Mexicanische Bevölkerung und Wirtschaft etc. 55 daß die Zusammensetzung der Bevölkerung sich geändert hat. War 1810, wie schon oben auseinandergesetzt worden ist, das Verhältnis der Weißen zu den Mischlingen und Indianern zu schen Gebieten (E. Kulenkampff-Schenck, Die Volksdichte von Mittelamerika, Bonn und Leipzig 1928, Diss.); ich muß mich daher auf einige allgemeine Hinweise beschränken. Die Gebiete mit extremen kli- matischen Verhältnissen, vor allem übermäßiger oder allzu niedriger Feuchtigkeit, sind dünn bevölkert, so die Urwaldgebiete, die z. B. auf weiten Flächen des östlichen Chiapas, des südlichen Campeche und des Territoriums Quintana Roo sogar ganz unbewohnt sind, ferner die Wüsten- und Steppengebiete des Nordens und Nordwestens. Aber den- selben Erfolg hat auch ein zu geringes Maß von Wärme, weshalb die höchsten Gebirgserhebungen nicht mehr oder nur dünn bevölkert sind; anderseits erreichen auch die heißen Tieflandregionen trotz der Gunst des Pfilanzenwachstums und der darauf sich gründenden wirtschaftlichen Beschäftigungen im allgemeinen nur dünne Bevölkerung, namentlich in feuchten Regionen, die oft recht ungesund sind, während die mäßig trockenen heißen Landstriche eine größere Volksdichte zu besitzen pflegen und demnach auch ein intensiveres wirtschaftliches Leben zeitigen, wie z. B. das nördliche Viertel der Halbinsel Yucatän, wo die Volks- dichtigkeit erheblich ansteigt. Die Hafenplätze mit ihrer für die Be- wältigung des Verkehrs notwendigen Anhäufung der Bevölkerung an bestimmten Küstenpunkten erhöhen ferner die Volksdichtigkeit der Tief- landregionen, und in manchen Gebieten, so auf der Halbinsel Nieder- kalifornien, drängt die Verteilung guten Bodens und der spärlichen ver- fügbaren Wasservorräte die Bevölkerung ins Tiefland hinab. Bei genauerer Untersuchung der Volksdichteverhältnisse Mexicos in bezug auf die Höhenregionen würde sich sicherlich ergeben, daß die Tief- landregionen im allgemeinen nur dünn bevölkert sind, die unteren Gebirgsabdachungen noch etwas niedriger, daß aber dann nach oben hin entsprechend. den günstigeren gesundheitlichen und den angenehmeren klimatischen Bedingungen die Bevölkerungsdichte zunimmt, um etwa zwischen 1800 und 2500 m Höhe ihr Maximum zu erreichen, dann aber wieder abzunehmen, oberhalb der Getreideanbaugrenze minimal und schon unterhalb der Baumgrenze gleich null zu werden, Innerhalb der einzelnen klimatischen und pflanzengeographischen Gebiete bringt aber die Boden- und Geländebeschaffenheit wieder starke Unterschiede in das Volksdichtebild des Landes hinein, und wenn die südlichen Hochlandgebiete des mexicanischen Blocks dichter bevölkert sind als andere Landstriche des Landes in gleicher Höhenlage, so ist die Ursache wohl in dem Vorherrschen fruchtbarer und tiefgründiger vul- kanischer Böden und in der weithin sich einstellenden ebenen Beschaffen- heit des Geländes in genanntem Gebiet zu suchen.