 .,

Die Direktion des polnischen Spiriturmonopols beschäftigt
n der Zentrale und den ihr unterstehenden Instituten 1003 Be-
ımte und Angestellte, 47 untere Funktionäre sowiz über 2000
jandwerker und Arbeiter. 20 fachmännisch ausgebildete Che-
niker, wie in dem Zentralen Chemischen Laboratorium der
Direktion und fünf weiteren Laboratorien beschäftigt werden,
vachen :tändig darüber, daß die Monopolerzeugnisse der Ge-
undheit der Konsumenten möglichst wenig schaden. Das Spi-
itusmonopol in Polen besitzt eigene Spritfabriken in
3Zielsko, Brzese am Bug, Kowel, Lwöw, L6ödZ, Stanislawöw,
itarogard, Warschau, Wilno und Wiochawek, eigene Spiritus-
'ektifikatfonen in Warschau, Torun und Starogard, zwei
Unternehmen für den kommissionsweisen Verkauf von Mono-
zolerzeugnissen in Krak6awv und Stanislawow, ferner 98 eigene
Änmrosgeschäfte und 48 eivene Detailyveschäfte

ZTesamtansicht der Staatlichen Spritfahrik in Warschau

Inz. Jan Kuroczycki
Generaldirektor des Staatlichen Soiritusmennpot

"laschenspülere: ın einer Staatlichen Fabı
        <pb n="40" />
        Abfüällstelle in einer staatl. Fabri

In der nächsten Zeit wird auf Anregung und durch Förde-
ung der Direktion des polnischen Spiritusmonopols ein neues
A\ntriebsmittel für Automobile, das sich aus einer Mischung
‚on Benzin und wasserfreiem Spiritus zusammensetzt, auf den
Markt gebracht werden. Die Verbreitung dieser Mischung, die
in Antriebsmittel von höherem Wert als reines Benzin dar-
;tellt und die Verwendung von Spiritus bedeutend erhöhen
wird wird die etappenweise Einschränkung des Verkaufs von

rinkbranntwein, ohne die Produktion der Brennereien zu be-
nträchtigen, ermöglichen. Die Produktion der Brennereien,
lie in Polen mit Rücksicht auf die landwirtschaftlichen Bren-
ıereien, welche aus Kartoffeln über 90 Prozent der gesamten
Aenge des polnischen Rohstoffes herstellen und in der Ent-
vicklung der landwirtschaftlichen Kultur im Lande eine große
balle spielen. kann und darf nicht vermindert werden.

Obere Filteranlage
        <pb n="41" />
        Polens Salzmonovol / Panstwowy Monovol Soli!

1. Die Salinen, ihre Verteilung und Vorräte,

Unter den zahlreichen mineralischen Schätzen, die dem
polnischen Staate gehören, nehmen die Salinen eine äußerst
wichtige Stellung ein. Das Salz tritt in Polen in allen Teil-
gebieten in Form von Steinsalz, salzhaltizen Mergelschichten,
sowie Solquellen hervor. Die zuerst erschlossenen und seit
undenkbaren Zeiten exploitierten Salzkammern befinden sich
in Kleinpolen. Diese Kammern ziehen sich! wie ein verlänger-
ter Paß am nordöstlichen Rande der polnischen Karpathen ent-
lang (in der Wojewodschaft Kraköw in der Nähe von Wie-
liczka und Bochnia in Form von Steinsalz und in den Woje-
wodschaften Lwöw und Stanistawöw in Form von salzhalti-
gem Mergel und Solquellen).

Im ehemaligen preußischen Teilgebiet tritt das Steinsalz
in den Wojewodschaften Schlesien und Poznan zutage. Die
dem ponischen Staate gehörenden Salinen in der Wojewod-
schaft Poznan, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhun-
derts entdeckt worden sind, müssen zw den reichsten in Polen
zerechnet werden. Das ehemalige russische Teilgebiet ist an
Salz das dart nur in Form von wenig salzhaltiyen (1-5 Pro-

Kazimierz Bukowski
Direltor ıdlor efinatlichen Salinen

zent Na Cl) Solquellen vorkommt (Ciechocinek und Druskie-
niki), der Äärmste Teil des Landes. Die Salzvorräte in den bis-
1er erschlossenen Salinen belaufen sich auf über 5% Millionen
Fonnen; eine Menge, welche Polen die Salzversorgung für
1000 Jahre varantiert. Polen kanıy daher mit Recht als ..Salz-
land“ bezeichnet werden. .

2. Die Entwicklung der Salzindustrie in Polen,

Solange die Republik Polen eigene Salinen besessen hat,
solange bestand ein gut entwickelter Handel mit polnischem
Salz. Die Karawanen, die: Salz mit sich führten, ginyen Seit
den ältesten Zeien bis hinter Kiew.

Erst die erste Teilug des Landes im Jahre 1772 hat diese
Handelsfäden, welche Polen mit den: Osten verbunden haben,
vernichtet und zerrissen, da die polnischen Salinen damals in
den Besitz Oesterreichs gelangten, welches den Salzhandel
mit dem Osten entweder nicht auszunutzen verstand oder es
nicht verstehen wollte.

Die polnische Regierung war seinerzeit um die Ent-
deckung neuer Salzlager am linken Weichselufer bemüht, aber
sämtliche Nachforschungen waren vergebens, denn niemand
hatte damals angenommen, daß auf polnischem Gebiet sich in
größeren Tiefen Lager von Permsalz als Verlängerung der
deutschen Salzlager des Halberstadt - Magzdeburgischen Bek-
kens sich befinden.

In der Zeit vor der Teilung gab es in Wapno und Ino-
wroclaw  (Großpotlen) .keine Salinen, dagegen bestanden in
&lt;leinpolen zirka 100 Salinen, deren Gesamtproduktion vor dem
Jahre 1772 zirka 140 000 Tonnen betrug. Im Jahre 1919 muß-
;en größere Mengen. aus dem Auslande eingeführt werden,
während im Jahre 1920 bereits an den Export von polnischem
Salz gedacht werden konnte.

3. Die Salzproduktion in der Gegenwart Sowie ihre Arten.

An tätigen Unternehmen, die Salz produzieren, besitzt
Polen. gegenwärtig 14, und zwar 3 in der Woiewodschaft

&gt;oznan (Inowroclaw, Wapno und Solno), 1 in der Wojewod-
chaft Warschau (Ciechocinek), 2 in der Wojewodschaft Kra-
öw (Wieliczka und Bochnia), 3 in der Wojewodschaft Lwöw
"acko, Drohobycz und Stebnik) und 5 in der Wojewodschaft
tanistawöw (Bolechöw, Dolina, Katusz, Lanczyn und Kosöw).
liese Unternehmen beschäftigten im Jahre; 1926 — 3682
\rbeiter.

Polen produziert sämtliche bekannten Salzarten, mit Aus-
ahme des Hüttensalzes, und zwar:

1. Luxuskochsalz „Vacuum“ — dies ist die beste Art von
;peisesalz, ähnlich des „Ceberos“-Salzes, von feinster Art mit
chneeig-weißem Farbton und einem Gehalt von 99,7 Prozent
Ya Cl.

