II. Die einzelnen Wirtschaftszweige in der Gegenwart. 1. Bergbau. Seit der Entdeckung durch die Spanier hat Mexico den Ruhm eines besonders erzreichen Landes besessen und mit bestem Erfolg ist seit jener Zeit die Silber- und Goldförderung betrieben worden. Wohl trat ein sehr bedeutender Rückgang der Edelmetallproduktion in den letzten Jahren der spanischen Kolonialherrschaft und in der ersten Zeit der republikanischen Regierungsform ein, aber nicht wegen Erschöpfung der Minen, sondern lediglich wegen kriegerischer Wirren und sonstiger Un- zunst der Verhältnisse. Selbst die im letzten Viertel des 19. Jahr- hunderts einsetzende und um 1892 besonders energisch aus- geprägte Entwertung des Silbers vermochte die Produktion dieses Erzes nicht zurückzudämmen, da die Produzenten durch Verbilligung der Gewinnungskosten (Ersetzung der Maultiere durch Dampfkraft, bessere und billigere Verhüttungsmethoden) den Verlust auszugleichen vermochten. Neue Bergwerksgesetze (vom 7. Juni 1887 und 4. Juni 1892) gaben dem Bergwerks- betrieb erhöhten Aufschwung, und da neuerdings neben den jahrhundertelang fast ausschließlich geförderten beiden Edel- metallen, namentlich infolge der Verbesserung des Verkehrs- wesens, auch andere Erze, vor allem Kupfer und Blei, bearbeitet werden, so hat die Metallproduktion nicht nur nach Wert, sondern auch nach Umfang bedeutend zugenommen. Die ganze Erzgewinnung der Republik beschränkt sich gegenwärtig auf das cisisthmische Mexico (im transisthmischen ist der Erzreichtum offenbar sehr geringfügig: etwas Waschgold in den alten Gesteinen im Süden und Kupfer in Begleitung von Dioriten im Norden von Chiapas; gefördert wird zur Zeit nichts,