69 um zuvor ein Hindernis aus dem Wege zıu räumen, das später die Diskussion recht komplizieren könnte. - Ist die Erklärung des Zinsphänomens, die Böhm-Bawerk mit Hilfe seines dritten Grundes liefert, wirklich eine statische — statisch ist hier in unserem Sinn gemeint — d. h. folgt aus dem Satz von der technischen Mehrergiebigkeit der kapitalisti- schen Produktionsumwege denknotwendig die Existenz _des Zinses in einer statischen „Wirtschaft, also in einer Wirtschaft, in der immer die gleiche Methode durchgeführt wird, oder müssen mehrere Methoden mit verschiedenen physischen Mehr- erträgen nebeneinanderstehen, um einen reinen Mehrwert ab- leiten zu können? Das ist die Frage, die es vorerst zu beant- worten heißt. Ist sie gelöst, so wird es nicht schwer fallen, auf Schumpeters Argumente einzugehen. Fassen wir also jetzt Böhm-Bawerks dritten Grund und die darauf aufgebauten Schlüsse etwas näher ins Auge. Da zeitraubende Produktionsumwege technisch mehrergiebiger sind, so liefert jedes ältere Produktivmittel, jeder ältere Arbeits- monat gegenüber jedem jüngeren für jeden denkbaren Bedürf« niskreis mehr Befriedigungsmittel. Und die größere Gütermenge hat für ein- und dieselbe Person und in ein- und demselben Zeit- punkte auch. immer den größeren Wert!) — ein Schluß, den Böhm-Bawerk an Hand der nachstehenden Tabelle anschau- licher zu machen sucht: „Ein Arbeitsmonat aus dem Jahre ergibt für die Wirt- Schafts- periode iR88 889 890 891 892 893 1894 1895 {888 1889 100 - 200 100 280 200 350 280 400 350 440 400 470 440 500 a0 | | 1890 90 200 280 350 400 440 18091 100 200 280 | 350 400 Produkt- ein- heiten“?) 1) Böhm-Bawerk, Positive Theorie, S. 339/49. *) ebda., 2. Aufl., S. 276. Wir zitieren hier aus der 2, Aufl. d. Pos. Theorie, weil Bortkiewicz bei seiner Kritik, auf die wir näher eingehen müssen, von der dort an- geführten Tabelle, in der gegenüber den späteren Auflagen die Jahres- zahlen andere sind, ausgeht (vgl, Böhm-Bawerk, Posit. Theorie, S. 340).