Erster Abschnitt. sich. daher wechselseitig als Privateigentümer anerkennen. Dies Rechtsverhältnis, dessen Form der Vertrag ist, ob nun gesetzlich ent- wickelt oder nicht, ist ein Willensverhältnis, worin sich das öko- nomische Verhältnis widerspiegelt. Der Inhalt dieses Rechts- oder Willensverhältnisses ist durch das ökonomische Verhältnis selbst gegeben. Die Personen existieren hier nur für einander als Re- präsentanten von Ware und daher als Warenbesitzer. Wir werden überhaupt im Fortgang der Entwicklung finden, daß die öko- nomischen Charaktermasken der Personen nur die Personifikationen der ökonomischen Verhältnisse sind, als deren Träger sie sich gegenübertreten. Was den Warenbesitzer namentlich von der Ware unterscheidet, ist der Umstand, daß ihr jeder andere Warenkörper nur als Er- scheinungsform ihres eigenen Wertes gilt. Geborener Leveller [Gleichmacher] und Zyniker steht sie daher stets auf dem Sprunge, mit jeder andern Ware, sei selbe auch ausgestattet mit mehr Unan- aehmlichkeiten als Maritorne, nicht nur die Seele, sondern den Leib zu wechseln. Diesen der Ware mangelnden Sinn für das Konkrete des Warenkörpers ergänzt der Warenbesitzer durch seine eigenen fünf und mehr Sinne. Seine Ware hat für ihnen keinen unmittelbaren Gebrauchswert. Sonst führte er sie nicht zu Markt. Sie hat Ge- brauchswert für andere. Für ihn hat sie unmittelbar nur den Gebrauchswert Träger von Tauschwert und so Tauschmittel zu sein.®® Darum will er sie veräußern für Ware, deren Gebrauchs- 38 Proudhon schöpft erst sein Ideal der justice Gternelle [der awigen Gerechtigkeit] aus den der Warenproduktion entsprechenden Rechtsverhältnissen, wodurch, nebenbei bemerkt, auch der für alle Spieß- dürger so tröstliche Beweis geliefert wird, daß die Form der Waren- produktion ebenso ewig ist wie die Gerechtigkeit. Dann umgekehrt will er die wirkliche Warenproduktion und das ihr entsprechende wirkliche Recht diesem Ideal gemäß ummodeln. Was würde man von einem Chemiker denken, der, statt die wirklichen Gesetze des Stoffwechsels zu studieren und auf Basis derselben bestimmte Aufgaben zu lösen, den Stoffwechsel durch die „ewigen Ideen“ der „naturalite“ und der „affinite“ [der „spezifischen Eigenschaften“ und der „Verwandtschaften“] ummodeln wollte? Weiß man etwa mehr über den „Wucher“, wenn man sagt, er widerspreche der „Justice Sternelle“ [ewigen Gerechtigkeit“] und der „equit& &ternelle“ [„ewigen Billigkeit“] und der „mutualite& 6ternelle“ [„ewigen Gegenseitigkeit“] und andern „vöerites 6ternelles“ [ewigen Wahrheiten“], als die Kirchenväter wußten, wenn sie sagten, er widerspreche der „gräce 6ternelle“ [„ewigen Gnade“], der „foi 6ternelle“ [„dem ewigen Glauben“], der „volonte eter- nelle de dieu“ [„dem ewigen Willen Gottes“]? %9 „Denn zweifach ist der Gebrauch jedes Gutes. — Der eine ist dem Ding als solchem eigen, der andere nicht, wie einer Sandale zur Beschuhung zu dienen und austauschbar zu sein. Beides sind Gebrauchswerte der Sandale; denn auch wer die Sandale mit dem ihm Mangelnden, zum Beispiel der Nahrung, austauscht, benutzt die Sandale als Sandale, Aber nicht in ihrer natürlichen Gebrauchsweise, ‚Denn sie ist nicht da des Austausches wegen.“ (Aristoteles: „De Republica“, lib. I, ce. 9.)