Bi ee )| Nachwort zur zweiten Auflage. XLIH Dekonomie. Es handelte sich jetzt nicht mehr darum, ob‘ dies oder jenes Theorem wahr sei, sondern ob es dem Kapital nützlich oder schädlich, bequem oder unbequem, ob polizeiwidrig ‚oder nicht. An die Stelle uneigennütziger Forschung trat bezahlte Klopffechterei, an die Stelle unbefangener wissenschaftlicher Untersuchung das böse Gewissen und die schlechte Absicht der Apologetik [der Recht- fertigung]. Indes selbst die zudringlichen Traktätchen, welche die Anti-Cornlawleague [der Bund zur Bekämpfung der Kornzölle] mit den Fabrikanten Cobden und Bright an der Spitze, in die Welt schleuderte, boten, wenn kein wissenschaftiliches, doch ein histo- risches Interesse durch ihre Polemik gegen die grundeigentümliche Aristokratie. Auch diesen letzten Stachel zog die Freihandelsgesetz- gebung seit Sir Robert Peel der Vulgärökonomie aus. Die kontinentale Revolution von 1848/49 schlug auch auf Eng- {and zurück. Männer, die noch wissenschaftliche Bedeutung bean- spruchten und mehr sein wollten als bloße Sophisten und Syko- phanten? der herrschenden Klassen, suchten die politische Oekonomie des Kapitals in Einklang zu setzen mit den jetzt nicht länger zu ignorierenden Ansprüchen des Proletariats. Daher ein geistloser Synkretismus [vermittelnde Vereinigung gegensätzlicher Auffassun- gen], wie ihn John Stuart Mill am besten repräsentiert. Es ist eine Bankerotterklärung der „bürgerlichen“ Oekonomie, welche der große russische Gelehrte und Kritiker N. Tschernyschewsky in seinem Werk „Umrisse der politischen Oekonomie nach Mill“ bereits meisterhaft beleuchtet hat. In Deutschland kam also die kapitalistische Produktionsweise zur Reife, nachdem ihr antagonistischer [auf Gegensätzen beruhen- der] Charakter sich in Frankreich und England schon durch geschicht- liche Kämpfe geräuschvoll offenbart hatte, während das deutsche Proletariat bereits ein viel entschiedeneres theoretisches Klassen- bewußtsein besaß als die deutsche Bourgeoisie. Sobald eine bürger- liche Wissenschaft der politischen Oekonomie hier möglich zu werden schien, war sie daher wieder unmöglich geworden. Unter diesen Umständen teilten sich ihre Wortführer in zwei Reihen. Die einen, kluge, erwerbslustige, praktische Leute, scharten sich um die Fahne Bastiats, des flachsten und daher gelungensten Vertreters vulgärökonomischer Apologetik; die andern, stolz auf die Professoralwürde ihrer Wissenschaft, folgten J. St. Mill in dem 38 Im Griechischen bedeutet Sykophant einen Denunzianten mit niedrigen Absichten. Der Engländer bezeichnet mit dem Wort einen Menschen, der Leuten schmeichelt, von denen er einen Vorteil erwartet. Marx gebraucht das Wort meist im englischen Sinne. K.