Die Wirkungen auf die Produktionskosten 55 im Detailhandel, strittig sein, ob nach der üblichen Auffassung die allgemeinen. Vertriebskosten mit einzubeziehen sind. Notwendig ist aber die Einbeziehung für die namentlich in der Industrie wichtige Gegenüberstellung von Produktionskosten und Verkaufspreis, In der Praxis wird der letztere durch einen perzentuellen Aufschlag für Unter- nehmergewinn auf die Produktionskosten ermittelt, doch ist dies nur ein Versuch, denn der Verkaufspreis hängt nicht von den Kosten, sondern vom Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ab, in welchem die Kosten nur ein Element bilden. Die Materialkosten lassen sich gewöhnlich nur im bescheidenen Maße herabdrücken. Eine Steigerung der Ausbeute beim Rohmaterial ist selten mehr möglich, weil der technische Erfindungsgeist in dieser Hinsicht ohnedies nicht müßig war. Das glänzendste Beispiel bietet wohl die Zuckerindustrie, die freilich nicht bloß unter der Peitsche der Konkurrenz, sondern auch der einer eigenartigen Verbrauchsbesteuerung stand. Während sie zur Zeit der Erfindung des Rübenzuckers zu 1 kg Rohzucker 17 kg Rüben benötigte, genügen heute im Durchschnitte 5 bis 6 kg. Eher wird eine Verbesserung in der Abfallverwertung möglich sein, weil mit der Menge auch die Verwertbarkeit zunimmt. Man hat bezeichnenderweise behauptet, daß der amerikanische Petroleumtrust, die Standard Oil Company, an den Nebenprodukten ebensoviel verdient wie an dem Hauptprodukt. Größere Vorteile lassen. sich durch den Engroseinkauf erzielen, weil dann günstigere Preise und Zahlungs- bedingungen. gelten und die Konjunkturen besser ausgenützt werden können. Der Transport verbilligt sich bei großen Bezugsmengen, weil für Stückgut höhere Tarifsätze gelten als für Schiffs- und Waggon- ladungen. Insbesondere wird die örtliche Beförderung verbilligt durch Herstellung von Industriegeleisen, welche die Fabrik mit der Haupt- bahn verbinden, sowie durch Einrichtung von Drahtseilbahnen und anderen mechanischen Transportvorrichtungen. von einem Betrieb zum anderen. Die höchste Stufe erreicht hiebei die vertikale Kon- zentration, weil sie den. verarbeitenden Betrieb vom Markte des Roh- materials unabhängig macht und eine vollkommene Anpassung an seine Bedürfnisse ermöglicht. Eine Ersparnis an Arbeitslöhnen wird um so wichtiger, je weiter der Produktionsvorgang fortschreitet, weil mit dem höheren Wert des Fabrikats der Anteil der Arbeitslöhne an den Produktionskosten steigt. Sie wird aber gerade dann um so schwieriger, weil im allgemeinen Inter- esse das Einkommen des Arbeiters nicht geschmälert werden darf, sondern erhöht werden muß. Der Zwiespalt läßt sich nur dadurch lösen, daß der Arbeitserfolg noch rascher gesteigert wird als der Arbeitslohn. Das ist das Ziel der in neuester Zeit lebhaft betriebenen Rationalisierung, die sich nach zwei Richtungen zeigt, in der Standardisierung oder Typi-