2. Stücksalz, verschiedenkörnig, mit einem Gehalt von
9 Prozent Na Cl.

3. Steinsalz mit einem Gehalt von 98 Prozent Na Cl.

Die gesamte Produktion von Steinsalz betrug im Jahre
926 457711 To. Von dieser Menge entfallen 218 919 To, auf
Steinsalz (47,7 Prozent), 120483 To. auf Kochsalz (26.5 Pro-
zent) und 118369 To. auf Sale (258 Prazent).

Wtadystaw Malkiewicz
Direktor des Salzverkaufsbüros des
etaatlichen Salzmonopols
Im Vergleich zum Jahre 1925 ist die gesamte Salzproduk-
ion in Polen 1926 um 33220 To. oder 7,8 Prozent gestiegen,
vährend die Produktionssteigerung im Jahre 1927 gegenüher
lem Voriahre 32000 To. betrug.

4. Die Salzkonsumtion,
Der Salzkonsum in den letzten vier Jahren erhellt aus f ol-
sender Tabelle:
Salzart 1924 1925 1926 1927
kg kg ke kg
&lt;ochsalz 58 490409 100202065 120000000 125 584 000
Steinsalz 184396162 213162344 208534000 237916 000
Insgesamt 42886571 313364409 328534000 363 500 000

Der Verbrauch von Speisesalz als dauernder Konsum kann
ür die Entwickung der Produktion nicht von entscheidender
3Zedeutung sein; denn die Hauptrolle in dieser Beziehung spielt
ler Verbrauch von Salz für industrielle und landwirtschaftliche
Zwecke, sowie ferner der Export. Auf alle Mittel, welche eine
ırgiebigere Ausnützung der Salzvorräte ermöglichen könnten,
vird besondere Aufmerksamkeit gelenkt.

5. Export.

Das polnische Salz, insbesondere Kochsalz, gewinnt in den
yaltischen Staaten einen immer günstigeren Markt. Was da-
regen Steinsalz anbetrifft, das Polen in größeren Mengen für
len Export zur Verfügung hat, so stößt dasselbe auf eine
tarke Konkurrenz seitens Deutschlands. Das deutsche Stein-
alz, das als Nebenprodukt bei der Gewinnung von teuren
&gt;ottaschesalzen gewonnen wird, wird mit Rücksicht darauf
ast umsonst auf den Auslandsmarkt geworfen. Was den Ge-
alt von Na Cl anbetrifft, so steht das deutsche: Steinsalz. dem
‚olnischen weit nach, so daß das polnische Salz trotz der
charfen Konkurrenz, wenn auch langsam, immer mehr neue
\bsatzmärkte im Auslande gewinnt. Abnehmer des polnischen
3alzes sind: Jugoslavien, die Czechoslowakei, Dänemark,
°“chweden. Lettland. Litauen und Ostpreußen.
        <pb n="42" />
        6. Das Salzmonopoli und seine Organisation.

Uer gesamte Salzumsatz in Polen ist Privileg des Staates
Monopol). Die Durchführung dieses Monopols ruht gegen-
värtig in den Handen zweier Ministerien, und zwar verwaltet
Ias Ministerium für Handel und Industrie die Produktion, wäh-
end das Finanzministerium den Verkauf des Salzes regelt.
Jas einheitliche Salzverkaufsmonopol ist auf Grund einer Ver-
ırdnung des Staatspräsidenten vom 30. Dezember 1924
Dziennik Ustaw R.P. Nr. 117 Position 1043) für das ganze
Älebiet des nolnischen Staates eingeführt worden. Die Durch-

worden ist, ist das Salzverkaufsbüro, das dem Akzisen- und
Monopoldepartement im Finanzministerium untersteht, tätig.
Das in den Salinen produzierte Salz wird von dem Finanz-
„inisterium zum Selbstkostenpreis übernommen, während der
l’erkauf zu den vom Finanzministerium festgesetzten Preisen
rfolgt. Aus der Differenz zwischen diesen beiden Preisen er-
bt sich die Reineinnahme des Staatsschatzes. Das Salzmono-
‚ol stellt eine bedeutende und ständige: Einnahmenquelle des
‚olnischlen Staates dar.

Akkumulatorenlokomolive einer ‚Staatlichen Salzgrube

Vorhöfe zu den Schächten und Mühlen in einer Nalır

ührungsbestimmungen dieser Verordnung sind in der Ver-
ägung des Finanzministers vom 19. Februar 1925 (Dziennik
Jstaw R. P. Nr. 19 vom 28. Februar 1925, Position 142) ent-
jalten. ‘

Die Zentralverwaltung des Salzmonopols ruht in den Hän-
den des Finanzministers, welcher höchste Instanz im allen
Fragen, welche Iden Transport, die Ausfuhr und den Handel
nit Salz betreffen, ist. Als Handelsorgan, das zwecks Verkaufs
des von allen tätigen Salinen produzierten Salzes geschaffen

Die Einnahmen aus dem Salzımonopol, die in den letzten
jahren der zentralen Staatskasse überwiesen worden sind,
restalteten sich wie folgt:

Präkiminiert: Eingezahlt:

1924 15 000 000 16 000 000

1925 28 769 500 31 726 627

1926 31 879 900 42 200 000

. 1927 (vom 1. 4. 1927
his 31. 3 1928) — 45 000 000
        <pb n="43" />
        Polens
Dr. Szezerbinski, Direktor des
{in der Republik Polen haben wir mehrere weltbekannite und
allgemein gebrauchte Heil-, Diät- und Tischwasserquellen mit
Ausnahme von arsenikhaltigen, starken, warmen alkalischen
Mineralwassern. Warmwasserquellen besitzt Polen zegenwärtig
seine, von der unbedeutenden Jaszczuröwkaquelle abgesehen. Es
‚ind jedoch Arbeiten im Gange, welche die Erschließung heißer
Solquellen in dem staatlichen Kurort Ciechocinek zum Zwecke
kaben. Am stärksten vertreten sind in Polen die kalten Sol- und
Schwefelquellen. Solquellen entspringen: in Ciechocinek (staat-
licher Kurort in der Wojewodschaft Warschau) brom- und jod-
haltige Quellen, in Druskieniki (Wojewodschaft Bialystok) eine
Solquelle, in Inowroctaw (Wojewodschaft Poznan) jod- und brom-
haltige Quellen, in Inowicz (Woj. Lwöw) jod- und bromhaltige
(Quellen, in Rabka (Woj. Kraköw) jod- und bromhaltige Quellen,
in Rymanöw (Woj. Lwöw) salzhaltige Mineralwasser, in Truska-
wiec (Woj. Lwöw) Solquellen, Schwefelquellen und alkalische
Wasser. Morszyn (Woj. Stanistawöw) ist der einzige Ort in
Polen, der bittersalzige Quellen hat.

