1 bedeutet aber bei dieser Sachlage die von Bortkiewicz ge- stellte Zumutung, die Wertvergleichung auf Basis der Annahme durchzuführen, daß die produktiven Widmungen, von denen noch maßgebende Wertschätzungen unserer Produktivmittel abgeleitet werden, über die Zone der Mehrergiebigkeit längerer Produktionsumwege hinausreichen? — Sie bedeutet nichts anderes als die Zumutung, daß ich meine These verifizieren solle unter Voraussetzungen, für die ich sie nicht aufgestellt habe‘‘2), Um klar zu zeigen, wo bei dieser Kontroverse der Fehler liegt, wollen wir unsere kritischen Äußerungen mit folgender Feststellung einleiten: Für Böhm-Bawerk trägt die Tatsache der Mehrergiebigkeit zeitraubender Produktionsumwege noch infolge einer anderen kasuistischen Verknüpfung zur Hervor- rufung der Zinserscheinung bei. Man schätzt nicht nur gegen- wärtige Produktivmittel gegenüber künftigen aus tech- nischen Gründen nach Böhm-Bawerks Ansicht höher, sondern die Tatsache der Mehrergiebigkeit zeitraubender Produktions- umwege verhilft auch gegenwärtigen Genußgütern zu einem Wertvorzug vor künftigen Genußmitteln?). Bin ich für die gegenwärtige Periode mit Subsistenzmitteln versorgt, so kann ich die für diese Periode verfügbaren Produktivmittel in einem Produktionsprozeß investieren, der erst in der nächsten Periode genußreife Produkte, und zwar mehr genußreife Produkte liefert, als wenn ich infolge Fehlens eines Subsistenzmittelfonds die betreffenden Produktivmittel in den Dienst der Gegenwart stellen und damit eine kürzere, technisch minderergiebige Me- thode anwenden müßte. Die Differenz beider Produkte ist der Vorteil, der sich an den Besitz von Gegenwartsgütern an- knüpft?) — eine Erkenntnis, die bei Böhm-Bawerk schließ- lich zu dem Ergebnis führt, daß die Zinshöhe bestimmt wird „durch das Mehrerträgnis derletzten noch gestatteten Produktionsverlängerung‘“?). Vergleicht man diese Darlegungen mit Böhm-Bawerks Tabelle und seinen antikritischen Bemerkungen gegenüber 1) Böhm-Bawerk, Exkurse, S. 258, vgl. auch S. 290/91; ; 2) Böhm-Bawerk, Positive Theorie, S. 349/52. %) ebda., S. 350, 439ff. ıy ebda., S. 457 (von Böhm-Bawerk unterstrichen).