24 Erster Abschnitt. er den mystischen Charakter von Gold und Silber wegzuklären, indem er ihnen minder blendende Waren unterschiebt und mit stets erneutem Vergnügen den Katalog all des Warenpöbels ableiert, der seinerzeit die Rolle des Warenäquivalents gespielt hat. Er ahnt nicht, daß schon der einfachste Wertausdruck, wie 20 Ellen Lein- wand — 1 Rock, das Rätsel der Aequivalentform zu lösen gibt. Der Körper der Ware, die zum Aequivalent dient, gilt stets als Verkörperung abstrakt menschlicher Arbeit und ist stets das Produkt einer bestimmten nützlichen, konkreten Arbeit... Diese konkrete Arbeit wird also zum Ausdruck abstrakt menschlicher Arbeit. Gilt der Rock zum Beispiel als bloße Verwirklichung, so die Schneiderei, die sich tatsächlich in ihm verwirklicht, als bloße Verwirklichungsform abstrakt menschlicher Arbeit. Im Wert- ausdruck der Leinwand besteht die Nützlichkeit der Schneiderei nicht darin, daß sie Kleider, also auch Leute, sondern daß sie einen Körper macht, dem man es ansieht, daß er Wert ist, also Gallerte von Arbeit, die sich durchaus nicht unterscheidet von der im Lein- wandwert vergegenständlichten Arbeit. Um solch einen Wertspiegel zu machen, muß die Schneiderei selbst nichts widerspiegeln außer ihrer abstrakten Eigenschaft, menschliche Arbeit zu sein. In der Form der Schneiderei wie in der Form der Weberei wird menschliche Arbeitskraft verausgabt. Beide besitzen daher die all- gemeine Eigenschaft menschlicher Arbeit und mögen daher in be- stimmten Fällen, zum Beispiel bei der Wertproduktion, nur unter diesem Gesichtspunkt in Betracht kommen. Al das ist nicht mysteriös. Aber im Wertausdruck der Ware wird die Sache ver- dreht. Um zum Beispiel auszudrücken, daß das Weben nicht in seiner konkreten Form als Weben, sondern in seiner allgemeinen Eigenschaft als menschliche Arbeit den Leinwandwert bildet, wird ihm die Schneiderei, die konkrete Arbeit, die das Leinwand- Aequivalent produziert, gegenübergestellt als die handgreifliche Verwirklichungsform abstrakt menschlicher Arbeit. Es ist also eine zweite Eigentümlichkeit der Aequivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, ab- strakt menschlicher Arbeit wird. Indem aber diese konkrete Arbeit, die Schneiderei, als bloßer Ausdruck unterschiedsloser menschlicher Arbeit gilt, besitzt sie die Form der Gleichheit mit anderer Arbeit, der in der Leinwand steckenden Arbeit, und ist daher, obgleich Privatarbeit, wie alle andere Waren produzierende Arbeit, dennoch Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. Eben deshalb stellt sie sich dar in einem Produkt, das unmittelbar austauschbar mit anderer Ware ist. Es ist also eine dritle Eigentümlichkeit der Aequivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittel- bar gesellschaftlicher Form. Die beiden zuletzt entwickelten Eigentümlichkeiten der Aequi- valentform werden noch faßbarer, wenn wir zu dem großen Forscher