49 der besseren Organisation in Produktion, Betrieb, Ein- und Verkauf, Kredit u. a. bietet nun die altbewährte freie Genossenschaft, die Cooperative, die Societe cooperative. Vorbild kann hier Dänemark sein, wo die Genossenschaften wahrhaft rationell organisiert sind: Srtliche und fachliche Genossenschaften, Bezirks- und Landesverbände, Reichszentrale; für alle Zweige des landwirtschaftlichen Betriebes bestehen fachliche Genossenschaften; zudem ist für gründliche Fach- und allgemeine Bildung der Bauern gesorgt. Auch im jetzigen Österreich wird der genossenschaftlichen Organisation der Landwirte größte Aufmerksamkeit, u. zw. mit steigendem Erfolge, gewidmet, Als ein Muster sei die 1919 begründete Aschbacher Molkerei-Genossenschaft angeführt. Sie zeichnet sich aus durch moderne Einrichtung, peinliche Sauberkeit; sie verfügt über eine Saatgutbearbeitungsanlage, das Saatgut wird nach Größe und Gewicht sortiert; sie hat eine Musterwiese, mit besten Gräsern und Klee bestellt, und verbessert alte Wiesen durch Einsaat besten Grassamens; sie besitzt einen Getreidezuchtgarten, d. h. ein Versuchsfeld für Sortenanbau, sie macht systematische Düngeversuche u. a. m. Alle minderwertigen Sämereien und Pflanzen werden ausgeschieden, getreu dem Obersten Gebote der Rationalisierung: mit geringsten Mengen höchste Erträge erzielen. Die angeschlossenen Höfe der 1200 Mitglieder (1926) werden ständig von »Leistungsprüfern« kontrolliert und beraten, Aufklärung über Fütterung, Viehhaltung und Milchgewinnung wird durch Fachlehrer verbreitet, die auch technischchemische Kenntnisse vermitteln. Mit wahrer Freude besichtigt man die eigentliche Molkereianlage: jede eingelieferte Kanne wird geprüft {in den Ställen gelangten elektrische Melkapparate zur Verwendung), alle Futter- und Stallgerüche sind vermieden, alle Arbeiten sind in sinnvoller Reihenfolge aneinander angeschlossen (Grundsatz der Fließarbeit!), viele Arbeiten geschehen schon motorisch: mustergültig ist auch die Käserei eingerichtet. Auch aus der Tschechoslowakei kann Günstiges über die Rationalisierung der landwirtschaftlichen Genossenschaften berichtet werden (vgl. Prager Presse vom 25. Dezember 1926). Drei Ziele schweben den Genossenschaftsführern vor: Die Erzeugnisse auf dem Wege vom Bauern zum Verbraucher so wenig als möglich mit überflüssigen Unkosten zu belasten; den Einkauf des Landwirtes mit möglichst wenig Regie durchzuführen; dıe Produktion mit möglichst billigem Kredit zu versorgen. Zu dem letzteren Zwecke Kobatsch, Wirtschaftlichkeitslehre.