Schwefelquellen springen in: Busko (staatlicher Kurort in der
Woj. Kielce) schwefel- und salzhaltige Quellen, in Krzeszowice
(Woj. Kraköw) schwefel- und kalkhaltige Quellen und desgleichen
in Lubien Wielki (Woj. Lwöw), Niemiröw (Woj. Lwöw), Solec
(Woj. Kielce), Swoszowice (Woj. Kraköw) und Szkto (Wol.
Lwöw), hervor.

Eisenhaltige Mineralwasser finden wir vor allem in Krynica
(staatlicher Kurort), äußerst harte alkalische Wasser in Zubera,
aisen- und kalkhaltiye Quellen in Nateczöow (Woj. Lublin)‘ und

Druskienikt
kalk-, mangan -und eisenhaltige Quellen in Zegiestöw (Woj.
Kraköw), alkalisch-salzige Quellen in Szczawnica und Kroscienko
(Woj. Kraköw).

AI’ die soeben genannten Kurorte, mit Ausnahme von Kro-
£cienko, enthalten Quellenbäder mit entsprechenden Badeeinrich-
tungen sowie auch Trinkeinrichtungen, Wasserheilanstalten,
yhysio - mechanisch - terapeutische Anstalten, Solbäderanstalten
USW.

Grundsätzliche Ärztliche Untersuchungen haben ergeben, daß
cie Quellen in Szczawnica denjenigen in Salzbrunn und Bad Ems
genau entsprechen. Ferner entsprechen die Kroscienko-Quellen
denen von Bilin und Fachingen, die Krynica - Quellen denen in
Contrexeville, Wildungen, Franzensbad, Kudowa, Reinerz, Ali-
Heide und Vichy, das Zegiestöw-Wasser demjenigen von Fran-
zensbad, Pyrmont, Schwalbach und Alt-Heide, die Nateczöw-
quellen denen von Spaa, die Rymanöwquellen denen von Bad Hall,
Soden und Kissingen, die Druskienikiquellen denen von Salz-
schlirf, Bad Elster und Bad Hall, die Quellen von Ciechocinek
denen von Wiesbaden, Kreuznach, Homburg und Kissingen, das
Busko- und Solecwasser denjenigen von Aquisgran, Baden und
Harrogate, die Quellen von Truskawice denen von Pystan und
Trenczyn, die Morszynquellen denen von Mergentheim, Kissingen,
Apenta, Huniady Janos, Franz Joseph und Karlsbad.

Die Zahl der polnischen Kurorte, die auch in klimatischer
Hinsicht hervorragende Vorzüge aufweisen, beträgt fast 100. Zu
den wichtigsten gehören Zakopane in der Tatra (Woj. Kraköw),
1000 Meter über dem Meeresspiegel, ferner Bystra in Schlesien,
170 Meter, Ojcöw (Woj. Kraköw), 400 Meter, Jaremcze und
Worochta (Woj. Stanistawöw) 700 Meter, Kosöw und Kuty (Woj.
Stanistawow) 400 Meter, Muszyna (Woj. Kraköw) 600 Meter,
Otwock bei Warschau, Jaworze in Schlesien, 380 Meter, Ustron
und Wisla in Schlesien und Czarniecka CGöra (Woj. Kielce),
500 Meter.

 vrorte
’erbandes der polnischen Kurorte

Von den polnischen Seebädern sind insbesondere Ortowo-
&lt;olibki, Gdynia, Hallerowo, Wielkawies, Hela, Jastarnia und
Xarwie zu nennen.

Die polnischen Kurorte sind nach Möglichkeit danach bemüht,
trotz der schweren wirtschaftlichen Lage ihren Organisations- und

fareme

leilapparat zu entwickeln, um ein kulturgemäß hohes Niveau zu
reichen. Die diesbezüglichen Arbeiten, welche große materielle
)pfer und viel Mühe erfordern, schreiten rüstig vorwärts, auch
venn sie nicht immer unmittelbar konkrete Ergebnisse aufweisen.
’on diesen Arbeiten ist vor allem die Erschließung neuer Quellen,
ie rationelle Ausnützung der bereits entdeckten Quellen, die Er-
veiterung der Kuranlagen, Badeanstallten etc,, die Entstehung von
"ntersuchungsstationen, die Förderung des Sports, insbesondere
er leichten Athletik, die Instandsetzung der Wege, die nach den
'urorten führen, sowie der Wege in den Kurorten selbst etc. Einige
Surorte haben billige, wohlbediente Frühjahrs-, Herbst- und
Vintersaisons eingeführt.

Die polnischen Kurorte wurden im Jahre 1927 von Über
50 000 Kurgästen besucht, d. h. um 30 Prozent mehr als im Vor-
ähre. Von einer vollständigen Ausnutzung der Bäder kann, wie
s aus diesen Zahlen sich ergibt, bisher noch nicht gesprochen
verden, betrug die Zahl der Kurgäste doch kaum 1 Prozent der
jesamtbevölkerung, ein Verhältnis, das an die Besucherstatistik
ı den westeuropäischen Ländern bei weitem nicht heranreicht.
ie Frequenz in den polnischen Kurorten muß unbedingt steigen,
{aher müssen die Kurorte selbst für den zu erwartenden starken
3Zesuch entsprechende Vorkehrungen treffen, Das Kapital wird
ıtolgedessen ein breites Betätigungsfeld in den polnischen Kur-
rten vorfinden, die dank der zunehmenden Frequenz die investier-
en Summen zweifelsohne sicherstellen dürften. Die Investierungen
uf dem Gebiet der Wasseranlagen und Kanalisation, der Bau von
Chausseen, die Modernisierung der Einrichtungen usw. werden
1och lange Jahre hindurch eine hervorragendes Feld für die Ex-
1aansion des Kapitals darstellen.

Szezawnicn

Die polnischen Kurorte entwickeln sich, wie es aus obigen
jarlegungen hervorgeht, günstig und die Grundlagen für eine
veitere technische und wirtschaftliche Entwicklung sind vorhan-
'en. Allerdings erfordert diese Entwicklung bedeutende Kapitalien,
ijeren Anlage in den polnischen Kurorten sich aber entschieden
Chnt
        <pb n="44" />
        Welche Krankheiten werden in den einzelnen polnischen Kurorten
geheilt?

Herzkrankheiten in: Ciechocinek, Czarniecka Göra, Druskie-
Biki, Inowroctaw, Iwonicz, Jaworze, Krynica, Morszyn, Mitowody,
Nateczöw, Ojcow, Otwock, Szczawnica, Truskawice, Zegiestöw.

Nasen-, Hals-, Lungenkrankheiten in: Bystra, Druskieniki,
Goczatkowice, Gdynia, Hel, Iwonicz, Jaworze, Jastrzebie Zdröf,
Kosöw, Krzeszowice, Nateczöw, Ojcöw, Otwock, Rabka, Ryma-
nöw, Smukata, Szczawnica, Truskawiec, Worochta, Wista, Zako-
pane, Zegiestöw.

Magenkrankheiten in: Druskieniki, Krynica, Kosöw, Morszyn,
Milawnandy., Rymancw. Szeczawnica. Truskawiec, Zegiestöw.

Sale-

Darmkrankheiten in: Druskieniki, Jastrzebie Zdröj, Kosöw,
Krynica, Morszyn, Nateczöw, Truskawice, Rymanöw, Szczawnica,
Zegiestöw.

