Die Wirkungen auf die Preise 63 Das Fehlen des Zollschutzes stört nur die Form des Kartells, das aber trotzdem durchführbar ist, wenn für die betreffende Ware ein natürlicher Frachtschutz besteht, ferner wenn der betreffende Produktionszweig wegen der Qualität seiner Erzeugung oder wegen seiner außerordentlich geringen Produktionskosten gegen den ausländischen Wettbewerb ohnedies geschützt ist, oder wenn durch ein internationales Kartell die Konkurrenz vertragsmäßig ausgeschaltet wird. Die Trusts sind als festere und dauerndere Organisationen vom Zollschutz ganz un- abhängig. Es war durchaus kein Scherz, wenn der Präsident des ameri- kanischen Stahltrusts Gary vor der parlamentarischen Tarifkommission erklärte, daß der Wegfall des Zollschutzes nicht seiner Gesellschaft, wohl aber den Außenseitern gefährlich werden könnte. Im äußersten Falle werden übrigens Kartelle und Trusts durch vollständige Fusion ersetzt, wofür England genügend Beispiele liefert. Die bemerkenswerteste Erscheinung in dieser Hinsicht ist aber die zunehmende Internationali- sierung der Konzentration, die das Interesse der Produzenten am Schutz- zoll herabsetzt oder sogar aufhebt. So eröffnet sich eine ganz neue Perspektive für die künftige Gestaltung der Handelspolitik. Der schwerste Vorwurf, der gegen die Kartelle und Trusts erhoben und immer wieder leidenschaftlich erörtert wird, betrifft die Schleuder- preise nach, dem Auslande, das Dumpingsystem. Wenn im Inlands- preise der Zollschutz ausgenützt wird, kann die Ware nach dem Auslande sogar mit Verlust verkauft werden. Dieser Notexport dient aber wieder dazu, -den Inlandsmarkt von den überschüssigen Warenlagern zu be- freien und eine Preiserhöhung bis zur Grenze des Schutzzolles anzu- bahnen. Nehmen wir an, die den Bedarf des Inlands voll deckende Normalproduktion einer Ware betrage 1 Million Meterzentner, stellen wir ferner die Produktionskosten mit 40 und den normalen Verkaufspreis mit 50 Geldeinheiten per Meterzentner ein. Im Falle der Normal- produktion wird sich die Rechnung also folgendermaßen stellen: Verkaufspreis für 1 Million Meterzentner zu 50 Geldeinheiten.....50 Millionen Geldeinheiten Produktionspreis für 1 Million Meterzentner zu 40 Geldeinheiten.....40 Millionen Geldeinheiten daher Gewinn 10 Millionen Geldeinheiten. Nun entstehe eine Überproduktion von 10%, welche den Verkaufspreis im Inlande auf die Produktionskosten herabdrücke. Wir haben dann: Verkaufspreis für 1,1 Millionen Meterzentner zu 40 Geldeinheiten.....44 Millionen Geldeinheiten Produktionskosten für 1,1 Millionen Meterzentner zu 40 Geldeinheiten.....44 Millionen Geldeinheiten daher Gewinn 0 Millionen Geldeinheiten.