58 erfaßbar. Der isolierte Wirt vergleicht einfach den alten mit dem neuen Gleichgewichtszustand, zu dem er allenfalls übergehen will. Erscheint ihm dann der. Übergang vorteilhaft, so wird er einfach vollzogen, ohne daß die Erscheinungen des Überganges durch eine ganz andersartige Methode erfaßt werden. Die statische Zurechnungstheorie kann in der Dynamik höchstens argänzt, nicht aber von Grund auf abgeändert werden. Schum- peter stimmt implicite dieser Ansicht. selbst zu, indem es für ihn in der Dynamik einen dritten Produktionsfaktor‘ die Unter- nehmerleistung gibt, der er, auf den Regeln der Statik auf- bauend, also auf Resultaten, die aus der Betrachtung einer ständig nach einem gewissen Gleichgewichtszentrum tendieren- den Wirtschaft gewonnen sind, eine Ertragsquote zurechnet!), was doch sonderbar erscheinen muß, wenn man früher gelesen hat, daß Statik und Dynamik zwei ganz verschiedene Bauwerke sind, die es mit verschiedenen Problemen. und Methoden zu tun haben. Schumpeter schreibt an einer Stelle, daß die „Männer der Tat‘ ebenfalls nach dem Prinzipe der Wirtschaftlichkeit verfahren und sich im Tauschverkehr dieselben Grundsätze, die auch die statischen Wirtschaftssubjekte leiten, zu eigen machen?). Ein anderes Mal führt er wörtlich aus: „Die statische Theorie steht von der Gesamtheit der wirtschaftlichen Tatsachen nicht an allen Stellen gleichweit ab. Sie paßt an manchen Punkten prinzipiell genau, d. h. sie gibt uns da den Schlüssel des Verständnisses, an anderen nicht. Sie hat so gleichsam einen Doppelcharakter, in einer Fassung ist sie eine allgemeine Katallaktik, in einer anderen Fassung eine weitergehende Be- schreibung einer besonderen Type von wirtschaftlichen Vor- gängen‘“3). „Man könnte kurz sagen: Soweit die Statik nichts ist als eine Logik des Wirtschaftens, gilt sie allgemein. Soweit sie eine Psychologie des Wirtschaftens gibt, versagt sie in einem sehr wesentlichen Fall. Da gilt sie nicht allgemein“ %). Hier kommt es also deutlich zum Ausdruck, daß die Statik 1) Schumpeter, Entwicklung, S. 222ff. ?) ebda., 1. Aufl., S. 138, 2) ebda., 1. Aufl., S. 512. *) ebda., 1. Aufl., S. 512 Anm. 1, Vgl. auch Löwe, Adolf, Zur ökonomischen Theorie des Imperialismus, in: Wirtschaft u. Gesellschaft, Festschrift £. Franz Oppenheimer, Frankfurt 1924, S. 214/15.