Leber- und Gallenleiden in: Ciechocinek, Iwonicz, Krynica,
Morszyn, Szczawnica, Truskawice.

Milzkrankheiten in: Iwonicz, Szczawnica, Zakopane, Ze-
giestäw

Nieren- und Blasenleiden in: Ciechocinek, Druskieniki, Ino-
vrochaw, Krynica, Nateczöw, Rymanöw, Szczawnica, Truskawiec.

Frauenkrankheiten in: Busk, Ciechocinek, Czarniecka Göra,
}ruskieniki, Goczatkowice, Gdynia, Inowroctaw, Iwonicz, Ja-
trzebie Zdröj, Jaworze, Krynica, Lubien Wielki, Morszyn, Krze-
zowice, Truskawiec, Ustron, Zegiestöw.

Knochen- Fleisch-, Gelenkkrankheiten in: Busk, Ciechocinek,
)ruskieniki, Hel, Iwonicz, jastrzebie Zdröj, Krynica, Krzeszowice,
„ubien Wielki, Morszyn, Niemiröw, Otwock, Rabka, Rymanöw,
;olec, Swoszowice, Truskawiec,

Verdauungsstörungen in: Busk, Czarniecka Göra, Druskieniki,
wonicz, Kosöw, Krynica, Krzeszowice, Mitowody, Morszyn, Na-
eczöw, Ojcöw, Otwock, Rabka, Rymanöw, Solec, Swoszowice,
;zczawnica, Truskawiec, Wisla, Zegiestöw. ;

Nervenkrankheiten in: Bystra, Ciechocinek, Czarniecka Göra,
Jruskieniki, Jaworze, Kosöw, Krynica, Lubien Wielki, Mitowody,
Aorszyn, Naleczöw, Ojcöw, Otwock, Solec, Szczawnica, Truska-
viec, Zakopane, Zegiestöw.

Blutkrankheiten in: Bystra, Jaworze, Krynica, Morszyn, Nate-
zöw, Ojcöw, Szczawnica, Truskawiec, Solec, Zakopane, Ze-
nestöw.

Drüsen- und Hautentzündungen in: Busk, Ciechocinek, Dru-
kieniki, Gdynia, Gaczatkowice, Hel, Inowrochaw, Iwonicz, Jastrze-
ne Zdröj, Lubien Wielki, Morszyn, Rabka, Rymanöw, Solec,
‘woszowice, Truskawiec,

Hautkrankheiten in: Ciechocinek, Goczatkowice, Krzeszowice,
ubien Wielki, Niemiröw, Rabka, Rymanöw, Solec, Swoszowice,
"ruskawiec.

Morphium-, Nikotin- und andere Vergiftungen in: Mitowody,
irzeszowice, Lubien Wielki, Niemiröw, Otwock, Solec, Swoszo-
vice.

In obigem Ausweis nicht verzeichnete klimatische Stationen:
'ora, Hrebenöw, Jamna, Jaremcze, Jordanöw, Kolibki-Ortowo
Seebad), Karwia, Kuty, Mikuliczyn, Muszyna, Tataröw, Tuchla,
Vorochta.

Obige Zusammenstellung beruht auf Angaben der Polnischen
jalneologischen Gesellschaft in Kraköw und ist auf Grund der
'euesten in den Kurorten gesammelten Daten vervollständigt.

N
Ostseebac

ar
Y
(+

WE
In der Freien ‚Stadt Danzig

Preise: Erste Hotels pro Zimmer u. Bett 7.50—20.00 G.
Zweite „ „ „= „  5.00-12.00 G.
Familienpensionen von 11.00 G. an.

Während der Sportwoche vom 8.—15. Juli Ausscheidungskämpfe
deutscher Meisterboxer für die Olympiade Amsterdam am Strand von Zoppot,
'nternationale Tennisturniere, Golf, Tontaubenschiessen, Turn- und Rasen-
sport-Weittbewerbe. Während der Wasserwoche vom 16.—22. Juli Regatten,
Motorboot-Wettbewerbe, internationale Schwimmeisterschaften. Während der
Filmwoche vom 16.—27. Juli kostenlose Aufnahme der für den Film best-
zeeignetsten Herren und Damen aus dem Kurpublikum unter Assisten»
berühmter Filmschauspieler und Filmschauspielerinnen.

Valdoner: „Parsifal“ am 26... 29... 31. Fali, 2. und 5. August.

Der neu erbaute Grosskurgarten mit Quellprodukten aller
deutschen Heilbäder in der Trinkhalle ist fertiggestellt.
Auskunft und Prospekte durch die Badeverwaltung.
        <pb n="45" />
        KCıurart Morszun (Polen!

„CASTNO“
GC. m. 6. A.
in GDYNIA an der See

GDYNIA, ul. Starowiejska 2, Tel. 54
Engros- u. Detailverkauf von Tabakerzeugnissen
Papier- und Schulbedarfsartikel
Sämtliche technische Zeichnungsartikel
für Ingenieure und Techniker

Ständiges photographisches Geschäft in Gdvaia
ul. Gdanska 71 (im eigenen Hause)
Telephon Nr. 41 +. Telephon Nr. 41
P.P

Das grösste Restaurationsunternehmen, Kaffee, eigene Konditorei,

Repräsentationssaal, Kino, im Winter erstklassiges Cabaret befin-

len sich in dem von Herrn Daniel Metz gepachteten Gebäude
der „Casino“ G. m. b. AH.
Sämtliche Repräsentationsempfänge im Jahre 1927, wie der englischen Flotte, der
zmerikanischen Ausflügler, General Hallers, des Ministerpräsidenten Bartel,
ler Vereinigung der Eisenbahnärzte ganz Polens, des Ministers Kwiatkowski
und des Staatspräsidenten Moscickt fanden im „Casino“-Gebäude an der ‚See statt.
Das „Casino“-Haus ist das schönste Gebäude in architektonischer Beziehung
und herrlich, direkt an der See gegenüber der Mole gelegen.
Das Restaurant, das Kaffee, die eigene Konditorei und die Tanzvergnügungen
für die Elite der Gesellschaft werden nach westeuropäischem Muster geführt.
Das Gebäude der „Casino“ G, m b. H. macht den Eindruck eines wirklich
rstklassigen Unternehmens sowohl in bezug auf Leitung als auch dank seiner
serrlichen Architektur des 20. Jahrhunderts und ist wert, von allen Sommer-
gästen und ausländischen Ausflüglern besucht zu werden.
Anga Polska“
(Polnische Staatliche Schiffahrtsgesellschaft)

S.5

3.

