Vierter Abschnitt. Die Schutzgebiete unter Mandatsverwaltung 10 alte und 20 neue Kaffeepflanzungen sowie 7 alte und 5 neue Kokospflanzungen. Die belgischem Mandal uunterstellten Länder Urundi-Rusanda kamen auch in deutscher Zeit wirischaftlich noch wenig in Betracht. Ihre Pro— duktion beruhte wesentlich auf der Rinderhaltung. Obwohl die Bevölkerung fast die Hälfte der des Schutzgebietes ausmachte, bedeutete sie wegen ihrer mangelnden Kaufkraft für den Absaß der Einfuhr⸗ werte wenig und für den Arbeitsmarkt gar nichts, da man sie als Gebirgsbewohner gegen die Ge— sahren der Malaria in den Tiefländern durch Anwerbeverbote schützen zu müssen glaubte. Euro— päische Pflanzungen kamen bei der dichten Bevölkerung und Bestockung (pro qkm 51 bzw. 72 Köpfe, über 5 bzw. über 10 Haupt Rindvieh und mehr als 30 Stück Kleinvieh) kaum in Be— tracht. Die Belgier veranlassen dagegen die Ein⸗ geborenen, für die Minen in Katanga Arbeits⸗ kräfte und Lebensmittel zu liefern, wobei die Belgier und die Häuptlinge verdienen, das Volk aber schwer geschaͤdigt wird. Südwestafrika. Einfuhr (in 1000 46) ige2 19281924 1826 1926 Die Statistik zeigt uns eine wachsende Erholung er Wirischaft. Bekanntlich hatte man in Südwest— afrika die Deutschen nicht restlos „repatriiert“, ondern nur zum Teil. Man hoffte die abziehenden »urch „Arme Blanke“ aus der Union ersetzen zu önnen und so eine englisch-burische Mehrheit zu ewinnen. Die Land- und Baukprarxis der ersten Fahre nach dem Kriege war darauf zugeschnitten. Iber Südwestafrika ist kein Land für vVeute, die veder arbeiten wollen noch Kapital mitbringen. ẽs trat eine katastrophale Lage ein, und zahlreiche rzxistenzen gingen zugrunde. Aber allmählich be— annen, namenulich aus Deutschland, neue Kräfte jachzurücken, die nun Farmen und Vieh billig er— tehen konnten. Die Verwaltung hatte auch ge— erat und verzichtete darauf, einen Unterschied wischen deutschen und südafrikanischen Ansiedlern u machen. Aber der große wirtschaftliche Um— chwung bahnt sich erst seit Mitte 1924 an. Währeud 1920 nur 169 Farmen vergeben wurden, detrug die Zahl 1925 880. Es war der Kraft— vagen in Wirksamkeit getreten, und damit war s möglich geworden, Milch an die erst sporadisch, denn überall entstehenden Molkereien zu liefern. Die Folge war, daß man sich von der Zucht von Schlachtvieh immer mehr auf Milchwirtschaft imstellen konnte. Die Butter ging in die deksfabriken Südafrikas und Englands. Von 924 bis 1926 hai sich die Ausfuhr verdoppelt. Aber auch das Schlachtvieh, das in der Krise — eingebracht Jatte, ließ sich wieder verwerten. Die Cold torage Ltd. hat im März des Jahres den Be— rieb qhrer Kühlhallen in Walfishbai aufgenommen mit einer täglichen Schlachtung von 1560 Haupt und zahlt für 100 Ibs 21 -25 sh. Die weiße Bevölkerung beträgt über 24000 Zöpfe; die Deuischen nähern sich zusehends der Majorität: 1925 wanderten über See 1288, über dand 724 Seelen zu. Darin drückt sich die Verschie— ung zugunsten des deutschen Elements aus. Unsere dandsleute haben neben der deutschen auch die hritische Staatsangehörigkeit erworben, und damit m Landesrat die Hälfte der Stimmen erhalten. Auch die deutschen Schulen sind gerettet worden. Dagegen ist es ihnen noch nicht gelungen, die —DDD Einnahmen und Ausgaben geben (in 1000 ) folgendes Bild: Insgesamt 1148 1301 1777 3οο Inionsprodukte. UÜber die Union .. Von Ubersee... Maschinen. .. Metall(waren) . Motorjahrzeuge —*8 Zement. . d0olzcwaren)... Bekleidungsgegen⸗ stände. sKörner⸗ und Hülsen⸗ früchte. u9 102 127 Zucker.. .. 471 9— 67 Geistige Getränke. 48 3839 48 sobele.e 1 18 9 * Tabatk 521 60 63 Ausfuhr (in 1000 *6) Insgesamt 11203 2672 2790 2828 3292 364 418 476 128 Bs 08 283 860 628 33 82 127 51841161 it 32 — 8 71 18 18 2i 45 2341 320 5199 — 47 *4— * 3771 3073 — 3 8 823 873 338— 35 7 68 ——— 331 80 Nach der Union .. Nach Ubersee... Broßvieh .. 1000 Haupt — Kleinvieh. 1000 Stück Butter.... 1000 1I1b8ß8. .. Diamanten 1000 Karat.. Erze.. Häute und Felle.. Fische... Wolle 4321 504 8546 22983 2110 2244 5 288 293 485 88 37 — 27 1430 16401437 18 31 680 297 426 784 344 421 4896 144 433 494 394 341 75) 24 33 23 271 64 34 »t 57 476 780 236 49 —DD——— 82 753 725 138 13 118 113 62 844 587 5hk 762 40 64 5 174 1418 1836 Vortrag .. Finnahmen. Ausgaben. Schuldenbrirfẽt — .1 ergibt sich, daß der Etat, je nach dem Ertrage der Diamantensteuer, ungeheuren Schwan⸗ unmgen ausgesetzt ist. Besonders zurzeit ist die dage kritisch, weil die ‚, Schwemmdiamanten“ nicht —* 22 Mad