—] IA— — — Die nationale Bewegung Deutschlands Ihr Ursprung in der Vergangenheit Es ist kein Zweifel darüber, daß im deutschen Volke eine nationale Bewegung von großer Kraft im Fluß ist. Der Zusammenbruch von 1918 hat die Geister aus einer trägen Ruhe aufgescheucht. Starke geistige Kräfte sind auf den Plan getreten. Im alten Obrigkeitsstaat fehlte ihnen das Betätigungsfeld. Die neuen Verhältnisse haben Neu— land der Arbeit geschaffen. Der Ausdruck dieser Arbeit ist ein un— ruhiges Ringen und Kämpfen. Noch läßt Verworrenheit und Unklar— heit den großen Willen und das Ziel dieser Triebe nicht erkennen. Wohl aber tritt deutlich in Erscheinung, daß ein Wille vorhanden ist und daß dieser Wille stürmisch nach Zielstellung drängt. Wer diese nationale Bewegung unserer Gegenwart ohne Voreingenommenheit und tiefschürfend ergründet, der kann auch erkennen, daß gefühlsmäßige Empfindungen zu einer bestimmten Entwicklung drängen. In diesem Drängen liegt der Wille zum Kampf für ein Hochziel, welches bereits vorhanden, aber, gleichsam wie von Nebeln umhüllt, den suchenden Augen noch nicht erkennbar ist. Dieses Ziel erkennen, heißt der nationalen Bewegung ihren Sinn und die Richtung ihres Vormarsches geben. Die gefühlsmäßige Er—⸗ griffenheit, in welcher der Ursprung der gegenwärtigen Bewegung liegt, muß mit dem geschichtlichen Werden unseres Volkes, mit seiner Ver— gangenheit, zusammenhängen. Dies ist um so unabweisbarer, als die Bewegung zu einem Ziel bereits vor dessen klarer Erkenntnis vor— handen war. Wenn aber die Sehnsucht zu einer neuen Entwicklung der Dinge aus der Vergangenheit in die Gegenwart hineingeflossen ist, dann ist es notwendig, jene Ereignisse der Vergangenheit, welche der heutigen Bewegung verwandt sind, zu betrachten. Diese Betrachtungen sehen zwei große Abschnitte der deutschen Geschichte vor sich; der eine Abschnitt bedeutet Aufstieg, der andere Stillstand und Nieder— gang. Im ersten Abschnitt der Geschichte besitzt das Deutschtum eine ungeheure werbende Kraft. Deutsche Kultur breitet sich weit über die ehemaligen Stammlande aus. Stark und fest steht das Deutsche Reich 11