Erster Abschnitt. Dinge. Die Verschiedenheit der Warenmaße entspringt teils aus der verschiedenen Natur der zu messenden Gegenstände, teils aus Vebereinkommen. Die Nützlichkeit eines Dinges, seine Eigenschaft, menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art zu befriedigen, macht es zum Ge- brauchswert.*‘ Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne ihn. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Dia- mant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchs- eigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Be- stimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eigenen Disziplin [Lehrzweigs] der Warenkunde.® Der Ge- brauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Nutzung. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu be- trachtenden Gesellschaftsform treten sie zugleich auf als stoffliche Träger des — Tauschwerts, Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Ver- hältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen,* ein zufälliges Verhältnis, das fortwährend mit Zeit und Ort wechselt. Der Tauschwert scheint daher etwas Zufälliges und rein Relatives vorzustellen, ein der Ware innerlicher, immanenter Tauschwert (valeur intrinse&que) also ein Widersinn zu sein.’ Betrachten wir die Sache näher. * „Der natürliche Wert (worth) jeder Sache besteht in ihrer Eignung, die notwendigen Bedürfnisse des menschlichen Lebens zu - befriedigen oder der Bequemlichkeit zu dienen.“ (John Locke: „Some Considerations on the Consequences of the Lowering of Interest. 1691“, in „Works, ed, London 1777“, vol. II, p. 28.) Im 17. Jahrhundert finden wir noch häufig bei englischen Schriftstellern „worth“ für Gebrauchswert und „value“ für Tauschwert, ganz im Geist einer Sprache, die es Kebt, die unmittelbare Sache germanisch und die reflektierte Sache romanisch auszudrücken. 5 In der bürgerlichen Gesellschaft herrscht die fictio juris [die der Wirklichkeit widersprechende Voraussetzung], daß jeder Mensch als Waren- käufer eine enzyklopädische [allumfassende] Warenkenntnis besitzt. $ „Der Wert besteht in dem Verhältnis, in dem sich die eine Sache gegen die andere, eine bestimmte Menge des einen Produkts gegen eine bestimmte Menge des andern austauscht.“ (Le Trosne: „De l’Inter&t Social.“ Physio- crates, 6d. Daire. Paris 1846, p. 889.) „Nichts kann einen inmnnerlichen Tauschwert haben.“ (N. Barbon: „A Discourse on coining the new money lighter“, p. 16), oder wie Buller sagt: „The value of a thing Is just as much as it will bring.“ [Ein Ding ist soviel wert, wie es einbringt. ]