ee — — — Lorwort Das jungdeutsche Manifest ist in seinen wesentlichen Grundzügen bereits im Jahre 1924 geschrieben worden. Wenn es damals noch nicht veröffentlicht wurde, so lagen hierfür zwei wesentliche Gründe vor. Der Jungdeutsche Orden war für die Erfüllung der großen Aufgabe damals noch nicht reif. Seine Anhängerschaft mußte erst durch das eigene jungdeutsche Erlebnis zu der Erkenntnis kommen, daß die Idee, welche diesem Manifest zugrunde liegt, mit Vergangen— heit und Gegenwart brechen muß. Zu diesem Zweck mußte die jung— deutsche Bewegung durch harte Kämpfe politischer Natur geschult werden. Diese harten Kämpfe haben die Anhängerschaft des Jung- deutschen Ordens gezwungen, tief in das politische Werden der Gegen— wart hineinzuschauen. Diese politische Erziehung war Vorbedingung dafür, daß der Jungdeutsche Orden die Idee des jungdeutschen Mani— festes tief in sich aufnahm und zu ihrer Verfechtung ertüchtigt wurde. Nunmehr hat der Jungdeutsche Orden nach heftigsten politischen Kämpfen seine Fähigkeit, für eine Idee einzutreten, nachgewiesen. Der zweite Grund für die Verzögerung in der Veröffentlichung des Manifestes lag in der Tatsache, daß im Jahre 1924 die Zeit für die jungdeutsche Idee noch nicht reif war. Die Erkenntnis von der Halt- losigkeit der gegenwärtigen Staatsordnung war noch nicht weit genug vorgedrungen. Der Streit um die Tagesfragen und über nebenfächliche Gegensätze war im politischen Leben noch so lebendig, daß es nicht möglich war, die allgemeine Aufmerksamkeit auf die zukunftgestaltenden GBrund-⸗ und Wesensfragen zu richten. Nunmehr sind beide Gründe, welche gegen eine Veröffentlichung — 0 deutsche Orden ist reif für diesen Kampf. Die Zeit ist reif, weil weiteste Kreise des Volkes nach einer Ordnung der Dinge ausschauen, die aus Streit, Hader und Ohnmacht wieder zu Friede, Wohlstand und Stärke führen kann. Die moderne parteiistische Demokratie wird in ihrer 2