194 vember 1926), daß dieser Pakt die verarbeitenden Industrien (Waggon- und Lokomotivbau, Maschinenindustrie) zur Konzentration und innerhalb derselben zur Rationalisierung (Spezialisierung u. a.) zezwungen hat, wie denn Dr. Deutsch auch die Rationalisierung der Fertigwarenindustrien verlangt (a. a. O.); ebenso konzentrierte sich auf der anderen Seite die Metallindustrie (Kupfer, Messing, Aluminium). Auch die Abschwächung der Konjunktur (1927) in Amerika und der von dort zu erwartende stärkere Druck auf die suropäischen Märkte (dumping) beschleunigte hier die Konzentration zwecks Rationalisierung. Als ein beachtenswertes Beispiel dafür, wie durch die internationalen Kartelle auch der Außenhandel rationalisiert werden kann, sei angeführt, daß der Ausfuhrüberschuß, den die tschechoslowakische Eisenindustrie im Verkehre mit Deutsch- ‚and hatte, mit der ungefähr ebenso großen Ausfuhr Deutschlands in die Gebiete der früheren österreichisch-ungarischen Monarchie kompensiert wurde, was eine bedeutende Frachtersparnis brächte (>Prager Presse« vom 25. Dezember 1926). Dr. S. Strakosch lenkt /»Neue Freie Presse« vom 2. Oktober 1927) die Aufmerksamkeit auf die soziale Rolle der internationalen industriellen Zusammen- schlüsse, die nicht bloß die Rohstoffbeschaffung und die Produktion verbilligen, Typen und Normen ermöglichen, sondern auch im Interesse der Arbeiterschaft liegen, weil der erhöhte Absatz die Erhöhung der Löhne erleichtert, ähnlich wie in den Vereinigten Staaten von Amerika; außerdem verweist er darauf, daß diese Kartelle auch die internationale Rechtsvereinheitlichung und die Rechtshilfeverträge bedingen und beschleunigen werden. Auch Dr. Deutsch (a. a. O0.) kommt auf die soziale Seite des Problems zu sprechen und bemerkt gegenüber der unbestreitbaren Tatsache, daß die im Gefolge der internationalen Zusammenschlüsse ein- tretende Rationalisierung Arbeiter frei setzt, daß dies nur von kurzer Dauer sei, weil billiger und daher mehr verkauft, also bald wieder mehr produziert werde. Dr. Deutsch verficht übrigens die These, daß bloße kartellähnliche Gebilde oder Interessengemein- schaften nicht genügen, sondern Fusionen notwendig seien, die aine Direktion, ein Interesse enthalten; nur dann könne es auch zur Verbilligung der Ware kommen. Die weitere Öffentlichkeit wurde auf die internationalen Zu- sammenschlüsse besonders aufmerksam, als 1927 die. Genfer Welt- wirtschaftskonferenz vorbereitet wurde und stattfand. Der