Das Phänomen der Konsolidierung von Zahlungsbilanzsalden, 37 Schulden in ausländische Hände bestanden haben, so tritt ein solcher Anreiz mit der Diskonterhöhung bestimmt ein, sodaß die Auslandsmärkte immer stärker von Material entlastet werden, und sich eine Markkursbesserung auch innerlich rechtfertigt. Zu beachten ist, daß die ganze Konterminen-Situation bereits inso- weit schlecht zur — allerdings jeweils unbekannten — Wirklichkeit des Marktes paßt, als das im vorigen Abschnitt y dargestellte „Umsteigen‘“ bereits vorher und gleichzeitig zu denken ist, also eine starke Entlastung des Markts von Material tat- sächlich eingetreten ist und nur von den Mineuren nicht genügend erkannt wurde, Daß heute nicht mehr der einzelne deutsche Arbitrageur sondern nur noch die Reichsbank Goldtransporte vornehmen kann, verschlechtert unsere Situation nicht grundsätzlich, Dazu kommt die überaus wichtige Bestimmung des Dawes-Planes, daß durch die Reparations-Zahlungen unsere Währung nicht beeinträchtigt werden darf, Das ist geradezu ein Freibrief für die Hausse-Spekulanten bei Kurspunkt 2—3 im ganzen Ausland. Dadurch ist ihr Risiko viel besser, als es bei normalen Wirtschafts- verhältnissen durch die Möglichkeit von Goldtransporten der Fall ist, nach unten begrenzt. Sie können letzten Endes in der Nähe von Kurspunkt 3 höchstens die Spesen ihrer Spekulationsgeschäfte riskieren, während die ihnen gegenüberstehende Baisse-Partei Kopf und Kragen einsetzen muß. Und nım muß man sich vor Augen halten, daß es nur darum geht, den durch die Reparationslast eindeutig nach unten tendierenden Kurs der Mark in Bewegung zu halten, sodaß er nicht an den Börsen des Auslandes dauernd in der Zone der unteren Goldpunkte wagerecht, stagnierend daher schleicht, als dauerndes Schreckgespenst für unsere Währung und als dauernde Nötigung, unser Zinsniveau dauernd unerhört hoch zu halten, statt daß letz- teres sich den Wirtschaftsverhältnissen in Deutschland anpaßt. Nur um die Bewe- gung geht es, nicht darum, etwa auf diese Weise durch Goldtransporte oder ähn- liche künstliche Mittel die Riesensumme der Reparations-Zahlungen zu tilgen. Ist einmal der. Umschwung eingetreten, so treibt die nun nicht mehr in zwei Parteien geteilte Schar der kleinen Spekulanten den Markkurs weiter in die Höhe, bis von Kurspunkt 5—6 an wieder eine „große‘“ Spekulation, diesmal mit Baisse- Geschäften, eingreift. Die internationale Kredit-Kreierung hält im übrigen während der Kursbewegung 3—4—5 an. Zwar wird allmählich der hohe deutsche Zins zurückgehen, aber dafür entstehen Kursgewinne durch die Mark-Erholung. Es erübrigt, das markttechnische Positionsspiel der kleinen Spekulanten, wie es gleichzeitig in Berlin stattfindet, darzustellen, Es ist in jeder Beziehung spiegel- bildartig derselbe Vorgang, der in für die Betroffenen immer bedrohlicher werden- den Hausse-Engagements mündet, durch deren Sprengung es schließlich in Ber- lin — durch die Arbitrage dauernd in präziser Übereinstimmung mit den Devisen- Märkten des Auslandes -— zum ruckartigen Zurückweichen der Devisenkurse kommt. Sind die Kurse einmal im Weichen, Kursstrecke II-—IV-—V und geht gleichzeitig als „taktische Bewegung‘ der Zins in Berlin zurück, so hören trotzdem die Anstrengungen deutscher Firmen, Geld in dem nun nicht mehr so zinsbilligeren Ausland aufzunehmen, nicht auf, weil der Devisen-Kursfall später eine Rückzahlung der Schuld zu niedrigerem Kurse erlauben wird, sodaß die Geldaufnahme im Aus- land auch weiterhin vorteilhafter bleibt als im Inlande. Natürlich ceteris paribus! Man darf also vom Ausland aus Geldanlage in Deutschland nicht etwa als exotische Anlage ansehen, für die eine besondere Risikoprämie zu zahlen ist, Hier zeigt sich eindeutig, wohin unsere organisatorischen Anstrengungen