Einleitung. 2 ‘Bei den öffentlich-rechtlichen Körperschaften ist dagegen eine /|Rationierung ausländischer Anleihen eher am Platze, da diese Körperschaften sonst alle auf den ausländischen Kapitalmärkten zur Verfügung stehenden Leihkapitalien vorwegnehmen und mit Rücksicht darauf, daß sie stets auf den Steuerzahler zurückgreifen können, das privatwirtschaftliche Prinzip, nur Leihkapitalien für rentable Zwecke aufzunehmen, : leicht vernachlässigen würden. Das schwerste Bedenken, das man gegen die Aufnahme von Auslandsanleihen berechtigterweise äußern kann, ist das, daß durch sie ungewollt und entgegen dem Sinne des Dawes-Plans gleichzeitig die Reparationslasten beglichen werden. Auf diese Weise erhält der Dawes-Plan eine unberechtigte Lebensdauer, und das Problem der Reparationsbelastung wird nicht gelöst. Ein weiteres Bedenken ist, daß die Auslandsanleihen auf den Außen- handel bisher nur importsteigernd gewirkt haben, so daß er stark passiv geworden ist; es scheint aber doch, daß die exportsteigernde Wirkung jetzt allmählich zur Geltung kommt. Man hat vielfach behauptet, daß Auslandsanleihen sich in Importwaren umsetzen und deshalb notwendigerweise zu einer Passivität des Außen- handels führen müssen, da sonst eine Inflation infolge Über- schwemmung mit Devisen eintreten müßte. Diese Theorie über- sieht aber, daß eine Volkswirtschaft sich sehr stark mit Devisen vollsaugen kann, ehe eine Wirkung auf die Währung eintritt, und daß mit Devisenüberfluß die Inanspruchnahme von Warenkrediten eingeschränkt, kurzfristige Auslandsschulden abgestoßen, deutsche Auslandsanleihen oder ausländische Wertpapiere im Auslande an- gekauft, Kapitalinvestitionen im Ausland vorgenommen werden können, daß damit Gold im Ausland gekauft werden kann usw. Für Deutschland kommt aber vor allem der Bedarf für die Reparationsleistungen hinzu. Daß die Theorie falsch ist, beweist nicht nur die aktive Handelsbilanz anderer Schuldnerländer, wie namentlich Kanadas, sondern auch die Tatsache, daß Deutschland selber im Jahre 1926 trotz hoher Auslandsanleihen zeitweise eine stark aktive Handelsbilanz hatte. Ferner hatte Deutschland und noch mehr England vor dem Kriege eine passive Handelsbilanz, obwohl sie in starkem Maße Kapital ausführten. Vorübergehend kann wohl ein Druck auf die Währung entstehen, wenn hohe Be- träge von Auslandsanleihen einlaufen, aber es gibt zahllose Aus- gleichs- und Verteilungsmöglichkeiten, die diesen Druck sehr bald wieder aufheben. Auch das Bedenken der preissteigernden Wirkung der Aus- landsanleihen ist nicht berechtigt. Die Preissteigerung mußte