56 Deutschlands Auslandsanleihen. Konversion älterer Obligationsanleihen verwendeten Teil der An- leihe der Kraftübertragungswerke Rheinfelden ab, so erhält man als Gesamtkosten der Anleihen eine Summe von rund 640 Mill. A. Der Tilgungsbetrag ist derselbe wie der Nominal- betrag der Anleihen, abgesehen von den Anleihen der Rhein-Main- Donau A.-G. (Nominalbetrag 25 200 000 A) und der Lech Elek- trizitätswerke (9720 000 A), die mit einem Aufschlag getilgt werden. Die Auslandsanleihen der Industrie). Unter den industriellen Auslandsanleihen nehmen die. An- leihen der Viag (Vereinigte Industrie-Unter- nehmungen A.-G.) eine besondere Stellung ein, da die im Jahre 1923. gegründete Viag eine Holding-Gesellschaft für ver- schiedene reichseigene Betriebe ist, die sich auf Braunkohlen- bergbau, Stahlerzeugung und Maschinenbau, Aluminiumerzeugung, Stickstöfferzeugung und Elektrizitätserzeugung ?) erstrecken sowie einen Bankbetrieb, die .Reichskredit-Gesellschaft, umfassen. Die Viag konnte es wagen, bereits im Dezember 1925 eine 6 % An- leihe von 6. Mill. $ zu dem verhältnismäßig hohen Kurs von 84% % zur Auflegung zu bringen; ihre zweite Anleihe von gleichfalls 6 Mill. $ ließ sie im Dezember 1926, allerdings bei einer Verzinsung von 6% %, zu 97% % auflegen. Beide Anleihen übernahmen Harris, Forbes & Co. Als Zweck beider Anleihen ist die Erweite- rung der zur Viag gehörenden Betriebe genannt. Die erste Anleihe nennt sich hydro-electric first mortgage bonds nur aus dem Grunde, weil sie durch eine erste Hypothek zwei Kraftanlagen, nämlich auf das der Bayerischen Aluminium A.-G. gehörende Inn- werk und das der Bayerischen Kraftwerke A.-G. gehörende Caro- werk, gesichert ist. Von der ersten. Anleihe werden ab 1. De- zember. 1926 jährlich 150 000 $ getilgt, so daß am 1. Dezember 1945 noch 3150000 $ fällig sind; in den Tilgungsfonds können Barzahlungen oder Anleihestücke geliefert werden. Die Anleihe kann außerdem ganz oder teilweise zu jedem Zinstermin mit 60tägiger Frist gekündigt werden. Von der zweiten Anleihe wer- den zum 1. November der Jahre 1929 bis 1931 je 120 000 $, 1932 bis 1937 je 150 000 $, 1938 bis 1940 je 180 000 $ getilgt, so daß 1941 noch 4200000 $ fällig sind. Eine vorzeitige Kündigung kann bis zum 1. November 19838 nur zu 102 %, dann zu pari wie bei der ersten Anleihe erfolgen. 1) Vgl. auch die Anleihen der Sächsischen Landespfandbriefanstalt (S. 95), der Deutschen Bank und der Commerz- und Privatbank (S. 97). ?) Eine besondere Anleihe haben die .zur Viag gehörenden Elektro- werke aufgenommen. vel, oben S. 45.