XXIV Vorwort. des Herausgebers. seiner Gewohnheit zusammen, in englischer Sprache zu denken. Der Engländer gebraucht weit mehr Fremdworte, namentlich lateinische, als wir. Ein anderer großer Teil der von Marx gebrauchten Fremd- worte ist aber der Gelehrtensprache, namentlich der Sprache der Philosophen und der Mathematiker entnommen. \ Alle diese Fremdworte über einen Kamm zu scheren und zu verdeutschen, ging nicht an. Sicher gibt es eine Menge unter ihnen, die ohne weiteres durch deutsche Worte ersetzt werden können. Sie finden bloß deshalb Anwendung, weil die Gelehrten an sie ge- wöhnt sind, sie ihnen als vertrautes Handwerkszeug näher zur Hand liegen, als die entsprechenden Worte der Umgangssprache, die sie erst suchen müssen, wobei es nicht immer leicht ist, das geeignete Wort zu finden, das dem gelehrten Kunstausdruck entspricht. Eine gelehrte Arbeit ohne Fremdworte zu schreiben, ist unter Umständen ein mühseligeres Geschäft, als sie mit Fremdworten zu spicken. Dem Unerfahrenen wird freilich das letztere mehr imponieren und auch den Anschein erwecken, als stecke weit mehr Arbeit darin. Wer aber für Arbeiter schreiben will, für ein Publikum, dem die Vertrautheit mit der Sprache der Gelehrten fehlt, der darf sich die Mühe nicht verdrießen lassen, für alle entbehrlichen Fremd- worte die entsprechende deutsche Bezeichnung zu suchen. Diese Notwendigkeit wurde bereits von Marx anerkannt. Hatte ihn bei der Abfassung des Textes des „Kapital“ zunächst ganz die Aufgabe gefangen genommen, den ganzen ungeheuren Stoff zu be- wältigen und zu gliedern, wobei es ihm nur auf die Genauigkeit und nicht auch auf die leichte Verständlichkeit seiner Worte ankam, so trachtete er später, sobald er erst einmal diese schwere Aufgabe ge- löst, auch den Gesichtspunkt der leichteren Verständlichkeit mehr zur Geltung kommen zu lassen. Die zweite deutsche Auflage und dann die französische Uebersetzung schreiten darin immer weiter fort. Freilich ist es noch mehr die Art der Darstellung als die Reini- gung von Fremdwörtern, die Marx da beschäftigt. Indes blieb er nicht blind für die Notwendigkeit der letzteren Aufgabe. Hier und da gab er in Noten seines Handexemplars der zweiten Auflage Hin- weise, wie Fremdworte durch deutsche Worte ersetzt werden könn- ten. So finden wir dort auf S. 13 das Wort „das Residuum“ (der Arbeitsprodukte) durchstrichen und darüber geschrieben: „den Rest“. Auf derselben Seite weiter unten statt „abstrakt mensch. liche Arbeit“ „schlechthin menschliche Arbeit“. Und vorher schon, auf S. 11, durchstrich er das Wort: „cCOniradictio in adjecto“ und ersetzte es durch: „Widersinn“.