Die neueste Zeit (seit 1911). 63 grundbesitzes nicht bearbeitet wurden — liegt auf der Hand. Es ist daher nicht zu verwundern, daß das Volk in Masse der Fahne Francisco I. Maderos folgte, als dieser 1911 unter anderem die Aufteilung des Großgrundbesitzes und bessere Behandlung und Bezahlung der Arbeiter versprach. Das alte Regime wurde gestürzt, Madero Präsident des Staates. Da er aber seine Versprechungen der Besitzaufteilung nicht zu erfüllen vermochte, gelang es dem General Vicetoriano Huerta im Februar 1913, Madero abzusetzen und sich selbst an die Spitze der Regierung zu bringen. Aber auch er blieb nicht im unangefochtenen Besitz seiner Macht: Gegen ihn erhob sich wiederum der frühere Gouverneur des Staates Coahuila, Venustiano Carranza, unterstützt von den Generälen Francisco Villaund Alvaro Obregon; er gewann die Oberhand, als auch Präsident W. Wilson sich gegen Huerta wandte und nach einem Zwischenfall in Tam- pico die Hafenstadt Veracruz besetzen ließ; daraufhin trat Huerta am 15. Juli 1914 zurück. Nach einer kurzen Re- gierungszeit Francisco Carbajals trat Carranza an die Spitze des Staates und hielt sich trotz starker revolutionärer Handlungen seitens Francisco Villas im Norden, ‚des Indianergenerals Emilio Zapata und anderer im Süden, trotz der Gegenpräsidentschaft von EulalioGutierez und Gonzalez Garza (welch letzterer im Januar 1915 von General Obregon vertrieben wurde). Allerdings wurden immer noch größere und kleinere Teile des Landes von ver- schiedenen Revolutionsgeneralen gehalten, die ihrerseits Geld drucken und Kontributionen eintreiben ließen. Dazu kam, daß das alte Banditenwesen neu erwachte und vielfach das Volk geradezu verwilderte: Raub und Totschlag waren daher bald an vielen Orten an der Tagesordnung. Der Bauer aber pflanzte nur noch an, was er für sich und die Seinigen benötigte; das Vieh und die Getreide- oder Maisvorräte der großen Hacienden wurden von einquartierten regierungsfreundlichen oder -feind- lichen Truppen aufgezehrt, die erst weiterzogen, wenn nichts Eßbares mehr vorhanden war, um sodann auf einem benach- barten Gute dieselbe Tätigkeit von neuem zu beginnen. Die