A — — — —— 70 —— organisierten Staate, in dem Frieden herrscht. Manche Völker haben sich darum von der Demokratie wieder abgewandt und in völliger Rat— osigkeit angeblich vorübergehende Gewaltherrschaften eingesetzt. Die Völker seufzen unter einem Zustande, der, wie die Gegenwart lehrt, aicht mehr fortzusetzen ist. Es liegt klar vor aller Augen, daß das System der modernen parteiistischen Demokratie zusammengebrochen ist. Es tritt immer klarer zutage, daß im modernen System das Volk eder Macht beraubt ist. In allen modernen Republiken wird die Macht in WBirklichkeit durch einzelne geldmächtige Gruppen rusgeübt. Diese Geldherrschaft entwickelt sich immer mehr zu einem neuen Absolutismus, dem des Geldes. Das Bekenntnis zur Demokratie ist nur ein Schein. Es ist ein Schleier, welcher die wahren Gewalthaber verhüllt. Fast alle modernen Republiken haben sich zu Plutokratien entwickelt. Es nuß also in der Struktur dieser Staatsordnung ein grundlegender Fehler enthalten sein. Das deutsche Volk leidet unter dieser Entwicklung auf Grund eines verlorenen Krieges in besonderem Maße. Darum ist es auch seine Aufgabe, die Fehler zu suchen, welche zur Plutokratisierung zeführt haben. Sie müssen naturgemäß in dem System liegen, nach dem das Volk zur Mitarbeit am Staate und zur Mitverantwortung an der Kegierung herangezogen wird. Dieses System in der modernen Republif ist der Parteiismus. Unter Parteiismus ist das System zu verstehen, der Mitwirkung des Volkes durch Parteiorgani— tfationen Ausdruck zu verleihen. Die politischen Kämpfe in Deutschland stehen im Zeichen des Gegen— jatzes Monarchie und Demokratie. Dieser Gegensatz wird künstlich genährt. Er wird von den gegenwärtigen Gewalthabern deshalb genährt, weil in ihm die Kernfrage unberührt bleibt. Die plutokratischen Gewalthaber können ihre Macht sowohlin der Demokratie wie in der Monarchie behaupten. Sie können ihre Macht aber nicht behaupten, wenn das Volk sich eine solche Ordnung gibt, in der es in Wirklichkeit das Staatswesen 62