4

Salondampfer:
S.S. „Gdansk“,
Tanda“, S.S. „Hanka“
Salondampfer „Gdansk“
Zegelmässiger Passagierverkehr zwischen u Haltestellen in der Danziger Bucht

Ausflugsdampfer S.S. „Gdynia“
100 Schlafplätze. Tourenfahrten im Baltikum nach: Dänemark,
Schweden, Norwegen, Finnland, Lettland und Estland. :-: Preis für
ainen sechstägigen Ausflug einschl. Verpflegung von 288 Zt}. pro Person.
Den Teilnehmern an den Ausflügen werden Eisenbahn- und Passerleichterungen gewährt.

informationen und Platzbestellungen durch die Passagierabteilung der P. P. „Zegluga Polska“ in
Gdynia, Tel. 93, sowie die „Erste Polnische Seebädergesellschaft“ (Pierwsze Polskie Towarzystwo Kapieli
Morskich) in Warschau, Krakowskie Przedmiescie 20-22, Tel. 235-60.
        <pb n="46" />
        L. Hartwie, Poznan
im Jahre 1928 sind es 70 Jahre ier, seitdem der Gerber-
meister Carl Hartwig in Poznan, Wassersiraße 16, eine eigene
(Gerberei gründete.

Es war am 1. Juli 1836, als Hartwig nach Eintragung der
Firma in das Handelsregister dem bestehenden Geschäfte den
Handel mit Brennmaterialien angliederte, wobei er mit den
aierzu nötigen Fuhrwerken gleichfalls andere Waren befoör-
derte, Bald gelangte Hartwig zur Erkenntnis, daß die Spedi-
on fremder Güter sich günstig kalkuliere, weshalb er diesen
Zweig des Unternshmens weiter ausbaute.

Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß zu jener Zeit kaum
20 Jahre seit der Eröffnung der ersten Fisenbahn auf dem Kon-
inent verfllossen waren, und daß damals Poznan nur von der
)berschlesien mit Stettin verbindenden Eisenbahnlinie berührt
wurde, so werden wir verstehen daß der gesamte Warenver-
cehr des Großherzogtums Poznan sich damals vorwiegend init
Tilfe von Pferden abwickelte. In den Jahren 1865—90 wur-
len neue Balmlinien eröffnet, bei deren Bau die Firma Hartwis
jervoörragenden Anteil nahm und zwar nicht nur als Verfrach-
zer, sondern auch als Lieferant von Baumaterialien. Infolze
des Ausbaues des Eisenbahnnetzes und der dadurch bewirkten
Erleichterung des Verkehrs zwischen d=1 Orten der Produk.

jon und der Verarbeitung entstanden im Poznan große Jalhr-
närkte für Schafwolle. Im Jahre 18571 wurden auf dem Jahr-
narkte in Poznan zirka 20000 Zentner Wolle verkauft: im
ahre 1877 betrug der Umsatz sogar 60000 Zentner. Beim
l’ransport und bei der Magazinierung der Wolle nahm die
Zirma Hartwig hervorragenden Anteil. Im Jahre 1883 wurde
der Bau der Linie Poznan — Vorun in Angriff genommen, wo-
je: die Firma bedeutende Materiallieferungen und Transporte
zu leisten hatte. Wenn wir berücksichtigen, daß damals die
ıach Srödka führende Warta - Brücke noch aus Holz gebaut
var und in die Gegend von Glowna und Junikowo einige Lo-
c&lt;omitiven zu befördern waren, so können wir uns vorstellen,
velche Schwierigkeiten damals bewältigt werden mißten, um
liese Transporte olıme Unfall durchzuführeıt.

Am 18. Oktober 1879 starb der Gründer der Firma; das
Jnternehmen wurde nun in unveränderter Form durch die
Nitwe weitergeführt, wobei sie zur Hilfe die Prokurenten
\ugust Dittrich und Eduard Hampel hatte, die seit 1867 bezw.
568 ohne Unterbrechung in der Firma arbeiteten. Im Jahre
855 übernahmen diese beiden Herren das Unternehmen,
welches damals 18 Pferde und zirka 50 Fuhrwerke verschie-
lener Art besaß, auf eigene Rechnung, da die Witwe einen
irumdbesitzer heiratete und Poznan verließ.

Wie bekannt, wurde Poznan in den Jahren 1888 und ISS9
Jdurch große Ueberschwemmungen in dem Grade heimgesucht,
laß das Hochwasser in den niedriger gelegenen Stadtteilen
ind sogar auf dem Alten Markte die Höhe von zwei Metern
zrreichte. Diese UVeberschwemmungen verursachten der
Cirma sehr bedeutende Schäden dadurch, daß sie vanz uner-
wartet zu nächtlichen Stunde eintraten und die im den Maya-
zinen untergebrachten Güter sowie Büroeinrichtung, Bücher
ınd Akten vernichteten. Aus diesem Grunde wurde der Pian
sefaßt, einen Teil des Unternehmens in die höher gelegenen
Stadtteile zu verlegen; bei der früheren Colombstraße (yegen-
wärtig Towarowa) wurden zı diesem Zwecke zirka 10000 qm
yepachtet und arf «Ciesem Grundstücke Stallungen und ein
heute noch stehendes Magazin erbaut.

Die Schleifung der die Stadt uingebenden Befestigungen
und die damit verbundene Erweiterung, ferner die Errichtung

des kaiserlichen Schlosses. der Akademie. des Stadttheaters.

Jes Gebäudes der Kolonisierungskommission sowie anderer
‘jebäude, endlich der Ausbau der Forts im Umkreise von
OZNan Irugen Mn bedeutendem Maße zur Hebung der Firma
Martwig bei, welche an allen diesen Arbeiten yroßen Antch
nahm. Da die an der Wasserstraße zelegenen Lokalitäten
licht mehr genügten, wurden auf dem un weitere 10 000 qm
vergrößerten Grundstücke an der damaligen Colombstraße
Nr. 15—20 auf der einen, Märkische Straße Y—12 auf der an-
Jeren Seite, plangemäß neuzeitlich eingerichtete Bürovebäude,
Stallungen, Wohnhäuser für Arbeiter und Beamte und vor
len Dingen ausgeichnte Mayazine erbaut.

Im Jahre 1967 schied Eduard Hampel krankheitshalber als
"eilhaber aus und seit dieser Zeit blieb August Dittrich allei-
iger Eigentümer. — Im Jahre 1908 wurd das 50-jährige
'ubiläum des Bestehens der Firma bereits im neuen Gebäude
sefeiert. Das Unternehmen besaß damals zirka SO Pferde und
jeschäftigte 30) Beamte sowie 100 Arbeiter. Die Firma Hartwig
jefalte sich zu dieser Zeit hauptsächlich mit der Spedition
md Verirachtung, ferner init dem Handel und der Zufuhr von
3Zrenn- und Baumaterialien.

Der Eizentümer der Firma Martwig erhielt in Anerken-
mung seiner nm die Hebung der Stadt Poznan «rworbenen
verüjenste, Sowie Tür die Leistungen bei Beförderung der Aus-
stellungsgüter im Jahre 1911 eine yanze Reihe von Orden und
Auszeichnungen, August Dittrich starb am 30. März 1927 in
ZerhÄin.

Während des Weltkrieges arbuitete die Firma mit allen
Militärbehörden und besorgte deren Transporte.

So uHgcIälr sahen die Leistungen der Firma Hartwig bis
zur Entstehung des vereinigten polnischen Staates aur, Wobei
jenmierkt werden muß, daß die Firma bis zu dieser Zeit ein
okales Unternehmen war, welches keinerlei auswärtige Nie-
erlasrungen besaß.

