Werten sehen. Er empfindet es als eine Ungerechtigkeit, daß nur der Besitz über die Stellung des Einzelnen in Staat und Gesellschaft ent— scheidet. Auf Grund dieser Arterscheinung lehnt sich das deutsche Volk von vornherein gegen das Wesen einer plutokratischen Staatsordnung auf. Die Enttäuschung des deutschen Volkes über seinen gegenwärtigen Staat ist in der Hauptsache hieraus zu verstehen. Der Kampf, der von den meisten Deutschen gegen den heutigen Staat geführt wird, gilt seinem pluto— kratischen Wesen. Die deutsche Geschichte der Vergangenheit zeigt uns, daß das Volt stets dann eine ablehnende Haltung gegen seinen Staat eingenommen hat, wenn die Macht des wirtschaftlich Stärkeren, unter völliger Aus- schaltung des Schwächeren, den Staat regierte. Die ablehnende Haltung zeigte sich entweder in offener Auflehnung oder im Mangel jeglicher Liebe zum Staat und damit auch zum Vaterlande. Parteitaktik Im Parteiwesen spielt das Programm eine nebensächliche Rolle. Das Programm ist nur ein Aushängeschild, das Wähler anlocken soll Die wirklichen Handlungen werden durch die Parteiführung bestimmt. Diese Führung handelt erfahrungsgemäß auch gegen das Programm. Damit dieser Widerspruch den Wählermassen nicht zur Erkenntnis kommt, bedient sich die Führung der Verschleierungstaltik. Diese besteht in Ablenkungsmanövern und Scheinmanövern, durch die die Wählerschaft von den wesentlichen Punkten abgelenkt wird. Durch die Verschleierungstaktik schafft sich die Führung der Partei die Möglichkeit, die Kritik der Wählerschaft an ihren einzelnen Handlungen aus— zuschalten. Das deutlichste Verschleierungsmanöver parteitaktischer Natur im gegenwärtigen deutschen Parteiwesen ist die Hervorkehrung der Flaggen⸗ gegensätze. Das Wachstum der Partei wird durch eine geschickte Werbetaktik bedingt. Das Kampfmittel, das hierzu zur Verfügung steht, ist die händlerische Werbung. 487