98 Die einzelnen Wirtschaftszweige etc. größerem Maßstabe in Kultur genommen worden. Am meisten Aufmerksamkeit hat bisher die Sisalhanf (Henequen) lie- fernde Agave rigida gefunden, die auf der Halbinsel Yucatän heimisch ist und dort in ausgedehntestem Maßstab in die Kultur genommen worden ist, so daß die Erzeugung (1923: 123.185 t) mit Ausnahme kleinerer Posten anderer Staaten sich lediglich auf die Gebiete dieser Halbinsel verteilt. Der Henequen hat, nachdem 1860 seine Kultur in großem Maßstab begonnen hat, diese sonst von der Natur so wenig‘ begünstigte Halbinsel zu einem der wichtigsten Wirtschaftsgebiete Mexicos gemacht. Die Henequenpflanzungen sind zumeist in Händen von Mexicanern; die Gewinnung der Fasern erfolgt größtenteils in rationeller Weise mit nordamerikanischen Maschinen verschiedener Systeme. (Ausfuhr 1924: 99.052 t — 21-1 Millionen Pesos.) Weniger Bedeutung für die Ausfuhr, aber größere für den heimischen Bedarf haben verschiedene Maguey arten der trockeneren Gebiete des Landes, teils wegen ihrer Fasern, so namentlich Ixtle und Lechuguilla*), teils wegen ihrer Säfte, die, unfermentiert oder wenig fermentiert, als Pulq u e”) das Nationalgetränk der Mexicaner abgehen oder — von anderen Arten gewonnen — destilliert gute Branntweinsorten liefern, so Mezcal und den feinen Tequila. Pita (Bromelia silvestris), Ramie und andere Faserpflanzen haben bisher wenig Aufmerksamkeit gefunden, zum Teil wegen Mangels einfacher maschineller Isolierungsmethoden der Fasern. Recht hoch entwickelt ist der Blumen-undGemüse- bau in der Nähe der größeren Städte, vor allem der Hauptstadt (Xochimilco). Neuerdings werden aber — namentlich in den nordwestlichen Staaten — Tomaten, Aguacates, Orangen, 1) Ausfuhr 1924: 21.217 t — 4a Millionen Pesos. % Die Pulqueagaven werden im Hochland von Mexico feldmäßig gezogen. Wenn sich der Blütenschaft zeigt, so schneidet man die Gipfel- knospe heraus und entnimmt der Höhlung während einiger Monate täglich mehrmals den sich ansammelnden zuckerreichen Saft, der nach der Gärung in ledernen Schläuchen den Pulque liefert. 1923 wurden 1,176.000 Faß zu 9501 gewonnen; davon stammte fast die Hälfte aus dem Staat Hidalgo (497.000 Faß), je !a aus Tjaxcala und Mexico (290.000 und 263.000); kleinere Mengen aus Puebla, Veracruz u. a.