In dem coisten Jannartagen des Jahres 1919 wurden die
/nterhandlungen beendet, welche seit Dezember 1918 mit
lem damaligen Besitzer August Dittrich zwecks Erwerbung
les zanzen Unternehmen: geführt worden waren, und mit
len 1, Januar ging dasselbe bei finanzieller Unterstützung der
bank Zwiazku Spolck Zarobkowsych mit dem ganzen Leben-
en und toten Inventar in den Besitz der neu geschaffenen
\ktiengescilschaft über. Diese yvanze Transaktion hatte zum
Yheber Boleshaw Weber, der durch den Aufsichtsrat der
jesellschaft mit der Stelle des einziven Vorstandsmiteliedee

jetraut Avurde, und welcher dies Amt in unveränderter Form
Ss heute bekleidet. — Dem Aufsichtsrate gehörten die Herren
an: Stanistaw Krysiewiez, Voriitzender, Seweryn Samulski,
telly. Vorsitzender, Jan Leitgeber, Dr. Wladystaw Miecz-
'owski, Stefan Katamajski. Das Aufsichtsratsinitglied Jan
‚eitgeber starb im Jahre 1924 und Dr. Wiadysiaw Miecz-
‚Owski legte sein Mandat nieder, als er Generaldirektor der
lank Polski in Warszawa wurde. — Gegenwärtig sind Mit-
lieder des Aufsichtsrates die Herren: Stanistaw Krysiewicz,
Oorsitzender, Seweryn Samulski, Prälat Stanistaw Adamski,
'tefan Kafamajski, Wiadystaw Radomski, Ingenieur Jözefat
"ozielewski, Adolf Stomski.

Die durch Vereinigung aller ehemaligen Gebietsteile von
?olen zu einem einheitichen adıninistrativen Ganzen hervor-
jerufene wirtschaftliche Umwälzung eryab die Notwendigkeit,
.n anderen Plätzen Polens mit bedeutendem Handel und Ge-
verbe Zweigniederlassungen zu organisieren. und so wurden
‚Chlon im Jahre 1919 Filialen in Warszawa, Kraköw, LödZ und
Danzig gegründet. In den nächsten Jahren entstanden weitere
        <pb n="47" />
        Filialen in Bydgoszez, Katowice, Lwöw, Zbaszın. Gdynia
und Wilno. Um die Arbeitsmöglichkeit der Filialen zu heben.
wurden, wo cs tunlich war, alte angesehene Geschäfte aus der
Speditionsbranche, die eigenen Fuhrpark und entsprechende
Ciebäude besaßen, angekauft (wie in Bydeoszez), oder pas-
sende Realitäten erworben (wie in LödZ und Lwöw) oder neue
Magazine gebaut (wie in Zbaszyn, Warszawa und Kraköw):
in letzteren beiden Städten wurden im Jahre 1922 vierstöckige
Magazine aus Eisenbeton mit elektrischen Aufzügen und
einem Fassungsraum von je 500—600 Wagzons iertigvestellt.
Ebenso sicherte sich die Firma Hartwig ihren Platz in dem
neu erstehenden polnischen Hafen Gdynia.

Gegenwärtig besitzen wir auf eiyenen Grundstücken we-
mauerte Magazine mit einer Bodeniläche von zirka 31 000 qm.
Unsere eigenen Gebäude weisen einen Fassungsraum von ins-
gesamt zirka 180000 cbıim auf. Alle unsere Realitäten be«
decken eine Fläche von zirka 54 000 qın. Die Mayazine erwar-
ben wir größtenteils mit Gleisanschluß und vo dieser. wie in
Warszawa und Zbaszın nicht vorhanden war, wurden die An-
Schlußgleise durch uns hergestellt.

Seit der Umwandlung des Unternehmens in eine Aktien-
gesellschaft lautet die Firma „C. Hartwig Spölka Akcyina”.

Die Gesellschaft besitzt gegenwärtig ein Gründungskapital
von z!} 2000 000 und zirka zt 1 000 000 bilanzmäßige Reserven,

Eigene Filialen bestehen in: Bydgoszez. Danzig, Gdynia,
Katowice, Kraköw, Lodz. Poznan. Warszawa, Wilno,
Zbaszyn.

Die Gesellschaft erlangte für die Filialen in Poznan.
Warszawa, Lödz, Bydgyoszcz und Kraköw die Konzession zur
Führung eines öffentlichen Lagerhauses. Weiterhin besitzt sie
für alle Filialen die Berechtigung zur Durchführung von Ver-
zollungen. Außerdem wurde ihr die Konzession zur Führung
von zollireien und Transitmagazinen bei den Filialen in Po-
znan, Danzig und Warszawa erteilt, woselbst Waren in den
betreffenden Magazinen 6 bezw. 12 Monate olme Entrichtung
des Zolles verbleiben können.

Die Gesellschaft ist amtlicher “pediteur der polnischen
Staatsbahnen, der Internationalen Messe in Poznan und der
Ostmesse in Lwöw und erledigt sämtliche Speditionsgeschäfte
‚ür die bedeutendsten Handels- und Industrieunternehmungen
ın Polen. Auch organisierte sie den Speditionsdienst bei der
polnischen Ausstellung in Konstantinopel.

Im Jahre 1927 war die Firma Hartwig offizieller Spedi-
teur bei folgenden Ausstellungen: Internationale Messe in

Zuznan, Internationale Ost-Messe in Lwöw, Wasserverkehts-
\usstellumg in Bydgyoszez, Sport-Ausstellung in Lwow, Nalı-
ungsmittel-Ausstellung in Katowice, Hotelindustrie-Ausstel-
ung in Poznan, Radio-Ausstellung in Poznarı, polnische Abtei-
ung der Internationalen Ausstellung in Saloniki.

Auf der Wasserverkehrs-Ausstellung in Bydeoszez hat
lie Firma Photographien und statistische Zeichmungen ausge-
tellt, welche den Umfang ihres Wirkungskreises darstellten:
;jje crhielt dort für re Leistungen die große zoldene Medaille.

Zurzeit beschäftigt die Gesellschatt 270 ständig angestellte
Zeamte und zirka 250 Arbeiter. Ueberdies werden im Danzi-
‚er Hafen täglich durchschnittlich gewen 100 und mehr Hafen-
ırbeiter benötigt.

Der Fulurpark umfaßt zirka 300 Fuhrwerke, einige Autos
und 100 Pferde.

Von dem Personal der Firma arbeiten viele in dem Unter-
chmen ohne Unterbrechung über 20 Jalire; etwa 15 davon
vierten bereits das 25-jährive Jubiläum ihrer Mitwirkung in
ler Firma und es vibt Angesicllte, die schon über: 40 Jahre in
lcm Unternehmen tätig sind.

