—A — — 3 Bedeutung. Jeder wachte ängstlich darüber, daß ihm die seinem Titel gebührende äußerliche Ehre erwiesen wurde. Die für das Leben einer Volksgemeinschaft unent- behrliche Verbindlichkeit und Höflichkeit im Umgang der einzelnen Volksgenossen konnte sich auf diese Weise nicht entwickeln. Die Folgen der alten bürgerlichen Oronung Der Wille zum freien Staatsbürgertum erschien im Laufe der Jahrhunderte in der Form der Auflehnung gegen die herrschende bürgerliche Ordnung. Wer diesem freien Staatsbürgertum zustrebte, der geriet mit dieser herrschenden Ordnung in Kampf. Hierdurch vurden Mißmut und Verstimmung genährt. Der Glaube an das deutsche Volkstum wurde in vielen Herzen erschüttert. Mit diesem Glauben sank die völkische Stoßkraft des Deutschtums. Im Wider- willen gegen den Geist des Untertanentums und die ermangelnde Aus— prägung staatsbürgerlicher Freiheit lösten sich Teile des Deutschtums dom Mutterlande ab und entwickelten sich in widerstrebender Eigenart. Ein Grenzland nach dem anderen wurde erst räumlich, dann aber auch zeistig vom Mutterlande getrennt. Die Kultur der Nachbarvölker überwand das deutsche Volkstum. Die letzten Jahrhunderte deutscher Beschichte stehen unter einem unverkennbaren Zeichen niedergehender Werbekraft des Deutschtums. Diese historische Tatsache fand ihren Höhepunkt in dem Verhalten des Deutschtums in Amerika. Viele Millionen von Deutschen waren im Laufe der Zeit in Amerika ein⸗ gewandert. Sobald sie der alten Heimat den Rücken gekehrt hatten, gingen sie in dem fremden Volkstum auf. Sie waren nicht in der Lage, ihr Deutschtum in der neuen Heimat zu erhalten. Der Grund dieser Entwicklung kann nur in der freieren Volksordnung dieser anderen Zölker gefunden werden. Der Deutsche fand hier an Stelle über— alterten Standesmenschentums ein Staatsbürgertum vor, in dem er die Grundlagen einer gerechten Volksordnung erkannte. Immer mehr befestigte sich in der weiten Welt die Uberzeugung von der Rückständig- keit der Lebensordnung im alten Deutschland. 34