Mexicanische Wirtschaft ete. 47 die vorher üblichen Zahlungsmittel. Die Verwendung europäi- scher Waffen und Angeln erleichterte Jagd und Fischfang. Die höhere Entwicklung des Bergbaus und des Hüttenwesens ge- stattete in Verbindung mit einem außerordentlichen Eifer im Aufsuchen vor Minen alsbald eine große Steigerung der Edel- metallerzeugung. Aber die Spanier übernahmen anderseits auch gar manches von den Indianern, vor allem die Kultur ihrer wichtigsten Nutz- pflanzen in solchem Grade, daß die Ernährung des Gesamt- volkes in der Hauptsache auf den einheimischen Nährpflanzen beruhen blieb, ferner in Gegenden, wo ihr Pflug keine Anwen- dung finden konnte, auch ganz und gar die primitive Art des Anbaues mit dem einzigen Unterschied, daß zur Rodung nun statt steinerner Äxte eiserne Verwendung fanden und daß nun eiserne Hacken und Buschmesser die Unkrautjätung erleich- terten. Die Spanier übernahmen von den Eingeborenen auch die weitere Behandlungsweise der Nutzpflanzen, sie nahmen den indianischen Mahlstein in ihre Haushaltung auf, benutzten indianische Töpferwaren, Körbe, Matten u. dgl., lernten von den [ndianern manche Jagd- und Fischfangmethoden; sie lernten von ihnen, wie Jagdwild in den Tropen durch Dörren haltbar gemacht werden kann u. s. w. Ja sie lernten sogar vielfach die Art des Hausbaus der Indianer und verwendeten sie auf dem Lande, so daß nur die Häuser der Städte und. die Hauptgebäude ihrer Haciendas und Klöster in der heimischen südspanischen Art mit ihren starken Anklängen an römische und maurische Bauten errichtet worden sind. Alles in allem genommen kann man sagen, daß ein gegenseitiges Geben und Nehmen seitens der beiden materiellen Kulturen stattfand, so zwar, daß in den Städten die europäische, auf dem Land aber die indianische im Übergewicht blieb. Eine nicht unbedeutende Zahl indianischer Nutz- pflanzen‘) (Kakao, Indigo, Baumwolle, Paprika) und sonstige landwirtschaftliche Betätigungen (Zucht der Cochenilleläuse auf Opuntien) haben die Europäer mit besonderem Eifer über- 1) Vgl. den Aufsatz von G. Schweinfurth in der Ed.-Seler-Festschrift, Berlin 1925,