Geyenwärtig führt die Gesellschaft den Transport von
Waren aller Art zu Lande und zu Wasser aus, und zwar so
m Inlande wie von und nach dem Auslande, besorgt die Ver-
:ollungy der aus dem Auslande ankommenden Güter, über-
lımmt die mit der Maklerei und Stauerei der Schiffe in den
lafen Danzig und Gdynia verbundenen Agenden, erteilt Vor-
;chüsse auf die der Gesellschaft zum Transport oder zur Lage-
ung übergebenen Waren, versichert auf Wunsch unterwegs oder
m Magazin befindliche Güter.

Bei der Filiale in Poznan besitzt die Firma Hartwig eine
‘gene Abteilung für Flußschiffahrt, die sich in den letzten
ahren sehr entwickelt hat, indem in Poznan und auf anderen
Amschlagsplätzen der Flüsse Warta und Note6 jährlich zirka
00.000 Tonnen. Massengüter, wie Kohle, Getreide, Zucker und
Ylolz verladen wurden.

Dank der Pünktlichkeit in Ausführung aller Aufträge, der
‚enauen Wahrnehmung der Interessen des Auftraggebers und
ler sofortigen Ucberweisung der eingegangenen Beträge,
ndlich dank der eingehenden Kenntnis der örtlichen Verhält-
Hsse und dem fachmännischen Wissen aller Anvestellten
mt die Firma CC. Hartwig A. Ci den ersten Rang in ihrer
3ranche ein und besitzt nicht nur das vollständige Vertrauen

der einheimischen Firmen, sondern auch einen guten Ruf in
der auswärtigen Handels- und Industriewelt.
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Fabrikniederlage in CHRZANÖW

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        <pb n="48" />
        Henryk Zak
Fabrik für Parfümerie, kosmetische Artikel, chemische Erzeugnisse

Die Firma Henryk Zak in Poznan, ul. Bukowska 37, gehört zu
den größten kosmetischen und Parfümeriefabriken in Polen. Die
gegenwärtigen Fabrikräume des Unternehmens sind jür die Be-
schäftigung von über 400 Arbeitern eingerichtet. Die Firma besitzt
eigene Filialen in Warschau, Lwöw, Wilno und Danzig.

In dem Preisverzeichnis und dem illustrierten Katalog der
Firma, die sehr umfangreich sind, werden die Erzeugnisse der
Fabrik in 12 Abteilungen zergliedert. In der ersten Abteilung sind
die Mund- und Zahnbehandlungsmittel, von denen besonders das
Zahnelixir, die Zahnpasta und Zahnseife zu erwähnen sind, ge-
nannt. Die zweite Abteilung bilden die Haarmittel, insbesondere
das Lotion ‚Mia‘, das vielleicht das einzige Mittel sein dürfte,
welches hervorragende Erfolge zeitigt. Die zahlreichen Dank-
schreiben aus allen Bevölkerungskreisen sind ein Beweis der An-
erkennung für dieses Mittel der Firma Zak. In der dritten Ab-
teilung finden wir Puder und Rouge, die sich wegen ihrer unver-
gleichlichen Güte einer außerordentlichen Nachfrage erfreuen.

In den nächsten Abteilungen weist das Preisverzeichnis solche
Artikel aus, mit denen die Firma nicht nur in Europa, sondern in
der ganzen Weit konkurriert. Zu diesen Artikeln gehört die
Hautcreme „Miaflor”‘ sowie der Emaillelack für Fingernägel „Mia-
flor“, welch letzterer von keiner Firma in Europa in solch hervor-
ragender Güte hergestellt wird als von der Firma Henryk Zak. Das
Kölnisch Wasser „Heza‘“ wird in großen Mengen nicht nur im In-

and, sondern in allen Gegenden der Welt abgesetzt. Die bekann-
csten Parfums der Fabrik sind Extrait Miaflor, Tibi, Chypre,
Talka und Loran sowie die beiden letztens auf den Markt gebrach-
en Parfums „Lilas Imperial“ und „Daj-Go‘“. Die Parfümerie-
ırzeugnisse legen der polnischen Produktion alle Ehre ein.

Ein weiteres Produktionsmittel der Firma sind die Badesalze
ınd Seifen. Von letzterer seien erwähnt die Seifen mit Eeau de
"ologne-Geruch, die Blumen- und Glycerinseifen.

Dank der niedrigen Preise und der erstklassigen Ware ist es
ler Firma Henryk Zak gelungen, in kurzer Zeit zahlreiche Ab-
'ehmer zu gewinnen. Man kann wohl mit Recht behaupten, daß
:s heute keinen Ort in Polen gibt, in dem die Erzeugnisse der
*jirma nicht vertreten wären.

Einen bedeutenden Teil ihrer Erzeugnisse exportiert die Firma
ach Aegypten, Syrien, Algier, Amerika, dem Balkan und China.

Die mit den modernsten Maschinen ausgestattete Fabrik ist
n der Lage, mit sämtlichen Firmen dieser Branche in der ganzen
Velt zu konkurrieren, wozu insbesondere die billigen Preise und
lie gute Qualität ihrer Erzeugnisse beitragen, was in zahlreichen
\nerkennungsschreiben auch aus dem Auslande zum Ausdruck
z:ommt. ;

Schließlich sei noch erwähnt, daß die Firma Henryk. Zak im
‚ahre 1927 auf der Ausstellung in Paris mit dem „Grand Prix“
und der Goldenen Medaille ausgezeichnet worden ist.

HENRYK _AK
Fabryka Perfum, Kosmetyköw, Mydet i Przetworöw Chemicznych
Fabrik für Parfümerie, kosmetische Artikel, Seifen, chemische Erzeugnisse
Poznan. Polen
milialen:
Narschau
LWOW
Wilno
Danzig

DA RIS

y

PARIS 1927

b |

Export:
Dänemark
China
Aegypten
Syrien
Balkan
Persien
Afrika
Amerika

T
‚aflor

pour les ongles

tes ongles fortes el brillantes

Henryk Zak
Poznan
Parfumerie, Savonnerie, Produits
chimigues

Gedruckt: Danzig, Stadtgebieti1“
        <pb n="49" />
        Aa ame EA

ce wir
        <pb n="50" />
        „Pionier“, Werkzeugmaschinenfabrik, G, m. b. H.
Warschau, Krochmalna 71
Die Fabrik für Werkzeugmaschinen „Pionier“, die . Die Erzeugnisse des Unternehmens werden stets
m Jahre 1922 als G. m. b. H. ins Leben gerufen wurde, ner vielseitigen: Kontrolle unterzogen und gelangen
1at sich mit eigenen Kräften dank der lebhaften und »rst dann zur endgültigen Prüfung in die Versuchssta-
energischen Tätigkeit in schnellem Tempo entwickelt jon, die jede Maschine, ohne Ausnahme, passieren
und in kurzer Zeit auf ein sehr hohes industrielles Ni- nuß, ;
‚eau emporgeschwungen. Bei der Produktion, welche ; g ; a Sara Haar
anfangs auf der Herstellung von einigen Typen der Im Jahre 1924 hat die Firma „Pionier“ die Her.
. Abs ah z Kb at tellung von Maschinen für die Fabrikation von Muni-
Metallbearbeitungsmaschinen berühte, bedient sich die ; 2 x ;
Firma der modernsten Produktions-, Organisations- ion aufgenommen. In dieser Abteilung werden Serien
und Rationalisierungsmethoden HR S ler schwierigsten: Maschinen auf diesem Gebiete von
Sämtliche Werkzeugmaschinen werden in Serien töchster Prägision hergestellt. -
von 10 bis 50 Stück hergestellt. Die einzelnen Teile Die Firma „Pionier‘, die sich bei ihren Abneh-
werden auf modernsten Maschinen, bei weitgehender nern größter Anerkennung und großen Vertrauens er-
Anwendung von vorrichtungen u. 8. W. rent, schreitet in raschem Tempo weiter in Richtung
hergestellt. Die N , der Konstruktionsele- ler Realisierung weiterer Aufgaben, welche in erster
mente, Geräte und wurde vom ersten Au- „inie der führenden Werkzeugmaschinenindustrie ob-
genblick an‘ konse hrt. jegen.
|
|
Maschinenf
giessere],
Akt.-G *

