Hydrographie. 27 der Wasserführung und sind zudem größtenteils in tiefe enge Schluchten eingeschnitten, dabei oft sehr reißend, so daß sie dem Verkehr mehr Hindernisse als Nutzen schaffen. Die Flüsse des Innern zeigen noch mehr Schwankung des Wasserstands und zudem münden sie oft in abflußlose salzige Seen. oder ver- sickern, noch ehe sie diese erreichen; sie sind daher als Ver- kehrswege nur in seltenen Fällen noch stellenweise brauchbar. Der Rio Grande del Norte, der große Grenzfluß gegen die Ver- einigten Staaten, ist zwar an sich auf längeren Strecken schiffbar, jedoch wird davon wenig Gebrauch gemacht. Dagegen sind manche der zahlreichen Seen des Hochlands für den Ver- kehr nützlich; aber auch sie zeigen große Schwankungen des Wasserstandes und bedrohen daher gelegentlich ihre Um- gebungen mit Überschwemmungen, beeinflussen auch wohl den Gesundheitszustand derselben ungünstig (so einst im Becken von Mexico, das erst neuerdings künstlich entwässert wurde). Manche Seen abflußloser Gebiete trocknen in der Trockenzeit gänzlich aus, was wegen der dann sich entwickelnden Staub- bildung für die Umwohner zu schwerer Belästigung, ja gesund- heitlicher Schädigung werden kann (wie sich neuerdings nach der künstlichen Trockenlegung des Tezcoco-Sees bei Mexico gezeigt hat). Da viele Flüsse und Bäche oberflächlich in der regenlosen Jahreszeit austrocknen, so ist es praktisch von größter Wichtig- keit, daß ihr Grundwasser auch während dieser Zeit aus- dauert und vielfach durch Brunnen dem täglichen Gebrauch zu- gänglich gemacht wird. Die muldenförmige Lagerung der Schichten in den einzelnen Schwemmlandbecken ermöglicht dem Wasser, das aus tieferen Schichten erbohrt wird, artesisch auf- zusteigen, so vielfach in der Ebene von Mexico-Hauptstadt”). Sehr große Bedeutung besitzen die Flüsse der trockenen Ge- biete Mexicos für Bewässerungszwecke und sie werden in neuerer Zeit auch in immer stärkerem Maße dafür verwendet, so daß manche von ihnen in der Trockenzeit all ihr Wasser dafür abgeben müssen und der Rio Grande infolge von Ab- y F. Jaeger, Mexico und Südafrika (Geogr, Ztschr, 1926, S. 23 f.).