—D — Diese händlerische Werbung folgt in jeder Weise den Taten und Untugenden des Händlertums. Die eigene Ware wird angepriesen. Die Ware des Wettbewerbers wird schlecht gemacht. Wie der Händler die Kauflust seiner Käufer anregen muß, indem er ihnen einen möglichst großen Vorteil bei dem Erwerb seiner Ware verspricht, so ist auch die händlerische Werbung der Parteien darauf angewiesen, ihre Wähler mit den gleichen Mitteln anzureizen. Die Partei muß also ihren Wählern Versprechungen machen und in ihnen den Glauben erwecken, daß sie den größten Vorteil erringen, wenn sie ihnen ihre Stimme geben. Das Wesen dieser Werbetaktik entspricht der materialistischen Weltanschauung, die nur Vorteil oder Nachteil kennt. Kurz vor der Wahl gebietet die Werbetaktik der Partei, mit allen gewissenlosen Täuschungsmanövern die Stimme der Wähler einzufangen. Es gehört ferner zu dieser Taktik, mit allen möglichen Künsten und Kniffen die anderen Parteien zu schädigen. Nur auf Kosten anderer Parteien ist es möglich, die eigene Stimmensammlung erfolgreich durchzuführen. Die ausgeklügelte Vollendung dieser Taktik hat zur Handhabung eines Kampfes geführt, der allen christlichen und deutschen Grundbegriffen Hohn spricht. Durch die Entwicklung dieser Kampfart ist das politische Seben des Volkes zum Schauplatz eines widerwärtigen Marktgeschreies und eines ekelhaften Kuhhandels geworden. Unter der Herrschaft dieses Geistes wurde das Wort geprägt: Die Lüge ist das beste Mittel im politischen Kampf. Alles ist erlaubt. Es gibt kein sittliches Gesetz mehr, welches die Wahl der Mittel einengt. Im Vordergrunde steht das staatlich anerkannte Recht der Partei, durch Lüge und Demagogie die Zahl ihrer Wählerstimmen zu mehren. Die ver— werflichsten Mittel sind also vom Staat als Werkzeuge für den poli⸗ tischen Kampf, für Staatenbildung und Staatenführung anerkannt. Der Staat selbst duldet die Entartung des politischen Kampfes. Diese Entartung setzt sich nicht nur im Geiste des Staates fort, sondern sie fällt auch auf das ganze Volk zurück. Unter dem Fluch dieses Systems gehen die sittlichen Werte der ganzen Nation zugrunde. Die Verderbnis der staatlichen Ordnung zieht den Niedergang des ganzen Volkes nach sich. 64