isen- u. Metall-
fanczewscy
‚estochowa
‚den Gebrüdern Wiktor
1em Kapital‘ von 10.000
1äftigte anfangs 10 Ar-
nämlich im Jahre 1900,
die weitere Entwicklung
zkeiten vonstatten und
dem größten Unterneh-
zestochowa emporgear-
‘sbaus der Fabriken wur-
agen, für den Bau von
keramischen Maschinen
uch des Weltkrieges ge-
ind; während- die Pro-
‘de, Im Jahre 1914 be-
150 Arbeiter «in einer

200 Arbeiter, während die Produktion fertiger Maschi-
1en ca. 500.000 kg im Gesamtwerte von 1% Millionen
"loty jährlich beträgt.

In den einzelnen Abteilungen werden Maschinen
eder Art hergestellt, wobei sämtliche Teile in der ei-
zenen Eisengießerei, die ca. 30 Gießer und 20 Arbei-
er beschäftigt, produziert werden. . ; .

' Die Erzeugnisse der Firma erfreuen sich einer all-
semeinen Beliebtheit und‘ Anerkennung, was u. a. da-
lurch zum Ausdruck kam, daß sämtliche Maschinen-
yps, welche auf der diesjährigen Messe in Poznan von
iem ‚Unternehmen ausgestellt worden sind, bereits in
len ersten Tagen verkauft waren.

Die im Jahr
ınd Adam Kancz
Rubel gegründete
beiter, konnte ab
bedeutend erweite|
ging ohne größ
bald hatte sich d
men der Metallin
beitet.. Nach Maß
den. drei, Prod
Triebmotoren, Pr
singerichtet; die. b
aligend ‚beschäfti
duktion gleichzeit
schäftigte das U
Schicht:
“Der Krieg. mi’
Produktion für &lt;
ınd erst im Jahre!
Entwicklung der”
nöglich. ;

Gegenwärtig
natıte Fläche von

R
x
Ba

L
y

OS
X
Fabrik für Messing- und Kupfer-
erzeugri=*se RP, Ziölkowski i Ska,
G., m. b. H., Poznan

Die genannte Firma ist im Jahre 1874 . gegründet
vorden und befaßt sich speziell mit dem Bau von
Jestillationsapparaten und kompletten Brennereiein-
ichtungen, Kartoffeldämpfern, Wasserbehältern, Gäh-
rungsbottichen aus Eisen und Kupfer, Röhrenleitungen
tür .Schlempe, Haus- und Hofpumpen, Badezimmern
und Wasserclosets, . Waschkesseln, Kessein zum Ko-
chen von Zucker und Obst, Messingsamowars sowie
;ämftlicher- Küchengeschirre: aus Kupfer und Messine,

serenden Folgen hat.die
um Stillstand gebracht,
ne weitere. etappenweise
jer günstigen Konjunktur
Unternehmen ‚eine be-
beschäftigt werden ca.

äskellern in jedem Ausmaße, auf besondere Bestellung,
Vasserdestillationsapparaten u. s. w. ;

Die Fabrik besitzt eime eigene Metallgießerei und
\‚nnatırwerkstätten. Zeichnungen und Kostenanschläge
verden ohne Annahmezwang des Projekts auf Wunsch
‚ugesandt. Das Unternehmen verfügt über einen Stab
"fahrener Spezialmonteure.
Die von.der Firma Ziölkowski hergestellten Appa-
'ate erfreuen sich seit langen Jahren einer großen An-
rkennung seitens der besten Fachleute nicht nur in
&gt;olen, sondern auch im Auslande. Dank ihrer lebhaf-
en Tätigkeit und der langen Existenz hat sich die
“irma das volle Vertrauen in ganz Polen und im Aus-
ande erworben.
Gardinen-, Tischdeck en-
und. Brokatfabrik
Pantel ı Pytowski. Lodz
Die Firma Pantel i Pytowski in Lodz ist die größte
ınd bedeutendste Gardinenfabrik in Polen. Es ist der
’irma als ein großes Verdienst anzurechnen, daß sie
lank der intensiven. Tätigkeit ihrer Inhaber in hohem
Aaße dazu beigetragen hat, diesen Industriezweig, der
»is z. J. 1909 in Polen nicht vertreten war, in so kur-
;er Zeit auf ein derart hohes Niveau zu bringen, daß
lie ausländischen Erzeugnisse vom Inlandsmarkt fast
ollständig verdrängt werden konnten. Die Firma Pan-
el i Pytowski in Lodz, deren Lager in der Piotrkowska
&gt;1 u. Fabrik in der Lomzynska 8/10 sich befinden, ver-
;teht es, das Publikum mit ihren erstklassigen und
iußerst geschmackvollen Erzeugnissen, wie Ziergewe-
jen, Portieren, Tischdecken, Möbelbezugstoffen usw.
mmer wieder in Erstaunen zu versetzen. Die Firma legt
len. größten Wert darauf, ihre Erzeugnisse immer den
\nforderungen der Mode anzupassen und erwirbt aus
liesem, Grunde von. Zeit zu Zeit Maschinen neuester
Sorstruktion, um den Markt mit guten und neuesten
Naren versorgen zu-können. Als Beweis für die Güte
ler Erzeugnisse der Fa. Pantel i Pytowski darf die Tat-
ache dienen, daß sie mehrmals mit der Goldenen Me-
laille, letztens: auf der wirtschaftshygienischen .. Aus-
tellung in Lödz, ausgezeichnet worden ist. Daß die
;rzeugnisse der Firma Pantel i Pytowski auch im Aus-
and vollste. Anerkennung finden, geht daraus hervor,
laß der Export der Firma sich nach China, Palästina.
ettiland. Festland u. ss. w. richtet
"m

 qu_

ne

fr”

%ochera
— Telefon 1-95

en E-

-sen für Hand- rnd
‘em Petrieb - Masc on ur
x Tellung von Ziepm- und
&gt;achpfannen - Kompl. / =‘ lebs-
“nrichtungen - Maschinen zur
'erstellung von Zementtonnen
Kisen- und Metallousswaren

A

af

tr
8
„ Emilji Szczanieckiei 4b :ı Telefon 69-45

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