22 Zweiter Teil. bei den Mädchen aus den höheren Klassen eben wegen des Hinzutretens perturbatorischer Faktoren längst nicht so hoch dans une Soci6t&, car tout ce qu'ils ont, c’est de la force; tout ce qu'il peuvent vendre, c’est du travail. Ainsi, plus leur nombre seroit petit, plus les proprietaires seroient oblig6s de les mönager, Mais ces mömes salarıes desirent d’avoir des enfans et de les nourrir; ainsi, en m&me temps que la population nuit Aa leur aisance, chacun d’eux met son plus grand bonheur A concourir & cette m&me population. ([Jacques Necker] Eloge de Jean- Baptiste Colbert, Paris 1773, Brunet, p. 79.) In einer solchen Auffassung liegt implicite ein berechtigter Zweifel an dem Zurechtbestehen der Fiktion des Homo Oeconomicus. Den anzuzweifeln auch ein moderner führender Statistiker wie Corrado Gini sich mit dem Hinweis darauf verpflichtet ge- fühlt hat, daß die Bevölkerungsvermehrung, rein ökonomisch betrachtet, irrationell sei und ihre Existenz folglich die Auflösung des Gesetzes zu- gunsten des Instinktes voraussetze. (Corrado Gini, Problemi di Economia politica visti da uno statistico. Annali di Economia, Milano, Universitä Bocconi, vol. I, x924—1925, p. 259.) Pareto hält die Tatsache, daß die unteren Bevölkerungsklassen eine sehr hohe Geburtenziffer aufweisen, die oberen hingegen durch das Streben nach Intakthaltung der Ver- mögen zu neomalthusianistischen Methoden greifen und dank dieser eine äußerst geringe Geburtenzahl erzielen, für durchaus im sozialen Interesse liegend. Denn nur. dadurch werde es ermöglicht, jeweils die herrschende Klasse außerstand zu setzen, sich für die obliegenden Funktionen im Staatsleben kräftig und zahlreich genug zu erhalten, und sie infolgedessen dazu zu zwingen, unter Verzicht auf die alleinige Übernahme der politi- schen Erbschaft stets neuen Zuzug aus den unteren Klassen in sich auf- zunehmen. Die notwendige und gesunde circulation des 6lites habe mithin ihre natürliche Basis in der Knappheit der bürgerlichen Geburten. Die Ethiker, welche den oberen Klassen die sittliche Pflicht beibringen möchten, möglichst viele Kinder zu erzeugen, arbeiteten deshalb nur auf das falsche Ziel der Dekadenz hin; denn, wenn die Natalität in der Bour- geoisie einen hohen Stand erreichen würde, so würde damit nur eine große Zahl durch den Reichtum künstlich am Leben zu Erhaltender geschaffen und auf diese Weise der Aufstieg der Elite aus den unteren Klassen er- schwert. Da, auf der anderen Seite, in diesem Falle die ärmeren Klassen nicht mehr durch Aufwand von Kraft und Energie in die oberen hinein- gelangen könnten, so müßten sie verkümmern. Somit würde sich das Durchschnittsmaß der Menschheit im Falle der Erreichung des Ideals der Antineomalthusianer zweifellos verschlechtern. (Vilfredo Pareto, I si- stemi socialisti, Milano, Istituto Editoriale Scientifico, vol. I, p. 32.) Die Eugenetiker dagegen halten den Neomalthusianern vor, daß ihre Propaganda in 35 Jahren zwar die oberen Klassen immer noch mehr zur