Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien geborene Truppen befehligt hatten oder zu über— nehmen im Begriffe waren. Es waren Männer von unzweifelhafter Fähtgkeit und Tatkraft; wenn man sie sah, so verstand man leicht, warum Deutschland in Ostafrika so zusehends emporgeblüht st. Es sind erstklassige Menschen, diese Engländer und Deutschen; beide verrichten in Ostafrika ein Werk, das der ganzen Welt zugute kommt. Es ist Raum genug für deide, es besteht nicht die geringste Ursache für einen anderen als einen durchaus freundschaftlichen Wettstreit; es ist im Interesse beider und auch der Fernstehenden ernstlich zu wünschen, daß ihre Beziehungen zueinander immer besser werden, und nicht nur in Ostafrika, sondern überall. Theodore Roosevelt: „Afrikanische Wanderungen eines Naturforschers und Jägers“, 1910 Mit Rücksicht darauf, daß die Deutschen ihren Kolonialbesitz erst seit 30 Jahren haben, während England seine Überseestaaten seit mindestens einem Jahrhundert okkupiert hält, ist der Fortschritt Deutsch-Südwest-Afrikas keineswegs ge— ring anzuschlagen. Ich kenne das Land seit über 80 Jahren und prophezeie ihm eine ähn— liche Zukunft wie die Britisch-Kaffrarias, das ja auch von deutschen Auswanderern kolonisiert worden ist. Nur muß Deutschland es aufgeben, die Eingeborenen, die den niedrigsten Typen der menschlichen Rassen angehören, veredeln zu wollen. Das ist ein hoffnungsloses, Be— zinnen. Die Hereros müssen nach meiner Über— jeugung nach australischem Vorbild auf Reser— bationen abgeschoben und pensioniert werden. Nur durch weiße Besiedelung ist das Auf— blühen der Kolonie zu erhoffen. Samuel: Observer, London 1911. Ohne große Posaunenstöße und ohne die lärmende Hilfe der Preßagenten er— zieht sich der Deutsche das junge Afrika nach seiner Art, und er läßt es sich auch Mühe kosten. Ich habe die Deuischen in ihrem nahen Verkehr mit ihren halbwilden Schützlingen an der Westküste genau beobachtet. Tie Verwaltung und Regierung im schwarzen Erdteil ist zu einem sehr zroßen Teil eine Frage des Temperaments, und iblem Anschein nach lassen sich die Deutschen weniger leicht zur Heftigkeit und zur Er— regung hinreißen, als die anderen weißen Peenschen. Ich habe allen weißen Rassen bei hrer Arbeit, Afrika zu erwecken, zugesehen und kann mich nicht der Überzeugung verschließen, daß der deutsche „Eingeborene“ sich ebensoweit, wenn nicht noch höher entwickeln wird wie alle anderen. E. R. Forbes: American Review of Reviews, 1911. Mit eigenen Augen konnte ich sehen, velches Riesenwerk die Deutschen bei der Irdnung der verschiedenen Verhältnifsfe nuder Kolonie Deutsch-Ost-Afrika geleistet aben. Man merkte, daß es Deutschland nerster Linie nicht darum zu tun war, inen so großen wirtschaftlichen Gewinn, bie nur möglich zu erzielen, sondern daß „ie Kolonie auf eine Weise verwaltet purde, die auch den Eingeborenen Nutzen rachte. Sogar in einem so kleinen Ort wie sambura, am Nordende des Sees, gab es eine rächtige Schule für die Kinder der Eingeborenen, ind die Schule wurde auf besonders verständige Urt geleitet. Graf Eric von Rosen-Sparreholm 1911/12. Angenommen, Deutschland wolle irgendwo in »er Welt Territorien erwerben, die nicht zum Zritischen Reich gehören. Liegt irgendein Grund or, weshalb sich England ihrer Erwerbung durch deutschland widersetzen sollte? Die Deutschen ind fähige Kolonisatoren und würden in llen Besitzungen, die sie erwerben, Tüch— iges leisten. Sie haben in ihren jetzigen Be— tzungen Tüchtiges geleistet und tun es noch, venn auch ihr System sich von dem englischen interscheidet. Aber es gibt mehr als ein System, ind es gibt kein Monopol für kolonisatorisches Talent. Indessen stehen die Deutschen unter zem Eindruck, daß, so oft sie den Platz für eine nögliche Erwerbung finden, England ihnen im Vege steht, wenn es auch das Gebiet nicht für ich selbst beansprucht. Wäre das der Fall, dann zätte Deutschland Grund zur Klage. Morning Post, 18. Januar 1912. Da das Britische Reich den inneren Wert der deutschen Zivilisation anerkennt, dürfte es der deutschen Ausdehnung jen— eits der Meere weder was den Handel roch das Gebiet betrifft, Hindernisse in den Weg legen. Richard Jebb: United Empire, London 1912. Die britischen Kaufleute wissen mit ibsoluter Sicherheit, daß sie ein warmes VGillkommen und jeglichen Beistand in den eutschen Kolonien empfangen. Sie wissen, aß keiner ihnen vorgezogen wird, und daß, wenn as öffentliche Interesse erfordert, daß eine Faktorei utfernt oder ein Weg durch ein Grundstück gelegt vbird, die deutsche Regierung keine zweifel— jaften gesetzlichen Vorwände gebraucht, ondern die Frage auf der breitesten Linie ines gesunden Menschenverstandes be— sandelt. Die Deutschen lieben weder den britischen daufmann, noch hassen sie ihn. Es kommt für