nn 34 Die Wirkungen auf die Preise Gelingt es nun, den Produktionsüberschuß von 0,1 Millionen Meterzentner zu einem Verlustpreis von 30 Geldeinheiten (10 Geldeinheiten unter den Produktionskosten) im Auslande abzusetzen, so kommen auf den Inlandsmarkt nur 1 Million Meterzentner, weshalb dort der normale Verkaufspreis zu erzielen sein wird. Die Rechnung ist dann folgende: Verkaufspreis für 1 Million Meterzentner im Inlande zu 50 Geldeinheiten.....50 Millionen Geldeinheiten Verkaufspreis für 0,1 Millionen Meterzentner im Auslande zu 30 Geldeinheiten..... 3 Millionen Geldeinheiten Gesamterlös 53 Millionen Geldeinheiten Produktionskosten für 1,1 Millionen Meterzentner zu 40 Geldeinheiten. ....44 Millionen Geldeinheiten Gewinn 9 Millionen Geldeinheiten, Als besonders schädlich werden aber die billigen Auslandsverkäufe für Rohstoffe und Halbfabrikate empfunden, weil dadurch die fremden Veredlungsindustrien gegenüber den einheimischen bevorzugt erscheinen. Zur Ausgleichung der Nachteile haben die Kartelle vielfach den das teuere Material verarbeitenden Veredlungsindustrien im Inlande private Ausfuhrprämien gewährt. So z. B. wurde im Jahre 1902 vom deutschen Kohlensyndikat, Halbzeugverband und Trägerverband zur einheitlichen Regelung der Ausfuhrvergütungen eine eigene Zentrale, die Abrechnungs- stelle für die Ausfuhr in Düsseldorf, geschaffen. Solche Prämien sind aber, so wird nicht mit Unrecht behauptet, vom Gutdünken der Kartell- leitungen abhängig und bilden keine ständige Einrichtung. Das Dumping- system ist aber gar keine Folge der Konzentration. Die Produzenten eines Landes können nur dann dauernd billiger nach dem Ausland ver- kaufen, wenn der Zollschutz so hoch ist, daß bei voller Ausnützung desselben der Inlandspreis nicht bloß einen Gewinn, sondern auch eine Entschädigung für die Verluste bei der Ausfuhr gewährt. Billige Auslands- verkäufe können zwar auch bei knappem Zollschutz durch Ausfuhr. kartelle organisiert werden, werden aber dann als Notexporte nur vorübergehender Natur sein und nicht dazu dienen, eine fremde Ver- edlungsindustrie gegen die heimische konkurrenzfähig zu machen. Übrigens wird nach dem Auslande nur zu dem ohnedies dort geltenden Preis verkauft, zu welchem sich die dortige Veredlungsindustrie ihr Material auch anderweitig beschaffen könnte. Die Konzentration bietet sogar eine Abhilfe gegen die Schleuderkonkurrenz, und zwar durch die erwähnte im Fortschreiten begriffene Internationalisierung. Die Betriebskonzentration schließt aber auch die Konkurrenz im Inlande nicht aus. Bei den Kartellen ergibt sich eine solche schon daraus, daß die Konzentration nur kommerzieller und nicht technischer Natur ist, so daß der Wettkampf um die niedrigsten Produktionskosten be-