550 Siebter Abschnitt. über die gewöhnliche Zufuhr von Arbeit hinauszuwachsen, wo also Lohnsteigerung eintritt. Klage hierüber ertönt in England während des ganzen 15. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die mehr oder minder günstigen Umstände, worin sich die Lohnarbeiter erhalten und vermehren, ändern jedoch nichts am Grundcharakter der kapitalistischen Produktion. Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andern, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem. Man sah früher bereits: Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann, und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuelle” Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.?! Die klassische Oekonomie begriff diesen Satz so wohl, daß A. Smith, Ricardo usw., wie früher erwähnt, die Akkumulation sogar Fälschlich gleichsetzen mit Konsum des ganzen kapitalisierten Teiles des Mehrprodukts durch produktive Arbeiter, oder mit seiner Ver wandlung in zuschüssige Lohnarbeiter. Schon 1696 sagt John Bellers: „Wenn jemand 100 000 Acres hätt® und ebenso viele Pfunde Geld und ebenso viel Vieh, was wäre der reiche Mann ohne den Arbeiter außer selbst ein Arbeiter? Und wie die Arbeiter Leute reich machen, so desto mehr Arbeiter, dest0 mehr Reiche. . . . Die Arbeit des Armen ist die Mine des Reichen.“ 1 Karl Marz: „Lohnarbeit und Kapital“ [Ausgabe Berlin 19% S. 28.] — „Bei Gleichheit der Bedrückung der Massen ist ein Land U” so reicher, je mehr Proletarier es besitzt.“ (Colins: „L’Economie Politiqu® Source des Revolutions et des Utopies pretendues Socialistes. Par® 1857“, vol. III, p. 381.) Unter „Proletarier‘“ ist ökonomisch nichts zu ver stehen als der Lohnarbeiter, der „Kapital“ produziert und verwertet und aufs Pflaster geworfen wird, sobald er für die Verwertungsbedürfnisse des „Monsieur Capital“, wie Pecqueur diese Person nennt, überflüssig ist. „Der kränkliche Proletarier des Urwalds“ ist ein artiges Roschersches Hi! zespinst. Der Urwäldler ist Eigentümer des Urwaldes und behandelt 4er Urwald, ganz so ungeniert wie der Orang-Utan, als sein Eigentum. Er ta also nicht Proletarier. Dies wäre nur der Fall, wenn der Urwald ihn, staß er den Urwald ausbeutete. Was seinen Gesundheitszustand betrifft, steh solcher wohl den Vergleich aus nicht nur mit dem des modernen Proletarier® sondern auch dem der syphilitischen und skrophulösen „Ehrbarkeit“. DD versteht Herr Wilhelm Roscher unter Urwald wahrscheinlich die stam” verwandte Lüneburger Heide. 1696: 72 Te Bellers: „Proposals for raising a Colledge of Industry. Londo® * p. 2.