Uneheliche Kinder aus Konkubinaten. 65 ich nicht, weil doch nur kleine Kinder in der Nähe waren 76.“ — Aus dem Nachkriegs-Tirol werden Fälle angeführt, wo Mäd- chen mit dem Vater ihres unehelichen Kindes vier bis sechs Monate lang ein ständiges Verhältnis unterhalten haben und von dem Kindesvater doch nichts anderes wissen, als daß er Sepp heißt, und vieles ähnliche mehr. In dem Bericht des Tiroler Charitasdirektors Eisenegger wird ein Sittenbild auf- gerollt, wie es wohl auch die kühnste Phantasie nicht leicht erfinden könnte?? Aber auch die Unlust des gefallenen Mädchens, den Vater seines Kindes anzugeben, führt bisweilen dazu, es zu der Aus- sage zu bewegen, daß es ihn gar nicht kenne. Ein solcher Sach- verhalt darf natürlich nicht auf tiefsten sittlichen Verfall des Mädchens zurückgeführt werden, sondern ist umgekehrt eine Frucht vornehmer Charaktereigenschaften. Wie allgemein ein solches Benehmen werden kann, beweist uns das Verhalten des Großteiles der jungen unehelichen Mütter in Neapel. Von ihnen heißt es von kompetenter Seite: „Le nostre hanno un amante, cui si danno per provare l’ardente € veramente femminea voluttä di perdere il coraggio, il volere, la personag, dinnanzi a lu e solo per Iui, di lasciarsi possedere come una Cosa, assaporando tutta la profonda amarezza tormentatrice del sacrı- fizio di s@ nell’ amore; e€ vivono un rapido ed intenso poema di passione, tanto fortemente, che se un bel giorno I’ amante con la gelosia brutale ed omicida, inspiratagli piü dal possesso che dall’ affetto, le sveglia sfregiandole, si destano all’ ospedale febbricitanti e pil che mai malate d’amore; e quando la Giustizia, investigando, esige da esse il nome del feritore, rispondono: & stato uno sconosciuto! Ed all’ estremo sacrifizio 7% A. J. Storfer, Kastration und Sterilisation von kriminellen Geistes- kranken in der Schweiz, in „Die Neue Generation“, 8, Jahrg., Heft ı2 (Dezember 1972), S. 661. 77 Neues Wiener Journal vom 3. April 1927. Michels, Sittlichkeit in Ziffern.