26 Die horizontale Konzentration Erzeugungsmenge des Vorproduktes der eigenen Unternehmung auf- nehmen kann. Die für den horizontalen Zusammenschluß erforderliche Gleichartigkeit der Interessen geht dadurch verloren. 9. Die horizontale Konzentration Die horizontale Konzentration faßt gleichartige und gleichstufige Betriebe, also solche, welche nicht bloß demselben Produktionszweige angehören, sondern auch dieselben Erzeugnisse herstellen, sich im Produktionsvorgange nicht ergänzen, sondern auf dem Markte gegen. einander konkurrieren, wie Baumwollspinnereien, Feinblechwalzwerke u. dgl., untereinander. Schon durch Zusammenfassung einzelner Unter- nehmungen. in eine Interessengemeinschaft lassen sich Vorteile beim Bezug der Materialien, der Herstellung von Waren oder Leistungen, oder dem Absatz der Erzeugnisse erzielen, die größte Bedeutung erlangt jedoch die horizontale Betriebskonzentration in den Kartellen, die durch Vereinigung der überwiegenden Mehrheit der Erzeugungsstätten eine beherrschende Stellung auf dem Markte zu erlangen suchen. Die Notwendigkeit hiezu ergab sich aus dem Übergange von der mittel- alterlichen Stadtwirtschaft, in welcher das Handwerk auf Bestellung arbeitete, also von vorherein nur so viel erzeugte, als dem tatsächlichen Bedarf entsprach, zur neueren Volkswirtschaft, in welcher die Industrie auf Vorrat arbeitet, daher dem Bedarf voranläuft, wodurch zeitweilig eine Störung des Gleichgewichtes zwischen Angebot und Nachfrage, eine Krise, entsteht. Eine Bekämpfung des Übels konnte man auf zwei Wegen versuchen, entweder durch Stärkung des Wettbewerbes in der Nachfrage oder durch Einschränkung des Wettbewerbes im Angebot. Je nach den Verhältnissen wird die Heilung bald mehr auf dem einen, bald mehr auf dem anderen Wege versucht. Eine Stärkung des Wett- bewerbes in der Nachfrage ist möglich durch Herabsetzung der Erzeugungs- und Vertriebskosten und im Enderfolge auch der Preise, wodurch neuere, breitere Schichten von Käufern gewonnen werden. Das ist die Hauptaufgabe der bereits geschilderten vertikalen Betriebskonzentration, deren Ergebnisse man mit Vorliebe als Trusts bezeichnet und den Kartellen gegenüberstellt, jedoch gibt es, namentlich in wichtigen Spezialartikeln, viele Trusts, die in erster Linie eine horizontale Betriebskonzentration bezwecken. Eine Einschränkung des Angebotes wird erstrebt durch die horizontale Betriebs- konzentration, die gleichartige und gleichstufige, also dasselbe Erzeugnis herstellende Betriebe vereinigt und durch eine beherrschende Stellung das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen sucht. Ihr wichtigster Exponent sind die Kartelle, doch lassen sich auch im Wege der horizontalen Betriebskonzentration, besonders durch Interessen. gemeinschaften, aber auch durch Kartelle, Kostenersparnisse erzielen.