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        <title>Wirtschaftlichkeitslehre</title>
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            <surname>Kobatsch</surname>
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      <div>157 
gegengesetzten Dinge«; »die Zeit wird kommen, da die verlust- 
bringenden, unsinnigen Kämpfe und Methoden, industrielle Fragen 
zu erledigen, verschwinden und die Vernunft zur Herrschaft gelangt«. 
Die Eisenbahnverwaltungen berichten über die großen Erfolge der 
xooperativen Rationalisierung; sie erzählen von den zahlreichen, 
verwertbaren suggestions, die von den Angestellten zur Beseitigung 
von Verlustquellen, zur Ersparung von Arbeit und Zeit, zur Qualitäts- 
steigerung der Leistungen u. ä. erstattet wurden. (Bei der Baltimore 
&amp; Ohio Railroad z. B. sind 18.000 suggestions gemacht, davon 16.000 
gebraucht worden.) Von einem begeisterten Redner wird die ge- 
werkschaftliche Mitarbeit an der Rationalisierung (Union Management 
Co-operation) so sehr gerühmt, daß sie die Arbeiterbewegung Amerikas 
zu der most farsighted (der weitestblickenden) in der Welt stempelt; 
der Mann hat wahrlich nicht so unrecht. Wiederholt nehmen Ge- 
werkschaftsvertreter gegen Streiks — als eine der größten »Ver- 
lustquellen« in der Industrie — Stellung, welche Gefahr wenigstens 
möglichst zu verringern sei. Ebenso wird die möglichste Ver- 
minderung der Zahl der Unfälle gefordert, deren Kosten den 
einzelnen und die Allgemeinheit belasten, Einläßlich befaßten 
sich Gewerkschaftler und Unternehmer mit der Bekämpfung der 
Arbeitslosigkeit, deren Eintritt im Gefolge von Rationalisierungs- 
maßregeln möglichst zu minimisieren und jedenfalls irgendwie zu 
kompensieren sei (Notstandsarbeiten, Umleitung zu anderen Beschäfti- 
gungen, Fürsorge); am vorteilhaftesten aber sei es, wenn die Ratio- 
nalisierung auch zur Stabilität der Beschäftigung führe und dazu 
djenützt werde. Allerdings wirken, wie der Präsident der Taylor 
Society ausführte, auf die Arbeitslosigkeit vielerlei Ursachen ein, 
auch solche internationaler Natur, auf die das Inland wenig Einfluß 
nehmen kann. Aber die Erforschung all dieser Fragen ist von 
größter Wichtigkeit (wird doch die Arbeitslosigkeit als die wichtigste 
individuelle »Verlustquelle« bezeichnet) und es bestehen schon Lehr- 
kanzeln für Arbeitslosigkeit an den größeren Universitäten sowie 
an den Handels- und Gewerbeschulen. Als besondere Abhilfsmittel 
schlug dieser Redner vor: eine gewährleistete Zahl von Arbeitswochen 
im Jahre und eine wirksame Art der Versicherung. 
Von einem Betriebsingenieur wurden die vier Hauptforderungen 
rationeller Arbeitsgestaltung erläutert: equity — safety — interest — 
economy (billige Rücksichtnahme — Sicherheit — Interesse — Spar- 
samkeit); der große Schaden, der darin lag, daß die Arbeiter im</div>
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