r * — 2e——2—&æ——2!æç422æ2m— —— geopfert. Es ist eine anerkaunte Tutsache, daß sich der wahre Wert des Parlamentariertums von Wahl zu Wahl verschlechtert. Diese Ent—⸗ wicllung hat ihren Ursprung in der Bedeutung der selbstsüchtigen Partei— fanatiker für die Erhaltung und den Aufstieg der Partei selbst. Zwischen diesen und den Beauftragten besonderer Wirtschaftsgruppen können sich diejenigen Parlamentarier, welche nur an das Gesamtwohl der Nation denken, nicht halten. Sie werden mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt. Das Parlament Nach der Lehre der parteiistischen Demokratie vereinigen sich die Volksvertreter im Parlament. Wie schon der Name ausdrückt, ist das Parlament nur eine Zusammenfassung von Sprechern oder Vertretern, nicht aber eine Zusammenfassung der Führer. Die Abneigung des Volkes gegen die moderne Staatsordnung hat das Fremdwort Parlament wörtlich überseßt. Das Volk nennt das Parlament die Schwatzbude. Das Leben dieses Parlamentes ist die beste Ver— körperung der ganzen parteiistischen Demokratie. Das ganze Unwesen des Parteiismus findet hier seinen sinnbildlichen Ausdruck. Der Deutsche Reichstag sollte eigentlich nach den Wünschen des Volkes die Zusammenfassung der obersten Führer des ganzen Reiches sein. In ihm sitzt nahezu ein halbes Tausend von Abgeordneten der verschiedensten Parteien. Schon der Charakter der Verhandlungen widerspricht dieser hohen Würde. Lärmende Kundgebungen, Klappern mit Pultdeckeln und wüste Schimpfereien sind an der Tagesordnung. Eine Führerschaft, die sich solchen Ausschrei— tungen hingibt, muß das Vertrauen des Volkes derlieren. Die Organisation des Parlamentes selbst legt ein beredtes Zeugnis für die Ohnmacht des ganzen Systems ab. Der Vorsitzende verfügt noch nicht einmal über so viel Führerrechte, daß er die rein äußerliche Ordnung aufrechterhalten kann. Wenn es einem Teil der Abgeordneten einfällt, die sachlichen Verhandlungen zu stören, so hat der Vorsitzende das Recht, mit einer Glocke zu läuten und sie an ihre Pflicht zu mahnen. 72