lichen Sinne dieses Wortes den Kommunisten, die für eine autoritäre Verteilung der Wirtschaftsgüter eintreten, gegen- überzustellen. Allein in Wahrheit läßt sich in dieser Be- ziehung ein tiefes inneres Band ‚zwischen dem Sozialismus und dem. Kommunismus nachweisen. Nicht umsonst haben ja Marx und Engels ihr berühmtes Manifest als „Das kom- munistische Manifest‘ bezeichnet, und nicht umsonst hat der aktivistische Teil der russischen Sozialdemokratie sich im Augenblick. der sozialen Umwälzung in eine kommunistische Partei umbenannt. Die Marxisten, die den Kommunismus ablehnen, stellen sich vor, daß der sozialistische Staat die Arbeit seiner Bürger durch Bons bezahlen werde, die.sie nach freiem Ermessen gegen beliebige Wirtschaftsgüter werden eintauschen können. Da nun aber die Preise in der sozialistischen Gesellschaft unabhängig von dem Marktbedarf festgesetzt werden, so kann es hier kein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage geben. Vielmehr wird der Preis mancher Wirt- schaftsgüter zu niedrig sein und die Nachfrage nach ihnen das Angebot übersteigen, während‘ der Preis anderer Waren wieder allzu hoch sein wird, so daß bei diesem die Nach- frage hinter dem Angebot zurückbleiben: wird. Es liegt nun auf der Hand, daß es sinnlos wäre, die ersteren Warengat- tungen denen zu überlassen, die sie zufällig zuerst ergattert haben, die zweiten aber in den Lagern vermodern zu lassen. So bleibt uns übrig, die einen wie die anderen Waren: von Staats wegen zu verteilen. Man wird vielleicht einwenden, daß ein solches Mißver- hältnis zwischen Angebot und Nachfrage nur ein vorüber- gehendes sein und die Produktion mit dem Fortschreiten der Wirtschaftsentwicklung sich an die Nachfrage anpassen werde. Allein auch in der kapitalistischen Gesellschaft, in der eine solche Anpassung das brennende Interesse der Un- ternehmer bildet, wird das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage doch lediglich durch eine ständige, ja zu- weilen sogar recht erhebliche Sehwankung der Preise erzielt. Wie kann man nun: aber von der weitaus schwerfälligeren so- zialistischen Wirtschaft erhoffen, daß sie jenes Gleichge- wicht bei unveränderlichen Preisen herstellen werde? Die autoritäre Verteilung der Verbrauchsgüter muß also einen wesentlichen Zug im System des Sozialismus, der ja die Re: zulierung der Preise durch die Marktkonjunktur verwirft, 67